Die Austria entschied das Derby am Sonntagabend mit 1:0 für sich. Wir haben die eingesetzten Spieler des heißen Duells der Lokalrivalen bewertet. Notenschlüssel:... Spielerbewertungen: Ein Derby für die Torhüter

 

Die Austria entschied das Derby am Sonntagabend mit 1:0 für sich. Wir haben die eingesetzten Spieler des heißen Duells der Lokalrivalen bewertet.

Notenschlüssel:
1= sehr schwach
10 = sehr stark
0 = zu kurz eingesetzt

SK Rapid

Richard Strebinger 9

Der Rapid-Keeper bewahrte die Hütteldorfer mehrfach vor einem höheren Rückstand und bestätigte seine Top-Form. Wie schon in den Spielen zuvor war er eine Lebensversicherung für Rapid und hielt seine Mannschaft dauerhaft im Spiel. Am Gegentreffer ist er schuldlos, zumal er den Ball sehr spät zu sehen schien. Hätte der Rapid-Keeper freie Sicht gehabt, wäre der Ball vielleicht sogar haltbar gewesen.

Marvin Potzmann 6

Einer der solideren Rapid-Spieler, gut am Ball und kämpferisch in Ordnung. Auch sein Offensivdrang war durchaus ansehnlich und er hatte durchschnittlich eine klar höhere Feldposition als Müldür auf der Gegenseite.

Mateo Barac 5

Erneut war der Kroate phasenweise ein Unsicherheitsfaktor im Spiel Rapids. Zwar konnte er sich im Laufe der Partie etwas steigern, aber er hatte nicht nur Schwierigkeiten bei Ballbesitz, sondern ganz speziell in seinem viel zu zögerlichen Aufbauspiel. Problematisch gestaltete sich auch das eine oder andere Eins-gegen-Eins-Duell. Einzig die Lufthoheit verteidigte er ohne Wenn und Aber, wobei er zumeist nicht einmal in Duelle gehen musste, sondern einfach gut antizipierte. Insgesamt war es für einen potentiellen Abwehrchef dennoch wieder zu wenig und im Aufbauspiel kein Vergleich zu seinem Vorgänger Galvao.

Mario Sonnleitner 5

Am Ball etwas solider als Barac, aber auch mit kleineren Unsicherheiten. Das Tempo früherer Tage ist bekanntlich nicht mehr vorhanden und so hatte er mit dem unangenehmen Edomwonyi mehrfach Probleme. Im Laufe der Partie steigerte er sich jedoch im Aufbauspiel.

Mert Müldür 4

Der türkische Nachwuchsteamspieler legte zwar eine beherzte Leistung hin und konnte mit einigen sehr schönen Ballgewinnen überzeugen, allerdings war er einmal mehr völlig falsch eingesetzt. Egal, wie man es dreht und wendet, Müldür ist kein Außenverteidiger und das wurde bereits in seiner Spielhöhe ersichtlich. Hätte mehrfach die Möglichkeit gehabt bei eigenem Spielaufbau unbedrängt nach vorne zu schieben, blieb aber immer wieder tief und sorgte mit dieser taktischen Fehlleistung dafür, dass auch Venuto dauerhaft sehr offensiv bleiben konnte.

Stefan Schwab 5

Ging nicht so stark vorne weg, wie man es von einem Kapitän erwarten muss. Zwar konnte der 27-Jährige einige Bälle gewinnen und gut verlagern, sowie zahlreiche Zweikämpfe gewinnen, allerdings war sein Passspiel über weite Strecken viel zu unpräzise bzw. so, dass die Abnehmer die Bälle nur schwer weiterverarbeiten konnten. Im Unterschied zu vielen anderen Schlüsselspielen war Schwab zudem diesmal kaum torgefährlich.

Dejan Ljubicic 3

Erneut eine schwache Partie des 20-Jährigen, der seine Top-Leistungen aus dem vergangenen Herbst hiermit weiterhin nicht bestätigen kann. Ljubicic verlor zahlreiche Zweikämpfe und zeigte sich im Spiel nach vorne espritlos. Ein einziges Mal versuchte er selbst zum Abschluss zu kommen, Key Passes waren unterm Strich nicht vorhanden. Er muss sich deutlich steigern, nicht nur wegen des schwachen Derbys, sondern im Allgemeinen.

Andrei Ivan 4

Der Rumäne begann gut und hatte schon zu Beginn die eine oder andere gute Aktion. Eine seiner beiden Top-Chancen muss er allerdings verwerten. Mit Fortdauer des Spiels kam ihm aber der Spielwitz abhanden und in seinen Chancen in aussichtsreiche Eins-gegen-Eins-Duelle zu kommen, fehlte ihm der Nachdruck.

Christoph Knasmüllner 3

Der wohl beste Techniker Rapids tauchte in seinem ersten Derby völlig ab. Nachdem er bereits in den ersten Minuten der Partie einen Sitzer ausließ, ließ er sich nach und nach demoralisieren und nahm die Zweikämpfe nicht mehr an. Der 26-Jährige spielte von allen Rapid-Kickern die lascheste Partie und brachte schlichtweg nicht das Rüstzeug für ein derart hitziges Derby mit. Man kann nicht alles immer nur spielerisch lösen.

Thomas Murg 6

Obwohl es bei weitem nicht seine beste Partie im Rapid-Dress war, war Murg wohl der beste grün-weiße Feldspieler. Häufig wirkte es nicht so, weil er sehr viel ausprobierte und deshalb auch eine höhere Fehlerquote hatte als andere, aber von Murg ging die meiste Gefahr aus. Teilweise hatte er Pech im Abschluss, teilweise war er nicht so zielgerichtet wie in früheren Derbies. Vor allem ist aber sein Spiel gegen den Ball ausbaubar, was aber auch mit den großen Abständen bei Rapid und dem praktisch nicht vorhandenen Pressingkonzept zu tun hat.

Deni Alar 5

Einerseits hatte Alar am Ball einige gute Aktionen, wie etwa zwei Idealassists für Ivan, die zu hundertprozentigen Torchancen führten, andererseits muss der Rapid-Stürmer einfach treffen. Alar vergab seine beiden Torchancen, wobei zumindest eine bei einem Stürmer seiner Qualität drin sein muss. Ansonsten tat er sich, wie gewohnt, schwer, verlor die meisten seiner Zweikämpfe und spielt im (im Grunde zufälligen) Pressing Rapids keine wirkliche Rolle.

Stephan Auer 5

Spielte nach seiner Einwechslung eine solidere Partie als zuvor Müldür, steht aber natürlich auch für ganz andere Tugenden. Viele Beobachter waren etwas überrascht, dass Djuricin nicht gleich auf Auer setzte, um den flinken Venuto in Schach zu halten.

Andrija Pavlovic, Veton Berisha 0

Zu kurz eingesetzt.

 

FK Austria Wien

Patrick Pentz 9

Der U21-Nationaltorhüter bewies mal wieder sein Potenzial auf großer Bühne und bewahrte seine Mannschaft vor allem im ersten Durchgang mit einigen Paraden vor einem Rückstand, wobei er bei diesen sechs abgewehrten Torschüssen einige Hochkaräter des Gegners vereitelte und somit seinen Kasten sauber hielt.

Florian Klein 7

Der routinierte Rechtsverteidiger zeigte in diesem Spiel seine Qualitäten und ging äußerst aggressiv zur Sache, wobei er vor allem in der Defensive seinen Mann stand und richtig starke Werte verbuchen konnte, wie etwa 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, vier abgefangene Bälle, drei erfolgreiche Tacklings und zwei abgeblockte Schüsse, wobei er speziell in der zweiten Halbzeit einen Berisha-Schuss in höchster Not ganz stark klärte und damit eine große Chance vereitelte.

Michael Madl 4

Der Routinier in der Innenverteidigung erwischte nicht den allerbesten Tag und konnte seine starken Leistungen in den letzen Runden nicht prologieren, wobei er natürlich auch gute Szenen verbuchen  und einige brenzlige Situationen klären konnte. Dennoch waren auch einige schwache Aktionen dabei und auch seine statistischen Werte sind ungewohnt schwach, wie etwa eine Zweikampfquote von nur 37 Prozent oder auch nur je zwei klärende Aktionen und abgefangene Bälle.

Christian Schoissengeyr 7

Der großgewachsene Innenverteidiger bleibt auch weiterhin eine der positiven Überraschungen bei den Veilchen, denn wie in den Wochen zuvor agierte er wie der Fels in der Brandung, konnte die beste Zweikampfquote auf dem Feld verbuchen (80 Prozent) und war vor allem in der Luft eine Macht, wo er speziell in den Schlussminuten quasi jeden langen Ball des Gegners aufsog und aus dem Gefahrenbereich beförderte. Abgesehen davon verbuchte er auch noch vier klärende Aktionen,  zwei abgefangene Bälle und je ein erfolgreiches Tackling und einen abgeblockten Schuss.

Igor 6

Die Leihgabe der Salzburger und nomineller Innenverteidiger kam etwas überraschend auf der ungewohnten Position des linken Außenverteidigers zum Einsatz, da Stammspieler Cuevas ausfiel, allerdings machte er seine Sache über weite Strecken der Partie sehr ordentlich und gab der Abwehr zusätzliche Stabilität – und das obwohl er einen blendend aufgelegten Murg als Gegenspieler hatte, wobei er auch einige Duelle für sich entscheiden konnte. Statistisch konnte er auch gute Werte verbuchen, wie etwa vier klärende Aktionen, zwei abgefangene Bälle und ein erfolgreiches Tackling. Auch im Spielaufbau war er gut involviert und verbuchte die zweitbeste Passquote auf Seiten der Austria.

Thomas Ebner 7

Der Sechser der Austria war vor allem gegen den Ball wie gewohnt äußerst präsent und  konnte da dank seiner engagierten Laufarbeit viele Löcher stopfen, wobei er auch im direkten Zweikampf griffig war und dadurch knapp 56 Prozent seiner Duelle gewann und darüber hinaus auch noch drei erfolgreiche Tacklings und je einen abgefangenen Ball und eine klärende Aktion sammelte, weshalb er mit seinem Partner im Zentrum einen wichtigen Beitrag zum Sieg beisteuerte. Auch im Ballbesitz agierte er diesmal ruhiger und leistete sich weniger Fehler, als noch in den letzen Spielen.

Uros Matic 8

In diesem Spiel bekamen die Fans der Austria wohl zum ersten Mal wirklich jenen Matic zu sehen, den sie sich bei der Bekanntgabe der Verpflichtung erhofft hatten. Der Serbe war nämlich die dominante Figur im Zentrum, sei es im Spiel gegen den Ball, wo er im Gegenpressing ungemein viele Bälle zurückgewinnen konnte und daher auch eine starke Zweikampfquote von 73 Prozent verbuchte, darüber hinaus auch noch vier erfolgreiche Tacklings und zwei abgefangene Bälle, oder auch im Ballbesitz, wo er die Bälle mit viel Übersicht verteilte und meist die richtigen Lösungen fand. Einziger Wermutstropfen aus seiner Sicht war der schwere Ballverlust im ersten Durchgang, der glücklicherweise nicht bestraft wurde.

Alexander Grünwald 8

Der Kapitän der Austria ging wie es für einen Mannschaftsführer sein sollte mit viel Leidenschaft und Laufarbeit mit gutem Beispiel voran und war vor allem im Übergang ins Angriffsdrittel die entscheidende Durchgangsstationen, um Torgefahr einzuleiten oder selbst auszustrahlen. Daher spielte er nicht nur die meisten Pässe der Veilchen in der gegnerischen Hälfte (30), sondern auch noch drei Key-Pässe und darüber hinaus gab er auch selbst vier Schüsse auf den gegnerischen Kasten ab und sorgte mit seinem gefühlvollen Schlenzer für das Goldtor in diesem Spiel, womit die Nummer 10 mal wieder seine Wichtigkeit im Spiel der Austria unterstrich und erneut der spielentscheidende Mann war.

Kevin Friesenbichler 7

Nicht nur, dass seine Aufstellung bereits eine Überraschung war, auch seine Position als rechter Flügelspieler sorgte für Überraschung, was sich im Nachhinein betrachtet allerdings als guter Kniff herausstellen sollte. Vor allem im Spiel gegen den Ball ging er äußerst aggressiv zu Werke und verrichtete gegen die starke linke Seite der Rapidler viel Laufarbeit, weshalb er auch die meisten Zweikämpfe auf dem Feld führte (17) und dabei eine ausgeglichene Bilanz aufwies, allerdings sind seine vier erfolgreichen Tacklings noch imposanter und sprechen für seine kämpferische Leistung. Auch im Spiel mit dem Ball konnte er speziell im ersten Durchgang einige gute Situationen kreieren und zeigte auch da seine fußballerischen Qualitäten, wobei sich hier und da auch leichte Ballverluste in sein Spiel einschlichen. Dennoch alles in allem ein guter Auftritt des Stürmers auf einer ungewohnten Position.

Bright Edomwonyi 5

Der Nigerianer war wie gewohnt äußerst engagiert und warf sich in viele Bälle hinein, wobei er vor allem mit seiner physischen Präsenz und seinen Qualitäten als Wandspieler ein wichtiger Baustein im Offensivspiel der Austria war, wo er viele Bälle festmachen konnte und seinen Mitspielern damit ein Nachrücken überhaupt erst ermöglichte. Einzig an seiner Entscheidungsfindung und Genauigkeit muss er noch arbeiten, denn er kam auf einige gefährliche Situationen, die er jedoch zu oft ungenutzt ließ und in denen er zu schlampig agierte.

Lucas Venuto 5

Der Brasilianer bekam im Derby zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an das Vertrauen geschenkt und rutschte in die Startelf, allerdings konnte er dieses Vertrauen vor allem im ersten Durchgang überhaupt nicht rechtfertigen, denn er ließ zahlreiche gefährliche Situationen leichtfertig liegen und konnte sich kaum einmal durchsetzen, weshalb er fortlaufend hängen blieb und viele Ballverluste erlitt (7), daher auch ein heißer Kandidat für eine Auswechslung zur Pause war. Er durfte dennoch zum zweiten Durchgang zurückkehren und steigerte sich merklich, verbuchte dann die meisten erfolgreichen Dribblings (3), kam auf die beste Passquote auf dem Feld (86 Prozent) und hätte mit einem guten Schuss beinahe einen Torerfolg verbuchen können. Daher konnte er zumindest dank seiner guten Leistung in der zweiten Hälfte seine Aufstellung doch nochmal rechtfertigen.

Vesel Demaku, Ewandro, Christoph Monschein 0

Zu kurz eingesetzt.

Daniel Mandl (SK Rapid) und Dalibor Babic (Austria Wien), abseits.at

Dalibor Babic