Heute Nachmittag kommt es zum Duell zwischen den beiden österreichischen Startern in der Europa-League-Gruppenphase. Red Bull Salzburg geht mit Vorteilen ins Duell mit dem... Duell der Europa League Starter: Red Bull Salzburg muss gegen Rapid das Spiel machen!

Harald Pichler SK Rapid WienHeute Nachmittag kommt es zum Duell zwischen den beiden österreichischen Startern in der Europa-League-Gruppenphase. Red Bull Salzburg geht mit Vorteilen ins Duell mit dem SK Rapid Wien, doch die Hütteldorfer schnitten in den letzten Spielen gegen Salzburg nicht schlecht ab und lieferten zum Teil starke Leistungen.

In der vergangenen Saison konnte Red Bull Salzburg keines der beiden Duelle gegen Rapid für sich entscheiden. Die erste Partie ging mit 0:2 verloren, wobei Jonathan Soriano einen Elfmeter in die Wolken jagte. Beim zweiten Aufeinandertreffen in der Bullenarena holte Rapid mit einer kämpferisch starken Leistung in Unterzahl ein 3:3. Die letzten beiden Siege über Rapid gelangen im Hanappi-Stadion, der letzte Heimsieg über Grün-Weiß datiert vom 10.März 2012 (3:1).

Red Bull Salzburg – SK Rapid Wien

Sonntag, 16:30 Uhr | Red Bull Arena | Schiedsrichter Ouschan

Sowohl Salzburg als auch Rapid spielten in dieser Woche in der Europa League und lösten ihre Auswärtsaufgaben bravourös. Rapid gewann mit 3:0 bei Dila Gori, hatte aufgrund des Rückspiels aber einen Nachteil gegenüber den Salzburgern. Die gewannen nämlich schon das Heimspiel gegen Zalgiris Vilnius mit 5:0 und konnten daher beim Auswärtsspiel rotieren, was dem Vizemeister im heutigen Topspiel zu Gute kommen könnte.

Salzburger System und Spielweise gegen Rapid

In Litauen brachte Trainer Roger Schmidt mit Klein, Rodnei und Nielsen immerhin drei Spieler, die sonst nicht zum Stammpersonal zählen. Klein musste allerdings aufgrund der Muskelverletzung von Christian Schwegler zwangsläufig im Team bleiben. Gegen Rapid ist auf Seiten der Salzburger ein fluides 4-4-2-System zu erwarten, das vor allem an vorderster Front von großer Flexibilität geprägt ist. Die Angreifer Soriano und Alan arbeiten gut im Aufbauspiel mit, antizipieren auch situativ richtig, wenn sich der Ball bereits auf einer höheren Feldposition befindet.

Dieses starke vertikale Spiel macht die Salzburger in der Offensive unberechenbarer, weil auch die Flügelspieler Mané und Kampl immer wieder in den Strafraum stechen können. Das 4-4-2 der Salzburger kann also in Powerplay-Situationen als 4-2-4 bezeichnet werden. Genau hier findet man auch den Schlüssel, wie man Rapid das Leben schwer machen kann. Die Grün-Weißen sind auf der Zentralachse zwar defensiv gut und kompakt, aber anfällig auf den Außenpositionen. Gerade die linke Abwehrseite Rapids ist durch den zuletzt schwachen Thomas Schrammel unstetig. Dies betrifft weniger die Schnittstelle nach innen, sondern seine Schwächen im Spiel Mann gegen Mann und die Probleme, die Schrammel hat, wenn er den passiven Flügel vernachlässigen und in die Mitte einrücken muss.

Salzburg muss im Heimspiel gegen Rapid das Spiel machen. Die Chance im eigenen Stadion zu kontern wird Rapid den Salzburgern nicht geben. Daher wird es für Salzburg wichtig sein, die Flügel zu überladen, weil auch die offensiven Flügelspieler Rapids nicht unbedingt dafür bekannt sind, sehr schnell von Offensive auf Defensive umzuschalten. Der Weg zum Erfolg führt für Salzburg über massive Flügel und die Zwischenräume zwischen Rapids Innen- und Außenverteidigung.

Rapids Fragezeichen auf der Zentralachse

Für Rapid war die Reise nach Tiflis eher eine Strapaze. Mit dem knappen Heimsieg im Rücken war der Aufstieg noch lange nicht sicher und auch die erste halbe Stunde im Auswärtsspiel gegen Dila Gori war phasenweise zittrig. Rotieren konnte Trainer Barisic schon gar nicht – im Gegenteil. Vor der Partie in Georgien fiel spontan Boskovic aus und auch Terrence Boyd ist noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Zu allem Überfluss muss Barisic in den nächsten Wochen nun auch noch Christopher Dibon aufgrund einer Muskelverletzung vorgeben. Dies ist taktisch betrachtet eine interessante Situation, denn Dibon kann entweder durch Behrendt oder Pichler ersetzt werden. Dies wiederum sind zwei Spieler, die auch den defensivsten Part im defensiven Mittelfeld Rapids einnehmen könnten. Nun ist es Geschmackssache, ob Barisic eher Pichler oder Behrendt in der Viererkette sehen möchte.

Pichler zeigte in Tiflis eine kämpferisch gute Leistung im defensiven Mittelfeld und gerade auswärts gegen Salzburg könnte seine energische Zweikampfführung im Mittelfeld von Nutzen sein. Behrendt war als Sechser bisher sogar statischer, als wenn er in der Innenverteidigung spielte, wo er wiederum immer wieder zu Lucio-haften Vorstößen ansetzte. Und dann wäre da noch die Personalie Branko Boskovic, der für das Mittelfeld in einem solchen Spiel aufgrund seiner Passsicherheit ebenfalls sehr wichtig wäre.

Rapid muss tiefer und doch direkter spielen

Barisic muss gegen Salzburg demnach fünf Feldspieler vorgeben, hat aber auf zwei wichtigen Positionen auf der defensiven Zentralachse dennoch die Qual der Wahl. In der Offensive sollte sich aufstellungstechnisch nichts tun. Burgstaller, Sabitzer und Schaub bilden die offensive Dreierreihe, dahinter spielt mit Steffen Hofmann der offensivste Achter des Rapid-Mittelfelds.

Allgemein wird Rapid diesmal tiefer stehen als sonst. Wenn die Mannschaft als Block gut verschiebt und die Kommunikation zwischen den Mannschaftsteilen passt, kann das Spiel in Salzburg nach einem anstrengenden Europacupspiel sogar eine verhältnismäßig dankbare Aufgabe werden. Rapid hat nicht den Druck das Spiel zu machen, wie es etwa gegen Grödig der Fall war. Man kann sich aufs Kontern konzentrieren und ist hier vor allem auf diagonale Pässe in die Spitze angewiesen, wie sie etwa Steffen Hofmann in Tiflis zeigte. Auch Thanos Petsos ist für das Konterspiel Rapids ein wichtiger Faktor.

Die Offensivaktionen Rapids werden voraussichtlich kurz und intensiv ausfallen, zumal die Außenverteidiger nicht zu weit nach vorne rücken werden, um Mané und Kampl die Räume nach etwaigem Salzburger Gegenpressing zu verkleinern. Mit Schrammel und Trimmel verfügt Rapid über zwei Außenverteidiger, die nicht die Klasse und Stabilität haben, um Kicker wie Mané oder Kampl in der eigenen Hälfte zu binden. Auch Laufstärke ist hier ein wichtiger Faktor. Die schwerere Aufgabe kommt auf Schrammel zu, der gegen Kampl ran muss. Trimmel spielt gegen Mané, der noch nicht in Top-Form ist und dem physisch starke und dennoch schnelle Abwehrspieler wie Trimmel nicht immer liegen.

Fakten

Verletzungen: Gustafsson, Lazaro, Schiemer, Schwegler, Vorsah bzw. Alar, Dibon, Schimpelsberger, Starkl, Wydra

Nächstes Spiel: SV Ried – Red Bull Salzburg | SK Rapid Wien – FC Wacker Innsbruck

Wettquoten tipp3 | 1: 1,45 – X: 3,80 – 2: 6,00 | Jetzt wetten!

Mögliche Aufstellung

 RB Salzburg vs Rapid Wien 2013
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Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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