Es gibt Menschen, die, wenn sie eines Tages vor ihren Schöpfer – mag man an denselben glauben oder nicht –  treten und gefragt werden... Kicker unterm Hakenkreuz (5) – DFB-Präsident Felix Linnemann

Es gibt Menschen, die, wenn sie eines Tages vor ihren Schöpfer – mag man an denselben glauben oder nicht –  treten und gefragt werden „Welche Ausrede fällt dir ein um deine Missetaten zu rechtfertigen?“ ziemlich wenig entgegnen können. Felix Linnemann wird sich anno 1948 schwer getan haben, sich darauf zu berufen, von den Verbrechen des Nationalsozialismus keine Ahnung gehabt zu haben.

Wenn man das Leben des einstigen DFB-Präsidenten betrachtet, so fällt es schwer sich nur auf das sportliche Element zu konzentrieren. Wie beim Tempelhüpfen müsste man ansonsten von einem sauberen Fleckchen zum nächsten hasten und dabei höllisch aufpassen nicht in jenen ideologischen Mist zu treten, den Linnemann Zeit seines Lebens verzapft hat. Eine Kraterlandschaft brauner Missetaten erstreckt sich über die Biografie des deutschen Sportfunktionärs. Trotzdem ist Linnemann eine umstrittene Figur: War er überzeugter Nazi, „nur“ Opportunist oder einfach ein Kind seiner Zeit?

Auf seiner Homepage bezeichnet der DFB Linnemann in der Unterüberschrift zu seinem Porträt als Entdecker des legendären Teamchefs Sepp Herberger. Unter dieser Bezeichnung firmierte der Kriminalpolizist jahrzehntelang im kollektiven Sportgeschichtegedächtnis der BRD bis man seine Mittäterschaft im Tausendjährigen Reich endlich wahrhaben wollte. Erst mit Theo Zwanzigers Regentschaft ab Mitte der 2000er-Jahre arbeitet der deutsche Fußballbund seine Vergangenheit so richtig auf. Davor galt Linnemann jahrzehntelang als „fähiger Kriminalbeamter“, der die „Modernisierung des Verbandes vorantrieb.“ Noch heute zitiert der DFB einen Zeitgenossen, der Linnemann wie folgt charakterisiert: „Er hatte eine Art von zweitem Gesicht und war irgendwie zum Fürchten.“ Das klingt nach einer Entschuldigung: Linnemann – der Handlungsschizophrene. Andere Historiker sind da weniger zimperlich, so bezeichnete Hubert Dwertmann den SS-Standartenführer –  vorwiegend aufgrund seiner Arbeit als Kriminalpolizist – als „Beteiligten am Völkermord“. Dwertmann ist der Ansicht, dass der Präsident mehr als nur ein autoritärer Chef oder pflichtbewusster Preuße war: Bereits vor der Machtergreifung Hitlers vertrat Felix Linnemann eine ganz bestimmte Sportauffassung, nämlich „dass es die größte Freude und die Erfüllung jahrelanger Hoffnungen (ist), bei einer Aktion mitzuwirken, die die erstrebte Wehrhaftigkeit des ganzen Volkes vorbereiten würde.“ Und im Sommer 1933 – nur wenige Monate nach dem Ende der Weimarer Republik –  ließ ein glücklicher Mann: „Wir sind heute stolz darauf, dass sich die Amtswalter des Deutschen Fußball-Bundes versammelten, um als erste sportliche Organisation ihre Auflösung zu beschließen, und sich mit allem lebenden und toten Inventar in den eben gegründeten Reichsbund für Leibesübungen der NSDAP einzugliedern“  verlautbaren. Auch Sporthistoriker Dietrich Schulze-Marmeling  bekräftigte 2013 im Interview mit der Zeit, dass Linnemann jedenfalls völkisch „dachte und handelte“.

Kripo Falschgeld

Fußball ist Linnemanns Leben. Einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen, schafft er nicht. Der Sohn eines Architekten wird 1882 im niedersächsischen Steinhorst geboren und wächst in Essen auf. Als er 1902 die Reifeprüfung besteht, fährt in Berlin gerade die erste U-Bahn, Otto Schulze lässt seinen Tachometer patentieren und eine Handvoll Señores meldet den Madrid Foot Ball Club als Verein an.  In ganz Europa sind Kinder seit Jahren dem Fußballfieber verfallen. Auch in Deutschland kicken – zum Leidwesen vieler Eltern –  Jungs gleich welchen Standes. Felix Linnemann wird später angeben, bereits als Kind vom Ballsport begeistert gewesen zu sein. Ab 1904 verlegt er sich vollständig auf Arbeit im Organisationsapparat von Vereinen. Seine erste Verwaltungstätigkeit lässt sich 1902 als Mitglied des amtierenden Berliner Meisters BFC Preußen nachweisen. Sechs Jahre später wird er in dessen Vorstand gewählt. 1910 gibt er seine Studienversuche, die ihn an alle vier Fakultäten in München, Münster und Berlin geführt haben, ohne Abschluss auf und wird Kriminalbeamter. Zähneknirschend ergreift er einen Beruf, der es ihm ermöglicht sich mit seinem zeitaufwendigen Hobby zu beschäftigen. Er besteht die Staatsprüfung zum Kriminalamtsleiter und wird 1927 zum Kriminalrat befördert. „Ausreichend“ – so seine Abschlussnote – verdeutlicht Linnemanns Wertschätzung für diesen Zweckerwerb. Auch Politik interessiert ihn zunächst nicht die Bohne. Seine Leidenschaft gilt allein dem Kicken. Er ist ein Kind seiner Zeit: Im wilhelminischen Deutschland herrscht eine konservativ-militaristische Stimmung. Der Autoritätsgedanke zieht sich durch Linnemanns gesamtes Leben und führt dazu, dass der spätere Reichsfachamtsleiter auch in seinem ungeliebten Beruf absolut korrekt, ja fast schon verbissen werkt. Sein nationales Grundverständnis verfestigt sich – wie bei vielen Deutschen – in der Zeit des Ersten Weltkrieges: Der Kriminalpolizist Linnemann streift sich gehorsam die Uniform über und dient drei Jahre lang an der Front. Schwer an der Ruhr erkrankt erlebt er die Niederlage, die schmerzhafter ist als jedes 0:5, im Lazarettbett. Nach seiner Hochzeit bleibt er als Soldat bis zum Februar 1919 im Innendienst, danach kehrt er zur Polizei zurück. Werktags ist er Hochstaplern und Scheckbetrügern auf der Spur, nach Feierabend macht er Karriere im Fußballverband.

Loyal sein zur jeweiligen Regierung – so hat es Linnemann gelernt und verinnerlicht. Wie tausende andere Landsmänner beugt er sich dem Zeitgeschehen. Ob und in welchem Ausmaß er tatsächlich nationalsozialistisch denkt, kann man heute nicht mehr genau nachprüfen. So vertritt er – überraschenderweise in der Hochblüte des Dritten Reiches – die Ansicht, dass jede „parteipolitische Bindung“ sowohl für seine Tätigkeit im Kommissariat als auch für seine Funktionärsrolle „unzuträglich“ sei. Nach 1918 geht es für Linnemann ruck-zuck: Er wird zum Vorsitzenden des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine ernannt und rückt schon ein Jahr später in den DFB-Vorstand vor. Seine Visionen beeindrucken die anderen Delegierten derart, dass sie den unbekannten Berliner überraschenderweise zum zweiten Bundesvorsitzenden wählen. Fußball ist klassenüberwindend und zusammenschweißend, sagt Linnemann. Er betont – als einer der wenigen – auch die völkerversöhnende Komponente des Sportes. Hat er doch ein zweites Gesicht? Steckt doch keine Überzeugung hinter seinen Machenschaften für die NSDAP?

