Vom 11. bis 21. Dezember findet in Marokko die zehnte Auflage der Klub-WM statt. In Agadir und Marrakesch kämpfen die Gewinner der jeweiligen Kontinentalwettbewerbe...

Afrika KontinentVom 11. bis 21. Dezember findet in Marokko die zehnte Auflage der Klub-WM statt. In Agadir und Marrakesch kämpfen die Gewinner der jeweiligen Kontinentalwettbewerbe um den Titel Klubweltmeister 2013. Aus Europa ist der Champions-League-Sieger FC Bayern München dabei. Aber woher kommen die anderen Teilnehmer? Und können die auch kicken? Ein Exkurs in fremde Fußballwelten.

Auckland FC: Ein Spanier in Down Under

Ramon Tribulietx trainiert den Gewinner der ozeanischen Champions League seit 2010. Der spanische Fußballlehrer hat eine Multi-Kulti-Truppe auf die Beine gestellt. Neben Spielern aus Neuseeland, kicken bei dem Kiwi-Klub auch Fußballer aus Kroatien, England, Spanien oder den Fidschi Inseln. So wie John Irving, der seine sportliche Ausbildung beim FC Everton genoss. Oder Roy Krishna. Der Neuzugang erzielte in 78 Spielen 56 Treffer in der neuseeländischen Liga – allerdings für den Lokalrivalen und Meisterschaftskonkurrenten Waitakere United. Seit dieser Saison stürmt er nun für Auckland, nachdem er unter anderem ein Probetraining bei Leeds United und PSV Eindhoven absolvierte. Zum Sprung nach Europa hat es allerdings nicht gereicht.

Der spanische Trainer hat ein eingespieltes Team, das bereits zum dritten Mal in Folge an der Klub-WM teil nimmt. Der Wettbewerb ist eine willkommene Abwechslung zum Liga-Alltag. Obwohl Fußball in Neuseeland sehr beliebt ist, kommen zu den Heimspielen selten mehr als 1.000 Zuschauer. Das liegt vor allem an der fehlenden Identifikation der Fans mit den Vereinen. Als die neuseeländische Liga 2004 gegründet wurde, bekamen Franchise-Klubs den Vorzug vor Traditionsvereinen, welche einfach ausgeschlossen wurden.

Auch der Auckland Football Club ist ein junger Verein, der allerdings in den letzten drei Jahren jeweils die OFC Champions League gewinnen konnte. Nun wollen sie die erste Runde der Klub-WM überstehen. Der Gegner dort: Das Heimteam aus Casablanca. Die Kicker aus Ozeanien werden dann über 19.000 Kilometer in den Knochen haben – sie müssen für dieses, vielleicht einzige Spiel, um den gesamten Globus reisen.

Raja Casablanca: Neuer Trainer – Neues Glück?

An Tradition mangelt es dem Fußballklub von der Atlantikküste nicht. Der Verein konnte bereits elf Meistertitel erringen, den letzten in diesem Jahr. Als amtierender Titelträger des Austragungslandes sind sie deshalb in dieser Saison bei der Klub-WM dabei.

Die marokkanische Liga genießt einen guten Ruf und gilt als eine der Stärksten des Kontinents. Neben Raja sind auch der Lokalrivale Wydad Casablanca, sowie FAR Rabat sehr erfolgreich.

Die Mannschaft von Raja Casablanca besteht überwiegend aus einheimischen Spielern, aber auch Nationalspieler aus anderen afrikanischen Ländern zählen zum Team. In der vergangenen Saison zeigten sie erfrischenden und vor allem erfolgreichen Offensivfußball, doch in der Saison 2013/14 stockt der Motor. Nachdem der Klub derzeit nur im Mittelfeld der Tabelle steht, wurde prompt der Erfolgstrainer der vergangenen Saison entlassen. Der neue Trainer heißt Faouzi Benzarti und ist seit 6.Dezember im Amt. Der Tunesier hat Erfahrung mit afrikanischen Klubs und trainierte die Nationalteams von Libyen und Tunesien.

Die Erwartungshaltung ist trotz des kurzfristigen Trainerwechsels groß. Raja Casablanca ist eines der beliebtesten Teams des Landes. Auch außerhalb von Marokko haben sie viele Sympathisanten, da sie bereits drei Mal die CAF, die afrikanische Champions League, gewinnen konnten. Beim Eröffnungsspiel gegen Auckland in Agadir kann das Team also auf große Unterstützung hoffen.

CF Monterrey: Hoffnungen ruhen auf chilenischer Torfabrik

Es gibt derzeit nicht viel zu bejubeln beim mexikanischen Topklub. Im Mittelfeld der heimischen Liga ist man in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Ohne die Tore von Humberto Suazo sähe es allerdings noch weitaus schlimmer aus. Zehn Mal hat er in dieser Saison bereits getroffen – in 14 Spielen. Somit ist er fast für die Hälfte der erzielten Tore verantwortlich. Trainer Jose Guadalupe Cruz hofft, dass der wuchtige Stürmer nun auch bei der Klub-WM die entscheidenden Treffer macht. Cruz, der das Team erst im Sommer übernommen hat, steht eine eingespielte Mannschaft zur Verfügung, die ihre Qualitäten besonders in der Offensive hat. Zudem ist sie gespickt mit erfahrenen Fußballern, wie Ricardo Osorio, der 2007 mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister wurde.

Der CF Monterrey, ist ein Traditionsclub aus dem Norden Mexikos. Dort, wo die populären Sportarten Baseball und Basketball sind, etablierte sich ein Fußballverein, der viermal die Meisterschaft gewinnen konnte – zuletzt 2010. Zudem konnte Monterrey dreimal in Folge den CONCACAF Champion Cup gewinnen. Die Zuschauerzahlen variieren, doch bei wichtigen Spielen, wie dem Halbfinale der nord- und mittelamerikanischen Champions League gegen Los Angeles Galaxy, verwandelten 32.000 Zuschauer das Stadion in einen Hexenkessel. Das Zentrum mexikanischer Fußballkultur befindet sich allerdings in der Region Guadalajara und in Mexiko City.

Letztes Jahr reichte es für Monterrey zum dritten Rang bei der Klub-WM. Heuer will man die Favoriten ärgern und vielleicht sogar bis ins Finale vorstoßen.

Andreas Breitenberger, abseits.at

Andreas Breitenberger

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