Am letzten Spieltag vor der Winterpause gab es in der österreichischen Bundesliga noch einmal einen Kracher zum Abschluss der Herbstsaison. Die Wiener Austria empfing... Analyse: Austria feiert historischen Kantersieg über Rapid

Am letzten Spieltag vor der Winterpause gab es in der österreichischen Bundesliga noch einmal einen Kracher zum Abschluss der Herbstsaison. Die Wiener Austria empfing den Erzrivalen Rapid zum 328. Wiener Derby und zum ersten Duell in der neuen Austria-Arena, welches auch im Vorfeld viel Brisanz mit sich brachte. Nachdem sich die Violetten in Mattersburg mal wieder einen kräftigen Ausrutscher leisteten, stand man nun auch aufgrund der Siege der Konkurrenz stark unter Druck und lief Gefahr, sich die Ausgangslage für die Qualifikation für das obere Playoff deutlich zu verschlechtern. Auch auf der anderen Seite war Rapid mächtig unter Druck und ein Sieg war quasi Pflicht, um den Abstand nach oben zu verkürzen und die Chance auf das obere Playoff zu wahren. Viel Druck auf beiden Seiten also, wodurch diese Partie bereits von der Ausgangslage her spannend war.

Austria greift in die Trickkiste

Nach dem ganz schwachen Spiel in Mattersburg, stand der Trainer der Austria Thomas Letsch bereits mächtig unter Druck und es war nicht nur quasi ein Sieg Pflicht, sondern die Art und Weise sollte am besten auch überzeugend sein. Um die drei Punkte im heimischen violetten Stadion behalten zu können, dachte sich das Trainerteam der Veilchen auch etwas spezielles aus. Überraschenderweise rückte der kampfstarke Mittelfeldspieler Ebner nach links hinten, während der wiedergenesene Prokop wieder in die Mannschaft rutschte und auf der „Acht“ zum Einsatz kam. Daher ergab sich auch gegen den Ball eine klare 4-1-4-1 Grundordnung bei den Veilchen, die man bereits in den vergangenen Wochen meist zu sehen bekam. Doch interessant war dabei nicht die Grundordnung gegen den Ball, sondern welche Struktur die Violetten im Ballbesitz einnahmen. So veränderte sich die Formation im Ballbesitz von einem 4-1-4-1 zu einem 3-1-4-2, was vor allem mit der Auslegung der Rollen von einzelnen Spielern zusammenhing.

Ganz hinten angefangen, blieb der nach hinten gerückte Ebner im Spielaufbau zumeist auf einer Linie mit den beiden Innenverteidiger, wodurch sich eine klare Dreierkette bildete, die von Ankersechser Jeggo davor unterstützt wurde. Durch die tiefe Positionierung von Ebner und der daraus resultierenden Dreierkette, konnte Rechtsverteidiger Klein seine Rolle wesentlich offensiver und attackierender anlegen, weshalb er bereits sehr früh ins Mittelfeld schob und Breite gab. Dies wiederum hatte dann zur Folge, dass durch diese Rochade Flügelspieler Monschein quasi freigeschoben wurde und seine nominelle Position auf dem Flügel nicht einnehmen musste. Dies war dann auch letztlich wohl die Intention dieser strukturellen Änderung, nämlich Monschein neben Edmonwonyi in die Spitze zu schieben, um damit im Zentrum über viel Geschwindigkeit im Umschaltspiel verfügen zu können. Die 3-1-4-2 Struktur der Austria kann man beim nächsten Bild auch recht gut erahnen:

Die 3-1-4-2 Struktur der Austria, in der Klein die rechte Seite alleine bearbeitet und sein nomineller „Partner“ auf dem Flügel Monschein stattdessen ins Sturmzentrum rückt.

 

Dies passte auch ganz gut zu dem Ansatz und der defensiven Ausrichtung, zu der sich die violetten Gastgeber entschieden. Man verteidigte wie erwähnt aus einem etwas tieferen 4-1-4-1, wo man zu Beginn auf ein geordnetes Mittelfeldpressing setzte und den Spielaufbau von Rapid meist gewähren ließ. Einzig Matic rückte ab und an in die Sturmspitze neben Edomwonyi und versuchte vorne Druck auszuüben und den langen Ball des Gegners zu forcieren, allerdings war dies zu Beginn nur die Ausnahme.

