Hans Buzek spielte für die Vienna, die Austria, Rapid, den Sportklub, den FC Dornbirn und Austria Klagenfurt. Seine Karriere begann der 1938 geborene Wiener... Anekdote zum Sonntag (115) –  „Rotzbua!“

Hans Buzek spielte für die Vienna, die Austria, Rapid, den Sportklub, den FC Dornbirn und Austria Klagenfurt. Seine Karriere begann der 1938 geborene Wiener beim ältesten Fußballverein Österreichs. Buzek, dessen Eltern aus der heutigen Slowakei stammten, wuchs in Döbling in der Pantzergasse auf. Sein Weg zu den Blau-Gelben war demnach vorgezeichnet: Der Stürmer trat als Elfjähriger in die Schülermannschaft der Wiener ein und debütierte 17-jährig in der Kampfmannschaft. Zudem war der Offensivspieler – bis zu David Alabas erstem Spiel für Österreich – der jüngste rot-weiß-rote Teamspieler aller Zeiten. Kurz nach seinem Ligadebüt spielte er erstmals für das Nationalteam, in seiner internationalen Karriere sollte er in 42 Spielen neun Treffer erzielen.

Eigentlich wurde er schon als 16-Jähriger in den Profikader der Vienna gezogen, kurierte da aber gerade eine Verletzung aus. Rechtzeitig zu seinem 17. Geburtstag im Mai ’55 war Hansi wieder fit. Genau an diesem Tag beehrte Rapid Wien die Döblinger auf der Hohen Warte. Für die Hütteldorfer sollte dieser Ausflug allerdings nicht gerade erfolgreich werden. Die Vienna führte zur Pause bereits mit 1:0, obwohl die erste Halbzeit doch noch recht ausgeglichen verlaufen war. In den zweiten 45 Minuten drehte die Heimmannschaft dann aber auf und spielte die Gäste an die Wand: 5:0 hieß es am Ende. Der junge Hans Buzek machte sich die drei schönsten Geburtstagsgeschenke: Er erzielte einen Treffer, bereitete einen weiteren vor und wurde einmal im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter verwertete sein Kollege Otto Walzhofer. Klarerweise wird er nicht nur wegen diesem Debüt bis heute von den blau-gelben Fans als Vienna-Legende verehrt. Die Arbeiterzeitung schrieb: „Buzek lief, kämpfte, sprang und schoss, dass der Rapid-Abwehr Hören und Sehen verging.“ Hören und Sehen – das verging dem Jungspund zunächst allerdings selbst. Jahre später erinnerte er sich an sein Liga-Debüt: „Rapid wollte mir ein bisserl die Schneid abkaufen.“ Tatsächlich prallte Buzek in den ersten Spielminuten mit Abwehrspieler Franz Golobic zusammen. Der Zusammenstoß war pure Absicht des Rapidlers, doch anstatt dem am Boden Liegenden zu helfen, dachte sich Golobic, Angriff sei immer noch die beste Verteidigung: „Du Rotzbua, steh auf!“, herrschte er den Teenager an. „Du kannst mi da net vor die Leute eindrahn!“  Buzek gehorchte augenblicklich, so perplex war er. Schwor sich aber dem Älteren ab jetzt immer geschickt auszuweichen. An diesem Nachmittag hatten Golobic und seine Rapid – weder mit fairen noch mit unfairen Mittel –  eine Chance gegen eine starke Vienna, die am Ende der Saison Meister wurde.

Marie Samstag, abseits.at

Marie Samstag