Der Fußball verändert sich: Den Deutschen wird jede militärische Betätigung durch den Versailler Friedensvertrag verboten. Sport ist jetzt nur mehr Spaß und wird zum Sammelbecken. International werden die Kriegsverlierer zunächst ausgegrenzt, erst 1922 kommt es erstmals wieder zu einem fußballerischen Kräftemessen zwischen den ehemaligen Konfliktparteien. Ab 1925 ist Linnemann Alleinherrscher des DFB und sitzt auch im Reichsausschuss für Leibesübungen. Er führt den Verband mit eiserner Hand und versteht es sich durchzusetzen. Kurioserweise hört er auf den Spitznamen: „Papa Gnädig“ und lebt den Widerspruch ein Visionär zu sein und trotzdem keinen Millimeter von seinen ideologischen Positionen abzurücken: Als er zum Vorsitzenden gewählt wird, werden auch die „Hannoveraner Beschlüsse“ verabschiedet. Das beleidigte Kind DFB lehnt Mannschaftsduelle mit Profiteams aus Österreich, Ungarn und der Tschechoslowakei prinzipiell ab: „Zur Verteidigung des Amateurideals“, wie – nicht ohne Widerstand im Verband – beschlossen wird. Der Chef ist ein erbitterter Gegner des Profitums. Das sei Prostitution, meint er, und außerdem jüdisch konnotiert. Spieler, die für Handgeld wechseln, werden gesperrt. Der legendäre DFB-Amateurparagraph ist eine Frage der Ehre, der Scheinamateurismus eine Tatsache.

Das deutsche Fußballnetzwerk zu koordinieren ist für den Niedersachsen schwer bis unmöglich. Die meisten Klubs kochen – sowohl sportliche als auch weltanschaulich – ihr eigenes Süppchen und selbst im DFB spiegelt sich die gesellschaftliche Spaltung Deutschlands wieder: Da gibt es Josef Klein, einen Regionalverbandsfunktionär: „Treu, teutsch, tüchtig“. Sportliche Weltverbrüderung – pfeif drauf!, findet Klein und stößt damit anno 1930 ins selbe Horn wie Linnemann. Linnemanns Einstellung hat sich geändert. Eine überraschende Wendung? Das Denken eines Karrieristen? Linnemann wittert den baldigen Machtwechsel und die Chancen, die sich für den Fußball ergeben werden. Die Rolle, die der DFB im Nationalsozialismus spielen wird, ist seit seiner Gründung vorprogrammiert: 1900 als Linnemann noch als Mittelschüler in Essen lebt, wird Ferdinand Hueppe, Bakteriologe und selbsternannter „Rassehygieniker“, der erste Vorsitzende des frischgebackenen Verbandes. Hueppe vertritt die Auffassung, dass Sport nur als Körperertüchtigung und Kräftemessen seinen Beitrag zur Volksgesundheit leisten sollte. Ganz anders sieht das Walther Bensemann: Der Fußballpionier will vor allem Sportsethik als Rückgrat der Verbandstätigkeit wissen. Arbeitersportvereine geben ihm recht. Bensemann und Linnemann verbindet eine tiefe Abneigung. Schon 1923 jammert der DFB-Vorstand, dass der, in der Schweiz aufgewachsene und lange in England beheimatete Berliner, ihm zu international denke. Schluss mit der Völkerverbindung, auf die er noch vor wenigen Jahren Wert gelegt hat?

In den Zwanzigern werden in ganz Deutschland neue Sportstätten errichtet um Platz für die Fußballbegeisterten zu schaffen, deren Zahl in diesem Jahrzehnt auf fast eine Million angewachsen ist. Die strikte Ablehnung einer Professionalisierung steht teuren Sponsorengeldern nicht im Weg. Linnemann fädelt einige Deals mit Unternehmen ein: Die „IG Farben“ zahlen 400.000 Mark um ihre Produkte im Umfeld der Spiele zu vertreiben. Erst die Olympia-Schlappe von 1928 zwingt die deutschen Funktionäre zum Umdenken: Feige beschließen sie 1932 in Wiesbaden die Einführung eines getarnten Berufsfußballs. Der „Scheinamateurismus“ lebt nur wenige Monate lang. Als die NSDAP die Wahlen gewinnt, wird der ursprüngliche Amateurparagraph wiederhergestellt. Von 1930 bis 1933 ändert sich Felix Linnemanns Verhalten radikal. Die Weimarer Republik und die Verhältnisse, die sie in Sport und Politik verursacht, stören den pflichtbewussten Beamten und Fußballfunktionär, vermutet Biograf Detlef Peukert.

Schreibtischtäter

Als  die NSDAP an die Macht kommt, stellt sich Felix Linnemann bereitwillig als ausführender Funktionär zur Verfügung. Er setzt durch, dass auch der DFB von den neuen politischen Gegebenheiten profitieren kann. Der Fußballbund wird entmachtet und seine Aufgaben an das Reichsfachamt Fußball übertragen. Straff-hierarchisch gibt es jetzt 21 „Fachämter zur Einheit der Leibesübungen“, die Landesverbände werden aufgehoben und an ihrer Stelle 16 „Gaufachamtsleiter“ eingeführt. Schon im Mai stellt sich Linnemann auf die neue Zeit ein und gibt ein Schreiben heraus, dass die Ausgrenzung von „Angehörigen der jüdischen Rasse und marxistischen Bewegung“ zum Ziel hat. Im Juni 1933 ernennt Reichssportführer Tschammer Linnemann zum „kommissarischen Führer der Reichsfachschaft Fußball“. Er macht seine Hausaufgaben und avanciert im August 1934 zum „Reichsfachamtsleiter für Fußball, Rugby und Cricket“. Sein Parteibeitritt erfolgt relativ spät: 1937 wird er NSDAP-Mitglied, 1938 SS-Obersturmbannführer. Parteiideologisch arbeitet Linnemann parallel dazu auch in seiner Funktion als Polizist: Er wird Leiter des Charlottenburger Polizeiinstituts, dann Kriminaldirektor, Regierungsrat und schließlich Oberregierungsrat. Als solcher exekutiert er die diktatorischen Maßnahmen der NS-Regierung: Beschuldigte werden entrechtet, die zeitliche Begrenzung der Vorhaft abgeschafft, das KZ wird zum neuen Gefängnis. Linnemanns Dienststelle wird von den Beamten „Zigeunerzentrale“ genannt. 1936 geht der DRL im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen auf. Auch als Kriminalpolizist erlebt Linnemann die Eingliederung in die SS: Kripo und Gestapo werden ab 1936 unter dem Dach der Sicherheitspolizei gemeinsam geführt. Am 19. Oktober 1939 verfügt der fußballbegeisterte Kriminalrat die Durchsetzung des sogenannten „Festsetzungerlasses“, dieser bildet die Grundlage für die Erfassung, Zusammenführung und Deportation der Roma und Sinti. Später in Hannover schickt Linnemann in den ersten Wochen 700 Menschen nach Auschwitz in den sicheren Tod. Es gibt Stellungnahmen, die eindeutig belegen, dass sich der Niedersache auch – über seine Position hinaus – auf eigene Faust in die „Zigeunerpolitik“ der Stadt einmischte. In Linnemanns Dienststelle wird entschieden, in welche KZs die Sinti und Roma verschickt werden, welche Zwangsarbeit sie leisten sollen und ob sie zwangssterilisiert werden. Der Herr Oberregierungsrat geht auch in anderen Tätigkeitsbereichen nicht gerade zimperlich vor: So veranlasst er gegen delinquente Jugendliche „scharf vorzugehen“.

Schon in den Zwanzigern hat Felix Linnemann Otto Nerz als Nationaltrainer installiert. Sie planen den großen Coup: Turniersieg bei den olympischen Spielen in Berlin. Doch auf den 9:0-Auftaktskantersieg folgt eine peinliche Schlappe gegen Norwegen: Endstand: 0:2 und der Führer verlässt mit einem vor Wut weißen Gesicht in der 83. Minute das Stadion. Otto Nerz muss gehen, doch der Schuldige ist eigentlich sein Freund Felix: Linneman veranlasste bei diesem geplanten „Pflichtsieg“ die Aufstellung junger Akteure um die arrivierten Spieler zu schonen. Trotzdem wird der Reichsfachamtsleiter von der Pressekritik weitgehend verschont. Innerverbandlich hat er sich aber sehr wohl angreifbar gemacht und ist – zu diesem Zeitpunkt – immer noch kein Parteimitglied. Für Felix Linnemann beginnt langsam der Abstieg: Er wird hinausgedrängt.  Im Mai 1939 wird er beruflich nach Stettin und später nach Hannover versetzt und verliert so  an Einfluss. In Niedersachsen hinterlässt er als Rädchen im Apparat des Nationalsozialismus unrühmliche Spuren. Formell behält er seine Position im DFB bis zu dessen Ende im April 1940, dann wird er zu einem der drei Liquidatoren des Verbandes bestimmt. Das Kriegsende erlebt Linnemann als SS-Standartenführer im Reichssicherheitshauptamt in Berlin.

Hochstapler Felix L. ?

Im Mai ’45 wird Felix Linnemann von den Briten interniert. Sechs Monate lang wird der Ex-DFB-Präsident im Entnazifierungslager Westertimke in Niedersachsen festgehalten. Im Prozess baut er sich ein Rechtfertigungskonzept zusammen, datiert seine Mitgliedschaften falsch und „kann“ sich nur noch an wenig erinnern. „Ich habe mich im Gegenteil immer bemüht, die Zahl der zu diesem Zwecke der GESTAPO zur Verfügung stellenden Beamten möglichst gering zu halten.“, gibt er beispielsweise an. Er wird nicht weiter behelligt. Felix Linnemann wird im Winter entlassen und lebt noch zwei Jahre in seinem Geburtsort Steinhorst. Am 11. März 1948 stirbt der ehemalige DFB-Präsident.

Wer war dieser Felix Linnemann? Man weiß es nicht. Viele kolportierte Aussagen und seine Korrespondenz belegen, dass er sich Anfang der 30er tatsächlich der NS-Ideologie nahefühlte. Doch warum trat er nicht rasch in die Partei beziehungsweise deren angegliederte Organisationen ein? Seinen aktiven Beitrag, sein Wissen um die Geschehnisse des Holocausts kann er nicht leugnen. Der Fußballfunktionär war stets parallel aktiv: So grenzte er sowohl im Verband als auch in seinem beruflichen Wirkungsfeld NS-Gegner aus. Nur aus mangelndem Demokratieverständnis und eingebläutem Pflichtbewusstsein?

Der Chef der „Zigeunerzentrale“ entwickelte sich in seinen letzten Lebensjahren zum Choleriker. Kaum einer wollte mehr etwas mit ihm zu tun haben. Unterm Strich steht keine schöne Lebensbilanz, vielleicht hat das Linnemann am Ende seiner Tage gespürt. Dennoch verdankt ihm der deutsche Fußball Pionierarbeit: Der Niedersachse straffte die Organisation und kämpfte mühevoll für eine Zivilisierung des Fußballwesens in Deutschland. Sechzehn Jahre nach seinem Tod vollbrachte „seine“ Entdeckung Sepp Herberger das „Wunder von Bern“. Fortschrittliches Denken war dem Kripo-Beamten im Fußball nie fremd, so regte er bereits 1932 die Einführung einer „Reichsliga“ – und somit eine Art Vorläufer der Bundesliga – an. Er regierte den Verband mit eiserner Hand – dem „Führerprinzip“ ähnlich – und war damit Fluch und Segen für die Entwicklung des Fußballs. Fakt ist, dass eine Figur wie Felix Linnemann nicht mehr zeitgemäß ist und zu hoffen bleibt, dass solche Entwicklungen auch nicht mehr in Mode kommen werden. Die FIFA wusste das schon Anfang der Fünfziger-Jahre, da richtet sie ein internes Schreiben an den wiedergegründeten DFB mit der Bitte, Felix Linnemann, Kriminalrat i.R., möge nie wieder einen Verbandsposten bekleiden.

Marie Samstag, abseits.at

Marie Samstag

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