Wenige Wochen vor dem Start in die Frühjahrssaison der tipp3-Bundesliga nimmt abseits.at die zehn Vereine genauer unter die Lupe. Nach den Spielerbewertungen und den... Toranalyse zur Herbstsaison der tipp3-Bundesliga | FK Austria Wien

Philipp Hosiner (FK Austria Wien)Wenige Wochen vor dem Start in die Frühjahrssaison der tipp3-Bundesliga nimmt abseits.at die zehn Vereine genauer unter die Lupe. Nach den Spielerbewertungen und den Verbesserungstipps, werden in diesem Teil einige Besonderheiten und taktische Highlights im Hinblick auf die erzielten Tore betrachtet. In diesem Artikel betrachten wir den FK Austria Wien. Die Favoritner spielten eine hervorragende Herbstsaison und führen mit sieben Punkten vollkommen verdient die Tabelle an.

8. Runde: SV Mattersburg – FK Austria Wien 1:1, Philipp Hosiner

Der herausragende Akteur bei den Veilchen und der gesamten Liga war Philipp Hosiner, weshalb sich dieser Artikel ausschließlich mit Toren des Burgenländers beschäftigt. Den ersten seiner 16 Bundesligatore für die Austria erzielte der 23-Jährige gegen den SV Mattersburg. Es demonstriert zum einen Hosiners direkte Spielweise und zum anderen, dass er bei der Austria stark von der Vorarbeit seiner Mitspieler profitiert, denn wie so oft musste er aus kurzer Distanz nur einschieben.

Der SV Mattersburg verteidigt in dieser Szene im Großen und Ganzen sehr gut. Der ballführende Wiener, hier Tomas Simkovic (weiß), wird schon früh stark unter Druck gesetzt. Dank einer technischen Klasse kann sich Simkovic aber lösen und bringt den Angriff ins Rollen. Da die Mattersburger ihr Mittelfeld nicht entsprechend gut absichern kann er zunächst ein paar Meter unbedrängt mit dem Ball am Fuß zurücklegen. Der entscheidende Moment ist im nächsten Bild dargestellt.

Der SVM steht sehr kompakt und bringt Simkovic an den Rand eines Ballverlusts. Der einzige Ausweg ist ein hoher Ball über den grünen Block. Dort stehen aber Alexander Gorgon (blau) und Philipp Hosiner (gelb) im Abseits. Ihre hohe Stellung sorgt allerdings dafür, dass zwei Mattersburger nicht konsequent die letzte Linie halten und dadurch Tomas Jun (schwarz) nicht im Abseits steht. Wie man im ersten Bild sieht, dass der Tscheche vom Flügel aus startete und sich mit einem Horizontallauf in der Folge von seinem Gegenspieler löste. In der Mitte ergibt sich dadurch eine Überzahlsituation zugunsten der Wiener Austria. Der Rest ist für Jun und Hosiner eine einfache Übung.

14. Runde: FK Austria Wien – SV Josko Ried 1:0, Philipp Hosiner

Am 14. Spieltag ließen die Veilchen der SV Ried keine Chance und bezwangen die Innviertler mit 6:1. Philipp Hosiner traf dabei dreimal und eröffnete in der elften Minute den Torreigen. Den Assists lieferte Innenverteidiger Kaja Rogulj.

In diesem Bild erkennt man, dass die Austria im Spielaufbau keinen großen Druck spürte, da nur Hammerer in unmittelbarer Ballnähe ist. Rogulj erkennt hinter der ersten Linie der Rieder ein Loch, in welches er mit dem Ball vordringt. Ein derartig vertikales und modernes Verhalten ist für Innenverteidiger der österreichischen Bundesliga durchaus unüblich. In der Mitte (gelb) sieht man Dare Vrsic, der der zweite wichtige Spieler in der Torentstehung war.

Der Slowene ersetzte Tomas Simkovic im zentralen Mittelfeld und fügte sich in die Mannschaft perfekt ein. Eine elementare Aufgabe des Achters bzw. Zehners ist es, die Räume zwischen den Linien zu bespielen. Dort hat er entweder Zeit um den Ball anzunehmen oder lockt Gegenspieler aus ihrer Position, in diesem Fall tritt letzteres ein. Thomas Reifeltshammer (weiß), der Vrsic an der Ballannahme hindern will, und Hosiner (rot) führen gegenläufige Bewegungen durch, weswegen der Austrianer in der Folge alleine aufs Tor zu dribbeln kann. Entscheidend ist, dass Vrsic den Ball nicht berührt und damit Hosiner keine Abseitsstellung einnimmt.

17. Runde: FK Austria Wien – SV Mattersburg 3:1, Philipp Hosiner

Mit einem 3:1-Sieg in der 17. Runde über den SV Mattersburg krönte sich Austria Wien zum Herbstmeister. Zwei der drei Treffer erzielte dabei Topscorer Philipp Hosiner, der obendrein vor dem 2:1 auch noch einen Elfmeter verschoss. Den Schlusspunkt setzt der 23-Jährige nach einem sehenswerten Doppelpass, der aus seiner direkten Spielweise und der Unterzahl der Burgenländer resultierte.

Die Mattersburger stehen in einem kompakten Block vor dem Sechzehner, allerdings haben sie weder Zugriff auf den Ball noch auf den Gegner, das heißt sie können keinen Druck ausüben – ähnlich erging es Wacker Innsbruck in der 15. Runde. Neben der Unterzahl kommt noch erschwerend hinzu, dass Ingo Klemen (weiß) nicht am Defensivspiel teilnimmt. So kommt der herausrückende Alois Höller (grün) gegen den ballführenden Dare Vrsic zu spät, wodurch der Slowene einen präzisen Pass hinter die Abwehr spielen konnte. In der letzten Linie drängen die Flügelspieler wie gewohnt stark in die Mitte (blau) und bearbeiten gemeinsam mit Hosiner die Schnittstellen der gegnerischen Abwehrkette, die mittlerweile nur noch aus drei Gliedern bestand. Aufgrund dieses Umstands kann Adnan Mravac nicht eng genug an Hosiner stehen, da sonst Alexander Gorgon freistehen würde. Diese Freiheit nutzte Austrias Nummer 16 um hinter die Abwehr zu laufen, das schöne Zuspiel zu empfangen und nach einem Doppelpass mit Roman Kienast sein 17. Saisontor zu erzielen.

20. Runde: FK Austria Wien – SK Sturm Graz 1:0, Philipp Hosiner

Den letzten Treffer, den wir genauer analysieren wollen, ist auch der vorerst letzte, den Philipp Hosiner erzielt hat. Zum Abschluss der 20. Runde traf er beim 3:1-Sieg gegen den SK Sturm Graz zur 1:0-Führung. Auch bei diesem Tor sah man Hosiners Drang zum Tor.

Ermöglicht wurde der 21. Saisontreffer von Hosiner durch ein geschlossen starkes Gegenpressing der Veilchen. Nach einem verunglückten Flankenversuch landet der Ball bei Manuel Weber im Zentrum. In Person von Florian Mader (schwarz) und Alexander Gorgon (rot) sofort in Ballnähe um den Grazer zu stören. Darüber hinaus sichert Emir Dilaver im Rückraum ab – ein entscheidender Faktor wie sich später herausstellen wird.

Weber kann nämlich vom Ball getrennt werden, woraufhin ihn Dilaver leicht verarbeiten kann. Mit einem präzisen Pass kann der 21-Jährige schließlich Hosiner (gelb) einsetzen. Der Stürmer wanderte die ganze Aktion über entlang der letzten Linie und setzt sich im Endeffekt deshalb durch, weil er sich von den Innenverteidigern löst und näher zum Tor als der Grazer Linksverteidiger – gemäß seinem Naturell und jenem seines Gegenspielers.

Bildquelle: http://www.laola1.tv/

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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