Heute steht das erste Saisonduell zwischen Wacker Innsbruck und Red Bull Salzburg an. Manche bezeichnen diese Begegnung als Westderby, andere können mit dieser Titulierung... Duell der Gegensätze: Wacker Innsbruck empfängt Red Bull Salzburg

wackerinnsbruck_rbsalzburgHeute steht das erste Saisonduell zwischen Wacker Innsbruck und Red Bull Salzburg an. Manche bezeichnen diese Begegnung als Westderby, andere können mit dieser Titulierung nichts anfangen. Auf jeden Fall ist es ein Duell der Gegensätze. Während Wacker notorisch Geldsorgen hat, schwimmt Salzburg bekanntlich im Geld, zumindest für österreichische Verhältnisse.

Dementsprechend sieht auch die Zielsetzung der Vereine aus. Während für Wacker Innsbruck zu allererst der Klassenerhalt als Devise ausgegeben wurde, zählen für Salzburg nur das Double und internationale Erfolge.

Aus den ersten beiden Spielen einer Saison kann man natürlich noch keine klaren Erkenntnisse ziehen. Gewisse Tendenzen lassen sich allerdings durchaus ablesen.

Wacker Innsbruck hat sein Team zum Beispiel wieder etwas verjüngt. So hat Schilling auf der linken Abwehrseite zumindest vorerst Hauser verdrängt. Und auch Kofler behauptet im defensiven Mittelfeld seinen Platz gegen den wiedergenesenen Abraham. Und diese Linie mit jungen Spielern wie etwa auch Vucur oder Hinterseer, geführt von Routiniers wie Safar und Wallner, war in den ersten beiden Saisonduellen von Erfolg gekrönt. Gegen Sturm Graz war man über 90 Minuten die stärkere Mannschaft, musste sich nur mit viel Pech, inklusive Eigentor, mit einem Punkt zufrieden geben.

Gegen die Admira war vor allem die erste Halbzeit ein Stakkato aus Innsbrucker Angriffen. Durch mangelnde Effizienz, alleine Hinterseer hätte gut und gerne drei Tore machen können, gelang allerdings nur ein Tor. Zu allem Überfluss erzielte die Admira aus einem Elfmeter den Ausgleich. Obwohl die Leistung in der zweiten Halbzeit etwas nachließ, schaffte Innsbruck durch ein kurioses Tor von Hauser doch noch den Siegtreffer zum 2:1. Mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen legte Wacker Innsbruck also den besten Saisonstart seit dem Wiederaufstieg 2010/11 hin.

Der Start in die Saison hätte für Red Bull Salzburg nicht besser laufen können. Im ersten Spiel wurde Wiener Neustadt im eigenen Stadion mit 5:1 vom Platz gefegt. Und das, obwohl man den Neustädtern durchaus eine gewisse Heimstärke attestieren kann. Die vielen Punktegewinne zuhause haben ihnen in der letzten Saison praktisch den Klassenerhalt gesichert.

Während in der ersten Runde also ein Abstiegskandidat am Spielplan stand, kam es in der zweiten Runde zum Duell mit dem regierenden Meister Austria Wien. Auch wenn man gegen Hosiner und Co. gewisse Anfälligkeiten in der Abwehr ausmachen konnte, der Sieg fiel letztendlich mit 5:1 deutlich und auch in dieser Höhe verdient aus. Nachdem im ersten Saisonspiel für viele etwas überraschend Jantscher in der Startaufstellung stand, wurde er in den folgenden Spielen von Meilinger, bis vor kurzem noch am Wunschzettel von Austria Wien, ersetzt.

Generell hat Salzburg eine extrem junge Mannschaft. Vor allem an der Innenverteidigung, bestehend aus Hinteregger und Ramalho, der im Sommer von Liefering gekommen ist, wurden im Vorfeld Zweifel geäußert. Allerdings ist diese Personalwahl verletzungsbedingt alternativlos. Die Sorgen werden sich in Wals-Siezenheim aber in Grenzen halten, denn das junge Duo hat sich bewährt. Sowohl in der Liga als auch in der Champions-League-Qualifikation gegen Fenerbahce Istanbul machten sie eine gute Figur. Mit den überragenden Kampl und Mané sowie den torgefährlichen Stürmern Soriano und Alan hat Salzburg in der Offensive ohnehin richtige Waffen. Auch gegen Fenerbahce wäre der Sieg durchaus verdient gewesen, in der letzten Minute kassierte man aber noch den unglücklichen Ausgleich aus einem Handelfmeter.

Die Rollen sind klar verteilt: Auf der einen Seite der Meisterschaftsfavorit aus Salzburg, der durch Kontinuität am Spieler- und Trainersektor wohl die stärkste Mannschaft der Red-Bull-Ära stellt.

Auf der anderen Seite Wacker Innsbruck, das von den meisten Experten als einer der Abstiegskandidaten gesehen wird, auch wenn mit den Leistungen der ersten beiden Spiele ein Mittelfeldplatz möglich sein sollte.

Im Normalfall muss Red Bull Salzburg in ihrer derzeitigen Form dieses Spiel gewinnen. Die Hoffnung von Wacker Innsbruck ist aber ausgerechnet die Champions League. Nicht nur, dass Salzburg am Mittwoch ein kräftezehrendes Spiel zu absolvieren hatte. Ihnen steht am Dienstag das Rückspiel im Hexenkessel von Fenerbahce bevor. Die Spieler und Fans von Wacker werden wohl hoffen, dass die Salzburger schon am Samstag mit den Gedanken im Şükrü-Saracoğlu-Stadion sein werden, und nicht am Innsbrucker Tivoli.

Martin Lanner, abseits.at

Martin Lanner

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