Im Spiel der 22. Runde der österreichischen Bundesliga kam es zum Aufeinandertreffen der Tabellennachbarn Austria Wien und des LASK. Dabei hatte die Partie vor... Analyse: Austria zerschellt am Pressing des LASK

Im Spiel der 22. Runde der österreichischen Bundesliga kam es zum Aufeinandertreffen der Tabellennachbarn Austria Wien und des LASK. Dabei hatte die Partie vor allem für die Wiener Austria enorme Wichtigkeit, wollte man doch den Abstand zu den Europacupplätzen verkürzen und den Anschluss nach oben nicht verlieren. Der LASK hingegen wollte den guten Start in die Rückrunde prologieren und endlich einen Sieg gegen einen Großen aus der Bundesliga holen, an dem man bislang immer wieder knapp scheiterte. Doch dies sollte nach diesem Spiel endlich Geschichte sein, gelang es doch den Linzern dank einer starken Vorstellung einen 3:1 Auswärtssieg einzufahren und ein Statement im Kampf um den Europacup zu setzen. Dieser Erfolg kam nicht von ungefähr, sondern hatte eine nahezu perfekt eingestellte Mannschaft zur Folge, die Trainer Oliver Glasner auf das Feld schickte. 

Beide Teams nahezu unverändert und ein Duell der unterschiedlichen Spielanlagen

Nach der durchaus guten Leistung im Wiener Derby gegen den Erzrivalen Rapid, bestand für Trainer Throsten Fink wenig Anlass, die Mannschaft großartig zu verändern und er schenkte fast dem gleichen Team auch gegen den LASK das Vertrauen. So begann erneut das Duo Kadiri/Stronati in der Innenverteidigung und Monschein bekam im Sturmzentrum den Vorzug vor Friesenbichler. Einzig Florian Klein kehrte nach langer Verletzungspause wieder zurück in die Mannschaft und feierte sein Comeback. Auch der LASK hatte nach dem Auftaktsieg gegen St. Pölten wenig Grund für Veränderungen und so schickte Trainer Oliver Glasner seine Truppe mit der nahezu identen Formation auf das Spielfeld. Einzig Flügelverteidiger Wiesinger kehrte wieder zurück in die Mannschaft und verdrängte Riemann wieder auf die Bank.

Das Trainerteam der Austria entschied sich für die nahezu gleiche Vorgehensweise, wie man sie im Derby bereits praktizierte. Man lief in einer 4-2-3-1 Anordnung auf, wollte aber diesmal mehr Akzente im Ballbesitz setzen und sich nicht nur auf das Umschaltspiel verlassen. Aus dem Grund griff man wie gegen Rapid zu Beginn auf das Abkippen auf die linke Seite von Kapitän Raphael Holzhauser und wollte damit Innenverteidiger Stronati entlasten, der ja bekanntlich in der Spieleröffnung nicht gerade seine Vorzüge besitzt. Anders als im Derby griff man allerdings zunächst eher selten zu den abkippenden Außenverteidigern und wollte stattdessen das Feld lieber breitmachen, da man mit einem Angriffspressing des Gegners rechnete und die Formation der Linzer wohl so weit wie möglich strecken wollte, da diese für gewöhnlich sehr mannorientiert agieren. Andererseits wollte man aber auch die Räume hinter der Abwehr der Linzer anvisieren und diese mit Tiefenläufen vom schnellen Offensivtrio der Veilchen attackieren.

Das LASK hingegen pflegt im Vergleich zu der Austria eine konträre Spielanlage, die man auch in diesem Spiel auf den Platz bringen wollte. Anders als die Veilchen definiert sich die Mannschaft von Trainer Glasner eher über das Spiel gegen den Ball und das Pressing, mit dem man den gegnerischen Teams den Zahn ziehen möchte. So liefen die Oberösterreicher auch in der Hauptstadt mit dem üblichen 5-2-3/3-4-3 System auf, welches je nach Situation variiert und sich verändert. Ging man ins Angriffspressing und attackierte die Austria weiter vorne, wurde die Anordnung zu einem 3-4-3, in welchem die Stürmer die Verteidiger attackierten und dahinter jeder seinen Gegenspieler zugewiesen bekam, ergo die Flügelverteidiger nach vorne rückten und die Außenverteidiger der Violetten attackierten, die zentralen Mittelfeldspieler ebenso auf ihre direkten Gegenspieler usw. Entschied man sich etwas abwartender zu agieren, formierten sich die Linzer etwa 30 Meter vor dem gegnerischen Tor zu einem 5-2-3, welches ab und an vor allem in tieferen Zonen zu einem 5-3-2 wurde, indem Goiginger ins zentrale Mittelfeld neben Holland und Michorl rückte. Der Fokus lag dabei ganz klar auf dem Verschließen des Zentrums, damit man die Austria auf die Flügel leitet und dort dann einfach zustellt, um den Ballverlust zu provozieren oder zumindest einen unkontrollierten hohen Ball nach vorne zu erzwingen. Kam man dann in Ballbesitz, galt es relativ schnörkellos nach vorne zu kommen und mit einer hohen Direktheit zu agieren, auch auf die Gefahr hin viele Ballverluste zu erleiden. In dem Fall sollte dann aber das Gegenpressing zum Einsatz kommen und dem Gegner die Optionen nach vorne rauben und einen raschen Ballgewinn erzielen – also ein absicherndes Fangnetz für den Ball sein.

LASK von Beginn an aggressiv und die Austria im Spielaufbau überfordert

Das Spiel sollte dann auch von Beginn an eine Charakteristik an den Tag legen, die sich über weite Strecken der ersten Halbzeit durchziehen sollte. Der LASK attackierte von Anfang an sehr weit vorne und presste die Austria bereits nach dem Abstoß mutig an, um einen Ballverlust zu erzwingen. Dadurch setzten sich die Linzer in der gegnerischen Hälfte fest und die Austria konnte sich aus der Umklammerung überhaupt nicht befreien. Innenverteidiger Kadiri wackelte bereits nach wenigen Sekunden und sorgte beinahe für einen katastrophalen Ballverlust im eigenen Strafraum, nachdem er versuchte sich spielerisch dem Druck der Gäste zu entziehen. Wie die Pressingformation des LASK aussah, kann man beim ersten Bild gut sehen:

Der LASK im 3-4-3 Angriffspressing – jeder Spieler hat seinen festen Gegenspieler und orientiert sich an eben jenem im Attackieren. Im nächsten Bild noch besser zu sehen:

Durch diese klare und einfache Zuordnung wusste jeder LASK-Spieler genau, was er zu tun hatte. Dadurch hatten die Linzer eine hohe Kompaktheit und schlossen ballnah nahezu jeglichen Raum. Das war natürlich auch mit Risiko verbunden, stand man doch auch mit der Abwehr an der Mittellinie und gegen die schnellen Spieler des Gegners hätte theoretisch auch ein einfacher langer Ball ins Auge gehen können.  Die Austria kam dagegen überhaupt nicht an und plagte sich mit dem giftigen Gegner, der nahezu unaufhörlich anrannte und an den Veilchen klebte, wodurch man selbst die langen Bälle nicht überlegt und zielgerichtet spielen konnte. Man fand keinerlei Lösungen gegen das Pressing und jeglicher Ansatz eines Spielaufbaues verpuffte sofort. Sobald entweder Kadiri oder Stronati den Ball bekamen, blieben ihnen wenn überhaupt nur zwei Optionen. Entweder den Ball auf den Außenverteidiger spielen, der jedoch oft bereits angelaufen wurde, oder ein langer Ball nach vorne, auf den die Verteidigung des Gegners allerdings lauerte. Was sehr oft nach einem langen Ball zu sehen war, ist folgende Szenerie:

Fortsetzung vom ersten Bild. Der LASK gewinnt den hohen Ball und bekommt ihn wenig später in einer gefährlichen Zone wieder

Wenige Momente nach dem langen Ball von hinten, landete dieser quasi postwendend oft wieder zurück in der Nähe des Strafraums und der LASK konnte eine unorganisierte und offene Abwehr der Austria bespielen. Diese Problematik verfolgt die Violetten quasi die ganze Saison und erlaubt es dem Gegner immer wieder eine unorganisierte Defensive zu bespielen. Dadurch gab es für die Veilchen nahezu keine Entlastung und die Partie spielte sich quasi nur in der eigenen Hälfte ab. Zusätzlich funktionierte auch das Gegenpressing nach Ballverlust der Linzer außerordentlich gut und verschaffte den Gästen einige hohe Ballgewinne und gefährliche Situationen. Dass man sich aus dieser Umklammerung nicht befreien konnte, lag auch am schlechten Positionsspiel der Violetten, die sich nur unzureichend klug bewegten. Gerade wenn man gegen eine Mannschaft spielt, die mit vielen Mannorientierungen agiert, ist es essenziell sich intelligent zu bewegen, gute Passverbindungen zu ermöglichen und zu versuchen den Gegner aus seinen Positionen zu ziehen, um Räume zu schaffen und dann den freigewordenen Raum im richtigen Moment zu besetzen. Jedoch bedarf es dafür natürlich ein hohes Bewusstsein im raumschaffenden Bewegungsspiel, wofür die Austria allerdings nicht bekannt ist und dahingehend Mängel aufweist. Allerdings gelingt dies selbst vielen großen Mannschaften nicht immer und ist eine der großen Herausforderungen im Fußball, speziell wenn man gegen ein gutes Pressing spielt.

Es reicht aber nicht nur diese Räume zu schaffen, man muss dann natürlich auch das saubere Passspiel dazu haben, um diese anvisieren zu können. Bereits da haperte es bei den Veilchen gewaltig – speziell bei Stronati, der in der Spieleröffnung sehr limitiert ist und beim kleinsten Druck wackelt, aber auch Kadiri erwischte keinen guten Tag und war aufgrund seiner Fehler zu Beginn natürlich verunsichert und wollte kein Risiko mehr eingehen. Da die violetten Gastgeber an all dem scheiterten, konnten keinerlei stabile Verbindungen hergestellt werden, um sich aus dem Pressing der Linzer zu befreien. Gleichzeitig aber war man auf die eigenen langen Bälle nach vorne überhaupt nicht eingestellt und verblieb mit der gesamten Formation sehr tief, wodurch fast jeder erste und zweite Ball bei den Gästen landete. Dadurch lief man quasi nur hinterher und man erstickte förmlich unter dem Druck des LASK. Das alles zeigt aber auch das hohe Niveau im Spiel gegen den Ball, welches die Oberösterreicher an den Tag legten. Das Problem mit den schlechten Verbindungen zog sich aber auch fort, sobald die Gäste etwas abwartender agierten und die Violetten kommen ließen, wie man beim nächsten Bild gut sehen kann:

Serbest im Zentrum alleine auf weiter Flur und im „Linzer-Käfig“ eingesperrt

Da Holzhauser abkippte, besetze meist nur Serbest das Zentrum alleine und war im raumorientierten 5-2-3 der Linzer quasi abgeschnitten vom Aufbauspiel. Zusätzlich lief Goiginger oft den nach links abkippenden Holzhauser an, weshalb dieser den Ball nicht nach vorne führen konnte und damit zum querspielen gezwungen wurde, wodurch wiederum die beiden Innenverteidiger das Spiel nach vorne eröffnen musste. Dass dieser Plan aufging zeigt auch die Anzahl der Ballaktionen von Holzhauser, der im ersten Durchgang nur 30 Ballkontakte sammelte, was ein Tiefstwert für den Kapitän der Veilchen war. Dem LASK gelang es dadurch das Zentrum komplett zu isolieren, wobei es die Austria ihnen auch nicht allzu schwer machte durch die spärliche Besetzung. Deshalb liefen die Angriffe der Austria immer nach dem gleichen Muster ab – Pass auf einen Außenverteidiger, der im Rücken bereits einen Gegenspieler hatte – keine Anspielstationen ins Zentrum oder nach vorne – deshalb sofortiger Rückpass oder sogar Ballverlust. Dadurch hatte der LASK leichtes Spiel beim Verteidigen, da die violetten Gastgeber keinerlei Vertikalität/Diagonalität in ihr Spiel brachten, um Löcher in den gegnerischen Beton zu bohren. Jedoch machte der LASK seine Sache auch sehr gut, indem man bei tieferer Ausrichtung Goiginger etwas zurückzog und das Duo Holland/Michorl nur selten auf einer Höhe stand, wodurch man eine sehr gute Staffelung gewährleistete. Wie es funktionieren hätte können bekam man allerdings auch zu sehen, sobald nämlich Pires Breite gab und Stangl ins Zentrum rückte, fühlte sich bei den Linzern keiner mehr so richtig zuständig und sorgte für Verwirrung. Genau diese Positionswechsel gab es allerdings insgesamt zu selten oder waren nicht richtig getimt, weshalb die Gäste bei ihrer klaren Zuordnung/Orientierung verbleiben konnten.

Trotz der Probleme gingen die violetten Gastgeber dann plötzlich überraschend in Führung. Nach einer schönen Verlagerung von Serbest, vernaschte Pires seinen Gegenspieler und zirkelte den Ball wunderbar ins Kreuzeck zum 1:0. Gerade in dieser Szene zeigte man die wenigen positiven Dinge, die man aus der ersten Halbzeit bei der Austria zu sehen bekam. Einige Male konnte man mit schnörkellose, und direktem Umschaltspiel die Defensive der Linzer vor Probleme stellen und kam so nach der Führung zu drei – vier aussichtsreichen Konterchancen, die man jedoch nicht verwerten konnte. Das Spiel wurde in dieser Phase auch etwas offener und die Veilchen tauchten nun wesentlich häufiger in der gegnerischen Hälfte auf, als es in der Anfangsphase noch der Fall war. Nun verzichtete man auch immer häufiger auf das Abkippen von Holzhauser, wodurch das Zentrum etwas stabiler wurde und nicht mehr jeder erste und zweite Ball bei den Gästen landete.

Dennoch blieb der LASK immer wieder zumindest im Ansatz gefährlich und kam dann auch zum nicht unverdienten Ausgleich. Dabei zeigte diese Szene auch beispielhaft, was die Offensive der Linzer an diesem Tag auszeichnete. Die drei Stürmer standen relativ nah beieinander und versuchten gemeinsam mit dem nachrückenden Michorl immer wieder die Räume zu überladen, was auch ab und zu durchaus sehenswert klappte, so wie auch beim Ausgleichstreffer zum 1:1.

Der LASK überlädt mit vier Spielern die linke Seite, Holzhauser kommt zu spät und unterschätzt die Situation, Michorl zieht mit seinem guten Laufweg Serbest aus dem Zentrum und die Linzer kombinieren sich sehenswert bis vors Tor –  und erzielen den Ausgleich.

Nach dem Ausgleich bekam der LASK wieder besseren Zugriff auf den Gegner und erkämpfte sich wieder etwas Oberwasser. Man kam vor der Pause erneut dank der guten Arbeit gegen den Ball und des Pressings zu einer Torchance durch Tetteh, der jedoch zu zentral abschloss. Kurz vor der Halbzeit sorgte dann auch ein Eckball für Gefahr, jedoch konnte Torhüter Pentz mit etwas Mühe und mit Hilfe von Prokop die Situation bereinigen, weshalb es beim 1:1 Pausenstand blieb.

Austria reagiert zur Pause auf schlechten Spielaufbau, Spiel flacht zunehmend ab

In der Halbzeitpause gab es für Trainer Fink genügend Dinge anzusprechen und zu korrigieren, was dieser auch scheinbar tat. Da die Linzer auf das Abkippen nach links von Holzhauser vorbereitet waren und ihn dementsprechend immer anliefen, sobald er den Ball bekam, galt es auf Seiten der Austria andere Lösungen zu finden. Man entschied sich dafür, den Kapitän der Veilchen ins Zentrum zu ziehen, damit Holzhauser aus dieser Position heraus befreiter den Spielaufbau ankurbeln konnte. Das sah dann folgendermaßen aus:

Holzhauser kippt nun ins Zentrum des Spielaufbaues und zeigt sofort seine Klasse, indem er mit einem Pass die gesamte Offensive der Linzer aus dem Spiel nimmt und Prokop (Kreis) bedient.

Gleichzeitig bewegten sich die offensiven Mittelfeldspieler nun verstärkt im Zwischenlinienraum der Linzer und lauerten darauf, von Holzhauser bedient zu werden, um danach Fahrt aufzunehmen, während zumindest ein Außenverteidiger immer aufrückte und den gegnerischen Flügelverteidiger band. Dadurch verbesserte sich nicht nur das Positionsspiel, sondern auch die Stabilität beim Kampf um den zweiten Ball wurde etwas besser. Durch diese Maßnahmen gelang es den Veilchen das Spiel offener zu gestalten und nun im Übergang ins zweite Drittel verbessert zu agieren, was gleichzeitig den LASK etwas nach hinten drückte und sie nicht mehr so einfachen Zugriff auf den Gegner bekamen. Auch die Ballverluste nach dem Pressing der Linzer wurden minimiert und ab und zu gelang es sogar sich aus dieser Umklammerung zu befreien, indem man auch Torhüter Pentz noch besser in das Spiel einbinden konnte.

Trotz der Adaptionen und kleinen Verbesserungen, mangelte es bei den Veilchen im letzten Drittel an Durchschlagskraft und man blieb zu unpräzise und fehlerhaft. Zumindest bereitete man dem LASK nun mehr Probleme und die Gäste fanden nicht so richtig ins Spiel, wodurch es an Torchancen auf beiden Seiten mangelte. Erst nach gut fünfzehn Minuten hatte Joao Victor eine gute Möglichkeit, als er nach einem Fehler von Kadiri alleine auf Pentz zulief, jedoch nur das Außennetz traf. Auf der anderen Seite reagierte der Trainer der Gastgeber und brachte mit Friesenbichler einen zusätzlichen Stürmer in die Partie und stellte auf ein 4-4-2 um. Das hatte jedoch eher negative Auswirkungen auf das Spiel der Veilchen, da das Loch im Zentrum nun wieder größer wurde und Friesenbichler mit dem Zurückfallen so seine Probleme hatte. Dadurch bekam der LASK den Gastgeber wieder besser in den Griff, auch wenn Torchancen weiterhin ausblieben. Als es ganz so schien, als würde es auf ein Unentschieden hinauslaufen, schlugen die Linzer nach einem Standard kurz vor Ende nochmal zu. Michorl brachte die Ecke in den Strafraum, Serbest konnte den Ball nicht klären und dieser landete vor den Füße des eingewechselten Berisha, der die Ruhe behielt und zum 2:1 traf. Die Austria versuchte es nun mit dem Mute der Verzweiflung nochmal anzurennen, fand jedoch keinerlei Lösungen mehr gegen die gute Defensive der Gäste. Im Gegenteil, Luckeneder sorgte erneut nach einem Standard für das 3:1 und besorgte letztlich auch den Endstand.

Fazit

Der LASK feierte also dank einer starken Vorstellung einen Achtungserfolg gegen die Austria und entführte die drei Punkte aus der Bundeshauptstadt. Dabei zeigte sich die Mannschaft hervorragend auf den Gegner eingestellt und war mit dem Pressing extrem unangenehm und giftig, wodurch man die Wiener in die eigene Hälfte drückte und quasi nicht mehr herauskommen ließ. Einzig nach dem Gegentreffer hatte man eine wacklige Phase, als man einige Konterchancen zuließ, konnte sich aber relativ rasch wieder fangen und zum eigenen Spiel zurückkehren. In der zweiten Halbzeit ging der Mannschaft von Oliver Glasner etwas die Puste aus und man agierte nicht mehr mit der gleichen Schlagzahl, konnte  sich jedoch auf die Stärke nach Standards verlassen, die kurz vor Schluss letztlich den Sieg brachte. Damit holten die Linzer endlich den ersten Sieg gegen einen heimischen Top-Klub, nachdem man so oft nah dran war und sowohl in Wien, als auch in Salzburg und Graz immer starke Leistungen erbrachte und dem Gegner das Leben denkbar schwer machte.

Die Austria muss hingegen einen schweren Rückschlag im Kampf um den Europacup hinnehmen. Dabei verlor man die Partie quasi bereits im Spielaufbau, indem man keine Lösungen gegen das Pressing der Linzer fand und sich hinten einschnüren ließ, da jeder lange Ball postwendend wieder zurück kam, wodurch es zu wenig Entlastung für die eigene Defensive gab. Da bleibt es auch zu hinterfragen, warum man gegen einen pressenden Gegner auf diese Konstellation in der Innenverteidigung setzt oder nicht zumindest die Spielweise etwas umstellt und sich auf den Kampf um den zweiten Ball einstellt. Nach dem Führungstreffer hatte die Austria eine etwas bessere Phase und da zeigte man vor allem im Umschaltspiel die eigene Stärke, jedoch änderte das wenig an den (Verbindungs)Problemen in diesem Spiel und das man zu wenige Lösungen fand. In der zweiten Halbzeit konnte man dank einiger Umstellungen immerhin die Defensive und den Spielaufbau etwas stabilisieren und dadurch die Partie offener gestalten, wodurch der LASK nicht mehr so leichtes Spiel hatte und Probleme bekam. Jedoch agierte man in der Offensive viel zu unpräzise und leistete sich zu einfache Ballverluste, wodurch man nahezu keine gelungene Angriffsaktion zustande brachte. Stattdessen kassierte man kurz vor Ende noch zwei Standardtore, wodurch der Mannschaft wie bereits im Derby das Genick gebrochen wurde und dies zu einem Punktverlust führte. So kassierte man erneut in einem Heimspiel eine Niederlage und liegt nun bereits sechs Punkte hinter den Linzern und dem fünften Tabellenplatz zurück, der für einen Europacupstartplatz reichen könnte. Immerhin stehen nun zwei Auswärtsspiele auf dem Programm, wo man allerdings auf die beste Frühjahrsmannschaft SV Mattersburg trifft. Einfacher wird es für die Austria also nicht werden.

Dalibor Babic, abseits.at

Dalibor Babic

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