In dieser Serie stellen wir euch zehn Spieler vor, die in der Herbstsaison 2016/17 interessante Leistungen in der österreichischen Bundesliga abriefen, über die es... Die interessantesten Spieler der Herbstsaison 2016/17 (7): Jano

_Jano - SV MattersburgIn dieser Serie stellen wir euch zehn Spieler vor, die in der Herbstsaison 2016/17 interessante Leistungen in der österreichischen Bundesliga abriefen, über die es sich zu sprechen lohnt. Jano spielt seit 2014 bei den Mattersburgern und ist seitdem eine der wichtigsten Säulen für die Burgenländer geworden. Der Madrilene wechselte 2012 aus Spanien zum SKN St. Pölten, wo er ebenfalls im zentralen Mittelfeld die Fäden zog und das Spiel organisierte und strukturierte. Der Spanier ist weniger ein Spieler für die Highlights in der Sendung „Sport am Sonntag“, sondern vielmehr ein ballsicherer Mittelfeldspieler, der durch sein gutes Stellungsspiel in der eher brachialen österreichischen Liga für spielerische und individualtaktische Highlights sorgt.

Mattersburger Passmetronom

Im Ballbesitz agiert der Spanier meist als tiefster Sechser der Mattersburger, unabhängig von der Formation, die gerade gespielt wird. So bietet er sich im Spielaufbau immer recht früh und zentral an, ohne dabei zu dominant eingebunden zu werden. Selten kippt er ab, er bevorzugt es diagonale Verbindungen zu seinen Mitspielern herzustellen und diese zu halten.

Jano ist der Mannorientierungsfokus in der österreichischen Bundesliga natürlich bewusst, dies nutzt er immer wieder zu seinem Vorteil beziehungsweise zum Vorteil seiner Mitspieler. Wird er eng gedeckt, weicht Jano aus und zieht Gegner weg, um Passwege nach vorne zu öffnen. Dass dieses Verhalten bewusst ist, zeigt er mit dem Dirigieren seiner Mitspieler. Oft weist er sie auf mögliche Passoptionen hin, die er gerade durch Wegziehen des Gegners kreiert hat.

Sein Passspiel ist nicht sehr spektakulär, er beschränkt sich meist auf kurze bis mittellange Pässe. Oft verteilt er die Bälle auf die Flügel, hat jedoch auch immer die diagonale und vertikale Option im Blick. Durch seine starke Technik ist er auch im Dribbling nur schwer vom Ball zu trennen. Aufgrund seiner fehlenden Dynamik sucht er diese Situationen eher selten, oder er nutzt mehr Körpertäuschungen um Gegner abzuschütteln.

Antizipation steht über allem

Jano ist kein intensiver Spieler. Manch Zuschauer mag ihn sogar als faul bezeichnen da sich der Madrilene meist in einem joggenden, gleichmäßigen Tempo über den Platz bewegt. Der Sechser ist jedoch ein Spieler, der weniger die Duelle sucht, als das Abfangen von Pässen und Zustellen von Passwegen. Durch sein Stellungsspiel vermeidet er antizipierend gefährliche Zuspiele, muss diese also nicht mehr verhindern. Dies ist natürlich nicht immer einfach zu erkennen, weshalb Spieler wie Jano oft unterbewertet werden.

Sein hervorragendes Stellungsspiel hilft ihm auch dabei den Gegner zu manipulieren und Pässe vorauszusehen. Dies macht ihn auch in direkten Zweikämpfen sehr effektiv, wobei er sich die Situationen, in denen er Duelle führt, genau aussucht. Oft erwischt er seine Gegenspieler im „falschen“ Moment, spitzelt Bälle von hinten weg oder schiebt sich im letzten Moment vor den Körper des Gegners, um einen Pass abzufangen. Mit dieser Spielweise komplettiert er viele der Bemühungen seiner Vorderleute, deren Anlaufen zusätzlichen Druck ausübt und Janos dabei hilft, den Ball zu gewinnen. Er sichert seine Teamkollegen ab und stopft Löcher, bevor diese wirklich entstehen können. Auch im Gegenpressing und im Kampf um zweite Bälle kann er diese Antizipationsfähigkeit immer ideal nutzen.

David Goigitzer, abseits.at

David Goigitzer