Der SV Grödig ist nicht nur aus der Bundesliga Österreichs abgestiegen, sondern verlautbarte nach dem Ende der Saison, dass man sich ganz aus dem... Wer will mich? – Drei junge Grödiger, die der Liga erhalten bleiben sollten

_Christian Derflinger (SV Grödig)Der SV Grödig ist nicht nur aus der Bundesliga Österreichs abgestiegen, sondern verlautbarte nach dem Ende der Saison, dass man sich ganz aus dem Profifußball zurückziehen werde. Durch diese Entscheidung werden die Spieler des Absteigers noch interessanter. abseits.at wirft einen Blick auf drei von ihnen.

Grödig war seit dem Aufstieg vor allem für junge Spieler ein gutes Sprungbrett zu größeren Klubs im In- und Ausland. Den qualitativen Aderlass konnten die Salzburger aber vor allem in der abgelaufenen Saison nicht kompensieren, weil sie mit den Abgängen kaum Ablösesummen lukrieren konnten. Mit dem freiwilligen Schritt zurück, wird das auch im kommenden Sommer nicht der Fall sein.

Christian Derflinger: spielstark, aber kaum gefordert

Den ersten Spieler, den wir im Rahmen dieses Artikels unter die Lupe nehmen ist Christian Derflinger. Dieser war zwar nur Rotationsspieler und stand in nur zwei Partien über die volle Distanz am Feld, war aber äußerst effizient wenn er ran durfte. Der Grund dafür, dass er gerade in der Endphase der Saison selten eingesetzt wurde, könnte der Spielstil des 22-Jährigen sein. Er ist nämlich weniger ein Kämpfer und Beißer, sondern ein spielmachender Akteur – Eigenschaften, auf die Trainer Peter Schöttel im Abstiegskampf nicht setzte.

Wirft man einen Blick auf die Radargrafik von Derflinger, dann erkennt man, wo die Stärken des ehemaligen Nachwuchsteamspielers liegen. Am wohlsten fühlt er sich im offensiven Mittelfeldzentrum, von wo aus er die Bälle schnell verteilt und an zahlreichen Torschüssen direkt beteiligt ist. Seine Risikofreudigkeit sowie der generelle Konterfokus von Grödig treiben seine Passdaten jedoch in den Keller.

Tobias Kainz: taktisch guter Allrounder

Ein durchaus erfahrener Bundesligakicker ist Tobias Kainz, der mit 23 Jahren immerhin vier Profisaisonen in den Beinen hat. Der ehemalige Heerenveen-Legionär wechselte in den letzten beiden Jahren aber jeweils zu dem Team, das letztlich abgestiegen ist. Ob das direkt mit seinen Fähigkeiten korreliert? Eher unwahrscheinlich. Kainz ist nämlich ein taktisch recht sauberer und disziplinierter Spieler, der auch im individuellen Bereich seine Vorzüge hat.

Wie bereits 2014/2015 beim SC Wiener Neustadt kam er auch in Grödig hauptsächlich als Rechtsverteidiger zum Zug. An und für sich bringt Kainz die nötigen Qualitäten mit, um auf dieser Position bestehen zu können. Aufgrund seiner Anlagen wäre er hier aber bei einem spielerisch stärkeren bzw. dominanteren Team besser aufgehoben. Wie auch die Radargrafik des gebürtigen Steirers unterstreicht, hat er ein durchaus breites Fähigkeitsprofil.

Martin Rasner: zuverlässiger Balancespieler

Der Aufsteiger innerhalb des Grödiger Kader war Martin Rasner. Der 21-Jährige überzeugte in der abgelaufenen Saison trotz einer sehr schweren Aufgabe mit einer außergewöhnlichen Konstanz im defensiven Mittelfeld des SV Grödig. Er nahm unterschiedliche Rollen ein. In der ersten Saisonphase agierte er im defensiv ausgerichteten 4-2-3-1 auf der Doppelsechs. Dabei gab er nicht einen klassischen Abräumer, sondern versuchte durch kluge Positionierung und Zweikampführung den Ball so zu erobern, dass sein Team sofort den Konter einleiten konnte.

Im Frühjahr setzte Schöttel häufiger auf eine 4-3-3-hafte Grundordnung. In dieser agierte Rasner als pendelnder Achter, der sowohl in der Defensive unterstützte, sich aber auch in die Angriffe aktiv einschaltet. Dabei kam er oft aus dem Rückraum und hatte dadurch viel Platz, sein Abschluss war allerdings nicht immer präzise. Die Scorerausbeute des in St. Pölten ausgebildeten Mittelfeldspielers ist dennoch beachtenswert: zwei Tore, eine Vorlage und gleich sieben Assist-Assists. Aufgrund seiner Fähigkeiten stellt sich bei ihm die Frage, ob es gleich zum großen Sprung reichen wird oder ob er einen Zwischenschritt einlegen wird.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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