Der SK Rapid Wien hat gegen Red Bull Salzburg in der laufenden Saison eine weiße Weste: Sowohl auswärts als auch zu Hause gab es... Aufstellungspoker: Wie wirkt Peter Schöttel heute den Salzburger Variablen entgegen?

BundesligaDer SK Rapid Wien hat gegen Red Bull Salzburg in der laufenden Saison eine weiße Weste: Sowohl auswärts als auch zu Hause gab es jeweils einen 2:0-Sieg und um im Rennen um den zweiten Platz und somit die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation zur Saison 2013/14 zu bleiben, muss Rapid heute auch das dritte Spiel gegen die Roten Bullen gewinnen.

Gewinnt Red Bull Salzburg heute gegen den Rekordmeister würde der Abstand zu den Grün-Weißen auf sechs Punkte anwachsen. Angesichts des Nachtragsspieles gegen den Wolfsberger AC wären bei einem vollen Erfolg des Meisters bereits neun Verlustpunkte zwischen dem Zweiten und dem Dritten. Doch ein Rapid-Sieg erscheint diesmal noch unwahrscheinlicher als vor den bisherigen Saisonduellen.

Zwei Gesperrte bei Rapid

Die Hütteldorfer konnten im Derby gegen die Wiener Austria durchaus überzeugen und kontrollierten das Spiel gegen eine gut geordnete, defensiv starke, aber auch sehr passive Austria über weite Strecken in Unterzahl. Gegen Salzburg muss Peter Schöttel allerdings auf zwei gesperrte Spieler verzichten, deren Ausfälle auch Auswirkungen auf andere Positionen haben werden. Michael Schimpelsberger sah im Derby seine fünfte gelbe Karte, Branko Boskovic flog mit Gelb-Rot vom Platz.

Katzer und Wydra…

rapid_01Am 4-2-3-1-System wird Schöttel nichts ändern und auch die spielberechtigten Protagonisten aus dem Wiener Derby werden wohl im Team bleiben. Schimpelsbergers Ersatzmann dürfte allerdings direkte Auswirkungen auf Boskovic‘ Ersatzmann haben: Eine Variante sieht es vor Markus Katzer als rechten Verteidiger auflaufen zu lassen, wie es bereits in der Vergangenheit häufig der Fall war. In diesem Fall hätte der junge Dominik Wydra gute Chancen neben Harald Pichler auf der Achter-Position zu spielen. Eine Konstellation mit Markus Heikkinen im selben Passdreieck wie Markus Katzer könnte gegen die flinken Salzburger Probleme mit sich bringen.

…oder Trimmel und Heikkinen

rapid_02Eine andere logische Möglichkeit ist auch das Zurückziehen von Christopher Trimmel auf die Außenverteidigerposition, was angesichts seiner Schnelligkeit zu einer Waffe im Gegenkonterspiel sein könnte. In diesem Fall wäre Heikkinen eher erste Wahl als Wydra, während auch Kulovits Außenseiterchancen auf einen Einsatz in einer klassischen Doppelsechs hätte. Trimmels Offensivdrang würde zentral-defensiv eher eine defensiv orientierte Absicherung erfordern, als die vergleichsweise sichere Spielanlage Markus Katzers. Dies wiederum würde jedoch auch im offensiven Mittelfeld für eine Rochade sorgen: Burgstaller wäre eher auf der rechten Seite gesetzt (was durch seine geringe Positionstreue ohnehin immer wieder verschwimmt), links hätte Sabitzer ebenso Chancen auf einen Startelfeinsatz wie Lukas Grozurek, der sich gegen Salzburg mehrmals mit guten Leistungen empfahl.

Unbeschriebene Blätter im Salzburger Kader

Peter Schöttels Hauptproblem sind aber nicht seine eigenen Formationsspielchen, sondern die des Gegners. Red Bull Salzburg konnte in der Vorbereitung auf sehr viele Spieler zurückgreifen, wodurch sich neue Variablen im Spiel der Bullen bildeten: Über die Verfassung von Dusan Svento und Alan lässt sich vor deren Comeback nur mutmaßen und Spieler wie Rodnei, Valentino Lazaro und auch die junge Neuverpflichtung Zymer Bytyqi sind noch als Wundertüten zu bezeichnen. Bis auf Ersatztorhüter Eddie Gustafsson sind jedoch alle Spieler fit und so wird ein Aufstellungstipp enorm schwer.

Dibon und Svento könnten in die Abwehr rücken

In der Viererabwehrkette drängte sich Christopher Dibon auf, nachdem Isaac Vorsah mehrere Wochen beim Afrika-Cup verbrachte und dort in fünf Spielen für Ghana zum Einsatz kam. Die Konstellation mit Franz Schiemer im Abwehrzentrum wurde mehrmals praktiziert und ist daher auch gegen Rapid wahrscheinlich. Rechts ist Florian Klein gesetzt, links passt der wiedergenesene Dusan Svento gut ins Konzept und dürfte daher auch den Vorzug gegenüber Andreas Ulmer bekommen.

Mehrere Möglichkeiten an den Flügeln

rbs_01Im zentralen Mittelfeld ist eine 6er-8er-10er-Konstellation mit Hinteregger, Leitgeb und Berisha sehr wahrscheinlich, doch an den Flügeln beginnt der große Konkurrenzkampf. Georg Teigl kam in der Vorbereitung immer wieder zu „bevorzugten Einsatzminuten“, Sadio Mané und Kevin Kampl hatten während der Vorbereitung mit Krankheiten bzw. Verletzungen zu kämpfen, wodurch wohl einer der beiden auf der Bank Platz nehmen wird. Nielsen und Hierländer dürften von Beginn an keine Optionen sein. An vorderster Front stellt sich nur die Frage „Soriano oder Alan“, allerdings dürfte der 27-jährige Spanier zumindest vorerst die Nase vorn haben.

Große Klasse, wenig Routine

An der Spielanlage der Salzburger wird sich nichts ändern: Schnell, direkt, dynamisch am Flügel, im Idealfall „einmal berühren“. Vor allem die Rückkehr von Dusan Svento könnte für diese Spielphilosophie eine weitere erhebliche Stärkung sein, auch wenn Andreas Ulmer keinen schlechten Herbst spielte. Ein komplettes Team von Red Bull Salzburg wird im Frühjahr noch ausgewogener zu Werke gehen und noch unberechenbarer sein. Was jedoch im Rahmen eines möglichen Titelkampfs mit der Wiener Austria nicht übersehen werden darf: Die Mannschaft der Salzburger ist relativ jung; das Durchschnittsalter der Startelf würde sich in der oben beschriebenen Konstellation auf 24,2 Jahre belaufen. Zwar verfügt der Ligakrösus über Spieler von außergewöhnlicher Klasse, aber an großer Routine mangelt es, wodurch es nicht immer leicht sein wird, ungünstige Matchentwicklungen anhand von taktischer Eigeninitiative und der nötigen Coolness abzufangen – was übrigens auch für Rapid gilt.

Red Bull Salzburg als klarer Quotenfavorit

Die Bookies von tipp3 sehen Red Bull Salzburg als klaren Favoriten und geben für einen Heimsieg die Quote 1.65 aus. Für ein Remis gibt es die Quote 3.50, für einen Rapid-Sieg 4.50. Die wahrscheinlichsten Resultate sind ein 1:0 bzw. 2:0 für Red Bull Salzburg, was jeweils das 6,5-fache des Wetteinsatzes bringen würde – jetzt wetten!

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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