Meisterschaft und Cup sind beendet, es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Abseits.at fasst in einer vierteiligen Serie die Geschehnisse auf den Trainerbänken der heimischen... Die Trainer-Bilanz der Bundesliga: Teil 3 – Gludovatz/Schweitzer, Kogler & Lederer

Meisterschaft und Cup sind beendet, es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Abseits.at fasst in einer vierteiligen Serie die Geschehnisse auf den Trainerbänken der heimischen Bundesliga zusammen und analysiert, welche Übungsleiter mit der Saison zufrieden sein können und wer hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.

Paul Gludovatz (Ried, 1. – 25. Runde)

Der Burgenländer sorgte mit seinem Wechsel als sportlicher Geschäftsführer zu Sturm Graz für den vielleicht spektakulärsten Transfer der Saison. Ried und Gludovatz trennten sich jedoch im besten Einvernehmen, wussten doch beide Seiten, was man aneinander hatte.

Gludovatz führte Ried wie im Jahr zuvor zum Herbstmeistertitel, fiel im Frühjahr aber erneut in der Tabelle zurück. Besonders viel Respekt verdienten sich die Innviertler auf internationaler Bühne, wo man zunächst Brøndby eliminieren konnte und dann die PSV Eindhoven an den Rand einer Niederlage brachte. Gerade in diesen Spielen zeigte sich die enorme Entwicklung, die der Verein in den letzten Jahren durchgemacht hat, denn es ist nicht lange her, dass man gegen Sion praktisch chancenlos ausschied.

Gludovatz war ein Teil dieses erfolgreichen Systems; dass dieses nach seinem Weggang nicht zusammengebrochen ist, liegt jedoch vor allem an seinem Co-Trainer Gerhard Schweitzer sowie dem Manager des Vereins, Stefan Reiter.

Gerhard Schweitzer (Ried, 26. – 36. Runde)

Schweitzer ist der vielleicht außergewöhnlichste Bundesligatrainer, denn neben seinem Job bei der SV Ried geht er auch noch einem normalen Brotberuf nach. Wie er all dies unter einen Hut bringt, wurde im Frühjahr von zahlreichen Medien nahezu ehrfurchtsvoll beleuchtet.

Es ist schwer, die Arbeit von Gludovatz und Schweitzer zu trennen, denn sie traten stets als kongeniales Team auf, wobei Schweitzer sich jüngst als Innenminister und Gludovatz als Außenminister bezeichnete. Daraus lässt sich ableiten, dass er in letzter Zeit mehr mit dem täglichen Training der Mannschaft beschäftigt war, während sich Gludovatz um andere Agenden kümmerte.

Schweitzer wird auch Heinz Fuchsbichler als Assistent zur Seite stehen, jedoch wesentlich wichtigere Aufgaben überhaben, als das reine Platzieren von Hütchen am Trainingsgelände. Dafür ist er sich zu Recht zu schade.

Walter Kogler (Wacker Innsbruck)

Der Traditionsverein vom Tivoli passte sich der Konkurrenz an und spielte eine durchwachsene Saison. Nach schleppendem Start kam man besser in Fahrt und hatte bis wenige Runden vor dem Ende die Europa-League-Plätze vor den Augen. Ganz reichte es jedoch nie dazu, einen der begehrten Ränge einzunehmen, dafür fehlte im entscheidenden Moment die Konstanz. Dies machte sich vor allem in den vielen Punkten, die in der absoluten Schlussphase zahlreicher Meisterschaftsspiele vergeben wurden, bemerkbar.

Kogler versuchte mit seiner Mannschaft erfrischenden Offensivfußball zu bieten, was ihm auch phasenweise, vor allem auf des Gegners Platz, gelang. Jedoch zeigte sich zumeist, dass die Spieler nicht über die ausreichende Klasse verfügten, um die Vorgaben ihres Trainers über längere Strecken umzusetzen.

Man kann dem Kärntner für seine Arbeit durchaus ein positives Zeugnis ausstellen und es kommt auch nicht von ungefähr, dass Koglers Name stets genannt wird, wenn ein Verein auf Trainersuche ist. Etwas ungewiss ist, wie Kogler mit dem Druck bei einem Großverein zu Recht kommen würde. Zwar kennt er diese Situation durchaus, da der Aufstieg in die Bundesliga mit Wacker mehr oder weniger Pflicht war, in den letzten beiden Jahren konnte er jedoch ohne großen Druck arbeiten, da man sich stets im Plansoll (und teils sogar darüber) befand.

Franz Lederer (Mattersburg)

Wer hätte gedacht, dass Franz Lederer einmal der längstdienende Bundesligatrainer sein würde? War der Burgenländer einst noch umstritten, hat er sich mittlerweile auch bei den Fans gegnerischer Mannschaften zumindest einen Grundrespekt erarbeitet, denn eine positive Entwicklung ist beim SV Mattersburg offensichtlich.

Galt die Mannschaft vor gar nicht allzu langer Zeit noch als die Holzhackertruppe der Liga, kann man mittlerweile auch durchaus spielerisch überzeugen, was unter anderem den vielen jungen Spielern zuzuschreiben ist, die Lederer in seine Truppe integrierte: Man denke etwa an Manuel Seidl oder Patrick Farkas. Zudem konnte Ilco Naumoski gezügelt werden, der Mazedonier fällt nur noch sehr selten durch dumme Aktionen auf und hat sich zu einem enorm wichtigen Spieler gemausert, der seine Mannschaft auch als Kapitän auf das Spielfeld führen darf.

Der SV Mattersburg wird auch weiterhin als einer der ersten Vereine genannt werden, wenn es um den Kreis der Abstiegskandidaten geht. Damit wird man aber weiterhin gut leben können, denn man hat sich daran gewöhnt, unterschätzt zu werden und macht sich diesen Vorteil gerne zu Nutze, wie sich auch in der abgelaufenen Saison anhand der zahlreichen ungeschlagenen Spiele gegen die Top-Teams zeigte.

Der nächste Schritt sollte nun dazu führen, wieder mehr Begeisterung rund um den Verein zu entfachen, denn von den einstigen Volksfesten ist man im Pappelstadion heute weit entfernt. Lederer und sein Team liefern ihren Beitrag, nun sollten auch die übrigen Instanzen im Verein nachziehen, denn die Mannschaft hätte sich fraglos mehr Zuschauer verdient.

OoK_PS, abseits.at

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