Am Donnerstag bestreitet Sturm Graz das erste Spiel der Europa-League-Gruppenphase gegen Lokomotive Moskau. Im ersten Teil der Gegneranalyse erfahrt ihr alles Mögliche rund um... Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, ein supermodernes Stadion und günstige Flugverbindungen – Das Rückspiel bei Lok Moskau ist ein Pflichttermin für Sturm-Fans

Am Donnerstag bestreitet Sturm Graz das erste Spiel der Europa-League-Gruppenphase gegen Lokomotive Moskau. Im ersten Teil der Gegneranalyse erfahrt ihr alles Mögliche rund um den Verein und die Stadt Moskau. Das Rückspiel sollten sich die Sturm-Fans unbedingt vor Ort anschauen, denn das neue Stadion des Gegners spielt alle Stückeln!

Name: Lokomotive Moskau
Gegründet: 12.08.1923
Alter: 88 Jahre
Vereinsfarben: Rot-Weiß-Grün
Stadion: Lokomotiv-Stadion
Fassungsvermögen: 30.075
Präsident: Olga Smorodskaja
Trainer: José Couceiro
Homepage: www.fclm.ru
Email-Kontakt: info@fclm.ru

Erfolge:
2x russischer Meister: 2002, 2004
5x russischer Pokalsieger: 1996, 1997, 2000, 2001, 2007
2x russischer Supercupsieger: 2003, 2005
2x sowjetischer Pokalsieger: 1936, 1957

STANDING IN RUSSLAND

Lokomotive Moskau wurde am 12.08.1923 gegründet, hieß damals aber noch „Klub der Oktoberrevolution“ und bekam erst im Jahr 1935 den heutigen Namen. Die besten Fußballer der russischen Eisenbahn versammelten sich in diesem Verein, der im Jahr 1936 gleich die erste Auflage des russischen Pokals für sich entscheiden konnte. Bis zum zweiten Weltkrieg erreichte der Klub stets respektable Ergebnisse, danach musste der Verein jedoch einige Male aus der höchsten Spielklasse absteigen, wobei der Wiederaufstieg immer wieder schnell gelang.

Obwohl es vom sportlichen Standpunkt aus gesehen stärkere Mannschaften in der damaligen Sowjetunion gab, wurde der Verein auf der ganzen Welt bekannt, weil er als Botschafter des Landes fungieren durfte. Damals durften nur wenige Mannschaften die Sowjetunion verlassen, um Freundschaftsspiele in Europa, Asien und Nordamerika zu absolvieren. Lokomotive Moskau war lange Zeit die einzige Mannschaft im Land, der das Reisen gestattet wurde.

Vor etwa zwanzig Jahren, nach dem Zerfall der Sowjetunion, stand der Verein im Schatten der anderen starken Vereine aus der Hauptstadt, wie ZSKA Moskau, Dinamo Moskau, Torpedo Moskau und Spartak Moskau. Auch die Zuschauer blieben lange Zeit aus und kamen erst wieder, als der Verein langsam Achtungserfolge feierte. Mitte der 90er-Jahre gewann der Klub zwei Mal den russischen Pokal und schlug sich anschließend auch in den europäischen Wettbewerben hervorragend.

Im Jahr 2002 wurde das Stadion komplett umgebaut und gilt seither als das komfortabelste Stadion im osteuropäischen Raum. Die vier UEFA-Sterne lockten auch neue Fans an, sodass der Zuschauerschnitt in den nächsten Jahren stetig wuchs. Im Jahr des Umbaus konnte der Klub den ersten russischen Meisterschaftsgewinn feiern und nur zwei Jahre später diesen Erfolg wiederholen. Seit diesem Zeitpunkt beendete das Team die russische Meisterschaft, die in einer 16er-Liga ausgespielt wird, jedes Jahr zwischen dem dritten und dem siebenten Tabellenrang. Im Jahr 2007 gewann der Klub den russischen Pokal und wartet seitdem auf einen weiteren Titelgewinn. Momentan steht der Verein auf dem fünften Tabellenplatz und hat fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Zenit St.Petersburg.

STANDING IN EUROPA

Wie oben beschrieben war der Verein in den 50er-Jahren in Europa, Asien und Nordamerika bestens bekannt, da er die seltene Erlaubnis besaß, Freundschaftsspiele außerhalb der Sowjetunion zu bestreiten. Durch sportliche Höhenflüge fiel Lok Moskau jedoch erst in der Saison 1997/98 auf, als der Klub das Halbfinale im Europapokal der Pokalsieger erreichte. Eine günstige Auslosung kam den Russen entgegen, denn auf dem Weg ins Halbfinale bezwangen sie zunächst den weißrussischen Vertreter FC Belshyna Babruisk, dann Kocaelispor aus der Türkei und AEK Athen. Im Halbfinale verloren die Russen beide Spiele gegen den VfB Stuttgart. Die Deutschen mussten sich anschließend im Finale, das in Stockholm ausgetragen wurde, Chelsea F.C. geschlagen geben.

Nur ein Jahr später war abermals erst im Halbfinale Endstation für die Russen, die auf dem Weg dorthin Arsenal Kiew, den SC Braga und Maccabi Haifa ausschalteten. Im Semifinale gingen die Russen im ersten Spiel gegen Lazio Rom durch Zaza Janashia zu Hause in Führung, ehe die kroatische Legende Alen Bokšić den Ausgleich erzielte. Das Rückspiel endete torlos, sodass der italienische Vertreter aufgrund der Auswärtstorregel aufstieg. Christian Vieri und Pavel Nedvěd sorgten für die beiden Lazio-Rom-Treffer beim 2:1-Sieg im Finale gegen RCD Mallorca.

Auch in der Champions League gelangen dem Verein Achtungserfolge: In der Saison 2002/03 stand der Klub in der Zwischenrunde, ein Jahr später sogar im Achtelfinale, wo wieder die Auswärtstorregel zu Gunsten des AS Monaco entschied.

DIE STADT MOSKAU

Moskau ist nicht nur eine Stadt mit zahllosen Sehenswürdigkeiten, sondern auch der Nabel des russischen Fußballs. Seit dem Zerfall der Sowjetunion gewann zwischen 1992 und 2006 mit einer Ausnahme (1995 Alania Wladikawkas) immer eine Mannschaft aus der Hauptstadt die russische Meisterschaft. Erst seit 2007 sorgten mit Zenit St. Petersburg und Rubin Kazan zwei Vereine dafür, dass die Dominanz der Hauptstadt gebrochen wurde.

Der Besuch der Stadt zahlt sich nicht nur wegen des fantastischen Stadions aus, sondern auch wegen der zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die man zumindest einmal in seinem Leben gesehen haben sollte. Der Moskauer Kreml, der den roten Platz überschaut, die Basilius-Kathedrale, das Nowodewitschi-Kloster und der Gorki-Park sind nur ein paar Argumente, die für einen Besuch der 11-Millionen-Stadt sprechen. Eure Freundin könnt ihr am besten für diesen Trip gewinnen, wenn ihr vom Warenhaus GUM erzählt, welches am Roten Platz liegt und alle Luxus-Wünsche erfüllt – vorausgesetzt man verfügt über das nötige Kleingeld. Die Flugkosten fallen hingegen kaum ins Gewicht: Direktflüge von Wien nach Moskau (und retour) findet man im Internet um 180 Euro. Ab Graz bezahlt man etwa 260 Euro aufwärts.

Der zweite Teil unserer Gegneranalyse über Lok Moskau kommt noch heute – dann natürlich wieder mit einer ausführlichen Teaminfo!

Stefan Karger, www.abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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