Der SCR Altach bekommt es heute Abend in der Qualifikation zur UEFA Europa League mit dem weißrussischen Vertreter FK Brest zu tun. Die Blau-Weißen... Heimsieg Pflicht, sonst könnt’s zäh werden: Das ist der Altach-Gegner FK Brest!

_Flagge Weißrussland

Der SCR Altach bekommt es heute Abend in der Qualifikation zur UEFA Europa League mit dem weißrussischen Vertreter FK Brest zu tun. Die Blau-Weißen gewannen vergangene Saison nach einem irren 11:10 im Elferschießen das Finale des nationalen Pokals gegen Schachtjor Soligorsk und damit den zweiten Titel in der 57-jährigen Klubgeschichte.

In Weißrussland wird eine Kalenderjahrmeisterschaft ausgespielt und nach 15 Spielen, also der Hälfte der Saison, liegt Brest auf dem 10. von 16 Plätzen. Mit dem Abstieg wird die Mannschaft von Trainer Vladimir Zhuravel nichts zu tun haben, aber auch der Europacup ist auf dem Liga-Weg in weiter Ferne.

Aktuell eine kleine Pause

Aktuell macht die weißrussische Liga vier Wochen Pause – auch um die Sommertransferzeit zu nutzen. Umso schwerer ist die Mannschaft aus Weißrussland einzuschätzen. Seriös beobachten konnte man den Vorjahresachten praktisch nicht. Mindestens drei Neue dürften vor dem Altach-Spiel ins Team rutschen. Deshalb werfen wir einen Blick auf die interessantesten Alteingesessenen im Kader von Brest und beleuchten zudem die interessanten Neuzugänge.

Argentinischer Freigeist

Die besten Spieler von Brest sind auf der Zentralachse zu finden. Allen voran muss der Argentinier Leandro Torres beobachtet werden. Der 28-Jährige nimmt bei Brest eine klassische, altbackene Spielmacherrolle ein. Da die Weißrussen fast immer in einem 4-2-3-1-System spielen, hat Torres zumeist zwei defensiv ausgerichtete Sechser hinter sich und im zentral-offensiven Mittelfeld alle Freiheiten.

Knallharte Abräumer auf der Sechs

Für gewöhnlich räumen hinter Torres zwei beinharte Sechser auf, die nicht sonderlich viel für das Spiel machen, aber gleichzeitig auch keine Zweikämpfe scheuen, sich in Rückwärtsbewegung weit zurückfallen lassen. Aleksei Legchilin sollte gesetzt sein, nachdem er zuletzt fast immer spielte und im Juni sogar für die weißrussische Nationalelf debütierte. Zuletzt wurde zudem immer wieder der erst 19-jährige Pavel Sedko ins Rennen geworfen.

Nigerianischer Lückenstopfer

Der Youngster sollte allerdings keine Chance gegen Chidi Osuchukwu haben, sofern dieser fit ist. Damit ist allerdings zu rechnen, da er nach zweiwöchiger Pause im Cup gegen Smorgon (7.Juli) schon wieder durchspielte und auch einen Treffer erzielte. Der ehemalige Sporting-Braga-Akteur bringt die nötige Physis und Laufstärke mit, um Torres den Rücken freizuhalten. Hinzu kommt, dass auch die beiden Außenspieler im Mittelfeld, zumeist Kapitän Nikita Bukatkin auf rechts und zuletzt vermehrt Dmitri German auf links, eher defensiv ausgerichtet sind.

Ex-Rapidler als Abwehrchef

Noch weiter hinten etabliert sich gerade ein Spieler, den aufmerksame Beobachter des österreichischen Fußballs noch kennen werden. Andrei Lebedev, mittlerweile 26 Jahre alt, wurde im Jänner 2010 von Rapid verpflichtet, schaffte es aber nie bis in die Kampfmannschaft und war später Stammspieler beim FC Lustenau und der Vienna. Seit Anfang dieses Jahres ist der schlanke 191cm große Innenverteidiger der Abwehrchef des FK Brest und zudem einer, auf den man bei Offensivstandards der Weißrussen gut achten sollte.

Bisher maue Stürmerleistungen

Mit den Stürmern kann man in Brest hingegen nicht zufrieden sein. Der ehemalige Teamspieler Roman Vasilyuk ist bereits 38 und hat seine besten Zeiten hinter sich. Auch der 32-jährige Dimitri Mozolevsky trifft derzeit kein Scheunentor und der erst 20-jährige Ghanaer Joel Fameyeh ist zu unbeständig und taktisch nicht solide genug. Deshalb rüstete der Verein im Juli nach und holte zwei hochinteressante Leute.

Ehemaliger ukrainischer Schützenkönig

Der 32-jährige Artem Milevskiy kommt von russischen Verein Tosno. Milevskiy wurde vor allem als Goalgetter von Dynamo Kiev bekannt und wurde in der Saison 2009/10 sogar ukrainischer Torschützenkönig (17 Liga-Treffer). Nach elf Jahren in Kiev zog es ihn nach Kroatien, Rumänien, die Türkei und zuletzt Russland, ehe er nun einen Vertrag über 1 ½ Jahre in Brest unterzeichnete. Vom Routinier erwartet man sich ebenso Tore wie vom Montenegriner Aleksandar Vujacic, der vom thailändischen Klub Prachuap kommt, aber noch nicht fit genug für 90 Minuten sein dürfte. Mit ihm ist vorerst als Joker zu rechnen.

Gute neue Lösung für die Außenverteidigung

Ein ebenfalls interessanter Neuer kam im Juli für die rechte Abwehrseite: Oleg Veretilo war lange Zeit Teil einer starken U21-Nationalmannschaft, ist mittlerweile 30 Jahre alt und hat 14 A-Länderspiele für Weißrussland auf dem Buckel. Der langjährige Dinamo-Minsk-Außenverteidiger spielte zuletzt in Polen für Podbeskidzie und für den FK Minsk. Der beidseitig einsetzbare Defensivspieler wird die Kampfkraft der Brest-Viererkette weiter steigern.

…könnte zäh werden!

Wie schon in der ersten Qualifikationsrunde erwartet Altach ein Geduldsspiel. Dass die erste Partie im Ländle stattfindet, ist sicher kein Vorteil für die Elf von Klaus Schmidt. Ein Heimsieg ist absolute Pflicht, auch weil Brest eine durch und durch auswärtsschwache Mannschaft ist, die nicht gut kontert und eher gefährlich ist, wenn man in Heimspielen eine durchschnittlich hohe Feldposition halten kann. Die Weißrussen werden in Altach mauern was das Zeug hält, um ein gutes Ergebnis fürs Rückspiel herauszuarbeiten. Gelingt den Vorarlbergern im Hinspiel kein voller Erfolg, kann das Auswärtsspiel mühsam werden, auch weil damit zu rechnen ist, dass Brest ein Level über Chikhura Sachkhere zu stellen ist.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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