Nachdem wir uns bereits den Abstiegskampf in der Premier League näher beschäftigten, möchten wir uns jetzt die Mannschaften ansehen, die um die freien Plätze... Englisches Aufstiegsrennen: Wer spielt vielleicht schon bald Premier League

Newcastle United, EnglandNachdem wir uns bereits den Abstiegskampf in der Premier League näher beschäftigten, möchten wir uns jetzt die Mannschaften ansehen, die um die freien Plätze in der englischen Topliga rittern. Zur Erinnerung: Platz eins und zwei reichen zum direkten Aufstieg. Die Ränge drei bis sechs spielen sich ein Play-Off um den letzten verbleibenden Platz aus.

Bislang sind 23 der 46 Spieltage absolviert, der perfekte Zeitpunkt für ein Halbzeitfazit über die Protagonisten im Aufstiegsrennen!

Brighton & Hove Albion (1. Platz, +21 Tore, 51 Punkte)

Neuer Spitzenreiter sind seit gestern die Blauen von der englischen Südküste, nämlich der Brighton & Hove Albion Football Club. Seit 17 Spieltagen ist man in der Liga schon ungeschlagen und verfügt mit Glenn Murray (15 Tore) über einen verlässlichen Torjäger. Hinten hält die beste Defensive der Liga dicht. Zuhause ist man eine Macht, neun der zwölf Heimspiele konnten gewonnen werden und auch auswärts sammelte man schon 22 Punkte. Zur Saisonhalbzeit deutet also eine ganze Reihe an Faktoren auf ein Premier League Comeback nach nun schon 34 Jahren hin. Doch Vorsicht ist trotzdem geboten, schon ab Rang drei winkt der undankbare Play-Off-Modus und damit auch in gewisser Weise eine Lotterie. Dort fehlte im Sommer das Glück auf ganzer Linie, als man zuerst wegen zweier Tore den direkten Aufstiegsplatz verpasste, danach als Top-Favorit schon in der ersten Play-Off-Runde scheiterte und somit die überragende Saison in wenigen Tagen ungekrönt in den Sand setzte.

Newcastle United (1. Platz, +27 Tore, 49 Punkte)

Der Topfavorit belegt wenig überraschend den zweiten direkten Aufstiegsplatz. Aber gerade momentan täuscht der erste Blick auf die nackten Zahlen etwas, denn zuletzt setzte es zwei Niederlagen am Stück. Dazu herrscht Unruhe um den wegen Rassismusvorwürfen gesperrten Topvorlagengeber Jonjo Shelvey. So schmolz der Vorsprung der mit großem Abstand teuersten Mannschaft der Liga über Weihnachten dahin. Außerdem ist der St. James Park heuer alles andere als eine Festung, schon viermal gewann der Gast. Umgekehrt umgarnt in der Fremde gehöriger Respekt dem vierfachen englischen Meister: schon 28 Auswärts-Punkte sind Liga-Spitze. Ebenfalls top ist die Torfabrik rund um Goalgetter Dwight Gayle, der mit 17 Treffern  die Schützenliste anführt. Vieles deutet also auf das umgehende Comeback der Toon-Army rund um Starcoach Rafa Benitez in der Premier League hin.

FC Reading (3. Platz, +3 Tore, 43 Punkte)

In der ersten Reihe hinter den beiden schon etwas enteilten Fixaufstiegsplätzen hat sich der FC Reading platziert. Nach einem holprigen Start, der mit Rang 21 nach vier Spielen den Tiefpunkt erreichte, wurden aus den letzten zehn Partien gleich acht gewonnen. Mit Jaap Stam sitzt ein  Premier League erprobter Spieler auf der Trainerbank. Juwel in der Mannschaft ist bislang der 29-Jährige Jamaikaner Gareth McCleary mit bereits acht Toren und fünf Assists.

Huddersfield Town (4. Platz, +1 Tor, 42 Punkte)

Eine der jüngsten Mannschaften der Liga ohne große Namen. Aus hungrigen, talentierten „No-Names“ geschickt zusammengestellt, das ist der FC Huddersfield Town. Zuletzt katapultierten vier Siege das Team von David Wagner retour auf einen Play-Off-Platz. Bis Spieltag Nummer elf führte man sogar siebenmal die Tabelle an, ehe ein Zwischentief die Euphorie etwas bremste. Bis Ende Jänner warten nun fünf durchaus lösbare Meisterschaftsaufgaben. Hält man die Serie aufrecht, darf in der Grafschaft Yorkshire von den Play-Offs geträumt werden und damit von der Chance auf die erstmalige Rückkehr in die höchste Spielklasse seit 1972.

Leeds United (5. Platz, +7 Tore, 41 Punkte)

Einer der populärsten Klubs Englands lechzt regelrecht nach Topfußball. Mit ganz viel Chaos rund um den Verein nahmen sich „The Whites“ die letzten Jahre immer selbst aus dem Aufstiegskampf. Doch heuer könnte es tatsächlich anders werden. Acht Siege aus den letzten zehn Partien lassen die Kurve steil nach oben zeigen. Nach sechs Spieltagen stand man noch auf einem Abstiegsrang, entgegen der üblichen Gewohnheiten unter dem exzentrischen Eigentümer Massimo Cellino hielt man am Trainer fest. Am Donnerstag muss gegen Absteiger Aston Villa eine weitere Bewährungsprobe gemeistert werden. Mit dabei ist natürlich auch wieder Chris Wood. Der Neuseeländer traf zuletzt nach Belieben und hält schon bei elf Toren. Nach einer Verletzung gab er am Boxing Day ein Kurzcomeback und legte nur Minuten nach seiner Einwechselung das 4:1 auf. Nach bereits fünf verbrauchten Trainern seit 2014, möchte heuer Garry Monk den FC Leeds nach genau einem Jahrzehnt zurück ins Oberhaus führen.

Sheffield Wednesday (6. Platz, +4 Tore, 40 Punkte)

Der vierfache englische Meister kratzt auch heuer wieder am Tor zur ersten Liga. Die acht Heimsiege kaschieren die mäßige Auswärtsbilanz. Zuletzt setzte es nur eine Niederlage aus sieben Spielen und dazu der wichtige Auswärtsdreier bei Newcastle am Boxing-Day lassen die fußballverrückte Stadt wieder von der Premier League träumen. Der portugiesische Manager Carlos Carvalhal setzt dabei auf Atdhe Nuhiu meist nur als Joker. Bei erst einem Startelf-Einsatz und 12 Einwechselungen wartet der Angreifer noch auf eine Torbeteiligung.

Derby County (7. Platz, +9 Tore, 39 Punkte)

Spektakel pur bei Spielen der „Rams“? Fehlanzeige! Bei Auftritten von der Elf von Neo-Coach Steve McClaren regiert die defensive Vorsicht, hinten wie vorne wird mit Toren gegeizt wie sonst nirgends. Prunkstück ist die stabile Abwehr, denn nur 15 und damit die zweiwenigsten Gegentreffer der Liga ließ man bislang zu. Nachdem man heuer lange Zeit im Abstiegskampf verbrachte, wurden nach dem Trainerwechsel zuletzt 25 Punkte aus neun Spielen geholt, damit katapultierte man sich regelrecht mitten rein ins Aufstiegsrennen. Geht dieser Lauf auch gegen Wigan und Norwich weiter, rückt ein Play-Off-Ticket in Griffweite.

FC Fulham (8. Platz, +12 Tore, 36 Punkte)

Nach drei Jahren Championship möchte der FC Fulham wieder ins Oberhaus zurück. Dazu müsste man aber zu allererst einmal die Heimschwäche ausmerzen (nur 4 Siege aus 12 Spielen), auswärts punktete man bislang fleißiger. Von den letzten neun Partien wurde aber nur eine verloren, damit konnte der Kontakt zu den Play-Off-Plätzen wieder hergestellt werden. Nun warten über Neujahr zwei richtungsweisende „6-Punkte-Spiele“ gegen Reading und Brighton, zwei direkte Aufstiegskonkurrenten. Michael Madl verlor nach seiner Rotsperre den Stammplatz, war bei den folgenden 14 Spielen meist nur ein Nebendarsteller. Doch Besserung ist in Sicht, zuletzt war der Steirer wieder dreimal in Folge in der Stammformation!

Und wer ist sonst noch?

In direkter Schlagdistanz und im Aufwind ist Premier League Absteiger Aston Villa. Seit dem Trainerwechsel (Steve Bruce übernahm von Roberto di Matteo) ist man wieder im Kommen und holte bei den 12 Matches mit dem neuen Übungsleiter 24 Punkte.

Ebenfalls 34 Punkte und damit nur zwei Siege vom Play-Off-Platz entfernt sind der Lokalrivale Birmingham City und der FC Barnsley. Norwich City (33) und Preston North End (32) dürfen ebenfalls noch hoffen.

Werner Sonnleitner, abseits.at

Werner Sonnleitner

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