In den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und... Was wurde aus den Gastarbeitern? (9) – SV Austria Salzburg

_Austria Salzburg WappenIn den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und schauen uns an, was aus einigen der Gastarbeiter wurde, an die sich heute vielleicht kaum jemand erinnert. Wir beginnen mit Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit und arbeiten uns zurück bis in die 90er.

Heute schauen wir uns die Legionäre aus der jüngeren Geschichte des SV Austria Salzburg an.

Ricardo Villar

Der brasilianische Mittelfeldspieler Ricardo Villar brachte es in der Saison 2004/05 auf immerhin 21 Einsätze für Austria Salzburg, in denen er zwei Tore erzielte. Nach einem kurzen und eher erfolglosen Gastspiel in Südkorea bei den Jeonnam Dragons wechselte er zunächst zum 1. FC Kaiserslautern, wo er zwischen der Amateur- und Kampfmannschaft pendelte und wurde dann in Unterhaching glücklich, wo er im ersten Jahr in der Regionalliga Süd sieben Tore in 27 Spielen erzielte. Auch nach dem Aufstieg in die dritte Liga blieb er zunächst Stammspieler und stand in insgesamt 36 Meisterschaftsspielen am Platz, in denen er zwei Treffer beisteuerte. Nach einem Gastspiel in Griechenland beim AS Rodos kehrte er noch einmal nach Unterhaching zurück und beendete seine Karriere schließlich beim FC Dallas in den USA.

Richarlyson

Auch der defensive Mittelfeldspieler Richarlyson verließ den Verein in der Saison bevor Red Bull Salzburg ins Fußballgeschäft einstieg. Er kehrte in seine Heimat zurück und spielte zwischen 2005 und 2010 so erfolgreich beim São Paulo Futebol Clube, dass er es sogar unter Trainer Dunga ins brasilianische Nationalteam schaffte, für das er zwei Länderspiele absolvierte. Trotz sportlich starken Leistungen wird der Spieler nicht gerne auf diese Zeit zurückblicken, da das Gerücht verbreitet wurde, dass er homosexuell wäre und sogar die Anhänger seines Vereins ihn mit Schmährufen von den Rängen überhäuften. Nach 147 Meisterschaftsspielen und sechs Toren wechselte er zu Atlético Mineiro, wo er in der ersten Saison Stammspieler war, danach aber immer seltener eingesetzt wurde. Nach einer weiteren Saison bei Vitória unterschrieb er Anfang des Jahres bei Chapecoense, wo der heute 33-Jährige immer noch tätig ist.

Juan Carcamo

Der Honduraner Juan Carcamo erzielte in der Saison 2000/2001 immerhin 12 Treffer in 36 Spielen für Austria Salzburg, traf im darauffolgenden Jahr allerdings nur einmal und pendelte zwischen der Kampfmannschaft und dem damaligen Kooperationsverein Bad Bleiburg hin und her. Zur Saison 2002/03 wechselte er in seine Heimat zu CD Olimpia und bestritt in den kommenden sechs Jahren 196 Meisterschaftsspiele, in denen er 31 Tore erzielte. Danach wechselte der 18-fache Nationalspieler noch drei Mal innerhalb der heimischen Liga, bis der heute 40-Jährige seine Schuhe nach der Saison 2012/13 an den Nagel hing.

Mark Byrnes

Der australische Abwehrspieler Mark Byrnes versuchte sich nach seinem Salzburg-Engagement in Italien bei Vicenza Calcio, wo er jedoch nicht Fuß fassen konnte und keine einzige Partie bestritt. Nach drei Jahren in seiner Heimat bei Sydney Olympic und Perth Glory (44 Spiele, 2 Tore) versuchte er noch einmal sein Glück in Europa und unterschrieb beim finnischen Verein FC Hämeenlinna. Nach elf Spielen war das Abenteuer wieder vorbei und er nahm einen Vertrag beim Melbourne Victory FC an, wo er in drei Jahren allerdings nur elfmal zum Einsatz kam. Es folgten drei weitere Wechsel innerhalb Australiens, die allesamt unspektakulär verliefen. Beinahe wäre er noch einmal in Europa gelandet, denn in Testspielen konnte er sowohl bei Port Vale, als auch bei Luton Town die Verantwortlichen überzeugen, doch eine Verletzung im letzten Freundschaftsspiel machte jeden Vertragsabschluss zunichte.

Péter Lipcsei

Die Karriere des heute 43-jährigen Péter Lipcsei lässt sich nach seinem Salzburg-Engagement relativ einfach zusammenfassen, denn der defensive Mittelfeldspieler spielte nachher nur noch für einen Verein: Ferencváros Budapest. Nach insgesamt 38 Meisterschaftseinsätzen für die Salzburger wechselte der 58-fache Nationalspieler nach Ungarn und hielt dem Klub zehn Jahre lang die Treue. Insgesamt absolvierte der Mittelfeldspieler 415 Meisterschaftsspiele für den Hauptstadtklub und erzielte dabei stolze 96 Tore. Nach der Saison 2009/10 beendete er seine Karriere.

Maynor Suazo

Mittelfeldspieler Maynor Suazo spielte seit der Saison 2000/01 für Austria Salzburg und bestritt, nachdem er als Leihspieler aus Brann Bergen zurückkam, auch einige Spiele für Red Bull Salzburg, ehe er um 800.000€ an Antalyasspor verkauft wurde. Nach 27 Meisterschaftsspielen in der Türkei wurde er an den FC Köln verliehen, wo er 16 Mal in der zweiten deutschen Liga auflief. Maynor Suazo war damals übrigens der erste Honduraner, der im deutschen Profifußball ein Spiel bestritt. Die Kölner wollten den 29-fachen Nationalspieler gerne weiterverpflichten, doch Antalyasspor weigerte sich den Spieler zu verkaufen, obwohl er nach seiner Rückkehr in die Türkei keine Rolle im Verein spielen sollte. Nach einer Knieverletzung wechselte er in seine Heimat zurück und unterschrieb einen Vertrag bei Real Juventud. Im Februar 2010 absolvierte er ein Probetraining bei den New York Red Bulls, die jedoch von einer Verpflichtung Abstand nahmen. Nach einem kurzen Gastspiel in Panama bei Atlético Veragüense kehrte er wieder in seine Heimat zurück, wo er seine Karriere bei Comayagua und Atlético Choloma ausklingen ließ.

Mario Salgado

Der chilenische Stürmer kam leihweise von Brescia zu Austria Salzburg und absolvierte in der Saison 2003/04 elf Partien in der österreichischen Bundesliga, in denen ihm jedoch kein Treffer gelang. Brescia Calcio verlieh ihn weiter an Ternana (31 Spiele, 6 Tore) und AlbinoLeffe (15 Spiele, 2 Tore), bis er schließlich einen neuen Vertrag bei Foggia Calcio unterschrieb. Bis auf ein kurzes Gastspiel bei der AS Avellino (34 Spiele, 10 Tore) spielte er drei volle Saisonen bei Foggia Calcio und erzielte in 71 Spielen 27 Treffer in der dritthöchsten italienischen Spielklasse. Er unterschrieb beim FC Turin, der jedoch eine Nummer zu groß für den Chilenen war. Er kam zwar auf sechs Einsätze und ein Tor, insgesamt reichte seine Klasse für den Klub jedoch nicht aus, sodass er die letzten Jahre seiner Karriere in seiner Heimat verbrachte. Nach zwei kurzen Gastspielen als Ergänzungsspieler bei Colo-Colo und Deportes La Serena wurde er am Ende seiner Karriere bei Deportes Naval noch einmal Stammspieler.

Selim Teber

Der ehemalige U21-Nationalspieler Deutschlands kam leihweise vom 1. FC Kaiserslautern zu Austria Salzburg und brachte es in der Saison 2003/04 auf 15 Einsätze, in denen ihm drei Tore gelangen. Anschließend wechselte er ins Heimatland seiner Eltern, wurde aber bei Denizlispor nicht glücklich und unterschrieb bei der TSG 1899 Hoffenheim mit der er zwischen 2006 und 2009 den Durchmarsch von der Regionalliga Süd in die deutsche Bundesliga schaffte. Er verlängerte seinen Vertrag nicht, sondern wechselte zu Eintracht Frankfurt, für die er immerhin 29 Saisonspiele absolvierte. Nach einer starken Saison bei Kayserispor (32 Spiele, 2 Tore, 7 Assists) fiel er jedoch in ein Loch und konnte sich bei seinen weiteren Stationen bei Samsunspor, Karabükspor und MKE Ankaragücü nicht durchsetzen. Der 34-jährige Mittelfeldspieler ist seit Oktober 2014 vereinslos.

Roberto Brown

Der 60-fache Nationalspieler aus Panama erzielte für Austria Salzburg in der Saison 2004/05 nur einen Treffer in neun Einsätzen und heuerte danach in Uruguay bei Peñarol an. Auch dort stellte der Stürmer sein Visier schlecht ein und erzielte nur einen Treffer in 16 Partien. Er wechselte innerhalb des Landes zu Tacuarembó, wo er nur vier Partien absolvieren sollte. Nachdem er in 13 Partien immerhin drei Treffer für die Colorado Rapids erzielte, wurde er von Montreal Impact verpflichtet, für die er in den drei Jahren trotz einiger Verletzungen wichtige Tore in entscheidenden Momenten beisteuerte. Nach 59 Meisterschaftsspielen und 13 Treffern wechselte er in seine Heimat zum San Francisco Fútbol Club, wo er auch seine Karriere beendete.

Milijan Mrdakovic

Der serbische Stürmer Milijan Mrdakovic erzielte in der Rückrunde der Saison 2004/05 in seinen zehn Einsätzen drei Treffer für Austria Salzburg und wechselte anschließend zu Metalist Kharkiv, wo er es auf 27 Einsätze und sieben Tore brachte. Nach guten Leistungen bei Maccabi Tel Aviv (29 Spiele, 7 Tore) in der darauffolgenden Saison, wechselte er nach Portugal zu Vitória de Guimarães, wo er in 27 Spielen sechs Mal traf. Nach einem Gastspiel in China beim Shandong Luneng Taishan FC, wechselte er nach Zypern, wo er besonders in der Saison 2010/11 erfolgreich war, als er in seinen 30 Einsätzen für Apollon Limassol 21 Treffer erzielte und Torschützenkönig wurde. In seiner weiteren Karriere verschlug es den Stürmer unter anderem noch einmal nach China zum Jiangsu Guoxin-Sainty, nach Griechenland zum Veria FC und zu den Tampines Rovers nach Singapur. Momentan spielt der umtriebige Angreifer wieder in Griechenland bei Levadiakos.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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