Einmal mehr wartete Ried-Manager Stefan Reiter mit einem hochinteressanten und intelligenten Transfer auf: Die Innviertler sicherten sich für die nächsten 1 ½ Jahre die... Cleverer Transfer: SV Ried holt Michele Polverino

Michele Polverino (Wolfsberger AC)Einmal mehr wartete Ried-Manager Stefan Reiter mit einem hochinteressanten und intelligenten Transfer auf: Die Innviertler sicherten sich für die nächsten 1 ½ Jahre die Dienste des Liechtensteiner Nationalspielers Michele Polverino. Der gebürtige Schweizer beendet damit ein erfolgloses Engagement beim FC Vaduz und schließt sich nach dem WAC seinem zweiten Bundesligaklub in Österreich an.

Zwischen 2012 und 2014 spielte Michele Polverino in Wolfsberg und überzeugte vor allem mit Härte und Einsatzwillen. Der 30-jährige Polverino wurde zuletzt zweimal in Folge zu Liechtensteins Fußballer des Jahres gewählt und ist damit auch der aktuelle (Noch-)Titelträger. Die spielerischen Vorzüge des Routiniers verkennt man dabei nur allzu leicht.

Passsicherer Kämpfer

Neben seinen offensichtlichen Stärken im Zweikampfverhalten, ist Michele Polverino nämlich auch noch ein äußerst passsicherer Spieler. Über weite Strecken wies der Liechtensteiner Passstatistiken jenseits der 80%-Marke auf. Das Passspiel Polverinos ist natürlich eher einfach, dafür aber bombensicher. Er ist kein Spieler, der das Spiel gezielt schnell macht und in die Tiefe trägt, allerdings hat er alle technischen Voraussetzungen, um auch das zu bewerkstelligen. Schon in seiner ersten Saison beim WAC gehörte Polverino der Top-3 der passsichersten Mittelfeldspieler der Liga an.

Sechser für mehrere Formationen

Diese Passsicherheit gepaart mit der Zweikampfstärke und seiner Leadermentalität macht ihn zu einem Spieler, der im Frühjahr und auch in der darauffolgenden Saison unverzichtbar für die SV Ried werden wird. Im 3-4-3-System, das in Ried derzeit nach langer Pause wieder eine Renaissance erlebt, gibt Polverino den perfekten Sechser ab. In Kombination mit der physisch starken Dreierkette hinter ihm, dürfte das Durchkommen bei der SV Ried durch die Mitte in Zukunft wieder sehr schwer werden. Zudem kann Oliver Glasner mit Polverino im Kader systemtechnisch flexibler agieren. Auch in einem 4-1-4-1-System ist er als alleinige Sechs gut aufgehoben und in einem 4-2-3-1 würde er den zerstörenden Part auf der Doppelsechs geben.

Ziegl, Streker und Elsneg als Optionen

Die bisherigen Alternativen im defensiven Mittelfeld der Rieder sind der Deutsche Denis Streker und Marcel Ziegl. Letzterer befand sich zuletzt in einer Stagnationsphase, wurde aber im Laufe der Saison wieder stärker und ist eine gute Option für Glasner. Streker konnte hingegen bisher kaum überzeugen und wird wohl keine besonders lange Zukunft im Innviertel haben. Auch der formschwache Dieter Elsneg wurde auf der Achterposition versucht, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Polverino stellt hier also auf einer in Ried momentan wackeligen Position die nötige Konstante dar.

Knieprobleme

Ein Fragezeichen steht allerdings hinter Polverinos körperlicher Konstitution. Bereits in der vergangenen Saison hatte er immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen und seine letzten Wochen in Wolfsberg verbrachte er im Lazarett. Auch sein drittes Vaduz-Engagement war von Knieproblemen und einer Knöchelverletzung geprägt. Polverino kam im Herbst 2014 nur zu vier Einsätzen in der Schweizer Super League, während er allerdings im Liechtensteiner Nationalteam gesetzt war.

Auch Filipovic unterschreibt bis 2016

Polverino ist der sechste Legionär im Kader der SV Ried und im Nachhinein werden sich einige Bundesligaklubs über das schnelle Schalten der Rieder ärgern. Ein verlässlicher Akteur wie der 44-fache Nationalspieler würde mehreren Bundesligisten gut zu Gesicht stehen. Den fünften Legionär begrüßte man einen Tag zuvor im Innviertel: Der in Hamburg geborene Deutsch-Kroate Petar Filipovic unterschrieb ebenfalls bis Sommer 2016 und kickte zuletzt für Slaven Belupo in Kroatien. Beim Linksfuß denkt man unweigerlich an einen Vorsorgekauf für den Fall, dass Scharfschütze Oliver Kragl doch nicht länger zu halten ist.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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