Rapid und die Jagd nach der Spielkontrolle

Auf der anderen Seite gab es bei Rapid keine großartigen Überraschungen zu sehen. So lief man wie unter Kühbauer üblich in einem 4-2-3-1 auf, welches gegen den Ball zu einem klaren 4-4-2 mutierte. So setzten auch die Hütteldorfer nicht auf ein höheres Pressing, sondern versuchten die Austria eher zu leiten und zuzustellen. Die beiden Stürmer verhielten sich im Anlaufverhalten so, dass sie zunächst versuchten, die vertikalen Passwege mit ihren Deckungsschatten abzudecken und dann die gegnerischen Innenverteidiger beim Anlaufen nach außen zu drängen, um die Austria zum Spiel über die Flügel zu zwingen. Dadurch bestand allerdings natürlich wiederum die Gefahr, dass mit Jeggo der Ankersechser der Austria im Zentrum frei und anspielbar geworden wäre. Dies versuchte man dann so zu kompensieren, indem einer der beiden Sechser der Grünen nach vorne rückten und Jeggo zustellte, um da ein Vorwärtskommen über den Sechser der Violetten zu unterbinden. In der ersten Spielaufbauszene der Austria klappte dies z.B. noch nicht, wie man dies beim ersten Bild noch erahnen kann. Jeggo bot sich nämlich passend zwischen den beiden Rapid-Stürmern an, weshalb ihn Schoissengeyr auch anspielen konnte und die Austria so relativ einfach in die gegnerische Hälfte vorstieß. In weiterer Folge der Partie klappte der Mechanismus und Zugriff auf Jeggo allerdings besser und man ließ sich folglich nicht mehr so einfach ausspielen.

Klappte dann der eigene Matchplan und das Leiten des Gegners auf den Flügel, war dies dann quasi die definierte Pressingzone der Gäste und der Startschuss, den violetten Gegner aggressiv unter Druck zu setzten. So ging es bereits in der Anfangsphase auf der Flügelzone zwischen den beiden Mannschaften ordentlich zur Sache und es herrschte teilweise enormer Raumdruck, da sich auf engstem Raum durch das starke Verschieben von Rapid viele Spieler ballten. Interessant war aber auch, wie Rapid das Ballbesitzspiel in diesem Derby anlegte. Die Struktur kann durchaus als mutig interpretiert werden, denn man fächerte mit der Formation ziemlich auf und hatte einige interessante Rochaden, mit denen man sich einen Vorteil verschaffen wollte. So rückte in etwa Kapitän Schwab ab und an zurück bzw. kippte zwischen die beiden Innenverteidiger ab, um die Aufbaulinie aufzufächern und damit Breite ins eigene (Aufbau)Spiel zu bringen. In weiterer Folge war allerdings vor allem die Rollenverteilung der beiden Flügelzonen hochinteressant, denn der strategische Fokus lag dabei ganz klar auf der linken Seite. In dieser Region tummelten sich oft mit Schwab, Potzmann und Schobesberger drei technisch starke Akteure, die immer wieder die Positionen tauschten und ein spielstarkes Dreieck formten, um für Verwirrung bei der Austria-Hintermannschaft zu sorgen. Vor allem die Positionsfindung von Linksverteidiger Potzmann war extrem flexibel und er nahm gleich mehrere Rollen an, sei es im Zentrum oder als Flügelspieler. Ergänzt wurde das Ganze durch Fallbewegungen von Alar oder Knasmüllner, die damit versuchte, einen Austria-Innenverteidiger aus seiner Position zu ziehen, um die Schnittstelle in der Abwehr für einen Pass auf den schnellen Schobesberger zu öffnen, der immer wieder in die Tiefe startete.

So hatte dieser strategische Fokus auf die linke Seite einen durchaus doppeldeutigen Charakter. Einerseits hatte man dadurch wie erwähnt ein spielstarkes Trio auf links und erhöhte die Chance, Durchbrüche über diese Region zu erzielen, andererseits lockte man damit wiederum den Gegner an, der klarerweise diese Zone durch starkes Verschieben versuchte dichtzumachen. Darauf waren die Hütteldorfer sichtlich vorbereitet, denn sobald es zu eng wurde, hieß die Zufluchtsstation nämlich Flügelspieler Murg. Dieser stand auf dem gegenüberliegenden rechten Flügel  sehr breit und konstant auf der Seitenlinie, um für Spielverlagerungen von der linken Seite aus anspielbar zu sein. Und diese kamen auch immer wieder und speziell Rapid-Kapitän Schwab attackierte mit seinen gezielten Seitenwechseln einige Male die ballferne Seite des Gegners. Auf der rechten Seite versuchte man dann schnelle Durchbrüche zu kreieren, indem Murg Eins gegen Eins-Situationen auflösen oder sich mit „Zehner“ Knasmüllner durch die gegnerischen Defensivreihen kombinieren sollte. Ging der Versuch schief, dynamische Vorstöße über rechts zu kreieren, baute man dann im Verbund mit dem eher zurückhaltenden Müldür ein Dreieck auf und ließ das Spielgerät in Ruhe laufen.

Rapid zunächst besser, Austria arbeitet sich langsam in das Spiel

Die grün-weißen Gäste erwischten dann auch den besseren Start, da ihre Struktur und Spielanlage zunächst gefestigter wirkte. Die Austria agierte recht abwartend, versuchte die Räume in der Defensive geschlossen zu halten und nach Ballgewinn schnell umzuschalten. Durch diese Passivität und das tiefe Verteidigen des Gegners, kombiniert mit der breiten Struktur und offensiven Spielanlage, erspielten sich die Hütteldorfer auch zunächst wesentlich größere Ballbesitzzeiten und ließen das Spielgerät in den eigenen Reihen gut laufen. Immer wieder versuchte man mit kleinräumigen Kombinationen auf links den Gegner auszuspielen oder anzulocken, um dann den schnellen Seitenwechsel auf Murg anzuvisieren, der dann Dynamik aufnahm und das Dribbling suchte. Das reichte zunächst noch nicht, um die Defensive der Austria in Bedrängnis zu bringen. Doch die Rapidler merkten nach einigen Minuten, wie man den Gegner darüber hinaus noch aushebeln könnte. So entschied sich das Trainerteam der Austria nämlich in ihrem Matchplan dafür, die starke linke Seite von Rapid mit gezielten Manndeckungen zu kontern und so für eine klare Zuteilung zu sorgen. So verfolgte in etwa Klein Schobesberger auf Schritt und Tritt, genauso wie es Monschein bei Potzmann praktizierte. Das führte dann auch dazu, dass durch das offensive Auftreten von Potzmann, Monschein sehr oft nach hinten gedrückt wurde und eine Fünferkette bei der Austria kurzzeitig entstand. Dadurch hatte Rapid dann wiederum im Zentrum etwas mehr Platz und konnte im zweiten Spielfelddrittel den Ball in den eigenen Reihen laufen lassen.

Diese Vorgehensweise hat dabei seine Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist wie erwähnt, dass man dadurch eine klare Zuteilung hat und die Spieler wissen, für wen sie verantwortlich sind. Was der Nachteil ist, dazu kommen wir gleich.

Davor fand nämlich die Austria nun auch im Ballbesitz nach gut 15 Minuten in das Spiel und konnte den Ball länger in den eigenen Reihen sichern, wodurch das Spiel mehr in Richtung der Violetten kippte und wieder ausgeglichener wurde. Die Abläufe im 3-1-4-2 begangen besser zu greifen und vor allem Achter Matic fand endlich ins Spiel und konnte speziell über die rechte Seite einige Situationen spielerisch lösen, nachdem er in der ersten Viertelstunde keinen einzigen (!) Ballkontakt sammelte – und das als zentraler Mittelfeldspieler. Darüber hinaus rückte man nun auch aggressiver nach vorne und presste als Kollektiv auch mal in der gegnerischen Hälfte, wodurch man sich Spielanteile zurückerkämpfte. Kaum wurde das Spiel der Violetten besser, ging man auch prompt in Führung. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld, schraubte sich der kopfballstarke Schoissengeyr in die Höhe, setzte sich gegen die beiden Innenverteidiger von Rapid im Duell durch und köpfte den Ball ins lange Eck zum 1:0. Dies war dann auch praktisch der Startschuss zu einer völlig verrückten Phase, wo die Partie förmlich außer Rand und Band geriet.

Bereits wenige Minuten nach der Führung der Violetten, glichen die Grün-Weißen wiederum aus. Ausschlaggebend dafür war das Ausnutzen eines defensiven Mechanismus bei der Austria, in Form von den Manndeckungen auf der linken Seite, die man in perfekter Manier entblößte. Wie bereits beschrieben, verfolgten Klein und Monschein ihre Gegenspieler mittels einer klaren Manndeckung. Dies führte dann auch zu Staffelungen, wo Rechtsverteidiger Klein plötzlich in der Nähe des Mittelkreises auftauchte und Schobesberger verfolgte, während Monschein seine Position einnehmen musste und quasi den Rechtsverteidiger kurzzeitig gab. Genau eine solche Situation ermöglichte dann auch den Ausgleich für Rapid, wie wir beim nächsten Bild gut sehen können:

Szene zum Ausgleich von Rapid, Schobesberger und Knasmüllner lassen sich fallen und bieten sich kurz an (gelber Strich nach links), weshalb sie sowohl Klein, als auch Madl verfolgen und ihrer Positionen somit verlassen. Linksverteidiger Potzmann erkennt diese Situation und den freien Raum und startet in die Tiefe, erhält von Barac den Ball und findet viel Raum vor, weshalb er folglich den Ausgleich erzielt.

Rapid entblößte also mit einer einfachen Gegenbewegung diesen Mechanismus in der Defensive der Austria und münzte ihn prompt in einen Treffer um. Dabei hätte man dies relativ leicht verhindern können, indem man die Gegenspieler einfach übergeben hätte, statt sie quer über das Feld zu verfolgen. In dem Fall hätte Monschein einfach Schobesberger im Zentrum gedeckt, während Klein auf seiner Position verblieben wäre und sich an Potzmann orientiert hätte. Mit einfacher Kommunikation hätte man sich viel Laufarbeit und Probleme erspart. Stattdessen musste mit Monschein ein nomineller Stürmer den rechten Außenverteidiger mimen, was nicht wirklich optimal ist. Doch diese Problematik sollte sich wenig später aus Sicht der Austria in Luft auflösen. Im Nachgang eines Eckballs für Rapid erkämpfte sich Matic den Ball im Mittelfeld, schickte Stürmer Edomwonyi auf die Reise, der von Ljubicic nur mehr mit einer Notbremse gestoppt werden konnte. Die Folge davon war, dass Ljubicic die rote Karte sah und somit die Hütteldorfer nach 30 Minuten mit zehn Spielern weiterspielen mussten. Für die Gäste kam es sogar noch schlimmer, denn der folgende Freistoß resultierte zum 2:1, als Strebinger den Schuss noch an die Stange lenkte, ehe Jeggo den Ball abstaubte. Doch damit nicht genug, für Rapid setzte es kurz danach den nächsten Nackenschlag. Matic erkämpfte sich erneut den Ball im Mittelfeld und bediente Monschein, der mit einem unwiderstehlichen Solo in den Strafraum drang und mit einem Lupfer seinen Lauf sehenswert zum 3:1 vollendete. In knappen 80 Sekunden sorgten die Austria damit für eine komfortable Führung.

Das Spiel war in dieser Phase völlig von der Rolle und es war eine unheimliche Dynamik in der Partie, wo auch Rapid in Unterzahl einen Teil dazu beitrug und in der Offensive gefährlich ins letzte Drittel kam. Daher entschied sich Austria-Trainer Letsch auch dafür, was beinahe in der Hektik unterging, das System auf ein klares 4-4-2/4-2-2-2 umzustellen und noch mehr Zugriff zu bekommen, weshalb Sax und Prokop die inversen Außenspieler gaben und es nun auch gegen den Ball bei einer klaren Doppelspitze blieb. Dies hätte beinahe bereits zum 4:1 geführt, jedoch traf Monschein das leere Tor nicht. Wenig später war es dann aber soweit und Kapitän Klein traf nach einer Ecke sehenswert ins lange Eck zum 4:1 und verwandelte damit das Stadion der Austria in ein Tollhaus. Diese furiose Phase in dem Spiel wurde dann mit dem Pausenpfiff beendet und die Partie schien bereits nach 45 Minuten vorzeitig entschieden.

Beide Teams stellen um, Austria versucht Partie zu kontrollieren

Nach der Halbzeitpause reagierte dann auch Rapid-Trainer Kühbauer auf den Platzverweis und den Rückstand. Er brachte mit Martic und Berisha zwei defensiv- und laufstärkere Akteure in die Partie und stellte das System auf ein klares 4-4-1 um. Man versuchte nun mit den zwei Viererketten kompakt und tief zu stehen, um die Defensive zu stabilisieren und sich nicht noch mehr Gegentreffer einzufangen. Berisha und Schobesberger tauschten dabei immer wieder die Positionen und wechselten sich in der Sturmspitze ab. Auch die Austria entschied sich erneut eine Systemumstellung vorzunehmen. Man kehrte zu der „Raute“ zurück und stellte auf ein 4-1-2-1-2 um, wobei interessanterweise Sax einen der beiden Achter gab, dabei aber seine Positionierung sehr flexibel auslegte und oft auch auf dem Flügel auswich.

Diese Flexibilität zeigte sich dann auch im Ballbesitzspiel der Austria. Man fand immer wieder die richtige Balance zwischen ruhiger Ballzirkulation und der Tempoverschärfung, wodurch man oft gute Lösungen gegen den tiefstehenden Gegner fand. Exemplarisch für diese Flexibilität in der Spielanlage sind die beiden ersten Großchancen der Austria. Bei der ersten Chance durch Monschein attackierte man das Zentrum bzw. den Halbraum des Gegners, während man bei der zweiten Chance durch Klein das Zusammenziehen ins Zentrum von Rapid ausnutzte und Sax mit einem langen Ball Klein auf dem Flügel freispielte und dieser dann alleine auf das Tor zulief. Die Austria verstand es also flexibel anzugreifen und hatte sowohl über den Flügel, als auch über das Zentrum immer wieder Lösungen parat, womit man eine passende Balance fand. Auch das Gegenpressing funktionierte recht gut und dadurch konnte man viele Konterangriffe frühzeitig unterbinden. Vereinfacht gesagt, die Austria nutzte diese Überzahl aus und nahm das Heft sichtbar in die Hand. Dass dies in Überzahl kein Selbstläufer ist, zeigte ja nicht erst das Heimspiel gegen Sturm, als man sich wesentlich schwer tat Lösungen zu finden.

Rapid stemmte sich zwar merklich gegen eine noch höhere Niederlage und versuchte Schadensbegrenzung zu betreiben, aber man war einfach nicht vom Glück verfolgt, wie etwa beim 5:1, als Barac den Ball unglücklich ins eigene Tor beförderte. Die Austria hatte dann noch nicht genug und der eingewechselte Turgeman setzte mit einem platzierten Kopfball den Schlusspunkt der Partie.

Fazit

Dieses 328. Wiener Derby war in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiger Abend, welcher noch lange in Erinnerung bleiben und in die Geschichtsbücher eingehen wird. Auch ohne dem Ergebnis hätte dieses Spiel viele interessante Themen gehabt und wäre lang und breit diskutiert geworden. Für die Austria war dieser 6:1 Sieg der höchsten Derbysieg in der Bundesliga-Geschichte und man sorgte damit für einen versöhnlichen Abschluss eines durchwachsenen Herbstes. Dabei hatte man speziell in der Anfangsphase Probleme in das Spiel zu finden und agierte zu defensiv, weshalb man zu wenig Zugriff auf die Partie bekam. Nach einer Viertelstunde war dies dann abgehakt und der Matchplan der Veilchen mit dem 3-1-4-2 begann besser zu greifen, auch wenn speziell die Manndeckungen auf der rechten Seite im Nachhinein wohl kritisch aufgearbeitet werden müssen. Der Knackpunkt  war dann klarerweise der Ausschluss des Gegners, wodurch die Partie endgültig in Richtung der Austria kippte. Dennoch muss man dann daraus aber auch erst in der Art und Weise Kapital schlagen und fünf weitere Treffer erzielen, wobei man sich gewissermaßen auch in einen Rausch spielte. Das Auftreten im zweiten Durchgang mit dieser Führung im Rücken war dann sehr souverän und abgeklärt, weshalb man nichts mehr anbrennen ließ. Dennoch sollte man sich von diesem Ergebnis nicht täuschen lassen und es  gilt das im Herbst erlebte kritisch zu analysieren, zu hinterfragen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Auf der anderen Seite erlebte Rapid einen völlig gebrauchten Tag und sorgte für einen negativen Höhepunkt in einem durchwachsenen Herbst in der Meisterschaft. Dabei startete man verheißungsvoll in diese Partie, war zunächst die bessere Mannschaft und schien einen guten Zugriff auf das Spiel zu erlangen. Man konnte dabei sogar einen Rückstand egalisieren und schien ein Rezept gegen das Defensivkonzept des Gegners gefunden zu haben, bis dann dieser verhängnisvolle Platzverweis kam. Danach fing man sich einen Treffer nach dem anderen ein und man wusste gar nicht, wie einem geschieht. Dennoch darf man sich auch in Unterzahl letztlich nicht so abschlachten lassen und gilt es einiges zu hinterfragen., wie es zu diesem Debakel kam. Trainer Kühbauer kündigte bereits Veränderungen in der Winterpause an und diese werden wohl dringend benötigt, will man doch noch den Sprung in das obere Playoff schaffen.

Dalibor Babic, abseits.at

Dalibor Babic

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