In den Regionalligen treten heuer insgesamt neun Amateurteams von Vereinen der obersten Ligen an. In der Ostliga sind die meisten Amateure, 4 von 16... Aufstiegsverbot, Relegation, Frust: Braucht Österreich eine Liga für Amateurteams?

In den Regionalligen treten heuer insgesamt neun Amateurteams von Vereinen der obersten Ligen an. In der Ostliga sind die meisten Amateure, 4 von 16 Vereinen, vertreten (Austria, Rapid, Mattersburg, Admira). Im Westen gehen 3 Ableger von Bundesligisten (RB Salzburg, Wacker Innsbruck, SCR Altach) auf Punktejagd, und in der RL Mitte immerhin noch 2 Teams (Sturm, LASK). Somit sind ca. 1/5 aller Vereine nicht berechtigt aufzusteigen. Wozu spielen diese Teams dann eigentlich mit?

AUFSTIEG VERBOTEN

Dass dieses Problem einen reellen Kern hat, beweist der Blick auf die letztjährigen Tabellen. Die LASK Juniors konnten sich den Titel sichern, ebenso wie die RB Juniors (überlegener Meister!) und wären so wie die Jungbullen (abgesehen vom Abstieg der Profis) somit sportlich für die Relegation qualifiziert gewesen. Die Austria Amateure waren bis zum Schluss im Titelrennen und bekleideten am Ende Rang 3, allerdings mit nur einem Punkt Rückstand auf Meister Parndorf. Die beiden letztgenannten Amateurteams, durften schon unter Beweis stellen, dass sie sportlich problemlos in der Ersten Liga mitspielen können. Die Jungvioletten durften sich dereinst sogar über einen „Herbstmeistertitel“ freuen. Dennoch wurden sie, mit den Salzburgern, nach der Saison 09/10 zwangsrelegiert. Damals war dies die einfachste Möglichkeit, die ungeliebte 12er Liga abzuschaffen, da die Vereine eine Meisterschaft mit 3 Durchgängen (Heimspielproblematik) ablehnten. Seit damals ist es Amateurteams auch verboten in den Profibetrieb aufzusteigen.

Klar ist, dass ein Amateurteam für den Spieler vermutlich die beste Möglichkeit darstellt, den Schritt zu den Profis zu schaffen, da vor allem unter der Saison Verletzungen bevorzugt durch Eigenbauspieler kompensiert werden. Allein am Beispiel der Austria erkennt man, wie gut das funktionieren kann, wenn man sich die Beispiele Dragovic, Okotie, Suttner oder Leovac ansieht.
Nun ist aber der Schritt den die Spieler machen müssen ein größerer, weil sie eine Liga „überspringen“ müssen (was in keinster Art und Weise die Qualität der Regionalligen schmälern soll).

EIN MÖGLICHER AUSWEG

Wird dieser Klassenunterschied überschätzt? Schon möglich, dennoch gibt es keinen plausiblen Grund, Amateurteams besonders (=benachteiligt) zu behandeln. Wenn man verhindern will, dass Amateurteams zu stark in eine Liga eingreifen, muss man ihnen eine eigene Liga zur Verfügung stellen. Das wäre die einfachste und wohl auch fairste Methode, denn das Argument, dass rekonvaleszente Profis oder ausgesonderte bzw. hochgezogene Spieler durch die Fluktuation der Kader den Wettbewerb verzerren würden, wäre aufgrund einer Chancengleichheit hinfällig.

RELEGATION ABSCHAFFEN

Alle Meister der Regionalligen (bzw. die besten Vereine, die eine Lizenz erhalten) müssen aufsteigen dürfen. Ansonsten bleiben die Regionalligen entwertet, und ein Titelgewinn bleibt letztlich unter Umständen unbelohnt. Die Bundesliga muss sich eine Möglichkeit überlegen, wie das zu bewerkstelligen ist. Die Möglichkeiten reichen von der 33 Runden-Variante bis hin zu einem Play-off nach einer Hin-und Rückrunde, in dem Auf und Absteiger ermittelt werden. Fest steht jedenfalls, dass auch den unteren Ligen Respekt gebührt, und Probleme, wie eben jenes der Amateurteams, nicht aus den oberen Ligen nach unten gereicht werden dürfen, sondern dass eine befriedigende Lösung für alle Beteiligten gefunden werden muss.

Patrick Redl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen