In wenigen Wochen startet die tipp3 Bundesliga in die Frühjahrssaison und wir werfen zuvor noch einen Blick auf die Dinge, die sich bei den... Das muss der Wolfsberger AC in der Frühjahrssaison verbessern!

Wolfsberger AC, WAC, Logo, WappenIn wenigen Wochen startet die tipp3 Bundesliga in die Frühjahrssaison und wir werfen zuvor noch einen Blick auf die Dinge, die sich bei den zehn Vereinen ändern sollten, um den größtmöglichen Erfolg zu gewährleisten. Der Wolfsberger AC schlägt sich für einen Bundesliganeuling ordentlich – woran kann Nenad Bjelica noch arbeiten, um das Team weiter zu verstärken?

6.Platz | 5 S – 6 U – 8 N | 27:32 -5 | 21 Punkte
Bester Torschütze: Christian Falk (10 Tore)
Bester Assistgeber: Michael Liendl (8 Assists)

Flügelspieler müssen effizienter werden

Dass der linke Mittelfeldspieler Jacobo und sein Gegenüber auf der (normalerweise) rechten Seite, David de Paula, kicken können, steht außer Frage. Aber noch holen die beiden Spanier zu wenig aus ihrem großen technischen Potential heraus. Betrachtet man die Effizienz in Relation zur Einsatzzeit ist sogar der 25-jährige Manuel Kerhe der Wolfsberger Spieler mit der größten Torgefahr – auch wenn er kein Torschütze vom Dienst ist, sondern ein einleitender Spieler.

Nenad Bjelica könnte zum Beispiel versuchen die beiden Flügel öfter rochieren zu lassen, sodass die beiden 28-Jährigen ihre Rollen als Außenspieler auch invers anlegen können. Vor allem für Jacobos hervorragenden linken Fuß wäre die „Robben-Variante“ eine willkommene Abwechslung.

Spielt der Wolfsberger AC in einem 4-1-4-1 oder 4-2-3-1-System, agiert David de Paula zudem häufig in der offensiven Mittelfeldzentrale. Auch (oder gerade) in diesem Fall wäre eine Positionsrochade mit Jacobo anzudenken, da der beste Spieler der letztjährigen Erste-Liga-Saison aufgrund seiner herausragenden Technik auch zentral ein wichtiger Spieler wäre. Das Ziel sollte jedenfalls sein, den Spaniern wesentlich mehr konkrete Chancen zu verschaffen, zum Torabschluss zu kommen oder Schnittstellen in der gegnerischen Abwehr für intelligente Pässe zu nutzen. Das Potential dafür haben beide.

Stärkere Bindung zwischen defensivem und offensivem Mittelfeld

Wenn man als Aufsteiger über einen „Achter“ verfügt, der sieben Treffer und acht Assists in 19 Spielen vorweisen kann, ist Kritik an der Bindung zwischen defensivem und offensivem Mittelfeld natürlich auf sehr hohem Niveau angesetzt. Michael Liendls erste Halbsaison für den Wolfsberger AC war beeindruckend – der Vorarlberger übertraf alle Erwartungen. Sein etwas defensiver ausgerichteter Nebenmann ist zumeist Michele Polverino, seltener Roland Putsche.

Polverino agiert als klassischer Abräumer und macht seinen Job sehr gut, abgesehen von seinen zahlreichen Fouls. Der Liechtensteiner muss sich aber, um das Offensivspiel der Wolfsberger noch gefährlicher zu machen, noch stärker am Spiel nach vorne beteiligen und allgemein etwas weiter nach vorne schieben. Polverinos Grundposition ist häufig zu tief, wodurch er bei Angriffen der eigenen Mannschaft zu selten als Sicherheits-Anspielstation verfügbar ist. Auch sein Spiel in die Breite ist vor allem ohne Ball ausbaufähig. Diese Probleme an der Feinabstimmung des Wolfsberger Box-to-Box-Spiels unterstreichen die Ballkontaktstatistiken der einzelnen Akteure. Liendl ist freilich wesentlich auffälliger als Polverino, aber auch im Vergleich zu anderen Sechsern der tipp3 Bundesliga fällt er in seiner Präsenz auf dem Platz ab.

Roland Putsche hat ähnliche Probleme, hat aber auch nicht die fußballerischen Möglichkeiten eines Michele Polverino, die er vor allem in seiner Zeit in der Schweiz unter Beweis stellte.

Ergänzungsspieler und ihre Qualität

Der WAC verfügt über zahlreiche Kaderleichen, die in der ersten Mannschaft keinen Platz mehr finden werden und in der Amateurelf versumpern. Doch auch die Kicker, die Nenad Bjelica Woche für Woche einwechselt bringen nicht immer frischen Wind mit in die Partie. Ein typisches Beispiel ist hierbei der Angriff: Rubén Rivera wurde von den Fans bereits als Fehlkauf abgestempelt, Mihret Topcagic ist nach Einwechslungen kaum eigeninitiativ, bleibt unauffällig, traf noch nie als Joker, obwohl er bereits zehnmal eingewechselt wurde. Ähnliches gilt für Stephan Stückler, der sich zwar ins Zeug haut, aber auch wenig Zählbares vollbringt, sobald er eingewechselt wird.

Nenad Bjelica hat viele Optionen für die Bank – aber einen echten Mehrwert bringt kaum ein Einwechselspieler mit in die Partie, wenn er einen seiner Kollegen ersetzt. Die Wolfsberger Mannschaft stellt sich praktisch von selbst auf, Wackelkandidaten sind aus Mangel an Alternativen kaum auszumachen. Zu einem echten Problem könnte dies werden, wenn sich in Wolfsberg eines Tages eine Mixtur aus Sperren und Verletzungen einstellt, was im Laufe der Saison durchaus noch passieren kann.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen