Im Nachgang der Qualifikationsspiele blicken wir in einer fünfteiligen Serie auf die Reichweiten, welche die einzelnen Spiele der jeweiligen Nationalmannschaft in verschiedenen europäischen Ländern... TV-Reichweiten zur WM 2022 Qualifikation: Rumänien, Schweden & Tschechien

Im Nachgang der Qualifikationsspiele blicken wir in einer fünfteiligen Serie auf die Reichweiten, welche die einzelnen Spiele der jeweiligen Nationalmannschaft in verschiedenen europäischen Ländern im nationalen Fernsehen erzielten. Im Fokus des vierten Teils stehen Rumänien, Schweden und Tschechien.


Neun der zehn Spiele wurden vom Privatsender Pro TV, dem meistgesehenen Fernsehsender Rumäniens, übertragen. Nur das Frühspiel um 18:00 Uhr am dritten Spieltag gegen Armenien lief auf dem „Schwestersender“ Pro X, welcher eine geringere Reichweite hat und dies somit auch das Spiel mit der deutlich geringsten Reichweite darstellte. Bedacht werden muss, dass Rumänien eine Stunde vor der mitteleuropäischen Zeit liegt und die Spiele somit eine Stunde später als zur angegebenen Zeit waren.
Obwohl Rumänien bis zum letzten Spieltag noch Platz zwei und damit die Playoffs erreichen konnte, sind die beiden höchsten Reichweiten im März vorzufinden. Auffällig: Das Spiel gegen den regionalen Rivalen Nordmazedonien zog im Hinspiel ca. 500.000 Zuschauer mehr an als im Rückspiel und machte es damit zu meistgesehenen der gesamten Qualifikation. Eigentlich wären hier die beiden Spiele gegen den vermeintlich attraktivsten Gegner Deutschland erwartet worden, aber selbst das Rückspiel gegen Armenien kam auf minimal mehr Zuschauer als das Rückspiel gegen Deutschland. Dass im September alle Spiele unter zwei Mio. Zuschauer blieben, kann vermutlich dem Wetter zugeschrieben werden.



Alle Spiele wurden vom größten Privatsender Schwedens, TV4, übertragen. Knapp hinter dem öffentlich-rechtlichen SVT1 ist es zugleich der zeitreichweitenstärkste Sender Schwedens. Marktanteile für die Spiele liegen nicht vor.
Die Spiele gegen Kosovo und Georgien fanden bereits um 18:00 Uhr statt. Zumindest das Spiel gegen Kosovo erzielte deshalb die geringste Reichweite der gesamten Qualifikation. Gegen Georgien war es das vorletzte Spiel und es ging im Fernduell mit Spanien noch um Platz 1, weshalb die Reichweite nicht ganz so gering war wie gegen Kosovo. Das Rückspiel gegen Spanien am letzten Spieltag, bei dem es im direkten Duell um Platz 1 ging, zog deutlich die meisten Zuschauer an. Auffällig wenige Personen interessierten sich dagegen für das Hinspiel gegen Spanien im September, denn dies kam auf die zweitniedrigste Reichweite insgesamt. Beim Vergleich der Monate fällt auf, dass die beiden Märzspiele höhere Werte generierten als jene im September und Oktober.



Alle Spiele wurden vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen Tschechiens, Česká televize, auf dem speziell für Sportübertragungen vorgesehen Sender ČT sport übertragen. Im Gegensatz zu anderen Ländern ist dies eine Besonderheit, werden doch sonst die Fußballspiele der heimischen Nationalmannschaft auf den Hauptsendern gezeigt.
Alle Spiele fanden um 20:45 Uhr statt. Obwohl Tschechien bei der EM bis ins Viertelfinale kam, ist von einer EM-Euphorie im Herbst in Bezug auf die TV-Reichweiten nichts zu sehen. Die meisten Personen interessierten sich für das Spiel gegen Wales bereits im März, überraschenderweise sogar noch vor den beiden Spielen gegen den vermeintlich attraktivsten Gegner Belgien. Während das Hinspiel gegen Belgien noch das zweitmeistgesehene war, kam das Rückspiel im September an einem Sonntagabend dagegen auf den niedrigsten Wert der gesamten Qualifikation. Die starke TV-Konkurrenz kann hier als Faktor dafür geltend gemacht werden.

Christoph Trompeter

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