Meisterschaft und Cup sind beendet, es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Abseits.at fasst in einer vierteiligen Serie die Geschehnisse auf den Trainerbänken der heimischen... Die Trainer-Bilanz der Bundesliga: Teil 4 – Stöger, Gregoritsch & Von Heesen

Meisterschaft und Cup sind beendet, es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Abseits.at fasst in einer vierteiligen Serie die Geschehnisse auf den Trainerbänken der heimischen Bundesliga zusammen und analysiert, welche Übungsleiter mit der Saison zufrieden sein können und wer hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.

Peter Stöger (Wiener Neustadt)

Der einst von Magna in die Bundesliga gehievte Verein galt bei nahezu allen Experten vor der Saison als designierter Absteiger, zu schwach schien der Kader, zu schlecht die Perspektive. Schlussendlich schaffte man den Klassenerhalt relativ problemlos, wenn auch nicht unbedingt mit Samba-Fußball.

Peter Stöger hat seiner Mannschaft ein recht stabiles Defensivkonzept eingeimpft, mit dem man zumeist auch individuell deutlich besser besetzte Gegner zur Verzweiflung bringen konnte. Dadurch gelang es beständig zu punkten und man hielt sich so stets vom letzten Tabellenplatz entfernt.

Das Gezeigte riss die wenigen Zuschauer in Wiener Neustadt freilich nicht von ihren Sitzen, denn dazu gab es zu viele Nullnummern, was jedoch auch der mangelhaften Qualität der Offensivspieler zuzuschreiben war. Stöger hat aus dem Kader annährend das Maximum herausgeholt, was ihm einen durchaus guten Ruf verschafft hat, denn er ist nicht umsonst bei einigen Vereinen mit vakanten Trainerposten im Gespräch.

Dass ihn Wiener Neustadt nicht ziehen lassen will, überrascht nicht, denn man wird auch in der kommenden Spielzeit wieder als der Abstiegskandidat schlechthin gehandelt werden. Für Stöger stellt sich jedoch vielleicht die Frage, wie lange er dem Verein in der Wiener Peripherie noch die Treue halten möchte, denn die Möglichkeiten sind enden wollend und irgendwann wird auch er einen Club trainieren wollen, der über mehr Potenzial als sein aktueller Arbeitgeber verfügt.

Werner Gregoritsch (Kapfenberg, 1. – 15. Runde)

Nach vier Jahren endete für den Kapfenberger SV das Abenteuer Bundesliga, nachdem man in der gesamten Saison nicht überzeugen konnte und als abgeschlagener Tabellenletzter abstieg. Während die Konkurrenz beständig punktete, gab es in der Böhler-Stadt nur was die Niederlagen anging Konstanz.

Die schwache Saison deutete sich schon in der Phase der Kaderplanung an, denn erstmals setzte man nicht mehr auf erfahrene Spieler, wie Milan Fukal oder Patrik Siegl, sondern ging mit einem zwar großen, aber viel zu unerfahrenen und schwachen Team an den Start.

Es war relativ schnell offensichtlich, dass Werner Gregoritsch mit diesem Personal keinen Erfolg haben konnte. Dazu kamen immer wieder verbale Ausrutscher des Steirers, der beispielsweise durch homophobe Parolen in einem Interview oder mit einer Verbalattacke gegen Ordner nach der Lastminute-Niederlage in Graz auffiel.

Im November gab Kapfenberg die Trennung bekannt und versuchte durch die Verpflichtung von Thomas von Heesen das Ruder noch herumzureißen. Werner Gregoritsch ist heute U21-Trainer beim ÖFB.

Thomas von Heesen (Kapfenberg, 16. – 36. Runde)

Auch der Deutsche konnte den Abstieg aus der Bundesliga nicht verhindern, dennoch hat er sich in den wenigen Monaten, die er in Obersteiermark arbeitete, einen durchaus guten Ruf erarbeitet.

Dies lag vor allem am durchaus erfrischenden Offensivfußball, den die Kapfenberger dank Verstärkungen wie Gerson, Nathan Junior oder Babangida zeigen konnten und sich damit wohltuend von der destruktiven Konkurrenz abhoben.

Kapfenberg konnte einige Achtungserfolge feiern, wie etwas zwei Siege gegen die Wiener Austria, unter dem Strich holte man jedoch wie im Herbst zu wenige Punkte. Ein Grund dafür mag der dichte Terminplan gewesen sein, denn aufgrund der mangelhaften Infrastruktur startete man mit zwei Wochen Verspätung in die Rückrunde, was zu mehreren englischen Wochen und daher einer großen Belastung für die Spieler führte.

Das größte Manko der Mannschaft von Heesens war die Chancenverwertung, denn trotz der teilweise ultraoffensiven Spielanlage erzielte man viel zu wenige Tore. Auch wenn der Erfolg ausgeblieben ist, war die Mannschaft des KSV im Frühjahr einer der wenigen Farbtupfer in Österreichs Liga und womöglich wird der ein oder andere durch ihn ins Land gebrachte Legionär im Sommer bei einem anderen Verein anheuern.

Thomas von Heesen wird mit dem KSV in die zweite Liga gehen und unterzeichnete jüngst einen Vertrag bis 2015. Gemeinsam mit Präsident Erwin Fuchs möchte er eine Basis für erfolgreichen Bundesligafußball in der Obersteiermark schaffen, wobei der sofortige Wiederaufstieg kein absolutes Muss ist. Dieser wird angesichts der starken Konkurrenz schwer genug fallen.

OoK_PS, abseits.at

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