Der ehemalige Wiener Neustadt- und Austria Wien-Kicker Tomáš Šimkovič sagte in einem Interview mit Laola1, dass er der Austria in der aktuellen Situation durchaus... Ein 10er mit Erfahrung: So könnte Šimkovič der Austria helfen

Der ehemalige Wiener Neustadt- und Austria Wien-Kicker Tomáš Šimkovič sagte in einem Interview mit Laola1, dass er der Austria in der aktuellen Situation durchaus weiterhelfen könnte. Diese Aussage brachte ihm in den Austria-Foren ein breites Spektrum an Reaktionen ein. Von „brauchen wir nicht“ über „Sofort holen!“ bis hin zu „Uns kann sowieso keiner mehr helfen“ war eigentlich alles dabei.

Wir von abseits.at haben uns darüber auch ein paar Gedanken darüber gemacht. Im folgenden Bericht versuchen wir euch zu erklären, warum er mit dieser Aussage nicht so falsch liegt und wie er dem Klub aus Favoriten helfen könnte.

Erfahrener Spieler, der sich schnell einlebt

Der eine Punkt, bei dem „Šimko“ vielen anderen Akteuren bei der Austria überlegen ist, ist seine große Erfahrung. Er hat sowohl in Österreich als auch im Ausland schon vieles gesehen und sich auch schon in verschiedensten Situationen bewiesen. Von schönen Momenten wie dem Meistertitel mit der Austria oder dem Cup-Titel in Litauen bis hin zu schwierigen Konstellationen wie dem Klassenerhalt mit Aktobe in Kasachstan. Als er in Aktobe ankam, war der Klub mit sechs Punkten Rückstand abgeschlagen am letzten Platz. Mit seiner Hilfe konnte der Verein die Klasse dann noch souverän halten.

Gerade die Akklimatisierung bei einem neuen Verein war noch nie etwas, was Tomáš Šimkovič besonders schwer fiel. Auch beim lettischen Hauptstadtklub Rigas FS, bei dem er seit Beginn des Jahres spielt, avancierte er schnell zum Topscorer der Liga.

Bei einem Wechsel zur Austria käme dann noch der Umstand dazu, dass er den Verein und den dort herrschenden Leistungsdruck bereits kennt. Dass mit Michael Madl und Alexander Grünwald zwei alte Bekannte von Šimkovič aktuell Schlüsselpositionen im Team bekleiden, würde die Eingewöhnungsphase dann noch zusätzlich verkürzen.

Verbindungsspieler wird aktuell vermisst

Dass es bei den Wienern sportlich momentan nicht so prickelnd läuft, ist kein Geheimnis. Und dass man so eine Talfahrt nicht an einer Position festmachen kann, dürfte auch klar sein. Trotzdem muss man sagen, dass die Zehnerposition in der von Trainer Christian Ilzer bevorzugten Mittelfeldraute aktuell wahrscheinlich die größte Problemzone der Wiener Austria darstellt.

Man hat hier zwar mit Fitz und Prokop zwei Eigenbauspieler im Kader, die großes Potenzial haben. Dieses enorme Potenzial kann aber noch keiner von beiden konstant abrufen. Hier wird also ein Freigeist gesucht, der zwischen Mittelfeld und Angriff pendelt, auch einmal über den Flügel kommen kann, die Stürmer mit Zuspielen aus dem Zwischenlinienbereich versorgt und auch selbst über einen guten Schuss verfügt.

Der 32-jährige Linksfuß könnte durchaus jemand sein, der diesem Anspruch gerecht werden kann. Er hat in seiner langen Karriere schon sämtliche Offensivpositionen bekleidet und gehörte auf eben diesen bei seinen bisherigen Vereinen auch immer zum Stammpersonal. Bei seinen Engagements im Ausland war er auch immer einer der besten Scorer im Klub. Aktuell hat er sogar die meisten Torbeteiligungen der lettischen Liga.

Mehr Freiraum bei der Entwicklung von Nachwuchsspielern

Am meisten könnten wahrscheinlich die oben angesprochenen Jugendspieler von einem Šimkovič-Transfer profitieren. Denn bei anhaltender Erfolglosigkeit geht dann wohl der Faktor der mangelnden Erfahrung wahrscheinlich nicht mehr als Entschuldigung durch. Und für junge Athleten ist es sicher angenehmer, wenn sie sich in einem ruhigeren Umfeld weiterentwickeln können.

Und genau hier kommt Tomáš Šimkovič ins Spiel. Er hat nach mehr als 10 Jahren wohl genug Erfahrung, um auch mit der aktuellen Drucksituation problemlos zurechtzukommen. Er durchlebte auch schon sportlich schwierigere Phasen und würde daher an möglicher Kritik an der Mannschaft oder an seiner Person sicher nicht kaputtgehen.

Im Rücken eines Spielers, der auch als medialer Puffer herhalten kann, hätten die jungen Akteure noch ein oder zwei Jahre Zeit für ihre Entwicklung zum Leistungsträger. Dazu kommt noch, dass ein Spieler, der schon so viel gesehen und erlebt hat wie Šimkovič, einem heranreifenden Spieler sicherlich den ein oder anderen nützlichen Ratschlag geben kann.

Nichts zu verlieren

Eine Garantie ist natürlich nie gegeben, dass ein Spieler bei einem neuen Verein funktioniert. Aber bei einem Transfer wie diesem wäre das Risiko einer absoluten Niete vergleichsweise gering. Šimkovič hat nur noch bis Ende 2020 Vertrag in Riga und wäre deshalb wohl im Winter in einem für die finanziell angeschlagene Wiener Austria vernünftigen Rahmen zu haben. Er wäre also eine der Neuerwerbungen, bei denen man mehr zu gewinnen hat als man verlieren kann.

Kristian Müller