Das Luxusproblem, das Red Bull Salzburg und Trainer Roger Schmidt in der Saison 2013/14 an den Flügeln haben, wirkt fast schon unheimlich. Selten zuvor... Luxus am Flügel: Kampl, Mané und die Salzburger Außenbahnstars im harten Konkurrenzkampf

Havard Nielsen (Red Bull Salzburg)Das Luxusproblem, das Red Bull Salzburg und Trainer Roger Schmidt in der Saison 2013/14 an den Flügeln haben, wirkt fast schon unheimlich. Selten zuvor verfügte eine österreichische Mannschaft zur gleichen Zeit über so viele herausragende Flügelspieler. Für die beiden Positionen des Rechts- und Linksaußen hat der Coach des Ligakrösus derzeit sieben Topleute.

Im Grunde ist klar, dass Sadio Mané und Kevin Kampl auf den beiden Flügelpositionen gesetzt sein werden. Das Spielsystem der Salzburger wird in der neuen Saison entweder das bewährte 4-2-3-1, oder aber ein 4-4-2 mit Alan und Soriano als antizipative Spitzen sein. Die zahlreichen Alternativen auf den Außenpositionen werfen aber einige Fragen auf. Wir nehmen die Kandidaten für diese Positionen genauer unter die Lupe.

Sadio Mané und Kevin Kampl

Sie waren zwei der schillernden Erscheinungen der abgelaufenen Bundesligasaison. Der enorm torgefährliche und wieselflinke Sadio Mané brachte gegnerische Abwehrreihen ebenso zum Verzweifeln wie Kevin Kampl, der sich dafür eher als Vorbereiter in Szene setzen konnte. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, wird Mané als Linksaußen und Kampl als Rechtsaußen gesetzt sein. Die einzig mögliche Variante einen der beiden Spieler variabler zu verwenden, wäre die Umbesetzung Kampls auf einen „Zehner“, der stark in die Breite arbeitet. Diese Position bekleidet der 22-Jährige auch im slowenischen Nationalteam.

Yordy Reyna

Die 19-jährige Neuverpflichtung aus Peru hat zwar gute Anlagen, dafür aber das Problem, zu einer Salzburger Mannschaft zu stoßen, in der kaum Platz für ihn ist. Reyna kann als Linksaußen, Rechtsaußen und Stürmer eingesetzt werden. Im Angriff ist wegen der Wichtigkeit von Soriano und Alan kein Platz für ihn. Mané aus der Mannschaft zu spielen, ist aktuell ein Ding der Unmöglichkeit. Am rechten Flügel hätte der kleine Offensivmann sogar dann noch starke Konkurrenz, wenn Kampl in die Mitte gezogen würde. Reyna muss in seiner ersten Salzburg-Saison ohnehin nehmen, was er bekommt – am realistischsten sind für ihn aber Einsätze am rechten Flügel.

Georg Teigl

Der pfeilschnelle Georg Teigl hat ein ähnliches Problem wie Reyna – und mit Reyna hat er nun auch noch ein zusätzliches. Teigl war in der vergangenen Saison ein  wichtiger Einwechsler für die Salzburger, weil er mit seiner Dynamik eine perfekte Waffe im Konterspiel in Schlussphasen ist. Von einem Platz in der Startelf ist aber auch der 22-Jährige weit entfernt. An Kampl gibt es kein Vorbeikommen und selbst wenn der Slowene in die Zentrale gezogen wird, müsste Teigl mit Reyna um seinen Platz im Team kämpfen.

Havard Nielsen

Der Norweger, der im Juli 2012 von Valerenga Oslo kam, blieb bei Red Bull Salzburg bisher einiges schuldig. Eigentlich ist Nielsen ein Angreifer, doch an Alan und Soriano wird auch er nicht mal annähernd vorbeikommen. Somit bleibt für den 19-Jährigen nur die Position des Linksaußen, die aber von Mané zugestellt wird. Andere Positionen kommen für Nielsen nicht in Frage. Der rechte Flügel wäre die absolut letzte Option, aber dort kämpfen die zuvor genannten Kampl, Reyna und Teigl um ein Leiberl…

Dusan Svento

Der ruhige Slowake Dusan Svento kann den Kampf um die Flügelplätze verhältnismäßig entspannt mitverfolgen. Nachdem der heute 27-Jährige im Juli 2009 nach Salzburg kam, wurde er ausschließlich als Linksaußen eingesetzt. Auf der Position, auf der Mané heutzutage unantastbar scheint. Svento ist auch heute noch eine der sieben Alternativen für die Flügelpositionen, allerdings wird er mittlerweile als Außenverteidiger eingesetzt. Wenn nicht gleichzeitig zahlreiche Spieler ausfallen und Svento zum Einspringen auf seiner Stammposition gezwungen wird, wird das vorerst auch so bleiben.

Jakob Jantscher

Und dann gibt es noch eine Facette, an die bis vor kurzem die wenigsten dachten: Der 24-jährige Jakob Jantscher, seines Zeichens Linksaußen, kehrte vom Leihgeschäft mit Dinamo Moskau nach Salzburg zurück. Natürlich hat auch der ÖFB-Teamspieler Anspruch auf einen Fixplatz im Team. Jantscher wäre auch eine Alternative für die Zehnerposition in einem 4-2-3-1, allerdings möchte der gebürtige Grazer wieder ins Ausland. Zwar trainiert Jantscher aktuell bei Red Bull Salzburg, aber nachdem Moskau ihm das Leben als Legionär schmackhaft machte, sondiert er verschiedene Angebote um Salzburg ehestmöglich verlassen zu können. Bis das passiert ist aber auch Jantscher mittendrin im heißen Leiberlkampf.

Fazit

Die Situation wird vermutlich wie folgt aufgelöst werden: Jantscher findet einen neuen Verein, Svento bleibt Außenverteidiger, Mané und Kampl sind auf ihren angestammten Positionen gesetzt. Reyna und Teigl sind die Backups für die Flügelpositionen und für Nielsen wird in der neuen Saison – so er sich nicht merklich steigert – kaum noch Platz sein.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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