Wenige Wochen vor dem Start in die Frühjahrssaison der tipp3-Bundesliga nimmt abseits.at die zehn Vereine genauer unter die Lupe. Nach den Spielerbewertungen und den... Toranalyse zur Herbstsaison der tipp3-Bundesliga | FC Wacker Innsbruck

wallnerWenige Wochen vor dem Start in die Frühjahrssaison der tipp3-Bundesliga nimmt abseits.at die zehn Vereine genauer unter die Lupe. Nach den Spielerbewertungen und den Verbesserungstipps, werden in diesem Teil einige Besonderheiten und taktische Highlights im Hinblick auf die erzielten Tore betrachtet. Den Start macht der FC Wacker Innsbruck, der aktuell gegen den Abstieg kämpfen. Obwohl die Tiroler die zweitwenigsten Treffer erzielten, war dennoch der eine oder andere schöne Spielzug dabei.

2. Runde: FC Wacker Innsbruck – FC Admira Wacker Mödling 1:1, Marcel Schreter

Der erste Treffer, den wir im Rahmen dieser Toranalyse untersuchen wollen, stammt aus dem ersten Heimspiel der Saison gegen Admira Wacker. Ein Grund dafür, dass das Spiel damals 2:1 an die Niederösterreicher ging, war, dass es ihnen gelungen ist, die zentralen Löcher auszunutzen. Die Innsbrucker versuchten in erster Linie über die Außenbahnen zum Erfolg zu kommen, trafen aber paradoxerweise nach einem Spielzug durch die Mitte.

Christoph Saurer (blau) leitet den Angriff mit einem Vorstoß aus der eigenen Hälfte ein. Dabei versucht er über einen Doppelpass mit einem Mitspieler in den großen (grünen) Raum hinter den Admira-Sechsern zu kommen. Dieser entstand, weil Patrick Mevoungou (weiß) nach dem erfolgreichen Doppelpass der Innsbrucker Saurer stellen will. Dieser ist jedoch vor dem Kameruner am Ball und kann ihn aufgrund des höheren eigenen Tempos relativ leicht überspielen. In der Angriffslinie driftet Marcel Schreter (gelb) auf die Seite um Platz für seinen Teamkollegen zu machen, weswegen Daniel Drescher (rot) nicht konsequent nach vorne rückt. Ähnlich verhielt sich Marcelo Fernandes (grün), der seinen  Gegenspieler ebenfalls wegzog.

In diesem Bild sieht man das Resultat der oben erwähnten Bewegungen. Dreschers zaghaftes Rausrücken gewährt sowohl Saurer als auch Schreter zu viel Platz, der den Steilpass seines Teamkollegen mit einem Weitschuss verwertet – das erste Saisontor der Innsbrucker.

4. Runde: FC Wacker Innsbruck – SV Mattersburg 1:1, Marcelo Fernandes

Mehr als ein Drittel der bisher 16 Tore erzielte Wacker Innsbruck im Anschluss an einen Eckball oder Freistoß, was zeigt, dass die Laufwege der Spieler gut abgestimmt sind. Im Zuge der Toranalyse zur 13. Runde wurde Tomas Abrahams Treffer gegen den SV Mattersburg genauer ausgeführt. Ein weiteres Beispiel für das ausgeklügelte Verhalten ist das bisher einzige Saisontor von Neuzugang Marcelo Fernandes – ebenfalls gegen die Burgenländer. Die Aktion des Brasilianers ist in diesem Zusammenhang allerdings kaum interessant, da es sich nur um ein Abstaubertor handelte. Vielmehr soll der (misslungenen) Vorgeschichte Beachtung geschenkt werden.

Wie beim erwähnten Treffer von Abraham macht sich Wacker in dieser Situation die Mann-zu-Mann-Zuordnung der Mattersburger zunutze. Hier ist Lukas Rath (rot) Alexander Hauser (gelb) zugeordnet. Zwischen den beiden positioniert sich aber das Pärchen Patrick Farkas und Chrisopher Wernitznig (blau). Da Carlos Merino den Freistoß flach in Richtung des Elfmeterpunktes spielt, hat Rath daher einen längeren Weg zum Ball als Hauser. Zwar trifft dieser das Leder nicht, seine Bewegung sorgt aber dafür, dass die beiden Mattersburger ihren Fokus auf ihn lenken und Wernitznig hinter ihm aufs Tor schießen kann. Nachdem der Schuss von einem Mattersburger geblockt wird, kann der einstweilen schon wieder weitergezogene Fernandes problemlos einschieben.

20. Runde: FC Wacker Innsbruck – FC Admira Wacker Mödling 1:0, Roman Wallner

Die schlechte Torausbeute wurde zu Beginn bereits angeschnitten; nur der SC Wiener Neustadt hat seltener über einen Treffer jubeln können (15). Die Hoffnungen im Angriff liegen vor allem auf Roman Wallner, der mit drei Toren der erfolgreichste Schütze ist. In der letzten Runde gegen die Admira war er mit vier Scorerpunkten der überragende Akteur. Vor allem beim ersten Treffer der Partie zeigte er seinen ausgeprägten Torinstinkt.

Ausgangspunkt für das zweite Saisontor war die Eroberung des zweiten Balls nach einem langen Pass, der von Andreas Schrott unzureichend geklärt wurde. Es wäre übertrieben den Tirolern ein starkes Gegenpressing a la Borussia Dortmund zu attestieren, dennoch sieht man im obigen Bild, dass sie geschlossen zum aktiven Flügel verschieben (schwarz). Daneben ist auch den Positionen von Stephan Palla (blau) und Schrott (rot) besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ersterer steht von seinem Gegenspieler zu weit weg, Letzterer nach seinem Klärungsversuch generell außerhalb der Idealposition.

Nachdem die Innsbrucker einen Doppelpass der Außenbahn entlang spielten, schieben die beiden genannten Spieler zur Seite heraus um Julius Perstaller am Flanken zu hindern. Die Erfolgschancen stehen daher prinzipiell außerordentlich gut, da die beiden den Passweg zur Mitte versperren, allerdings üben sie zu wenig Druck auf den Flankengeber aus. Diese nahezu unmögliche Hereingabe antizipierte Wallner gut, überlistete dadurch seinen Gegenspieler und konnte aus kurzer Distanz einnetzen.

Bildquelle: http://www.laola1.tv/

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem