Nachdem wir bereits ein Baseball Spiel in den USA besucht hatten und den amerikanischen „Soccer“ nicht missen wollten, nahmen wir unseren Aufenthalt in Washington... Stippvisite bei  Branko Boskovic` aktuellem  Arbeitgeber – ein Groundhopping-Bericht

Nachdem wir bereits ein Baseball Spiel in den USA besucht hatten und den amerikanischen „Soccer“ nicht missen wollten, nahmen wir unseren Aufenthalt in Washington D.C. zum Anlass, um das Major League Soccer Spiel von D.C. United gegen die Vancouver Whitecaps im RFK (Robert F. Kennedy) Memorial Stadium anzusehen. Am Parkplatz erspähten wir sofort ein großes Plakat des ehemaligen Rapid-Legionärs Branko Boskovic, der als „Designated Player“ bei United unter Vertrag steht, das Spiel aber verletzt von der Tribüne verfolgen musste.

Probleme an Karten zu kommen gab es auch fünf Minuten nach Ankick keine, da das knapp 57.000 Leute fassende Oval nordöstlich von Downtown Washington D.C. mit 11.000 Fans nur spärlich gefüllt war. Der geringe Zuschauerzuspruch war angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Gegner um den abgeschlagenen Letzten der Western Conference handelte und Washington einen Zuschauerschnitt von ca. 14.500 Zuschauern hat, nicht allzu überraschend. Als wir bei unseren Plätzen ankamen, wurden wir von einem lautstarken, im italienischen Stil gehaltenen Support der Fanclubs „District Ultras“ und „Barra Brava“, die zwar auf einer gemeinsamen Tribüne standen, jedoch durch ca. 20 Meter getrennt waren, überrascht. Die Gästefans aus Vancouver machten nur ein kleines Grüppchen aus, das sich auf der Familientribüne verteilte.

Nicht viel los in Halbzeit eins

Spielerisch sahen wir anfänglich im Vergleich zu den großen europäischen Ligen Schonkost, United erarbeitete sich zwar eine optische Überlegenheit, bis auf ein paar Weitschüsse kam aber nichts Zählbares dabei heraus. In der 40. Minute hätten die Gäste aus Vancouver, die seit mittlerweile 13 Spielen in der Fremde nicht mehr voll punkten konnten, sogar in Führung gehen können, doch der überragende dritte Tormann von D.C. lenkte einen Freistoß an die Querlatte, um anschließend noch ein Strafraumgestocher zu klären. Quasi mit dem Pausenpfiff kam aber die Erlösung für das erfolgreichste Team der MLS. Der bis dato auffälligste Spieler im Dress von United (Dwayne de Rosario) tanzte an der Eckfahne einen Gegenspieler aus, spielte einen feinen Querpass vor das Tor, wo Chris Pontius nur mehr verwerten musste.

T-Shirt–Schleuder und Rauchtöpfe

In der Pause gab es dann einige Halbzeitshows, wie man sie mittlerweile auch in manchen österreichischen Stadien „bewundern“ kann, doch eine davon war uns gänzlich unbekannt. Mittels einer großen Schleuder wurden zusammengefaltete T-Shirts in die Menge befördert, was zu ähnlichen Jubelorgien, wie nach dem kurz zuvor erzielten Tor, führte. Nachdem wir uns mit Chicken Tenders und Fries gestärkt hatten, verpassten wir beinahe das zweite Tor des Spiels, denn D.C. United nahm den ganzen Schwung des Tores mit aus der Kabine. Der Honduraner Andy Najar erreichte einen der vielen hohen Bälle nach vorne und beförderte ihn durch die Beine des gegnerischen Torhüters in die Maschen. Dieses und weitere Tore wurden von beiden Fanblöcken mit frenetischem Jubel, schwenkenden Fahnen und Rauchtöpfen zelebriert. Was in Österreich undenkbar wäre, wurde an diesem Abend des Öfteren in Washington umgesetzt, denn einzelne Ordner stolzierten einfach in den Sektor, entwendeten dem Übeltäter den Rauchtopf und zogen davon um ihn auszulöschen.

Nach dem 2:0 setzten die Whitecaps noch einmal alles auf eine Karte, erarbeiteten sich einige Großchancen, scheiterten aber ein ums andere Mal an United – Torhüter Joe Willis, der nach dem Spiel zum „Man of the Match“ gewählt wurde. Dem nicht genug, erhöhte United nach Chris Pontius` zweitem Tor auf 3:0 und wenig später durch den eingewechselten Stephen King, nach neuerlich sehenswerter Vorarbeit von Dwayne de Rosario, auf 4:0. In den letzten Minuten gab es von Seiten der Gäste aus Vancouver keinerlei Gegenwehr mehr, zum Schluss hatten sie sogar Glück, nicht in ein noch höheres Debakel zu laufen.

[http://www.abseits.at/public/abseits/images/fotos/washington_dc_united_vancouver_whitecaps_mls1.jpg]
[http://www.abseits.at/public/abseits/images/fotos/washington_dc_united_vancouver_whitecaps_mls2.jpg]
[http://www.abseits.at/public/abseits/images/fotos/washington_dc_united_vancouver_whitecaps_mls3.jpg]
[http://www.abseits.at/public/abseits/images/fotos/washington_dc_united_vancouver_whitecaps_mls4.jpg]
[http://www.abseits.at/public/abseits/images/fotos/washington_dc_united_vancouver_whitecaps_mls5.jpg]

FH, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen