In der achten Runde der österreichischen Bundesliga empfing die Wiener Austria den LASK zum Topspiel in der neuen Generali-Arena. Die Violetten konnten nach dem... Analyse: LASK behält gegen Austria im „Luftkampf“ die Oberhand

In der achten Runde der österreichischen Bundesliga empfing die Wiener Austria den LASK zum Topspiel in der neuen Generali-Arena. Die Violetten konnten nach dem tollen Highlight im Wiener Derby und dem Sieg gegen den Stadtrivalen mit einer breiten Brust in dieses Spiel gehen und wollten nachlegen, um sich den Derbysieg mit einem weiteren Erfolg zusätzlich zu „veredeln“. Auf der anderen Seite kam aber auch der LASK mit einer breiten Brust nach Favoriten, denn zuletzt feierte man fünf Siege in Folge und behielt daher eine saubere Weste, die man nun auch in der Hauptstadt verteidigen wollte.

LASK und das gefürchtete Pressing

In der Riege der unangenehmsten Mannschaften, die es in der österreichischen Bundesliga zu bespielen gilt, rangiert der LASK zweifellos weit oben auf der Liste. Das liegt vor allem daran, dass es kaum eine Mannschaft so gut versteht, die Räume eng zu machen und den Gegner permanent unter großem Druck auszusetzen, um folglich auch Fehler und Ballgewinne zu erzwingen. Trainer Oliver Glasner arbeitet nun schon jahrelang bei den Linzern und konnte seither, als Trainer und Sportdirektor in Personalunion, behutsam eine Mannschaft und einen Kader zusammenstellen, der genau in dessen Vorstellungen und zu der angepeilten Spielweise passen. Da man auch die meisten Leistungsträger halten konnte und die Mannschaft nun seit zwei Jahren vom Grundgerüst her zusammen ist, erntet man nun die Früchte dieser Arbeit und profitiert vom blinden Verständnis und den ausgereiften Automatismen.

Der LASK definiert sich dabei ganz klar über das Spiel gegen den Ball und daraus wird die eigene Spielanlage abgeleitet. Das bedeutet, das Feld wird eng und kompakt gehalten, man geht sehr großes Risiko bzw. spielt mit einer extremen Direktheit nach vorne – entweder es gelingt der Durchbruch oder man gelangt sofort ins Gegenpressing.  Ergänzt wird das durch die vielen langen Bälle, wo man den Kampf um den ersten und zweiten Ball aktiv sucht, um so schnell wie möglich in die gegnerische Hälfte zu kommen. Ergo ist der LASK keine Mannschaft, die über den behutsamen und kontinuierlichen Spielaufbau nach vorne kommt, weshalb auch die Passquote der Linzer durch die hohe Direktheit oft unter zwei Drittel liegt. Diese Spielanlage wird aus einer 5-2-3 Grundordnung heraus praktiziert, die im Ballbesitz zum 3-4-3 wird.

Dies änderte sich auch im Spiel gegen die Austria nicht und die Linzer traten genauso auf, wie man es erwarten konnte. Gegen den Ball versuchte man schon recht früh, den Spielaufbau der Violetten zu unterbinden und sie zum langen Ball oder zum Ballverlust zu zwingen. Um dies zu bewerkstelligen, lief man die Austria im 5-2-3 an, ergo mit drei Stürmern, die sich meist erst im Zentrum formierten, um dann auf den Pressingauslöser zu lauern, der meist der Pass auf einen der beiden Innenverteidiger war. Dann lief meist der ballnahe Außenstürmer den Innenverteidiger an, während seine Kollegen nachschoben  und versuchten, die weiteren Passoptionen zuzustellen. Interessant war dabei, dass sich Mittelstürmer Otubanjo oft an Sechser Ebner orientierte und versuchte diesen in den Deckungsschatten zu nehmen, wobei er sobald er selbst einen Innenverteidiger anlief quasi von Holland/Michorl abgelöst  wurde und einer der beiden nachschob. Das hing immer davon ab, mit welcher Staffelung die Austria aufbaute und wer in dem Fall der ballnahe Spieler war. Sobald der Ball auf die Seite kamen, schoben alle drei Angreifer nach und versuchten das Feld eng zu halten. Die Anordnung des LASK kann man beim ersten Bild gut erkennen:

Die Austria im Spielaufbau, der LASK startet aus dem 5-2-3 ins Pressing und jeder Spieler hat eine klare Zuteilung und weiß, wen er anzulaufen hat.

Auf diesem Prinzip basierte das Defensivkonzept und der Matchplan der Linzer. Für die Austria und allgemein stellte sich nun die Frage, wie knackt man dieses Angriffspressing und wollen wir es spielerisch lösen? Das Trainerteam um Thomas Letsch entschied sich dafür, es mit einem behutsamen Spielaufbau zu probieren. Die Veilchen versuchten dies aus einem 4-2-3-1/4-3-3 System heraus, mit dem man bereits im Derby erfolgreich war. Eher zum 4-3-3 wurde es im Ballbesitz, da Friesenbichler wesentlich breiter agierte, als es noch im Spiel gegen Rapid der Fall war. Dies war gleich vorweg grundsätzlich auch die richtige Vorgehensweise. Gegen pressende Mannschaften gilt das Prinzip bei der Anordnung der eigenen Spieler „so weit wie möglich, so nah wie nötig“ was vereinfacht gesagt bedeutet, das Spielfeld so breit es geht zu machen, um die Formation des Gegners zu strecken, allerdings ohne dabei zu weit auseinander zu stehen und dadurch die Verbindungen untereinander zu verlieren, was auf Kosten der Anspielstation gehen würde. Dies ist von Haus aus also bereits ein schwieriges Unterfangen, weil es immer ein schmaler Grat ist. Zwei Meter zu weit vorne können da schon heißen, dass ich nicht mehr anspielbar für meinen Mitspieler bin. Der richtige strategische Ansatz war es daher zunächst, mit zwei breiten Flügelstürmern (Venuto/Friesenbichler) zu agieren, die in erster Linie die Flügelverteidiger der Linzer nach hinten drücken und am Aufrücken/Nachschieben hindern sollten. Wenn angenommen drei Stürmer die fünf Abwehrspieler hinten binden, bedeutet dies wiederum klarerweise, dass zwangsläufig offene Spieler bei 11 gegen 11 freistehen müssen.

Die Austria stand aber jetzt vor den nächsten strategischen Fragen – wie breit wollen wir stehen und mit wie vielen Spielern wollen wir das Spiel aufbauen? Was man nämlich ebenfalls berücksichtigen muss ist, was passiert, wenn man doch gezwungen ist mit langen Bällen zu operieren? Dann hat man nämlich das Problem, dass wenn der Ball wieder zurückkommt, man relativ weit auseinander steht und der Gegner offene Räume vorfindet. Und genau vor diesem Dilemma stand also die Wiener Austria. An dieser Problemstellung scheiterte übrigens bereits Ex-Trainer Fink in seinem letzten Duell gegen die Linzer, als er das Feld versuchte so breit es geht zu machen und durch die vielen eigenen langen Bälle, die prompt wieder retour kamen, hinten völlig offen war. Sein Nachfolger Thomas Letsch versuchte daher die Balance zu finden, zwischen der Maxime das Spiel breit zu machen, aber gleichzeitig kompakt genug stehen, um nach Ballverlust nicht zu viele Räume zu offenbaren.

Strategisch richtiger Ansatz im Aufbau, Ausführung nicht Fisch, nicht Fleisch

Um dies zu bewerkstelligen, standen die Außenverteidiger zwar recht breit, allerdings blieben sie tief, um für die Innenverteidiger anspielbar zu sein und dadurch quasi bereits in der ersten Aufbaulinie eine Vier gegen Drei Überzahl zu haben. Des Weiteren stellte man Ebner hinter der ersten Pressinglinie des Gegners auf und auch Matic blieb die meiste Zeit tief, um als Anspielstation zu fungieren. Die Staffelung der Austria kann man beim nächsten Bild gut erkennen:

Die Austria im Spielaufbau, die Außenverteidiger bleiben recht tief für die Ballzirkulation, man hat daher eine klare 4 vs.3 Überzahl und durch die Doppelsechs hat man de facto sogar eine 6 vs. 4 Überzahl.

Der strategische Ansatz war dabei der vollkommen Richtige. Für die drei Angreifer des LASK ist es schwierig, die vier Spieler in der ersten Aufbaulinie abzudecken, da der ballferne Spieler (im letzen Bild RV Klein) immer freisteht und man in Gefahr läuft, keinen Zugriff zu bekommen und nur hinterherzulaufen. Dass es dem LASK dennoch die meiste Zeit gelang, den Aufbau der Gastgeber zu unterbinden, lag vor allem an der schlechten Ausführung der Austria. Den Violetten fehlte nämlich vor allem eines: die Geduld. Man versuchte es nämlich oft nicht einmal, den Ball von links nach rechts laufen zu lassen, den Gegner folglich auf eine Seite zu locken und dann mit einer schnellen Verlagerung die offene ballferne Seite zu attackieren. Stattdessen ließ man das Spielgerät maximal über zwei, drei Stationen laufen und wenn dann kein Raum sofort offen war, spielte man nicht zurück und versuchte es über die andere Seite, sondern schlug den langen Ball nach vorne.

Diese Ungeduld sah man vor allem bei Torhüter Pentz, der oft zu schnell den langen Ball nach vorne schlug, statt es nochmal über die andere Seite zu probieren oder einen der beiden Innenverteidiger anzuspielen. Allerdings hatten da auch die Innenverteidiger ihren Anteil daran, da auch sie sich oft nur unzureichend nach hinten absetzen und sich als Anspielstation anboten. Das kann man beim nächsten Bild gut erkennen:

Die Austria im Spielaufbau, der LASK presst hier nur minimal und die Austria ist in einer klaren Überzahl, dennoch weist man Pentz an den langen Ball nach vorne zu spielen und rückt deshalb nach vorne, statt dass sich die beiden Innenverteidiger nach hinten absetzen und anspielbar werden, um zu versuchen das Spiel neu aufzubauen.  

Mit den vielen langen Bällen im Spielaufbau konterkarierte man allerdings strategisch den eigenen Plan. Dadurch, dass man oft mit sechs Spielern in der eigenen Hälfte stand, um das Spiel aufzubauen, hatte man folglich Probleme, die hohen Bälle und die folgenden ersten und zweiten Bälle zu sichern, da man klarweise vorne nur vier Spieler hatte, wobei ja die Flügelspieler weit auseinander standen, also effektiv nur drei Spieler in Ballnähe hatte. Auf der anderen Seite stand der LASK allerdings mit drei, höchstens vier Spielern in der gegnerischen Hälfte, während sechs bis sieben tiefer in der eigenen Hälfte standen und auf die langen Bälle lauerten. Daraus folgt klarerweise, dass aus dieser Ausganssituation heraus der LASK bei langen Bällen und dem Kampf um den ersten und zweiten Ball klar im Vorteil sein muss. Diesen Vorteil spielten die Linzer auch aus und hatten dadurch die Oberhand in diesem Bereich.

Daher stellt sich auch die Frage, warum man überhaupt Matic so tief nach hinten beorderte und mit einer Doppelsechs aufbaute, wenn man auf lange Bälle setzt und sich nicht flach durchspielen möchte. Dazu sei auch noch angemerkt, dass die Veilchen Pässe ins Zentrum von Haus aus so gut es geht vermieden. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn die allerliebste Pressingzone der Linzer ist der Raum im Zentrum und dort baut man auch gerne Pressingfallen auf. Dies kann man beim nächsten Bild auch gut erkennen:

Die Austria im Spielaufbau, Madl versucht es mal über das Zentrum über die (scheinbar) beiden freien Sechser, allerdings kommen die beiden Linzer Sechser nach Ballabgabe im Vollsprint angerauscht und üben sofort Druck aus. Die Austria kann sich dennoch befreien und der LASK muss sich mit einem taktischen Foul helfen.

Diese Szenen waren allerdings Mangelware, davon gab es im ersten Durchgang gerade einmal zwei. Bei der zweiten Szene verlor Ebner beinahe den Ball und überspielte nur mit viel Glück die Pressingfalle, danach fuhr die Austria allerdings einen gefährlichen Angriff, da man das Mittelfeld überspielen konnte. Daher war es verständlich, warum man den LASK mit Pässen ins Zentrum nicht einladen wollte. Mit etwas mehr Mut hätte man diese Falle auch strategisch für sich ausnutzen können, allerdings ist das Risiko im Vergleich zum Ertrag zu groß und es fehlt den Spielern an der nötigen Pressingresistenz bzw. bräuchte man dafür einen Tarkan Serbest.

So entwickelte sich ein zerfahrenes Spiel, mit vielen langen Bällen auf beiden Seiten, viel Kampf und Krampf und wenige spielerische Höhepunkte. Auf Seiten des LASK reichte es aus, Trauner zuzustellen und schon wurde jeder Ball nach vorne geschlagen, während man zu Beginn immerhin noch gute Szenen hatte, als man von außen mit diagonalen Zuspielen die Offensivspieler bediente. Die Austria bekam dies allerdings schnell in den Griff, wie sie auch allgemein defensiv recht gut stand, da man selber sehr aggressiv ins Gegenpressing ging und den Gegner in viele Zweikämpfe verwickelte, die speziell die Defensivspieler gewannen (Klein, Madl, Schoissengeyer allesamt über 80 Prozent Zweikampfquote). Der LASK ging mit der ersten richtigen Chance, nach einem Sonntagsschuss von Ranftl in Führung, der via Innenstange ins Tor ging. Auf der Gegenseite hatte die Austria ebenfalls eine einzige Großchance, jedoch scheiterte Kapitän Grünwald an Torhüter Schlager,  weshalb es beim 0:1 Pausenstand aus Sicht der Gastgeber blieb.

Austria stellt auf Raute um und bekommt etwas mehr Zugriff

Nach der schwachen Darbietung im ersten Durchgang entschied sich Austria-Trainer Letsch eine Umstellung vorzunehmen, sowohl personeller, als auch systematischer Natur. Sechser Jeggo kam für Venuto ins Spiel und feierte sein Debüt für die Austria, weshalb sich auch das System veränderte und man zu dem rautenförmigen 4-3-1-2 zurückkehrte. Vermutlich wollte man damit das Zentrum stärken und dort speziell im Kampf um den zweiten Ball besseren Zugriff  bekommen. In der Hinsicht ging der Wechsel auch auf, denn man hatte nun mit Jeggo einen alleinigen Ankersechser vor der Abwehr, während Ebner, Matic und Grünwald davor gemeinsam mit Edomwonyi und Friesenbichler auf die Jagd gehen konnten. Dadurch konnte man sich mehr Bälle in der gegnerischen Hälfte sichern und verlor die Bälle nicht mehr so rasch. Darüber hinaus zeigte man auch interessante Ansätze im Positionsspiel, wie man gedachte den LASK im Zentrum zu knacken. Es gab zwei, drei gute Situationen, als sich Edomwonyi auf der linken Seite gut fallen ließ und behaupten konnte, im Anschluss ins Zentrum spielte, wo es dann gelang die Seite schnell zu verlagern und anschließend einen Schnellangriff zu führen und so tief in die gegnerische Hälfte einzudringen. Dies kann man beim nächsten Bild auch gut erahnen:

Die Austria im Ballbesitz, Edomwonyi kann den Ball behaupten und auf Matic ablegen, der direkt auf den im ballfernen Raum freistehenden Ebner abgibt, der dann wiederum für den durchstartenden Klein durchsteckt, dessen gefährliche Flanke im Anschluss kann der LASK im letzen Moment noch klären. Zu erwähnen ist auch die gute Positionierung von Friesenbichler, der in der Schnittstelle steht und zwei Spieler damit bindet, weshalb Ulmann nur zögerlich und spät auf Ebner herausrückt.

In diesen vereinzelten Szenen zeigte die Austria, wie man den LASK erfolgsstabil hätte knacken und aufreißen können. Die Doppelsechs des LASK hatte nominell viel Raum abzudecken und ballfern gab es daher Möglichkeiten, freie Räume vorzufinden. Ebner ist jedoch fußballerisch insgesamt zu limitiert, um daraus noch mehr Kapital zu schlagen. Abgesehen davon tat sich die Austria allgemein auch weiterhin schwer, konkret nach vorne zu kommen und sich Torchancen zu erarbeiten.

Der LASK stellte sich schnell auf die Raute ein und machte das Feld noch enger, indem die Flügelverteidiger mehr ins Zentrum verschoben, da ja keine Flügelspieler mehr auf dem Platz standen. Da zeigte sich auch eine Problematik der Raute, denn Igor wagte sich zu selten über die Mittellinie und gab kaum Breite, aber auch die Abstimmung zwischen den beiden Stürmern war nicht gut und sie standen zu weit auseinander, weshalb sie jeweils auf sich alleine gestellt wurden, statt miteinander zu agieren. Daher brachte Letsch mit Ewandro und Prokop zwei weitere Offensivspieler und stellte wieder auf 4-3-3 um, allerdings wurde es dadurch nicht wirklich besser. Da die Austria durch die Anpassungen gegen den Ball weiterhin den LASK im Griff hatte, dauerte es bis zur 77 (!) Minute bis zur ersten halbwegs guten Chance in der zweiten Halbzeit, die der LASK vergab. Die einzige Möglichkeit der Austria folgte kurz darauf, als ein verunglückter Edomwonyi-Schuss sich gefährlich senkte und von Torhüter Schlager geklärt werden musste. Statt der Schlussoffensive gab es dann auch noch zwei Einladungen für den LASK, der diese in Tore ummünzte und so gewannen die Linzer letztlich mit 3:0.

Fazit

In einem unterdurchschnittlichen und insgesamt zerfahrenen Spiel, welches kaum zur Ruhe kam und geprägt war von vielen langen Bällen, einem ständigen hin und her und einer hohen Fehlerquote (beide Teams hatten eine Passquote um 60 Prozent), behielt letztlich der LASK die Oberhand. Ausschlaggebend dafür war zweifellos die gute Arbeit gegen den Ball der Linzer und das eigene Pressing, mit dem man den Gegner zu vielen langen Bällen zwang, die man überwiegend gut verteidigen konnte und dadurch äußerst stabil in der Defensive war. Zwar hatte man selber kaum Chancen und tat sich auch offensiv schwer, allerdings erzielte man dennoch ein Traumtor und ließ mit der Führung im Rücken kaum etwas für den Gegner zu, weshalb man auch nicht unverdient die drei Punkte aus Wien-Favoriten entführte.

Die Austria hingegen musste nach dem Derbysieg einen kräftigen Dämpfer hinnehmen und die erste Niederlage im neuen Stadion einstecken. Zwar stand man defensiv recht stabil und stellte sich da gut auf die Spielweise der Linzer ein, jedoch hatte man im Ballbesitz große Probleme mit dem Pressing der Linzer und fand dagegen kaum eine Lösung. Man hatte insgesamt zu wenig Geduld im Ballbesitz und griff oft zu vorschnell zum langen Ball, wodurch man den eigenen Plan konterkarierte und sich auf die Spielweise der Linzer einlassen musste. Vom strategischen Ansatz her waren die Anpassungen von Trainer Thomas Letsch die richtige Idee, allerdings mangelte es an der Ausführung, wobei hier die Frage ist, wie die genauen Anweisungen an die Spieler lauteten. Vermutlich sollten Zuspiele ins Zentrum vermieden werden, was die Spieler wiederum zum Anlass nahmen, oft zu voreilig den langen Ball nach vorne zu schlagen und nicht zu viel in die Breite zu spielen. Besonders bitter ist es, dass man sich noch zwei späte Treffer einfing und so das Ergebnis deutlicher ausfiel, als es in Wirklichkeit war. Jedenfalls wartet im Offensivspiel der Austria noch viel Arbeit auf das Trainerteam, will man nach der Saison vor Mannschaften wie dem LASK stehen.

Dalibor Babic, abseits.at

Stefan Karger