In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 06. Spieltag 2012/13 (Teil 2) –  Andi Ivanschitz legt bei 2:0-Auswärtssieg gegen VfL Wolfsburg beide Tore auf

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks sahen wir uns das Holzhausers Debüt in der VfB-Startaufstellung und die Leistung von Martin Harnik an. Nun richten wir unsere Augen auf die Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und dem 1. FSV Mainz 05, bei der mit Andreas Ivanschitz, Julian Baumgartlinger und Emanuel Pogatetz gleich drei ÖFB-Legionäre mitmischten.

Die Gäste aus Mainz fuhren mit drei Punkten im Gepäck nach Hause, denn Junior Diaz und Ádám Szalai sorgten für einen 2:0-Auswärtssieg. Die beiden dürfen sich bei Andi Ivanschitz bedanken, denn der österreichische Nationalspieler legte beide Treffer vor und steuerte somit seine ersten Assists in der neuen Saison bei.

Spieler des Spiels

Das deutsche Fachmagazin “kicker“ wählte ihn zum Spieler des Spiels und lobte insbesondere seine Effizienz. Den ersten Treffer bereitete er per Standardsituation vor, nachdem er den Ball gefährlich in den Strafraum zirkelte. Beim zweiten Tor schlug er eine perfekte Flanke von der Strafraumgrenze, wobei man nicht nur die Präzision lobend erwähnen muss, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der Ivanschitz die Situation erfasste.

Ivanschitz kam im offensiven Mittelfeld zum Einsatz und spielte, so wie sein Teamkollege Julian Baumgartlinger, über die gesamten 90 Minuten durch. Er kam auf 36 Ballkontakte und spielte 24 Pässe, von denen 62,5% bei seinen Mitspielern landeten. Die Fehlpassquote ist zwar recht hoch, aber man muss ihm zu Gute halten, dass einige seiner Fehlpässe riskante Lochpässe waren, mit denen er seine Mitspieler einsetzen wollte. Was die Ballkontakte angeht wäre es sehr zu wünschen, wenn Ivanschitz noch präsenter werden würde. Seit er in der deutschen Bundesliga ist hat er selten sehr viele Ballkontakte, er ist auch kein klassischer Spielmacher, der die Bälle verteilt und für den gesamten Spielaufbau verantwortlich ist. Solange er zwei Torvorlagen pro Spiel macht, wird es seinen Trainer Tuchel zwar nicht stören, wenn er nur 36 Ballkontakte hat – dennoch würde es nicht schaden, wenn er noch mehr Verantwortung übernehmen würde.

Lobend erwähnen muss man in jedem Fall die 11,8 Kilometer Laufdistanz, die für Ivanschitz einen sehr guten Wert darstellen. Etwas ungewöhnlich ist es, dass er in den 90 Minuten keinen Torschuss abgab, denn in der letzten Saison war er der Spieler in der deutschen Bundesliga, der pro 90 Minuten am öftesten den  Abschluss suchte. In dieser Saison testete er noch wesentlich seltener die gegnerischen Torhüter. Seine Zweikampfbilanz ist negativ, denn er gewann bloß vier seiner 14 Duelle, wobei er drei in der eigenen und sieben in der gegnerischen Hälfte des Spielfelds verlor. Insgesamt spielte er drei Schlüsselpässe, von denen zwei zu einem Tor führten. Einem erfolgreichen Dribbling stehen drei Ballverluste nach Eins-gegen-Eins-Situationen gegenüber. Der kicker gab ihm die Note 2, was angesichts seiner beiden Torvorlagen auf jeden Fall in Ordnung geht.

Baumgartlinger mit gewohnten Tugenden

Julian Baumgartlinger spielte hinter Andi Ivanschitz im defensiven Mittelfeld und bot eine recht gute Leistung, für die er vom “kicker“ die Note 3 erhielt. Er hatte die meisten Ballkontakte aller Mainzer Spieler (58) und weist eine hervorragende Passquote auf, denn von 37 Zuspielen landete nur eines bei seinen Gegenspielern – das bedeutet, dass er eine Passquote von 97% vorweisen kann! Mit 12,56 Kilometern war er wieder einmal der fleißigste Spieler am Platz. Der einzige negative Punkt ist seine Zweikampfbilanz, denn er gewann nur sieben seiner 17 Duelle (41,2%), ein Wert, der auf seiner Position zu wenig ist. In der Offensive steuerte er keinen Torschuss und keine Torschussvorlage bei, dafür leitete er die Situation zum 2:0 mit einem langen Pass auf den rechten Flügel ein. Er machte drei Tacklings, klärte vier Mal den Ball aus der Gefahrenzone und foulte dreimal, während er selbst viermal gefoult wurde. Zwei erfolgreichen Dribblings stehen zwei Ballverlusten gegenüber.

Pogatetz mit starke Zweikampfwerten und Aktionen in der Offensive

Pogatetz bekam vom “kicker“ die Note 3, sein Nebenmann in der Innenverteidigung, der Brasilianer Naldo eine 5. Sein Kollege verlor das Kopfballduell beim ersten Tor, gewann ansonsten jedoch so wie Pogatetz die meisten Zweikämpfe. Der österreichische Nationalspieler ging aus 15 seiner 18 Duelle als Sieger hervor (83,3%) und hatte auch in der Offensive gute Szenen. Viermal kam er per Kopf nach einer Flanke zum Abschluss, dreimal ging der Ball am Tor vorbei, einmal fand er seinen Meister in Torhüter Wetklo. Die Wolfsburger hatten über 60% Ballbesitz, versuchten aber immer wieder mit weiten Bällen auf die Spitzen das Mainzer Mittelfeld zu überwinden. Besonders Pogatetz machte immer wieder weite Abschläge, weshalb jedes dritte Zuspiel bei einem Gegenspieler landete: von 36 Pässen kamen nur 24 bei seinen Mitspielern an (66,7%). Pogatetz war im Abwehrzentrum sehr präsent und klärte 13 Mal den Ball aus der Gefahrenzone. Er machte ein Tackling und fing einmal einen gegnerischen Pass ab. Aufgrund des Ergebnisses kann Pogatetz mit der Partie nicht zufrieden sein – an ihm lag es allerding nicht, dass der VfL Wolfsburg nach dem Spiel mit leeren Händen dastand.

Fazit

Ivanschitz:
+:
Effizient, präzise Flanken, gute Laufarbeit
-:
könnte noch präsenter sein

Baumgartlinger:
+:
nur ein Fehlpass, die meisten Ballkontakte, sehr gute Laufarbeit
-:
schwache Zweikampfquote

Pogatetz:
+:
gute Zweikampfquote, Offensivaktionen
-:
Fehlpässe beim Spielaufbau, glücklos beim Abschluss

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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