Wenige Wochen vor dem Start in die Frühjahrssaison der tipp3-Bundesliga nimmt abseits.at die zehn Vereine genauer unter die Lupe. Nach den Spielerbewertungen und den... Toranalyse zur Herbstsaison der tipp3-Bundesliga | SV Josko Ried

Marco Meilinger (SV Ried)Wenige Wochen vor dem Start in die Frühjahrssaison der tipp3-Bundesliga nimmt abseits.at die zehn Vereine genauer unter die Lupe. Nach den Spielerbewertungen und den Verbesserungstipps, werden in diesem Teil einige Besonderheiten und taktische Highlights im Hinblick auf die erzielten Tore betrachtet. In diesem Artikel betrachten wir die SV Ried, die im Herbst ihren Ruf bestätigte und weiterhin der erste Herausforderer der „Big Four“ ist.

8. Runde: FC Red Bull Salzburg – SV Josko Ried 1:1, Marcel Ziegl

Das erste Tor, das wir uns ansehen, stammt aus dem Auswärtsspiel der Spielvereinigung bei Red Bull Salzburg. Die Bullen dominierten die Partie in Unterzahl und gingen in Führung, dank deren schlechter Chancenauswertung kamen die Rieder aber nach einer einstudierten Eckballvariante zum Ausgleich.

Hier sieht man die übliche Aufteilung von Red Bull Salzburg bei einer gegnerischen Ecke. Sie verzichten auf eine enge Mann-zu-Mann-Zuordnung um auf die Bewegungen der Rieder frei reagieren zu können. Die Innviertler – unter anderem Marcel Ziegl (gelb) und Thomas Reifeltshammer (schwarz) – stehen geschlossen rund um den Elfmeterpunkt, hätten dadurch bei einer Flanke den Vorteil mit Anlauf ins Kopfballduell gehen zu können. Nur Rene Gartler (blau) steht isoliert in der Bullen-Menge, übernimmt aber einen entscheidenden Part in dieser Szene.

Der Stürmer bewegt sich auf den kurzen Pfosten, wohin der Eckball geschlagen wird, zu. Die Salzburger reagieren auf diese Situation richtig. Gartler wird gemäß der Raumdeckung übergeben und beim Kopfball bedrängt. Auch die Bewegungen der Salzburger Spieler dahinter sind durchaus nachvollziehbar. Sie orientieren sich zum Tor um den Ball im Falle eines Durchkommens klären zu können. Allerdings sieht man auch, dass der Plan der Rieder dies gar nicht vorsieht, denn Gartler lenkt den Ball in Richtung des Elfmeterpunktes ab. Dass diese Variante einstudiert ist, erkennt man daran, dass Reifeltshammer und Ziegl ihre Sprints bereits unterbrechen, als Gartler den Ball noch gar nicht berührt hat. Aufgrund dieser Täuschung haben die beiden schließlich verhältnismäßig viel Platz und Ziegl kann den Ausgleich erzielen.

11. Runde: Wolfsberger AC – SV Josko Ried 0:1, Marco Meilinger

Aus dem Spiel heraus gehen die kreativen Spielimpulse zu einem Großteil von Flügelspieler Marco Meilinger aus. Spielt der Linksfuß auf der linken Außenbahn bricht er immer wieder bis zur Grundlinie durch, kommt er über die rechte Seite, legt er die typischen Eigenschaften eines „falschen“ Flügelspielers an den Tag. Er bewegt sich in erster Linie diagonal oder horizontal zum Tor, was am Beispiel seines Treffers gegen den Wolfsberger AC gut hervorgeht.

Gestartet wurde der Angriff von Meilinger (gelb) am rechten Flügel. Er dribbelt zur Mitte, während Ziegl (schwarz) versucht ihm mehr Raum zu verschaffen, in dem er den Laufweg kreuzt. Allerdings springen die WAC-Akteure auf diesen Lauf nicht an, sondern folgen Meilinger in die Mitte um ihn zu stellen.

Durch das Einrücken von Michele Polverino (rot) erlangt aber Robert Zulj (weiß) im Zentrum mehr Platz. Über Gartler (blau) als Zwischenstation kommt der Ball schließlich zum 20-Jährigen. Meilinger setzt seinen Diagonallauf indes weiter fort, was in diesem Fall sehr wichtig ist.

Aufgrund des unsauberen Zuspiels von Gartler auf Zulj können die Kärntner den Ball kurzfristig klären. Da Meilinger aber weitergelaufen ist, kann er Ball wieder aufnehmen und den Angriff fortführen.

Wie man im obigen Bild erkennt steht die WAC-Defensive jedoch überaus kompakt und eng vor dem eigenen Strafraum, weswegen Meilinger das Spiel erneut etwas verzögern muss und horizontal auf Clemens Walch spielt. Dann läuft er weiter diagonal in den Strafraum, bekommt den Ball von seinem Mitspieler zurück und erzielt die Führung. Ausgehend von der rechten Seitenlinie arbeitete sich Meilinger also diagonal quasi über die gesamte Spielfeldbreite und schloss am Fünfereck ab.

17. Runde:  SV Josko Ried – FC Red Bull Salzburg 1:1, Clemens Walch

Mit einer beherzten Spielweise drehte die SV Ried in der 17. Runde gegen Red Bull Salzburg ein 0:1 und gewann 3:1. Besonders das Gegenpressing wusste dabei zu gefallen, wie zum Beispiel auch der Ausgleich durch Clemens Walch zeigt.

Hier sieht man, dass die Rieder tief in der Salzburger Hälfte auf der Außenbahn eine Überzahlsituation generieren und dabei selbst die defensiven Ziegl und Jan-Marc Riegler (14) hoch stehen. Zudem pressen zwei Rieder in Rückwärtsbewegung den ballführenden Gegner an (schwarz). Aus dieser heiklen Lage kann sich Red Bull Salzburg zwar noch befreien, im nachstehenden Bild aber sieht man die Wirkung des Rieder Gegenpressings.

Sämtliche grün-schwarze Spieler befinden sich im Sprint zurück. Diesem Druck ist Christoph Leitgeb (rot) in der Mitte nicht gewachsen und verliert den Ball an Clemens Walch (gelb), dem späteren Torschützen.

Dieser spielt den Ball zurück zu Anel Hadzic auf den Flügel, wo sich aufgrund der Salzburger Unordnung nach dem Ballverlust ein Loch ausbildete. Der 23-Jährige wählt dann eine an und für sich schlechte Option, verzögert das Spiel und bringt Meilinger, der gegen zwei Red Bull-Akteure steht, in Bedrängnis.

Mit einem starken Dribbling kann sich dieser jedoch lösen und auf den Strafraum zu laufen. Stefan Ilsanker (weiß) will seinem Mitspieler im Zweikampf zur Hilfe kommen, wodurch Walch im Zentrum aber viel Platz gewährt wird. Diesen nutzt der Neuzugang letztlich um per sehenswertem Schlenzer die Wende einzuleiten.

Bildquelle: http://www.laola1.tv/

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

  • gernot d

    28.Januar.2013 #1 Author

    Die SV Ried ist eine Sportvereinigung, keine Spielvereinigung wie hier geschrieben.
    Das sollte man wissen wenn man sich mit der Bundesliga beschaeftigt!

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  • Sackhupfa

    29.Januar.2013 #2 Author

    In die Tor-Analyse-Artikel dann auch die Tore als Video zu integrieren wäre essentiell, um den erklärten Ablauf dann nochmal in bewegten Bildern nachvollziehen zu können und den „Ah ja, genau – sehr leiwand“-Effekt zu bewirken!

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