Das Wochendspiel der Wiener Austria gegen Grödig ist das erste Aufeinandertreffen des regierenden Meisters mit dem Aufsteiger aus Salzburg in dieser Saison. Analog zum... Aus der Statistik-Ecke: Austria Wien gegen die Aufsteiger

FK Austria Wien (Logo, Wappen)Das Wochendspiel der Wiener Austria gegen Grödig ist das erste Aufeinandertreffen des regierenden Meisters mit dem Aufsteiger aus Salzburg in dieser Saison. Analog zum Artikel über Rapid letzte Saison anlässlich der Spiele gegen den WAC werfen wir diesmal einen Blick auf die Bilanz der Violetten gegen die Bundesliga-Aufsteiger seit der Saison 2000/2001. Wie heim- und auswärtsstark ist man gegen den Neuling? Wie viele Punkte wurden im Durchschnitt geholt, wie lautet das Torverhältnis? Gegen wen blieb man ungeschlagen, gegen wen sieglos?

Gesamtbilanz knapp positiv – vergleichbar mit Rapid

In bislang 52 Partien gegen die Neulinge in der österreichischen Bundesliga holte die Wiener Austria im Schnitt 7,5 Punkte. Das ist etwas mehr als die 7,3 Punkte, die Rapid im dritten Jahrtausend in dieser Statistik einfahren konnte. Im Gegensatz zu den Grünen, die etwa acht Tore je Saison gegen die Aufsteiger erzielen und knappe fünf bekommen, fallen bei den Spielen der Austria etwas weniger Tore. Knapp sechsmal wird selbst genetzt, drei bis vier Gegentore fängt man sich ein. Die Siegbilanz liegt mit 54% genau bei jener von Rapid, man leistet sich aber mit nur zehn Niederlagen im Gegensatz zu den Grünen (14) deutlich weniger Ausrutscher.

Rapid schaffte es in der Saison 2008/09 gegen Kapfenberg als einziges Team aus dem Quartett Rapid, Austria, Salzburg und Sturm, das Punktemaximum von zwölf Zählern gegen einen Aufsteiger zu holen. Die Wiener Austria blieb gegen die Steirer immerhin das vierte und bislang letzte Mal ungeschlagen (Rapid schaffte dies fünfmal), davor schaffte man dies noch gegen Kärnten, Innsbruck und Ried. Genauso wie die Grünen (2012/13 gegen den WAC) blieb man auch einmal ohne Sieg: 2007/08 holte man gegen den LASK drei Unentschieden und verlor das letzte Spiel in Linz mit 1:2. Das ist auch die schlechteste Punktausbeute gegen einen Aufsteiger, weiters das einzige Mal, dass man ein negatives Torverhältnis hatte. Die meisten Punkte holte man 2004/05 gegen Innsbruck mit zehn Zählern.

Der treffsicherste Angriff wurde 2011/12 gegen die Admira eingesetzt, gleich zehn Tore erzielte man gegen die Südstädter. Gegen denselben Gegner hält man auch den Negativrekord an Toren: beim 2:0 im letzten Aufeinandertreffen der Saison 2000/01 wurden die einzigen Treffer erzielt. Über acht erzielte Treffer und den Rekord für die meisten erzielten Tore eines Aufsteigers gegen die Austria darf sich seit letzter Saison der WAC freuen. Die Rieder hingegen schafften es 2005/06 als einziger Klub, in vier Spielen keinen Treffer zu erzielen, holten dabei zwei torlose Unentschieden.

Heim- vs. Auswärtsbilanz – in der Fremde sieben Siege in Folge

Mit durchschnittlich 4,2 Heimpunkten je Saison liegt man etwas unter der Ausbeute von Rapid mit 4,4 Zählern, dafür ist der regierende Meister auswärts traditionell stärker als der Erzrivale und holt 3,4 Punkte in der Fremde (Rapid 2,9 Punkte). Für das Spiel daheim gegen Grödig ist interessant, dass die Austria von den letzten drei Auftaktpartien gegen Aufsteiger keines gewinnen konnte. Letzte Saison wurde gegen den WAC 1:1 remisiert, davor setzte es gegen die Admira mit 2:4 und Innsbruck mit 0:3 heftige Heimpleiten. Auch beim letzten Heimspiel gegen den WAC im Frühjahr setzte es eine deutliche 0:4-Klatsche. Insgesamt gab es aber nur noch eine weitere Heimniederlage, diese erfolgte 2002/03 gegen Pasching mit 0:1. Ist die Bilanz an Heimniederlagen vergleichbar mit jener von Rapid (nur drei), reüssiert die Austria auswärts deutlich stärker. Die Grünen mussten gleich zehnmal in der Fremde als Verlierer vom Platz gehen, die Austria nur sechsmal, zuletzt 2009/10 beim 3:4 in Wr. Neustadt. Die Veilchen sind also seit dreieinhalb Jahren auswärts gegen einen Aufsteiger ohne Niederlage, die aktuell längste Serie unter den vier Top-Klubs in der Bundesliga.

Fünfmal holte man daheim das Punktemaximum, drei weitere Male blieb man ohne Niederlage, nur vergangene Saison gegen den WAC und gegen den LASK blieb man ohne Sieg in Favoriten. Die Heimbilanz ist damit ebenfalls vergleichbar mit jener von Rapid. Auswärts holte man zuletzt sieben Siege in Folge, insgesamt blieb man viermal ohne Punkteverlust, ein weiteres Mal ungeschlagen, sechsmal blieb man sieglos – zuletzt gegen den LASK. Eine deutlich bessere Auswärtsbilanz als Rapid, die nur dreimal alle sechs Punkte mitnehmen konnten (zuletzt in Kapfenberg), zwei weitere Male ungeschlagen blieben und fünfmal ohne Sieg heimfuhren, davon gleich dreimal ohne einen einzigen Punkt (WAC, Altach, Pasching).

Fazit

Etwas mehr als sieben Punkte je Saison bedeuten zwar immerhin, dass man zumindest zwei Siege gegen den Aufsteiger holt und in mindestens drei von vier Spielen punkten kann, generell sollte man aber annehmen, dass gegen einen Aufsteiger mehr Erfolge erzielbar wären. Das psychologische Bild des Neulings David gegen den etablierten, erfolgreichen Goliath, gepaart mit der teilweise vorhandenen Unterschätzung der Liganeulinge führt wohl dazu, dass ausgerechnet gegen diese scheinbar leichten Gegner immer wieder wertvolle Punkte liegengelassen werden. Die Heimniederlagen fallen am Verteilerkreis zwar heftiger aus als jene von Rapid, dafür ist man auswärts deutlich stärker und lässt auf fremden Plätzen nicht so oft Punkte liegen wie die Hütteldorfer. Beindruckend hier vor allem die aktuelle Serie von sieben Auswärtssiegen in Folge. Mit Ausnahme der beiden Niederlagen gegen Pasching 2002/03 leistet man sich im Gegensatz zu Rapid auch nur maximal eine Niederlage je Saison gegen die Neuen, ist also deutlich konstanter. Aufgrund der bisherigen Leistungen hat Grödig aber jedenfalls das Potential, dem Meister ebenfalls in zumindest einem Spiel ein Bein zu stellen und alle drei Punkte mitzunehmen.

Autor: Christian Ditz, abseits.at

Christian Ditz

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