Im Sommer geht es heiß her am internationalen Transfermarkt. Österreichische Klubs haben in den letzten Jahren umgedacht und wurden von Importeuren zu Exporteuren. Durch... Barazite, Klein, Junuzovic, Dibon, Ouedraogo, Hosiner – welche Kicker verlassen die Austria und Admira im Sommer?

Im Sommer geht es heiß her am internationalen Transfermarkt. Österreichische Klubs haben in den letzten Jahren umgedacht und wurden von Importeuren zu Exporteuren. Durch die jährlichen Abgänge müssen unsere Top-Vereine aber jedes Jahr ein neues Team aufbauen. Dem Nationalteam hilft’s.

Legionärsflut

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde in Österreich kollektiv darüber gejammert, wie wenige Spieler man nicht in ausländischen Ligen hätte. In Österreich würden die Kicker zu wenig gefordert und könnten sich nicht weiter entwickeln, sagten die einen. Im Ausland würde keiner die rot-weiß-roten Ladenhüter verpflichten wollen, die anderen. Im Jahr 2011 stellt sich die Situation ganz anders dar. Österreich verfügt über so viele Legionäre wie lange nicht, allein in Deutschland sind rund 30 Legionäre mit österreichischem Pass in den ersten drei Ligen engagiert. Aber nicht nur die Quantität, auch die Qualität verbessert sich stetig: Stuttgart kann sich immer öfter auf die Tore von Martin Harnik verlassen, Martin Stranzl organisiert die Mönchengladbacher Abwehr hervorragend, wenn er fit ist. Andreas Ivanschitz und Julian Baumgartlinger dürfen beim rotationsfreudigen Thomas Tuchel in Mainz immer öfter zeigen, was sie können, Christian Fuchs ist ein Fixposten in der Viererkette von Europa-League-Starter Schalke 04. Wenn Spieler den Sprung ins Ausland wagen und sich dort weiter entwickeln können, gibt es nur Gewinner. Oder doch nicht? Die österreichischen Klubs müssen durch die Verkäufe jedes Jahr wichtige Stützen ersetzen und ein neues Team aufbauen. Eine Herausforderung für die Trainer – der Weg ist trotzdem der richtige. Heuer scheinen Austria und die Admira stark gefährdet im Sommerschlussverkauf.

Kompletter Star-Ausverkauf in Wien-Favoriten?

Bei den Violetten aus Wien-Favoriten herrscht das große Zittern vor dem Sommer. Der Klub, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gebührend feierte, hat noch Chancen auf beide nationalen Titel, auch in der Europa League lebt die Chance auf den Aufstieg weiter. Kein Grund also für böse Gedanken – wenn da nicht die Verträge wären. Insgesamt 16 (!) Verträge laufen bei den Veilchen im Sommer 2012 aus, die Mannschaft droht zu zerfallen. Vorteil für die Austria ist aber, dass der Klub bei einigen Akteuren eine Option zur automatischen Vertragsverlängerung besitzt. Wie zum Beispiel bei Heinz Lindner. Der junge Tormann, der zuletzt den fehleranfälligen Pascal Grünwald im Tor der Austria ablöste, wird wohl ein weiteres Jahr an den derzeitigen Tabellenzweiten gebunden werden.

Vor ihm in der Abwehr werden die Sorgen aber größer: in der Stammabwehr von Karl Daxbacher laufen drei von vier Verträgen aus, einzig Georg Margreitter besitzt einen Vertrag, der über diese Saison hinaus gültig ist. Florian Klein, der mit einem Wechsel ins Ausland (Deutschland) spekuliert, soll ein erstes Angebot bereits abgelehnt haben. Manuel Ortlechner, der mittlerweile Kapitän ist, wenn Roland Linz zum Bankangestellten degradiert wird, wird in der Winterpause mit Thomas Parits verhandeln. Auf der linken Seite können die Veilchen die Weichen für die Zukunft stellen. Bei Stammspieler Markus Suttner wird die Option gezogen, sein Ersatz Marin Leovac hat ebenfalls gute Chancen auf einen Verbleib in Favoriten. Nachwuchskeeper Arnberger und Defensivmann Wallner haben keine guten Chancen, über den Sommer hinaus in Daxbachers Kader zu bleiben.

Dilaver und Gorgon will „Daxi“ behalten, der Rest spielt „unter Beobachtung“. Zlatko Junuzovic wird es im Sommer in den Norden Deutschlands ziehen – die Vorverträge sind bereits unterschrieben -, möglicherweise versucht die Austria für ihn (wie bei Klein) noch im Winter etwas Geld zu bekommen.  Bei allen anderen Mittelfeldspielern ist nicht mit unmoralischen Angeboten zu rechnen. Bei Liendl, Jun (keine Option), Salomon, Stankovic und Hlinka (Option) werden die künftigen Leistungen entscheiden. Nicht zu vergessen ist Nacer Barazite, um den immer wieder Gerüchte über internationale Interessenten kursieren. Stimmt das Angebot, müssen die Austrianer wohl auch Barazite ziehen lassen – dann wäre aber auch die Kasse für Neuzugänge prall gefüllt. In jedem Fall wird es ein spannender Sommer für alle Austria-Fans.

Die Aufstiegskicker wurden zu auffällig

Der zweite große Verlierer der nächsten Transferperioden könnte die Admira sein. Das Team von Didi Kühbauer, das nach 15 Runden sensationell die Tabelle anführt, sieht einem heftigen Aderlass im nächsten Sommer entgegen. Der Leihvertrag mit Rapid von Stephan Palla läuft 2012 aus, der Rekordmeister könnte Palla trotz Schrammel und Katzer zurück in den Kader beordern. Ebenfalls geliehen ist Martin Zeman – von Sparta Prag. Sowohl in der heimischen Liga, als auch bei seinem Heimatverein blieben den Verantwortlichen die starken Leistungen des Flügelflitzers nicht verborgen. Die Admira besitzt eine Kaufoption, müsste dafür im Sommer aber in die Tasche greifen.

Weiters laufen die Verträge der Youngsters Christopher Dibon und Issiaka Ouedraogo sowie der alten Hasen Jezek, Ledezma, Schrott und Berger aus. Im Falle von Christopher Dibon sind die Chancen auf einen Verbleib in der Südstadt wohl nur noch theoretischer Natur. Sowohl Salzburg als auch Rapid sollen stark an dem Innenverteidiger interessiert sein, Dibon selbst tendiert eher zu Rapid. Es wird schwer für den Tabellenführer, diese jungen Spieler mit einem neuen Vertrag zu binden, wenn größere Klubs mit mehr Gehalt und Aussicht auf internationale Beteiligung locken.

Besser stehen die Chancen bei den älteren Spielern wie Andi Schrott oder Rene Schicker. Für sie sind keine allzu guten Angebote zu erwarten, außerdem kann die Admira die Spieler mit der Garantie, nächstes Jahr ebenfalls erstklassig zu spielen, ködern. Nach 27 Punkten in 15 Spielen müsste es schon mit dem Teufel zugehen, sollte die Admira doch noch absteigen. Einige der erfahrenen Spieler wurden von Kühbauer heuer allerdings degradiert und möchten möglicherweise gar keinen neuen Vertrag. Hans-Peter Berger und Froylan Ledezma haben beispielsweise seit Monaten kein Spiel mehr für die Niederösterreicher bestritten. Berger wurde gar (kurzfristig?) vom Nobody Patrick Tischler verdrängt. Verlieren könnte die Admira außerdem die stark aufspielenden Schwab oder Hosiner, die zwar noch einen gültigen Vertrag über den Sommer hinaus besitzen, von finanziell potenten Klubs aber aus selbigen gekauft werden könnten.

Archimedes, abseits.at

Archimedes

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