Nach dem ersten absolvierten Viertel in der österreichischen Bundesliga ist es wieder Zeit für eine erste Analyse der Tabellenstände im Vergleich zu den Vorsaisonen.... Die Bilanz des ersten Saisonviertels 2013/14

BundesligaNach dem ersten absolvierten Viertel in der österreichischen Bundesliga ist es wieder Zeit für eine erste Analyse der Tabellenstände im Vergleich zu den Vorsaisonen. Welche neuen Rekorde gibt es? Wer sind die besten Heim- und Auswärtsteams? Analysiert wurden die Heim-, Auswärts- und Gesamttabellenstände nach dem ersten Saisonviertel seit der Saison 2000/2001.

Erneut Remis-Flut, auswärts wieder Trumpf

Nach den wenigsten Remis in der Vorsaison, wo es nur sechsmal zu Punkteteilungen gekommen ist, wurde heuer wieder fünfzehn Mal remisiert. Das ist nach der Saison 2011/12 mit sechzehn Unentschieden und gemeinsam mit 2006/07 der zweithöchste Wert. Eine weitere Konsequenz aus der Remis-Flut sind auch die nur 120 geholten Punkte.

Nach dem neuen Auswärtsrekord der Vorsaison mit 21 Siegen und 69 Punkten waren auch heuer wieder die Gastteams den Heimmannschaften mehr als ebenbürtig. 15 Siege in der Fremde bedeuten den viertbesten Wert nach dem Vorjahr und den Saisonen 2002/03 und 2001/02 mit 18 bzw. 16 Siegen. Mit 60 Punkten wurden exakt 50% aller Zähler auf fremden Plätzen geholt, das bedeutet nach der Vorsaison und 2002/03 mit 66 Punkten sogar den geteilten dritten Rang mit der Saison 2001/02. Aufgrund der großen Zahl an Unentschieden bedeuten 15 Auswärtsniederlagen einen neuen Positivrekord, 2011/12 wurden 16 Auswärtsspiele verloren.

Neue Torrekorde, dominante Salzburger, rekordverdächtige Innsbrucker

Bewegte sich das erste Viertel der Vorsaison bei den erzielten Treffern im unteren Mittelfeld, sind 2013/14 bis dato eindeutig die Kanoniere am Werk. Unglaubliche 164 Tore in 45 Spielen bedeuten einen Schnitt von 3,64 Toren je Spiel, die bisherige deutliche Bestmarke von 158 Treffern aus der Saison 2009/10 wurde noch einmal überboten. 80 Tore in der Fremde bedeuten weiters eine Pulverisierung der uralten Bestmarke von 60 Treffern aus der Saison 2002/03.

Red Bull Salzburg beendet das erste Saisonviertel zwar als Tabellenführer, 19 Punkte aus neun Spielen sind allerdings der zweitschlechteste Wert des Jahrtausends. Nur die Mozartstädter selbst waren mit 18 Punkten 2011/12 noch schlechter, konnten in dieser Saison aber den Meistertitel feiern. Dafür beendete der Ligakrösus als erst sechstes Team die ersten neun Partien ohne Niederlage, mit dieser Bilanz wurden allerdings nur zwei Mannschaften später auch Meister (Innsbruck 2001/02, Salzburg 2006/07). 25 erzielte Tore sind der zweitbeste Wert nach dem LASK 2009/10 (27 Tore), ein Torverhältnis von +17 ist ebenfalls der zweitbeste Wert nach Innsbrucks Fabelsaison 2001/2002 (+20).

Innsbruck schaffte es als zweites Team, auswärts ohne Niederlage zu bleiben, muss aber auch daheim ohne Sieg auskommen, was gemeinsam mit zehn weiteren Mannschaften das Einstellen dieses Negativrekords bedeutet. Zum zweiten Mal nach 2011/12 schaffen die Tiroler keinen Heimsieg und keine Auswärtsniederlage, einmalig in den 14 analysierten Saisonen. Die Innsbrucker holen auch einen weiteren Rekord an den Inn: noch nie zuvor spielte eine Mannschaft in den ersten neun Partien sechsmal Unentschieden.

Die einzigen Teams ohne Auswärtssieg sind der WAC und die Admira, letztere sogar mit der Negativbilanz von null Punkten in der Fremde und dem drittschlechtesten Torverhältnis von -11. Damit sind die Südstädter das bereits 16. Team mit dieser Auswärtsbilanz nach dem ersten Saisonviertel. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer für die Niederösterreicher: nur fünf dieser Teams stiegen am Ende der Saison auch ab, trotzdem ist, wie bereits gezeigt, das Verbessern der Auswärtsbilanz ein Schlüsselfaktor im Abstiegskampf.

Daheim mau, auswärts hui – weitere Belege

Das Duo Salzburg / Innsbruck ist erst das dritte Tandem nach Austria und Salzburg im Vorjahr und Rapid und Mattersburg 2007, das es geschafft hat, auswärts ohne Niederlage zu bleiben. Ein weiterer Beleg für die derzeitige Auswärtsstärke ist auch, dass erstmals vier Mannschaften mindestens zehn Treffer in der Fremde erzielen konnten (Salzburg 12, Rapid 11, Ried und Wr. Neustadt je 10). Nach dem Rekord der Vorsaison, wo dies erstmals zwei Mannschaften (Austria und Salzburg) gelungen ist, eine weitere Bestmarke. Die Top 3 Auswärtsteams konnten immerhin die fünftmeisten Punkte holen (25), während die drei besten Heimteams so wenige Zähler wie noch nie einfahren konnten (27, bisherige Negativwert 28 aus 2006/07 und 2012/13).

Tendenzen Meister und Absteiger

Sieben Mal, auch die Wiener Austria letzte Saison, wurde der Tabellenführer nach neun Spieltagen auch Meister, sechs Mal nicht – eine klare Tendenz ist hier weiterhin nicht erkennbar. Der durchschnittliche Vorsprung, wenn vorne, betrug knappe drei Punkte, war der spätere Meister nicht auf Platz eins, betrug der Rückstand im Schnitt sogar 5,5 Punkte. Salzburg liegt also derzeit als Tabellenführer im Schnitt, alles andere als ein Triumph der Bullen käme in dieser Saison wohl einer Sensation gleich. Ebenso wenig klar das Bild beim Absteiger: sieben Mal behielt man die rote Laterne, sechs Mal schaffte man doch noch den Klassenerhalt, letztes Jahr sensationell auch noch Innsbruck zulasten von Mattersburg. Der Absteiger hatte im Schnitt fast fünf Punkte Rückstand, wenn auf dem letzten Platz, aber nur etwas über vier Punkte Vorsprung, wenn nicht Letzter. Die Admiraner müssen also noch nicht zu zittern beginnen, statistisch gesehen haben sie noch alle Chancen auf Platz neun oder besser.

Autor: Christian Ditz, abseits.at

Christian Ditz

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