Zlatan Ibrahimovic beendet seine Karriere – na gut, er wechselt in die US-amerikanische MLS. Nun ging es doch schneller als gedacht: Zlatan Ibrahimovic löst... Zlatan Ibrahimovic: L.A. wird zlatanisiert

Zlatan Ibrahimovic beendet seine Karriere – na gut, er wechselt in die US-amerikanische MLS.

Nun ging es doch schneller als gedacht: Zlatan Ibrahimovic löst seinen eigentlich noch ein halbes Jahr laufenden Vertrag bei Manchester United auf, und wechselt zu Los Angeles Galaxy in die US-amerikanische Profiliga Major League Soccer. Der Schwede hatte sich zum Ende der letzten Saison eine schwere Knieverletzung zugezogen, worauf schon über ein endgültiges Karriereende des streitbaren 36-Jährigen spekuliert wurde. Etwas überraschend verlängerte er vor der aktuellen Saison seinen Vertrag in England nochmals um ein weiteres Jahr, spielte aber offensichtlich in den Planungen vom Trainer der Red Devils, Jose Mourinho, keine Rolle mehr. Ibrahimovic nimmt für den Wechsel erhebliche Gehaltseinbußen in Kauf. Bei seinem alten Arbeitgeber verdiente er ca. 27 Millionen Euro im Jahr, in Los Angeles werden es nur drei Millionen für zwei Spielzeiten sein.

Dass Ibrahimovic – vorsichtig formuliert – über ein großes, an Arroganz grenzendes Selbstbewusstsein verfügt, dürfte bekannt sein. Die Liste der Anekdoten, die das bestätigen ist lang. Während seiner Zeit bei Paris St. Germain soll es laut seinem ehemaligen Mitspieler Marco Verratti zwischen Trainer Carlo Ancelotti und Ibrahimovic folgende Unterhaltung gegeben haben: „Vor dem Gewinn der Meisterschaft in der Saison 2012/13 mussten wir gegen Olympique Lyon spielen. Ancelotti war ein wenig angespannt. Also ist Ibra auf ihn zugegangen und hat gefragt, ob er an Jesus glaubt. Ancelotti bejahte, also hat Ibra zu ihm gesagt: ‚Sehr gut, also glaubst du an mich. Du kannst dich jetzt entspannen.“

Daher wundert es auch niemanden, als zur Bekanntgabe seines Wechsels eine einseitige Anzeige in der Los Angeles Times auftauchte, mit der simplen Botschaft „Dear Los Angeles. You`re welcome.“ Daneben prangte die Unterschrift von wem? Von Ibrahimovic natürlich.

Auf der einen Seite passt er in eine Stadt, die wohl wie keine andere auf der Welt den Schein statt dem Sein betont. Auf der anderen Seite wechselt Ibrahimovic in ein Umfeld, in dem „Soccer“ keine große Rolle spielt. Auch wenn beispielsweise. die beiden Basketball-Team der Lakers und Clippers jeweils schon bessere Zeiten erlebten, und die NFL noch bis Ende September eine Pause macht, sind in der Stadt der Engel andere Sportarten angesagt. Aktuell befindet sich die US-amerikanische Sportwelt zum Beispiel aufgrund der „March Madness“, der Meisterschaft im College-Basketball im Ausnahmezustand. Der Wechsel eines alternden Fußballers, der über seinem Zenit hinaus ist, interessiert wohl nur absolute Insider. Ob Ibrahimovic auf den Straßen Hollywoods überhaupt erkannt wird, ist ebenfalls fraglich.

Die Frage ist, ob ein offensichtlicher Narzisst wie Ibrahimovic einer ist, damit umgehen kann; oder sich gar zum Karriereende genau so ein Umfeld, in dem sich nicht mehr alles um seine Person dreht, bewusst ausgesucht hat. Bei einem Menschen, der sich mit einem gar nicht so großen Augenzwinkern mit Jesus und Gott vergleicht, steht dahinter aber ein gewaltiges Fragezeichen.

Ral, abseits.at