In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 04. Spieltag 2012/13 (Teil 1) –  Ivanschitz und Hoffer treffen ins richtige, Pogatetz ins falsche Tor

In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Jimmy Hoffer brachte sich in die Schlagzeilen zurück, denn der Eintracht-Stürmer brachte seinen Verein gegen den 1. FC Nürnberg nur vier Minuten nach seiner Einwechslung in Führung.

Nie zuvor gelang es Eintracht Frankfurt in der obersten Spielklasse nach vier Partien vier Siege auf dem Konto zu haben. Dank dem jüngsten Erfolgslauf steht Jimmy Hoffers Mannschaft nun punktegleich mit dem FC Bayern München an der Tabellenspitze mit einem schönen Vorsprung von fünf Punkten auf die restlichen Verfolger. Hoffer kam zu seinem zweiten Bundesligaeinsatz in dieser Saison, wobei er diesmal wesentlich früher eingewechselt wurde als in der zweiten Runde, da sich Olivier Occéan bereits in der 21. Minute verletzte – nur vier Minuten später erzielte der österreichische Nationalspieler seinen ersten Treffer.

Abgesehen vom wichtigen Treffer konnte Hoffer nur selten glänzen, wobei er insbesondere bei Eins-gegen-Eins-Situationen in der Offensive kein Glück hatte. Viermal versuchte er seine Gegenspieler per Dribbling zu überwinden, zog jedoch jedes Mal den Kürzeren und verlor den Ball. Seine allgemeine Zweikampfbilanz sieht auch nicht rosig aus, denn der ehemalige Rapid-Spieler gewann nur vier seiner sechzehn Duelle (25%). Immerhin feuerte er neben dem Treffer zwei weitere Torschüsse ab und zeichnete sich zudem für drei Torschussvorlagen verantwortlich. Zwischen seiner Einwechslung in der 21. und seiner Auswechslung in der 86. Minute kam er auf 23 Ballkontakte, was auch für einen Stürmer mit seiner Veranlagung recht wenig ist. Insgesamt spielte er nur sieben Pässe, von denen vier bei seinen Mannschaftskollegen ankamen (57%). Trotzdem strahlte er einige Male dank seiner Schnelligkeit und Unberechenbarkeit Gefahr aus. Vor allem bewies er aber, dass er immer für einen Treffer gut ist. Unser Redakteur Alexander Semeliker schrieb eine schöne Analyse für spielverlagerung.de über diese Partie!

In der kommenden Runde wird es für die Eintracht nicht einfacher werden, denn der Aufsteiger mit der weißen Weste empfängt zu Hause Meister Borussia Dortmund. Olivier Occéan wird aufgrund seiner Oberschenkelzerrung wahrscheinlich passen müssen, sodass Hoffer die besten Chancen auf seinen ersten Einsatz von Beginn an hat.

Ivanschitz mit kuriosem Tor gegen den FC Augsburg

Neben Hoffer trug sich ein weiterer Österreicher in der vierten Runde der deutschen Bundesliga in die Schützenliste ein. Andreas Ivanschitz brachte ebenfalls seine Mannschaft in Führung, als er in der 10. Minute etwas glücklich das 1:0 erzielte:

Andi Ivanschitz begann diesmal im linken offensiven Mittelfeld und profitierte von den zahlreichen Umstellungen, die Trainer Tuchel nach der 3:1-Niederlage gegen den FC Bayern München vornahm. Der unter Zugzwang stehende Coach stellte seine Mannschaft gleich auf fünf Positionen um – Baumgartlinger musste bis zur 69. Minute von der Ersatzbank aus zuschauen. Ivanschitz durfte eine Stunde lang sein Können zeigen und fiel neben dem Treffer in erster Linie mit starken Standardsituationen auf, insbesondere in der 42. Minute, als Mannschaftskollege Bungert nach einem perfekt hereingezirkelten Ivanschitz-Freistoß per Kopf die Latte traf. Ivanschitz hatte in den 60 Minuten 33 Ballkontakte und spielte 15 Pässe von denen 73% bei seinen Mitspielern landeten. Neben seinem Treffer schoss er ein weiteres Mal aufs gegnerische Tor und steuerte drei Torschussvorlagen bei, die jedoch leider nichts einbrachten. Ivanschitz agierte also nicht besonders dominant und konnte das Spiel nur selten an sich reißen, was man auch an der Grafik links sehen kann: die meisten Angriffe der Mainzer gingen über die rechte Seite. In den 60 Minuten bestritt er nur vier Zweikämpfe, von denen er zwei gewinnen konnte (50%). Da die Augsburger, die in der ersten Hälfte klar unterlegen waren, im zweiten Durchgang immer stärker wurden, verstärkte Tuchel die Defensive und stellte die Mannschaft um. Während Ivanschitz nach einer Stunde ausgewechselt wurde, kam Julian Baumgartlinger neun Minuten später ins Spiel.

Baumgartlinger stabilisiert in der Schlussphase die Defensive

Der defensive Mittelfeldspieler half mit den Sieg über die Zeit zu retten und fiel wieder einmal mit einer hohen Laufbereitschaft auf. In den verbleibenden 21 Minuten lief er 3,4 Kilometer und kam auf 19 Ballkontakte und ebenso viele Pässe. Er präsentierte sich ballsicher, setzte aber keine entscheidenden Akzente nach im Spiel nach vorne, wobei das Hauptaugenmerk ohnehin auf die Verstärkung der Defensive ausgerichtet war und diese Aufgabe erfüllte er ordentlich – nicht mehr und nicht weniger.

Auch für Ivanschitz und Baumgartlinger wird es in der kommenden Runde nicht einfach werden, denn schon am Dienstag wartet das Auswärtsspiel gegen den FC Schalke 04 auf die Mainzer.

Pogatetz mit grobem Patzer in der Defensive

Nicht nur Hoffer und Ivanschitz erzielten den ersten Treffer in ihrer Partie, auch Pogatetz brachte den Ball als erster Spieler im Netz unter. Der österreichische Innenverteidiger hätte darauf jedoch sicherlich gerne verzichtet, denn er erzielte ein unglückliches Eigentor nachdem er bei einem langen Abschlag des gegnerischen Tormanns zu lange zögerte und schließlich mit der linken Schulter den Ball ins Tor bugsierte:

Ansonsten verlor Pogatetz nur einen weiteren Zweikampf im Mittelfeld und gewann 100% seiner Kopfballduelle. Der österreichische Nationalspieler schlug viele weite Bälle nach vorne, von denen jedoch zehn Stück bei den Gegnern landeten, während nur drei bei den eigenen Mitspielern ankamen. Alles in allem ein Spiel, das er möglichst schnell abhaken sollte, denn bis auf die Situation, die zum Gegentreffer führte hatte er nicht besonders viel zu tun. Immerhin gelang Olic in der 42. Minute der Ausgleich, sodass sein Fehler zu keiner Niederlage führte.

Pogatetz wird nicht lange Zeit haben über den Fehler nachzudenken, denn am kommenden Dienstag müssen die Wölfe auswärts gegen Tabellenführer Bayern München antreten.

Fazit

Hoffer:
+: gleich nach seiner Einwechslung voll da und hellwach, typischer Treffer in Hoffer-Manier
-: nicht viele gefährliche Situationen, schwach und glücklos bei Dribblings

Ivanschitz:
+:
gefährliche Standards, stand beim Treffer richtig
-: könnte präsenter sein

Baumgartlinger:
+: lauffreudig, half Vorsprung über die Zeit zu bringen
-: wenig Akzente nach vorne

Pogatetz:
+:
viele Zweikämpfe gewonnen….
-:….aber den entscheidenden verloren, weite Bälle kamen selten an

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger