Der 32.Spieltag in der österreichischen Bundesliga steht vor der Tür und damit das Saisonfinale. Am Freitag bestreitet den Auftakt zur Runde die Qualifikationsgruppe, wo... Faktencheck zur 32. Bundesliga-Runde 2021/22 (1): Wer steigt ab?

Der 32.Spieltag in der österreichischen Bundesliga steht vor der Tür und damit das Saisonfinale. Am Freitag bestreitet den Auftakt zur Runde die Qualifikationsgruppe, wo mit Hartberg, Admira, Ried und Altach gleich vier Teams um den Klassenerhalt kämpfen. Am Samstag geht es dann mit der Meistergruppe weiter, wo sich die Wiener Austria, Rapid und der WAC um den dritten Platz duellieren.

Die Ausgangslage im Kampf gegen den Abstieg bzw. um den zweiten Platz im Europacup-Play-off vor der letzten Runde:

  • Altach ist mit einem Heimsieg gerettet, da sich Hartberg und Ried im direkten Duell Punkte wegnehmen.
  • die Admira ist bei einem Sieg weiter im Oberhaus. Bei einem Remis beim LASK sind die Südstädter durch, sollte Altach kein Erfolg gelingen bzw. es zwischen Hartberg und Ried einen Sieger geben.
  • Ried ist mit einem Punktgewinn in Hartberg gerettet, bei einer Niederlage der SVR könnten auch die Admira (mit Unentschieden) und Altach (mit Sieg) am Cupfinalisten vorbeiziehen
  • Hartberg ist mit einem Heimsieg durch, bei einem Remis müssen die Oststeirer darf hoffen, dass die Admira und Altach nicht siegen
  • Beenden Ried, Hartberg, Admira und Altach die Saison punktegleich, würden die Innviertler und die Vorarlberger aufgrund der Abrundung nach der Punkteteilung vor den beiden Konkurrenten gereiht. Damit gibt es keine Mini-Tabelle von vier Clubs, sondern es zählen jeweils die direkten Duelle. Altach hätte gegen Ried die Nase aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore voran. Hartberg hätte gegen die Admira aufgrund der besseren Tordifferenz im direkten Duell den Vorteil. Altach wäre bei Punktegleichstand somit Neunter, die Admira abgestiegen.
  • der LASK steht mit einem Heimsieg über die Admira im Play-off. Spielen die Linzer nur remis, wären sie bei einem Erfolg von Ried nur Dritter. Die Innviertler haben das direkte Duell mit dem Lokalrivalen für sich entschieden.
  • die Admira könnte ebenfalls noch Rang zwei erobern. Gewinnt das Herzog-Team beim LASK und ergibt sich zwischen Hartberg und Ried ein Unentschieden, stehen die Südstädter im Play-off
  • Hartberg wittert ebenfalls noch seine Chance. Die Steirer sind mit einem Heimsieg im Play-off, wenn der LASK gegen die Admira verliert.

SCR Altach – WSG Tirol

Freitag 19:00, Cashpoint Arena, Schiedsrichter: Christopher Jäger

Der fast schon als abgestiegen deklarierte SCR Altach kann seit dem letzten Wochenende wieder Hoffnung schöpfen. Die Vorarlberger konnten ihr erstes Endspiel nämlich gegen die Admira klar und deutlich mit 3:0 für sich entscheiden und damit bis auf zwei Zähler auf das rettende Ufer heranrücken. Nun haben die Altacher eine einfache Konstellation für das Saisonfinale – gewinnt man, spielt man auch in der nächsten Saison in der höchsten Spielklasse. Dabei kommt den Vorarlbergern auch entgegen, dass der Gegner WSG Tirol einige Schlüsselspieler schonen wird, da für die Wattener in wenigen Tagen das Playoff für den Europacup bevorsteht. Daher ist man im Ländle auch optimistisch, den Sprung ans rettende Ufer tatsächlich zu schaffen.

Die WSG Tirol ist dagegen in der glücklichen Lage, als einziges Team in der Qualifikationsgruppe das Saisonfinale in einer entspannten Haltung in Angriff zu nehmen. Bereits am vergangenen Spieltag konnte man mit dem 4:2 Erfolg über Hartberg den Gewinn der Qualifikationsgruppe fixieren und steht damit im Halbfinale des Europacup-Playoffs. Da dieses bereits am kommenden Montag stattfinden wird, werden die Tiroler dementsprechend auch ihre Kräfte schonen und den Fokus auf dieses Spiel richten. Trainer Silberberger kündigte dennoch an, eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen zu wollen, die nicht leicht zu besiegen sein wird.

– Der SCR Altach gewann das Hinspiel in der Qualifikationsgruppe gegen die WSG Tirol mit 3:0 und holte damit den ersten Sieg in der Bundesliga gegen die Tiroler seit Juni 2020. In Heimspielen sind die Vorarlberger gegen die WSG seit drei BL-Spielen sieglos und gewannen nur das erste Heimspiel im August 2019.

– Die WSG Tirol gewann in der Bundesliga die letzten zwei Auswärtsspiele in Altach und kassierte dabei kein Gegentor. Nur gegen den TSV Egger Glas Hartberg gelangen den Tirolern sowohl zwei Auswärtssiege als auch zwei Auswärtsspiele ohne Gegentor in Folge.

– Der SCR Altach feierte am 31. Spieltag den dritten Sieg seit der Ligateilung, das sind ebenso viele volle Erfolge wie im gesamten Grunddurchgang dieser Saison der Bundesliga. Allerdings wurden alle drei Siege auswärts geholt.

– Die WSG Tirol gewann in der Bundesliga fünf der letzten sieben Spiele (1U 1N) – das sind ebenso viele volle Erfolge wie in den ersten 24 Saisonspielen zusammen (9U 10N). Die WSG feierte 10 Saisonsiege – ebenso viele wie in der gesamten Vorsaison, nie mehr.

– Der SCR Altach traf gegen den FC Admira in der Nachspielzeit und erzielte damit in dieser Saison der Bundesliga vier Tore in der Nachspielzeit – seit dem Wiederaufstieg nur 2016/17 auch so viele in einer Bundesliga-Saison (ebenfalls 4).

Letztes Duell:
WSG 0:3 Altach
Direkter Vergleich seit 74/75
Spiele insgesamt: 9 (4 Siege Altach, 2 Remis, 3 Siege Altach)
Verletzt/Angeschlagen: Meilinger, Riegler, Krizman, Bischof / Smith, Anselm, Tomic, Awoudja
Gesperrt: Niemand
 

TSV Hartberg – SV Ried

Freitag 19:00, Profertil Arena, Schiedsrichter: Walter Altmann 

Für den TSV Hartberg wird die Luft wieder etwas dünner, nachdem man zwischenzeitlich schon dem Klassenerhalt zum Greifen nahe war. Zuletzt konnte man ja sieben Zähler aus drei Spielen einfahren und sich einen Abstand nach unten aufbauen, ehe man nun gegen die WSG mit 2:4 verlor und nur noch zwei Zähler hinter dem Abstiegsplatz liegt. Zwar hat man nach wie vor alles in der eigenen Hand und kann mit einem Sieg den Klassenerhalt fixieren, müsste aber ansonsten auf die Parallelspiele blicken und hoffen, dass Altach und die Admira nicht vorbeiziehen. Daher ist Spannung garantiert und für beide Teams steht hier einiges auf dem Spiel.

Auch die SV Ried hätte sich lieber gewünscht, sich nicht in dieser Situation wiederzufinden und am letzten Spieltag zittern zu müssen. Man verabsäumte es im Derby gegen den LASK beim 1:1, die drei Punkte einzufahren und muss nun wieder bangen. Das positive ist wohl, dass man von den vier Teams die besten Karten hat und bereits mit einem Unentschieden den Klassenerhalt fixiert hätte. Mit einem Sieg hätte man sogar noch die Chance auf den Europacup, sofern der LASK nicht gewinnt, was die Absurdität dieser heurigen Qualifikationsgruppe treffend beschreibt.

– Die SV Ried ist gegen den TSV Hartberg in der Bundesliga ungeschlagen (3S 4U). Nur gegen den SC Austria Lustenau absolvierten die Innviertler mehr BL-Spiele ohne eine einzige Niederlage (12). Bei mindestens fünf BL-Duellen ist Hartberg sonst nur gegen den FC Red Bull Salzburg sieglos (1U 9N).

– Die SV Ried blieb 2020/21 in der Bundesliga gegen den TSV Hartberg ungeschlagen, das gelang den Innviertler davor bei vier Saisonduellen zuletzt 2014/15 gegen den SC Wiener Neustadt. Zwei ungeschlagene BL-Saisonen in Folge gab es für Ried zuletzt ebenfalls gegen Wiener Neustadt (5 von 2010/11 bis 2014/15).

– Alle drei Duelle in der Bundesliga zwischen TSV Hartberg und der SV Ried in der Steiermark endeten jeweils mit einem 1-1-Unentschieden. Ried ist in der Bundesliga auswärts bei mehr als zwei Duellen sonst nur beim SK Rapid Wien sieglos und nur beim SC Austria Lustenau ungeschlagen.

– Die SV Ried erzielte 39 Tore – so viele waren es für die Innviertler in einer Saison der Bundesliga zuletzt 2014/15 (damals 49).

– Klaus Schmidt trat als Trainer in der Bundesliga zu drei Spielen gegen die SV Ried an, seine Teams blieben jeweils torlos (0:3 mit dem SK Austria Kärnten 2008 sowie 0:0 mit der Admira 2021 und 0:0 mit Hartberg).

Letztes Duell:
Hartberg 0:0 Ried
Direkter Vergleich seit 74/75:
Spiele insgesamt: 7 (4 Remis, 3 Siege Ried)
Verletzt/Angeschlagen: Sonnleitner, Kröpfl / Niemand
Gesperrt: Niemand

LASK – FC Admira Wacker

Freitag 19:00, Raiffeisen Arena, Schiedsrichter: Harald Lechner

Der LASK muss überraschenderweise noch um das Playoff für den Europacup zittern und hat diesen Platz noch nicht in der Tasche. Den Gewinn der Qualifikationsgruppe verpasste man ja bekanntlich bereits, nachdem man zuletzt sowohl gegen Hartberg, als auch im Derby gegen Ried nicht über ein Unentschieden hinauskam. Nun muss man auch aufpassen, nicht das Playoff zu verpassen, weshalb man gegen die Admira danach trachten muss, drei Punkte zu holen. Erst dann hätte man Gewissheit, dass man am kommenden Montag gegen die WSG antreten darf und um die letzte Chance kämpft, den Europacup doch noch zu erreichen.

Die Admira befindet sich nahezu plötzlich in einer sehr schwierigen Situation und hat für viele Experten die schlechtesten Karten im Abstiegskampf. Zwar hat man noch zwei Zähler Vorsprung, allerdings das direkte Duell gegen Altach verloren und muss man nun gegen den LASK ran, für den es ebenfalls um viel geht und der in dieser Saison bislang gegen die Südstädter sieben Punkte holte. Das macht die Ausgangslage so kompliziert für das Team von Trainer Andi Herzog und man wird wohl zumindest einen Punktegewinn in Pasching brauchen, um die Chancen für einen Ligaverbleib zu erhöhen.

– Der LASK ist gegen den FC Admira seit 11 Spielen in der Bundesliga ungeschlagen, verlor aber im letzten Duell erstmals nach 10 Siegen wieder Punkte. Die Linzer Athletiker sind momentan gegen kein anderes aktuelles Bundesliga-Team so lange ungeschlagen.

– Der LASK traf in der Bundesliga in den vergangenen 26 Spielen gegen den FC Admira immer (55 Tore insgesamt) – Klubrekord. Für die Admira ist es momentan die längste Gegentor-Serie.

– Der LASK gewann seit dem Wiederaufstieg in der Bundesliga jedes der sechs Heimspiele gegen den FC Admira. So viele Heimsiege in Folge gelangen den Linzer Athletikern in der Drei-Punkte-Ära sonst nur gegen den SC Austria Lustenau.

– Dietmar Kühbauer führte den FC Admira 2011 in die Bundesliga und betreute die Niederösterreicher in 72 Bundesliga-Spielen. Seinen Schnitt von 1,3 Punkten pro Spiel überbot seither nur Ernst Baumeister (1,4). 2011/12 beendete Kühbauer die Saison mit der Admira auf Platz 3 – die beste Endplatzierung der Niederösterreicher in der Drei-Punkte-Ära.

– Admira-Trainer Andreas Herzog kassierte gegen den LASK sieben Gegentore – sein Höchstwert als Trainer in der Bundesliga. Als Spieler blieb er gegen die Linzer Athletiker ungeschlagen (2S 1U) – wie sonst nur gegen den SC Eisenstadt, VfB Mödling und den Wiener Sport-Club.

Letztes Duell:
Admira 1:1 LASK
Direkter Vergleich seit 74/75:
Spiele insgesamt: 87 (35 Siege LASK, 24 Remis, 28 Siege Admira)
Verletzt/Angeschlagen: Letard, Raguz, Twardzik, Wiesinger / Kerschbaum, Ristanic
Gesperrt: Niemand / Vorsager

Dalibor Babic