Nachdem wir uns im Herbst bereits einige Flops der österreichischen Bundesligisten angesehen haben und berichteten, was nach ihrer Österreich-Karriere aus ihnen wurde, beleuchten wir... Was wurde aus den Top-Legionären? (2) – RB Salzburg, Teil 2 von 3

Nachdem wir uns im Herbst bereits einige Flops der österreichischen Bundesligisten angesehen haben und berichteten, was nach ihrer Österreich-Karriere aus ihnen wurde, beleuchten wir in dieser Serie die Legionäre, die über Österreich den Sprung in die große Fußballwelt schafften und ihren Klubs warme Geldregen bescherten.

Im zweiten Teil unserer Serie sehen wir uns Spieler an, die Red Bull Salzburg teuer ins Ausland verkaufte, bevor noch die größte Dominanzphase des Klubs in Österreich begann. Die meisten machten ihren Weg – einer sogar bis in die absolute Weltspitze. Der zweite von drei Teilen in unserer „Was wurde aus“-Serie über die Top-Legionäre von Red Bull Salzburg.

Somen Tchoyi

Drei Millionen Euro bezahlte West Bromwich Albion im Sommer 2010 für die Dienste des Kameruners Somen Tchoyi. Salzburg selbst bezahlte zwei Jahre zuvor zwei Millionen Euro an den norwegischen Klub Stabaek und Tchoyi avancierte zu einem der dominantesten Flügelspieler der Bundesliga. Aber kaum hatte der heute 38-Jährige Salzburg verlassen, ging es mit der Karriere nur noch bergab. Bei WBA konnte sich Tchoyi nie durchsetzen, auch in Augsburg floppte er. Danach kickte der Linksaußen in Indonesien für Arema Cronus und sensationellerweise auch für Austria Salzburg, wo er aber ebenfalls kaum auffiel. Ab 2016 spielte Tchoyi nur noch auf Amateurlevel, zunächst bei Markt Allhau, danach bei Bürmoss, Taxham, beim deutschen Klub SC Constanz-Wollmatingen und seit Sommer in der Salzburger Liga Hallein.

Alan

Elf Millionen Euro bezahlte der chinesische Klub Guangzhou Evergrande im Jänner 2015 für den Brasilianer Alan, der mittlerweile auch die chinesische Staatsbürgerschaft hält und acht Länderspiele für China bestritt. Für Guangzhou erzielte Alan in 113 Partien 61 Tore und bereitete 32 weitere vor. In den letzten Jahren folgten Leihgeschäfte mit Tianjin Tianhai und Beijing Guoan, wo er ebenfalls brav traf und insgesamt mittlerweile bei 81 Toren für chinesische Klubs hält. Seit Ende Dezember ist Alan wieder Kadermitglied bei Guangzhou.

Kevin Kampl

Zwölf Millionen Euro bezahlte Borussia Dortmund im Jänner 2015, um den Slowenen Kevin Kampl von Red Bull Salzburg loszueisen. Seitdem kickt der gebürtige Solinger in der deutschen Bundesliga. In Dortmund gefloppt zog Kampl bereits acht Monate später nach Leverkusen weiter. Elf Millionen Euro legte Bayer 04 für den heute 31-Jährgen auf den Tisch. Im Sommer 2017 schloss sich dann der Red-Bull-Kreis und Kampl wechselte um 20 Millionen Euro nach Leipzig, wo er auch heute noch spielt. Mit Ausnahme der Saison 2019/20, in der er größere Verletzungsprobleme hatte, war und ist Kampl bei den Roten Bullen Stammspieler und Leistungsträger im zentralen Mittelfeld.

Wanderson

Acht Millionen Euro bezahlte der FK Krasnodar im Sommer 2017 an die Salzburger, nachdem der mittlerweile 27-jährige Brasilianer zuvor nur ein Jahr in Salzburg kickte. Der trickreiche Rechtsaußen spielt auch heute noch in Krasnodar und ist mit über 130 Partien und 17 Toren bzw. 21 Assists ein Leistungsträger seines Teams. Im Jahr 2020 bekundeten Everton und Sporting Lissabon Interesse am belgisch-brasilianischen Doppelstaatsbürger, aber Wanderson verlängerte in Krasnodar bis 2024.

Jonathan Soriano

15 Millionen Euro bezahlte der chinesische Klub Beijing Guoan im Sommer 2017 für den wohl prägendsten Spieler der Red-Bull-Ära. Fast zwei Jahre blieb Jonathan Soriano in Peking und erzielte in 36 Spielen 31 Tore, ehe er nach Saudi-Arabien zu Al-Hilal wechselte, wo er mit drei Toren in elf Partien allerdings floppte. Danach ging es für den heute 36-jährigen Stürmer zurück nach Spanien – zuerst als Ergänzungsspieler bei Girona, dann zum Karriereausklang zu Castellon. In seinen letzten beiden Jahren als Profi erzielte der Spanier nur noch ein Tor auf Ligaebene und zwei im Cup. Im vergangenen September beendete Soriano schließlich seine durchaus bewegte Karriere.

Sadio Mané

23 Millionen Euro bezahlte der FC Southampton im Sommer 2014 an Salzburg, um Sadio Mané in die Premier League zu holen. Der Rest ist Geschichte: Zwei Jahre später zog Mané um 41 Millionen nach Liverpool weiter, wo er nun seine sechste Saison spielt und ein absoluter Weltstar und Vorbild für alle Kinder in Westafrika wurde. Mané gewann die englische Premier League, wurde Champions-League-Sieger, 2019 Afrikas Fußballer des Jahres und bestritt 80 Länderspiele für Senegal. Salzburg hatte den Linksaußen 2012 um vier Millionen Euro aus Metz geholt.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen