Heute finden die mit Spannung erwarteten Relegationsduelle zwischen den Regionalligen und der zweithöchsten Spielklasse statt. Dabei stehen mit Austria Salzburg und dem LASK bekannte... Relegation gegen Parndorf: Für den LASK geht es um die Rückkehr in den Profifußball

LASK FansHeute finden die mit Spannung erwarteten Relegationsduelle zwischen den Regionalligen und der zweithöchsten Spielklasse statt. Dabei stehen mit Austria Salzburg und dem LASK bekannte Namen vor einer möglichen Rückkehr in den bezahlten Fußball. Wir betrachten das Spiel SC-ESV Parndorf gegen den LASK aus Linzer Sicht und gehen der Frage nach, wie denn die Stimmung vor den wichtigsten Spielen des Jahres und die Chancen für eine erfolgreiche Relegation sind.

Bereits seit Ende April (Erteilung der Lizenz in erster Instanz) steht der LASK als Relegationsteilnehmer der Regionalliga Mitte fest. War man ins Frühjahr mit einigen guten Leistungen gestartet, so kehrte bei den Oberösterreichern in weiterer Folge gerne der Schlendrian ein. Die Defensive, im Herbst noch das Prunkstück (vier Gegentore in 15 Spielen), so verschlechterte sich diese Bilanz im Frühjahr deutlich (15 Gegentore). Bemerkenswert dabei ist, dass der Großteil dieser Gegentreffer aus dem Spiel heraus erzielt wurde. Große Abstimmungsprobleme zwischen Abwehr und defensivem Mittelfeld wurden ausgemacht, eine schlechte Einstellung der Spieler von manchen Medien attestiert. Aller Unkenrufe zum Trotz gewann der LASK auch die Frühjahrstabelle mit 38 Punkten aus 15 Spielen und zeigte in den jüngsten Partien eine deutliche Leistungssteigerung.

Liefering als Mahnmal

Im vergangenen Jahr lief bereits die Vorbereitung auf die Relegation suboptimal. Der LASK kämpfte im Fernduell gegen Pasching um den Meistertitel, musste die Regenschlacht in Leoben gewinnen. Nach dem Sieg brachen die Dämme bei Fans und Mannschaft, der Meistertitel wurde schon wie der sichere Aufstieg gefeiert. Danach hatte man jedoch nur zwei Tage, um sich auf den FC Liefering vorzubereiten. Konnte man auswärts noch gut mithalten und verlor unglücklich mit 0:2, war es im Heimspiel nach einem Weitschusstor von Ramalho schon nach wenigen Minuten klar, dass der LASK wieder ein Jahr in der Regionalliga zubringen müsste.

Wie stark ist der LASK?

Damals entlud sich der Frust neben Präsident Reichel an Trainer und Spielern. Wie sich jedoch zeigte, war Liefering sportlich in der zweiten Liga eine absolute Bereicherung und ein verdienter Aufsteiger. In diesem Jahr misst man sich mit Parndorf, das kein so übles Frühjahr hinter sich hat und eigentlich nur dank einer schwachen Hinrunde überhaupt auf Platz 9 landete. Im Gegensatz zum LASK, der mit einer reinen Profimannschaft antritt, ist der Großteil der Parndorf-Spieler nebenbei noch berufstätig. Die persönliche Bilanz des LASK fällt mit drei Siegen aus drei Spielen aus der Saison 2006/07 sehr positiv aus. Aus Linzer Sicht sieht man sich prinzipiell als ebenbürtig, Trainer Karl Daxbacher gab sich aber gewohnt vorsichtig bei Prognosen. Sperren musste man aus der Meisterschaft keine mitschleppen, jedoch sind mit Daniel Kogler (Schulter) und Sebastian Schröger (Nasenbeinbruch) noch zwei Spieler angeschlagen.

Was, wenn es klappt?

Der LASK und Austria Salzburg könnten mithelfen, die Saison 2014/15 in der zweiten Bundesliga sehr spannend zu machen. Mit Wacker Innsbruck, Austria Lustenau und Sankt Pölten hätte man gleich mehrere interessante Gegner, die den Zuschauerschnitt ordentlich heben würden. Bei einem Aufstieg würde Karl Daxbacher laut seiner Aussage auf jeden Fall Trainer bleiben und im Kader könnte man Dank der guten Connections von Jürgen Werner (Stars & Friends), der mit seinem Partner Manfred Schill als „Freund des LASK“ seit Winter dabei ist, aufstocken. In jedem Falle müsste man einige junge Spieler in den Kader aufnehmen, um die Jugendvorgaben erfüllen zu können. Derzeit würde nur Markus Blutsch dieser Vorgabe (bis 21 Jahre) entsprechen.

Und wenn es nicht klappt?

Seit der Neuübernahme im Winter bereitete man sich auch auf dieses Szenario vor, plante ein Budget für den Fall, dass man die Relegation verlieren würde. Finanziell steht man laut dem Vorstand auf gesunden Beinen und würde notfalls auch in der kommenden Saison alles daran setzen, aufzusteigen. In dieses Bild passt auch die Vertragsverlängerung von Torgarant Radovan Vujanovic, der am vergangenen Freitag seinen auslaufenden Vertrag – für beide Ligen gültig – verlängerte.

Die Fans im Rücken

Ähnlich wie die violetten Salzburger werden auch die LASKler das Auswärtsspiel zum Heimspiel machen. 1000 Karten bekam der LASK von Parndorf zur Verfügung gestellt, 800 verkaufte man allein am ersten Vorverkaufstag. Dies sollte also der Grund sein, warum ein Gutteil der Zuschauer den Schwarz-Weißen die Daumen drückt. Wird im Burgenland ein gutes Ergebnis geschafft, ist im Rückspiel eine hohe vierstellige Zuschauerzahl wahrscheinlich und würde einen würdigen Rahmen bieten. Die Fanplattform Seit1908 machte sich daran, die Euphorie zu stärken und produzierte einen Relegationstrailer, den wir euch an dieser Stelle nicht vorenthalten wollen.

Fazit

Beim LASK hat man aus dem Relegationsdesaster vom vergangenen Jahr gelernt. Dieses Mal regieren Understatement und die Vorsicht auf die Frage, wer denn der Favorit sei. Akribische Vorbereitung auf den Gegner steht auf dem Programm – Trainer Daxbacher ließ die Spieler mehrere Matches von Parndorf über die gesamte Distanz ansehen. Man hofft, dass die Parndorf-Offensive nicht über sich hinauswächst und die eigenen Offensivkräfte rund um Vujanovic bereits im Auswärtsspiel eine gute Ausgangsposition schaffen.

Christoph Zeppetzauer, abseits.at

Christoph Zeppetzauer

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