In den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und... Was wurde aus den Gastarbeitern? (8) – Admira Wacker

Admira Wacker Mödling - Wappen mit FarbenIn den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und schauen uns an, was aus einigen der Gastarbeiter wurde, an die sich heute vielleicht kaum jemand erinnert. Wir beginnen mit Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit und arbeiten uns zurück bis in die 90er.

Heute schauen wir uns die Legionäre aus der jüngeren Geschichte der Admira an.

Martin Pusic

Austro-Kroate Martin Pusic ist zwar Doppelstaatsbürger, aber aufgrund seiner aktuellen Form wollen wir ihn auch in diese Liste mitaufnehmen, da er momentan in Dänemark für Furore sorgt und mit 14 Treffern die Torschützenliste anführt. Der ehemalige Admira-Stürmer, der in 72 Partien 15 Treffer erzielte, wechselte nach seinem Gastspiel in der Südstadt zu Altach, wo er vier Tore in 15 Partien beisteuerte. Nach einem erfolglosen Engagement bei Hull City und drei Stationen in Norwegen (Valerenga, Fredirkstad, Brann Bergen) wechselte er nach Dänemark zur Esbjerg fB, wo er in der Rückrunde der Saison 2013/14 fünf Tore in 12 Spielen erzielte. In der Hinrunde der heurigen Spielzeit traf er in 17 Einsätzen achtmal und wechselte daraufhin zum FC Midtjylland, wo er in den ersten sechs Partien ebenso oft traf. In der letzten Runde erzielte er gegen seinen Ex-Klub Esbjerg beim 3:3-Unentschieden alle Treffer seiner Mannschaft und übernahm damit die Führung in der Torschützenliste. Wenn der ehemalige U20-Nationalspieler so weitermacht, dann könnte der 27-Jährige eventuell sogar für Marcel Koller ein Thema werden.

Predrag Randjelovic

Auch Stürmer Predrag Randjelovic verlernte das Toreschießen nicht, nachdem er in der Saison 2006/07 vier Treffer in 21 Spielen für die Admira erzielte. Er wechselte zum serbischen Klub FK Bežanija, wo er in 25 Meisterschaftsspielen 12 Mal traf. Es folgten drei erfolgreiche Jahre bei FK Rudar Pljevlja in der montenegrinischen Liga. Er schoss in 72 Spielen 40 Tore und hatte Anteil daran, dass der Verein in der Saison 2009/10 den ersten und bislang einzigen Meistertitel feierte. Er wechselte innerhalb der Liga zunächst zum FK Mogren und später in die zweite serbische Liga zum FK Sloboda Užice, wo ihm in 42 Spielen 23 Tore glückten. Danach hängte der heute 38-Jährige noch eine Saison beim Ligakonkurrenten FK Kolubara an und beendete anschließend seine Karriere.

Nino Bule

Der dreifache kroatische Nationalspieler wechselte zum HNK Rijeka, nachdem er in 27 Spielen sieben Treffer für die Admira erzielte. In 49 Meisterschaftsspielen schoss er sieben Tore für seinen neuen Klub und spielte anschließend ein halbes Jahr bei Inter Zaprešić, wo er in 14 Spielen ebenfalls sieben Treffer beisteuerte. Nach einem kurzen und erfolglosem Gastspiel beim griechischen Klub Panserraikos unterschrieb er bei NK Lokomotiva Zagreb, wo er auch drei Jahre später nach der Saison 2011/12 seine Karriere beendete. Bei seiner letzten Station schoss er immerhin 29 Tore in 70 Partien.

Mahir Saglik

Der heute 32-jährige Türke Mahir Saglik erzielte bei der Admira in 23 Spielen nur drei Tore und wechselte danach zum FC Saarbürcken in die deutsche Regionalliga, wo er mit 15 Toren in 28 Spielen auf sich aufmerksam machte. Er wechselte zum Wuppertaler SV, der trotz seiner 27 Treffer in 34 Spielen nicht den erwarteten Aufstieg schaffte. Der VfL Wolfsburg wurde jedoch auf die Tormaschine aufmerksam, verpflichtete ihn und verlieh ihn zunächst an Karlsruhe und später an den SC Paderborn, wo er in 27 Spielen immerhin 15 Mal traf. Nach Gastspielen beim VfL Bochum und auf St. Pauli wechselte er erneut zum SC Paderborn und schoss in der Aufstiegssaison 15 Tore in 29 Partien. In der aktuellen Spielzeit kam er auf neun Einsätze, in denen er einen Treffer erzielte. Sein bislang einziges Tor in der höchsten deutschen Spielklasse gelang ihm als Joker beim 2:2-Unentschieden gegen Borussia Dortmund.

Tomás Oravec

In der Saison 2004/05 erzielte der heute 34-jährige Slowake Tomás Oravec für die Admira acht Treffer in 28 Spielen. Nach zwei kurzen und wenig erfolgreichen Gastspielen bei Panionios und Boavista wechselte der Stürmer zum FC Artmedia Petržalka (heute FC Petržalka 1898), wo er in 66 Meisterschaftsspielen 28 Tore erzielte. Nach weiteren zweieinhalb Jahren beim MŠK Žilina wechselte er für sechs Monate in die Chinese Super League zum Guizhou Renhe F.C. (11 Spiele, 3 Tore) um dann nach weiteren Kuzstationen bei Spartak Trnava und Astra Ploiesti in Zypern bei Enosis Neon Paralimni seine Karriere ausklingen zu lassen.

Bosko Peraica

In 29 Spielen traf der kroatische Stürmer in der Saison 2004/05 nur zweimal für die Admira und danach sollte es ihm auch nicht gelingen, sich dauerhaft ins Gedächtnis der Fans zu schießen. Beim FK Baku wurde er nur dreimal eingesetzt und blieb ohne Torerfolg, für den bosnischen Verein Posusje traf er immerhin sieben Mal in 25 Meisterschaftsspielen. Er wechselte nach Kroatien zu Međimurje Čakovec wo er in der obersten Spielklasse in 30 Einsätzen sechs Mal netzen konnte. Es folgten drei Jahre beim NK Široki Brijeg, wo er über die Rolle des Ergänzungsspielers nie herauskam.

Tomislav Misura

Der slowenische Stürmer Tomislav Misura erzielte für die Admira in 17 Meisterschaftsspielen keinen einzigen Treffer und heuerte in seiner weiteren Karriere bei insgesamt elf verschiedenen Vereinen an. Die meisten Tore schoss er gleich bei seiner ersten Station nach der Admira, bei Neftchi PFK. In der aserbaidschanischen Liga erzielte er in 18 Einsätzen neun Treffer. Danach hatte er erfolglose Gastspiele bei Lokomotiv Sofia, Kamen Ingrad und Will, lediglich beim FC Gossau wurde er regelmäßig eingesetzt und erzielte in der zweiten Schweizer Liga in 26 Spielen fünf Treffer. Danach wurde er zum Weltenbummler und heuerte bei zwei Vereinen in China, sowie den Newcastle Jets an, für die er jedoch nur ein Spiel bestritt. Momentan spielt der 33-jährige Slowene in Island bei Grindavik, wo er im Kalenderjahr 2014 in 16 Einsätzen immerhin 5 Mal traf.

Vitalijs Astafjevs

Der lettische Mittelfeldspieler ist mit 167 Länderspieleinsätzen der europäische Rekordnationalspieler. In der Saison 2003/04 bestritt er 28 Meisterschaftsspiele für die Admira, nachdem er bereits 1996/97 für die Wiener Austria 26 Partien absolvierte. Dazwischen verdingte er sich drei Jahre bei Skonto Riga und vier Saisonen bei den Bristol Rovers, wo er auch regelmäßig zum Einsatz kam. Nach seiner Zeit bei der Admira unterschrieb er zunächst bei Rubin Kasan, wo er es in zwei Jahren auf 30 Einsätze und vier Tore brachte. Den Rest seiner Karriere verbrachte er wieder in seiner Heimat, wobei er zunächst drei Jahre lang bei Skonto Riga und dann jeweils ein halbes Jahr bei Olimps Riga und FK Ventspils unter Vertrag stand. Seine letzte Saison in seiner langen Karriere bestritt er 2010 wieder für seinen Stammklub Skonto Riga und brachte es noch auf 14 Einsätze und zwei Tore.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger