In dieser Serie sollen jede Runde parallel zu den üblichen Spielanalysen ein paar Tore hinsichtlich der Entstehung, individueller Fehler oder  taktischer Feinheiten genau untersucht... Toranalyse zur 14. Runde der tipp3-Bundesliga | Sukuta-Pasu, Soriano, Hosiner

In dieser Serie sollen jede Runde parallel zu den üblichen Spielanalysen ein paar Tore hinsichtlich der Entstehung, individueller Fehler oder  taktischer Feinheiten genau untersucht und analysiert werden. In der Toranalyse zur 14. Runde nimmt abseits.at die Treffer von Richard Sukuta-Pasu (Sturm Graz), Jonathan Soriano (Red Bull Salzburg) und Philipp Hosiner (Austria Wien) unter die Lupe.

FC Red Bull Salzburg – FC Admira Wacker Mödling 3:0, Jonathan Soriano (74. Minute)

Admira Wacker hatte gegen Red Bull Salzburg keine Chance und musste sich 0:5 geschlagen geben. Zweifacher Torschütze für den amtierenden Doublesieger war Jonathan Soriano, der damit bereits bei elf Saisontoren hält. Während er den ersten Treffer nach einer sehenswerten Einzelaktion erzielte, schloss er beim zweiten eine schnelle Kurzpasskombination ab. Den Ursprung dieser Kombination sieht man im folgenden Bild.

 

Salzburg setzt die Admira schon früh im Spielaufbau unter Druck, hält das Gleichwicht in Ballnähe (farbige Punkte entsprechen der Zuordnung). Den Ballgewinn erzwingen sie durch das Attackieren von Kevin Kampl, der seinen Gegenspieler zu einem überhasteten Pass zwingt (blau) und dem anschließenden gewonnenen Zweikampf von Valon Berisha gegen Lukas Thürauer (gelb).

 

Nach dem Ballgewinn sprintet Berisha sofort in den Rücken der Abwehr (weiß), wo er den Ball empfängt. Kritik muss hier an Richard Windbichler und der übrigen Admira-Abwehr geübt werden. Der Kapitän hält einen zu großen Abstand zu Soriano ein, kann so weder den Pass auf Berisha verhindern noch den Norweger bei der Ballannahme stören. Generell stehen beide Innenverteidiger sehr tief und weit von ihren ursprünglichen Gegenspielern weg, wie das folgende Bild zeigt.

In weiterer Folge ist der Angriff der Bullen nur noch schwer zu verteidigen.

Windbichler und Andreas Schrott neigen dazu – wie in derart hohem Tempo üblich – sich in Richtung Ball zu bewegen bzw. versuchen dem Ballführenden den Weg zum Tor abzuschneiden (schwarz). Erschwerend hinzukommt, dass Teigl ebenfalls diesen Weg einschlägt (weiß) und im Rückraum dadurch zwei Salzburger freistehen. Berishas Hereingabe kann Soriano (gelb) schließlich akrobatisch verwerten.

FK Austria Wien – SV Ried 1:0, Philipp Hosiner (11. Minute)

Nachdem Salzburg mit einem Kantersieg am Samstag vorlegte, musste Austria Wien am Sonntag nachziehen. Die Veilchen ließen der SV Ried keine Chance und bezwangen die Innviertler mit 6:1. Philipp Hosiner traf erneut dreimal und eröffnete in der elften Minute den Torreigen. Den Assists lieferte Innenverteidiger Kaja Rogulj.

In diesem Bild erkennt man, dass die Austria im Spielaufbau keinen großen Druck spürte, da nur Hammerer in unmittelbarer Ballnähe ist. Rogulj erkennt hinter der ersten Linie der Rieder ein Loch, in welches er mit dem Ball vordringt. Ein derartig vertikales und modernes Verhalten ist für Innenverteidiger der österreichischen Bundesliga durchaus unüblich. In der Mitte (gelb) sieht man Dare Vrsic, der der zweite wichtige Spieler in der Torentstehung war.

Der Slowene ersetzte Tomas Simkovic im zentralen Mittelfeld und fügte sich in die Mannschaft perfekt ein. Eine elementare Aufgabe des Achters bzw. Zehners ist es, die Räume zwischen den Linien zu bespielen. Dort hat er entweder Zeit um den Ball anzunehmen oder lockt Gegenspieler aus ihrer Position, in diesem Fall tritt letzteres ein. Thomas Reifeltshammer (weiß), der Vrsic an der Ballannahme hindern will, und Hosiner (rot) führen gegenläufige Bewegungen durch, weswegen der Austrianer in der Folge alleine aufs Tor zu dribbeln kann. Entscheidend ist, dass Vrsic den Ball nicht berührt und damit Hosiner keine Abseitsstellung einnimmt.

SK Sturm Graz – SK Rapid Wien 1:0, Richard Sukuta-Pasu (38. Minute)

Während das Spitzenduo überzeugende Siege feierte musste Verfolger Rapid Wien beim SK Sturm Graz Federn lassen und verlor 1:2. Im bisherigen Saisonverlauf entscheidet in Spielen mit Rapid-Beteiligung meistens das erste Tor, denn die Grün-Weißen konnten bisher keine einzige Partie drehen. In der UPC-Arena war es Richard Sukuta-Pasu, der für sein Team die Weichen auf Sieg stellte.

Ausgangspunkt des 1:0 war ein Einwurf von Christian Klem, bei dem die defensive Zuordnung klar gegeben ist. Die Mitte ist – anders als im Derby – zugestellt (blau), Christopher Trimmel orientiert sich am unteren Bildrand an Florian Kainz, womit es nur ein logisches Szenario gibt: ein Einwurf auf Manuel Weber (gelb, gegen Michael Schimpelsberger), der zu Klem zurückprallen lässt. Stefan Kulovits, der keinen direkten Gegenspieler hat, hat die Aufgabe nach dem Einwurf sofort zum Ball hin zu verschieben und den Raum zu verengen.

Dies macht er im ersten Moment auch, doch dann lässt er sich von einer simplen Körpertäuschung ablenken und kommt nicht mehr in den Zweikampf gegen Klem, der flanken kann. In der Mitte hat Sukuta-Pasu einen Startvorteil gegenüber Thomas Schrammel, der gegen den dynamischen Grazer im Kopfball das Nachsehen hat.

Bildquelle: http://www.laola1.tv/

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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