Trotz der Komplettierung der Premier League warteten noch einige Leckerbissen auf uns. Das absolute Highlight der letzten beiden Tage sollte das direkte Duell um... Groundhopper’s Diary | Ostern auf der Insel (3) – Die Duelle um den Aufstieg

Austrian AirlinesTrotz der Komplettierung der Premier League warteten noch einige Leckerbissen auf uns. Das absolute Highlight der letzten beiden Tage sollte das direkte Duell um den zweiten Aufstiegsplatz in die oberste Spielklasse in Hull werden. Doch ehe es soweit war, gab es noch drei Spiele am Ostermontag. Gleich die erste Partie war eine ebenfalls brisante Begegnung, in der es um den Direktaufstieg ging. Zwar eine Liga tiefer, aber nicht minder spannend. So begannen wird diesen Tag in Doncaster, wo es zum Spitzenspiel des Tabellenführers Doncaster Rovers gegen den Drittplatzierten Swindon Town kam.

Doncaster Rovers FC – Swindon Town FC 1:0 (0:0)

Der Anpfiff zu dieser Begegnung der League One in Doncaster war bereits um 12.15 Uhr und der Austragungsort war das 2006 fertiggestellte Keepmoat-Stadium. Diese Sportstätte wird neben den Doncaster Rovers auch vom Rugbyverein Doncaster RLFC als Heimstadion verwendet. Das Stadion hat 15.231 Sitzplätze, die voll überdacht sind. Die Baukosten beliefen sich auf 32 Mio. £,wobei trotz dieser Summe nicht einmal eine Rasenheizung eingebaut wurde.

Vor 8.106 Zuschauern kamen die Mannschaften der Doncaster Rovers und von Swindon Town auf das Feld.Beide Teams neutralisiertensich in den ersten 45 Minuten, sodass man den Eindruck gewinnen konnte, dass sich dieses Spiel auf äußerst bescheidenem Niveau befand und weit weg von jedweder Zweitklassigkeit war.Da es auch kaum Torchancen gab, war das torlose Remis zur Pausemehr als leistungsgerecht. Absolut zweitligatauglich waren hingegen das Catering und das Service im Stadion. Hier gilt es noch einmal ein Lob an Doncasters Offizielle auszusprechen, denn die Abwicklung solcher administrativer Dinge funktionierte im Keepmoat-Stadium schnell, unkompliziert und einwandfrei.

Nach dem Seitenwechsel wurde Doncaster etwas stärker und kam zu einigen Torchancen. Swindon beschränkte sich ausschließlich auf die Defensive. So versuchten die Rovers das Spiel in die Breite zu ziehen und über Flanken zum Erfolg zu kommen. Mit dieser Taktik gelang Doncaster in der 80. Minute verdientermaßen der einzige Treffer des Spiels. Durch diese drei Punkte konnte Doncaster die Tabellenführung verteidigen, während Swindon somit wohl aus dem Rennen um den direkten Aufstieg ist.

Barnsley FC – Leicester City FC 2:0 (2:0)

Von Doncaster ging es in das nahegelegene Barnsley. Nach rund 25 Minuten Fahrtzeit fanden wir gleich einen Parkplatz in Stadionnähe, sodass wir beim Anpfiff des Spiels problemlos auf unseren Sitzen waren. Im Oakwell Stadium kam es an diesem Nachmittag zum Duell gegen Leicester City. Barnsley steckt mittendrin im Abstiegskampf, während für Leicester die Formkurve zu diesem Zeitpunkt der Saison – trotz guter Platzierung – nach unten geht. Die Play-Off-Plätze für den Aufstieg in die Premier League sind zwar noch in Sichtweite, aber bei einer Niederlage in Barnsley wird es den Rest der Saison in der Championship wohl nur mehr um die goldene Ananas gehen.

Barnsley hatte den besseren Start und ging durch ein Eigentor bereits nach vier Minuten in Führung. Leicester zeigte sich durch diesen Gegentreffer geschockt und fand überhaupt nichts ins Spiel. Die Gastgeber konnten sogar noch vor dem Seitenwechsel auf 2:0 erhöhen. Nach der Pause ließ Barnsley zahlreiche Möglichkeiten aus und so war Leicester mit dem 2:0 noch gut bedient. Die beste Möglichkeit auf das 3:0 war ein Elfmeter für Barnsley, jedoch scheiterte Stürmer Scotland bei seinem Versuch vom Punkt an Torhüter Kasper Schmeichel. Nach dem vergebenen Elfmeter riss bei Barnsley der Faden im Spielfluss. Leicester wurde mit Spieldauer besser und begann sich auch einige Chancen herauszuspielen. Jedoch wollte an diesem Nachmittag kein Treffer für die „Foxes“ fallen und so blieben vor 10.429 Zuschauern die Punkte in Barnsley. Im Oakwell Stadium war man erleichtert, dass man an diesem Nachmittag die Abstiegsplätze wieder verlassen konnte.

Anstey Nomads FC – Ibstock United FC 0:4 (0:2)

Es gestaltete sich schon etwas schwieriger, um ein Spiel für den Montagabend zu finden. Neben dem Internet half uns dabei auch die Printausgabe des Non-League-Footballpapers (http://www.thenonleaguefootballpaper.com/) und siehe da, wir waren bei unserer Suche erfolgreich. Es gab es doch noch einen abschließenden Leckerbissen im englischen Unterhaus,diesmal in der neuntklassigen East Midlands Counties League.

Das einzige Abendspiel der Umgebung fand im Großraum Leicesters statt und es traf der Anstey Nomads FC auf den Ibstock United FC. Beide Teams befinden sich am Tabellenende und so war vor 82 Zuschauern an der Cropston Road kein qualitativ hochwertiger Fußball zu erwarten.

Immerhin pflegt Anstey seinen Sportplatz sehr fein. Man hat sogar zwei überdachte Tribünen und eine gute Kantine aufzuweisen. Es gibt sicher in dieser Spielklasse bei weitem unattraktivere Plätze als diesen in Anstey. So bereute niemand die Anreise und man konnte das Spiel bei einem frischgemachten Burger zu günstigen Preisen genießen.

Sportlich war Ibstock an diesem Abend allerdings eine Klasse besser. Anstey war zur Pause bereits 0:2 zurück und auch die Spielanteile auf Rasen machten deren Unterlegenheit deutlich. Nach 90 Minuten stand es 0:4 für die Gäste. Der Klassenerhalt wird sich in Anstey in diesem Jahr wohl so nicht mehr ausgehen. Mit dieser ansprechenden Leistung und drei weiteren Punkten wird zumindest Gegner Ibstock diesen Abstieg vermeiden können und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch in der nächsten an dieser Liga teilnehmen.

Nach diesem Spiel ging es zurück nach Sheffield, wo wir die letzte Nacht im Hotel verbrachten. Bevor es aber am Dienstag noch zur letzten Begegnung dieser Tour gehen sollte, machten wir noch das Einkaufszentrum in Sheffield Meadowhall unsicher. Es ist das fünftgrößte Großbritanniens und hat nur unwesentlich weniger Verkaufsfläche als die Shopping City Süd.

Hull City FC – Watford FC 1:0 (1:0)

Am Nachmittag fuhren wir rund eineinhalb Stunden nordostwärts, wo wir die Stadt Kingston-upon-Hull erreichten. Wir kamen überpünktlich beim 2002 eröffneten KC Stadium (Fassungsvermögen: 25.404) an und so konnten wir die verbleibende Zeit bis zum Anpfiff ruhig angehen lassen. Die Vorzeichen dieser Partie waren klar. Hull lag auf dem zweiten Platz in der Tabelle und hatte vier Punkte Vorsprung auf Watford. Ein Sieg der „Tigers“würde daher schon einen großen Schritt zurückin die Premier League bedeuten, aus der Hull vor drei Jahren abgestiegen ist.

Die diesem Spitzenspiel beiwohnenden 20.043 Zuschauer bedeuteten zugleich Saisonrekord im KC Stadium zu Hull. Die Partie war jedoch ähnlich jener in Doncaster. Beide Teams neutralisierten sich nahezu, wodurch auch die Tormöglichkeiten Mangelware blieben. In der 41. Minute traf allerdings Watfords Deeney mit einem schönen Weitschuss zur 1:0-Pausenführung. Die Pause konnte genutzt werden, um sich bei einem Kaffee etwas aufzuwärmen. Trotz Sonnenscheins unter Tags wurde es noch immer bitterkalt,sobald es dunkel wurde.

Da Hull auch in der zweiten Halbzeit kein Mittel fand, um die von Gianfranco Zola gut eingestellte Defensive Watfords zu überwinden, gingen die Tigers als Verlierer vom Platz. Neben Gianfranco Zola gab auch Steve Bruce bei der anschließenden Pressekonferenz zu, dass die Tabelle derzeit nur eine Momentaufnahme darstelle und in den letzten ausstehenden Spielen noch einiges passieren könnte. Für Spannung im Aufstiegsrennen ist – nach diesem Ergebnis – im Saisonfinale somit noch ausreichend gesorgt.

Danach ging es mit dem Auto gemütlich nach London, wo wird den Frühflug gebucht hatten, um wieder nach Wien gebracht zu werden. In Wien angelangt fanden wir dasselbe Bild vor, wie vor unserem Abflug, nämlich Schneefall und eine Schneedecke. Man könnte meinen, dass sich in der letzten Woche nichts zugetragen hat. Dass doch etwas passiert ist, konnten diese Berichte eindeutig unter Beweis stellen. 13 buntgemischte Spiele, von der WM-Qualifikation bis zur englischen Gebietsliga. Fußballherz, was willst Du mehr!

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Heffridge

Philipp Karesch alias Heffridge wurde 1979 in Wien geboren und hatte von Kindesbeinen an die Lust am Reisen und Fußball zu spielen. Durch diese Kombination bedingt, zieht es ihn nach wie vor auf die Fußballplätze dieser Welt. Die dort gesammelten Eindrücke sind ein fixer Bestandteil der abseits.at-Kolumne Groundhopper's Diary.

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