Im Zuge unseres ausführlichen Saisonrückblicks werten wir unsere Effizienzlisten aus, werfen einen Blick auf die Statistiken und betrachten die Tops und Flops der einzelnen... Saisonrückblick Red Bull Salzburg: Bärenstarke Flügel, tolle Stürmer und der Schatten Düdelingens

Red Bull DoseIm Zuge unseres ausführlichen Saisonrückblicks werten wir unsere Effizienzlisten aus, werfen einen Blick auf die Statistiken und betrachten die Tops und Flops der einzelnen Bundesligaklubs. Dabei starten wir von unten nach oben und bewerten die Leistungen der Spieler in der abgelaufenen Saison.

Red Bull Salzburg spielte auf nationaler Ebene eine sensationelle Saison – und dennoch war ein Team besser. Der Saisonstart verlief holprig und trotzdem holten die Salzburger brav ihre Punkte. In der zweiten Saisonhälfte spielte Salzburg stärker, verbaute sich aber mit einer Unentschieden-Orgie zwischen den Runden 18 und 27 den Weg zum Titel. Aufbauen können die Roten Bullen auf ihre Leistungen aus der vergangenen Saison auf jeden Fall.

TOP

Sadio Mané – Der kleine Senegalese ist nicht nur ein Musterbeispiel für gelungenes Relocating, der Linksaußen überzeugte auch mit seiner quirligen, technisch hochwertigen Spielweise und Effizienz. In 29 Pflichtspielen für die Roten Bullen erzielte er 19 Tore, bereitete zehn vor und leitete acht weitere ein. Somit konnte Mané alle 82,2 Minuten eine Torbeteiligung verbuchen. Rechnet man auch die Treffer ein, die er als Nicht-Assistgeber einleitete, hatte er sogar alle 64,5 Minuten bei Toren seine Füße im Spiel.

Kevin Kampl – Ebenfalls effizient, aber auf eine andere Weise, war Manés Pendant am rechten Flügel. Der 22-jährige Deutsch-Slowene Kevin Kampl war sogar noch schwerer vom Ball zu trennen als Mané und sorgte mit seinen Tempodribblings phasenweise für Verzweiflung in den gegnerischen Abwehrreihen. Bei ihm standen nach 27 Pflichtspielen vier Tore, elf Assists und zwölf Toreinleitungen unterm Strich. In dieser Form wird Kampl, wie auch Mané, bald reif für höhere Aufgaben sein.

Alan – Im Juni konnte Red Bull Salzburg den brasilianischen Angreifer Alan bis 2018 binden – ein weiser Entschluss, denn sofern man nicht selbst dauerhaft auf den 23-Jährigen zurückgreifen kann, ist er ein Kandidat für einen Rekordtransfer aus der tipp3 Bundesliga in eine andere Liga. Nach seinen schweren Knieverletzungen feierte Alan im Frühjahr ein fulminantes Comeback und erzielte in 14 Spielen elf Tore und bereitete fünf weitere vor. Von Alans Qualitäten war man freilich immer überzeugt – dass er aber nach seinem fast 1 ½ Jahre andauernden Ausfall so stark zurückkommen würde, konnten nicht mal die größten Optimisten vermuten.

MAL SO, MAL SO…

Isaac Vorsah – Der 25-jährige Ghaner kam mit großen Vorschusslorbeeren aus der deutschen Bundesliga und sah prompt in seiner ersten Partie für Red Bull Salzburg gegen Ried nach nur sechs Minuten die rote Karte wegen eines Torraubs gegen René Gartler. Seine Physis ist zwar ein großer Vorteil für den Ex-Hoffenheimer, aber auch in der österreichischen Bundesliga war Vorsah nicht immer vor Schnitzern und Stellungsfehlern gefeit.

FLOP

Stefan Maierhofer – Vergangene Saison war der 30-jährige Stürmer noch Torschützen- und Scorerkönig der tipp3 Bundesliga. Doch ins System von Roger Schmidt passte der „Lange“ absolut nicht. In 14 Pflichtspielen bis zur Winterpause erzielte Maierhofer nur zwei Tore, kam zumeist von der Bank, war mit dem schnellen, dynamischen Kurzpassspiel der „neuen“ Salzburger Mannschaft heillos überfordert. Seine Saison startete schon mit einer peinlichen vergebenen Chance gegen F91 Düdelingen – nicht besonders vorteilhaft.

Europacup – Die historische Pleite gegen den Luxemburger Amateurklub F91 Düdelingen machte weltweit die Runde. Red Bull Salzburg wurde im Juli 2012 zur Lachnummer Europas degradiert und verpasste die Gelegenheit wichtige Punkte für Fünfjahreswertung und Setzliste zu generieren. Dies sollte aber nur eine Ausnahme darstellen – in der neuen Saison ist Salzburg trotz des zweiten Endranges in der Tabelle ein heißer Tipp für die Qualifikation zur Champions-League-Gruppenphase.

RISING STAR

Valon Berisha – Im Februar wurde der norwegische Mittelfeldspieler 20 Jahre alt. Anders als sein etwas hölzerner Landsmann Havard Nielsen, präsentierte sich Berisha aber von Beginn an als fertiger, technisch feiner Fußballer. Nicht nur Berishas Statistiken sprechen eine deutliche Sprache, der 10-fache Nationalspieler ist für die Elf der Salzburger auch eine enorm wichtige Anspielstation in schwierigen Lagen. So Berisha nicht seinen Vertrag bis 2016 in Salzburg erfüllt oder gar nach Leipzig „abgezogen“ wird, wird Salzburg ihn teurer verkaufen, als um die 2,8 Millionen, die man vergangenen Juli an Viking Stavanger überwies.

DIE TORSCHÜTZEN

26 Tore: Jonathan Soriano
16 Tore: Sadio Mané
11 Tore: Alan
5 Tore: Valon Berisha, Georg Teigl
4 Tore: Kevin Kampl, Franz Schiemer, Christoph Leitgeb
3 Tore: Havard Nielsen
2 Tore: Martin Hinteregger
1 Tor: Stefan Hierländer, Dusan Svento, Stefan Maierhofer *, Jakob Jantscher *, Isaac Vorsah, Gonzalo Zárate *, Ibrahim Sekagya

DIE ASSISTGEBER

13 Assists: Valon Berisha
11 Assists: Kevin Kampl
9 Assists: Sadio Mané
7 Assists: Jonathan Soriano, Georg Teigl
6 Assists: Andreas Ulmer
5 Assists: Alan, Franz Schiemer, Florian Klein
4 Assists: Stefan Hierländer
3 Assists: Christian Schwegler
2 Assists: Havard Nielsen, Martin Hinteregger, Christoph Leitgeb, David Mendes da Silva *
1 Assist: Dusan Svento, Stefan Maierhofer *, Jakob Jantscher *

DIE “ASSIST-ASSISTS”

11 Assist-Assists: Kevin Kampl
9 Assist-Assists: Jonathan Soriano
7 Assist-Assists: Valon Berisha
6 Assist-Assists: Sadio Mané, Dusan Svento
4 Assist-Assists: Andreas Ulmer, Stefan Hierländer
3 Assist-Assists: Christian Schwegler
2 Assist-Assists: Georg Teigl, Florian Klein, Christoph Leitgeb, Stefan Maierhofer *, Stefan Ilsanker
1 Assist-Assist: Franz Schiemer, Havard Nielsen, Jakob Jantscher *, Isaac Vorsah, Ibrahim Sekagya, Rodnei, Alexander Walke

ENDSTAND IN DER SCORERWERTUNG DER EFFIZIENZ

Die Scorerwertung der Effizienz beinhaltet Tore, Assists und Toreinleitungen (Assist-Assists) und bestimmt nach einem festgelegten Punkteschlüssel, wie schwer ein Treffer zu erzielen war, wie kompliziert ein Assist war und ob ein Tor entscheidend war oder nicht. Genauere Infos über die abseits.at Scorerwertung der Effizienz und den Endstand zur Saison 2012/13 findet ihr hier.

Format: Gesamtpunktzahl (Punkte für Tore / Punkte für Assists und Assist-Assists)

81,27 (54,97/26,30) – Jonathan Soriano
66,05 (36,10/29,95) – Sadio Mané
46,40 (13,42/32,98) – Valon Berisha
44,82 (10,70/34,12) – Kevin Kampl
36,50 (25,52/10,99) – Alan
27,34 (9,30/18,04) – Georg Teigl
22,51 (9,96/12,55) – Franz Schiemer
21,02 (0,00/21,02) – Andreas Ulmer
19,24 (0,80/18,44) – Stefan Hierländer
12,73 (0,00/12,73) – Florian Klein
12,59 (7,47/5,12) – Havard Nielsen
11,16 (6,60/4,56) – Christoph Leitgeb
10,53 (2,07/8,46) – Dusan Svento
10,26 (4,61/5,65) – Martin Hinteregger
* 8,97 (4,03/4,94) – Stefan Maierhofer
8,36 (0,00/8,36) – Christian Schwegler
* 6,31 (2,30/4,01) – Jakob Jantscher
* 5,40 (0,00/5,40) – David Mendes da Silva
3,64 (1,84/1,80) – Isaac Vorsah
* 3,60 (3,60/0,00) – Gonzalo Zárate
3,50 (1,50/2,00) – Ibrahim Sekagya
1,35 (0,00/1,35) – Rodnei
1,00 (0,00/1,00) – Stefan Ilsanker
0,68 (0,00/0,68) – Alexander Walke

* verließ den Verein während der Saison

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • Martin

    2.Juli.2013 #1 Author

    Also dass Salzburg ein „heisser Tipp“ für die CL-Gruppe ist, ist bei Gegnern wie Lyon, Zenit, Kharkiv, Arsenal, Milan, Schalke, usw… absolut unrealistisch. Hier wird ganz klar eine Erwartung aufgebaut, der man mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht gerecht werden kann, nur um später wieder von einem peinlichen Ausscheiden berichten zu können.

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    • Peter Steinbichler

      2.Juli.2013 #2 Author

      Die Erwartungshaltung ist zwar ohnehin übertrieben, ich würde aber gerade heuer auch noch etwas anderes berücksichtigen:
      Gerade
      in der Bombensaison 2009/10 als man das Punktemaximum in der Europa
      League Gruppenphase holen konnte, waren mit Tchoyi, Pokrivac, Cziommer,
      Opdam… einige Spieler dabei, die sich nur international halbwegs
      motiviert zeigten.
      Man sollte jetzt nicht den Fehler machen und von
      Spielern, die zum ersten Mal international antreten, einen ähnlichen
      Leistungssprung erwarten. Erinnert euch an Dortmunds erste Champions
      League Saison!

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