Der SK Rapid Wien verlautbarte gestern in personam Helmut Schulte, dass es keine weiteren Transfers geben wird. Rapid geht mit dem aktuellen Kader in... Rapid mit Teenie-Kader in die neue Saison – ein sportlicher Husarenritt, ein Verantwortlicher!

SK Rapid Wien (Logo, Wappen)Der SK Rapid Wien verlautbarte gestern in personam Helmut Schulte, dass es keine weiteren Transfers geben wird. Rapid geht mit dem aktuellen Kader in die neue Saison. Wie es so weit kommen konnte, auf welche Spieler Rapid 2013/14 bauen muss und wer die Schuld an dieser prekären Situation trägt, analysieren wir heute.

Noch vor wenigen Wochen waren die Sorgen in Wien-Hütteldorf andere. Ein Innenverteidiger, ein defensiver Mittelfeldspieler und ein Angreifer sollten kommen, um Rapid für die neue Saison zu festigen. Auch international. Häufig besprochenes Thema war dabei die Frage nach einem möglichen überschüssigen Legionärsplatz. Schließlich müssten die Positionen in Mittelfeld und Angriff mit ausländischen Spielern besetzt werden, weil der österreichische Markt zu wenig hergibt.

Sechs Legionäre, davon drei Gestandene

Das Problem ist aber plötzlich kein möglicher siebter Legionärsplatz mehr. Rapid fährt nun mit sechs Legionären auf Trainingslager, wovon einer der dritte Torhüter Marko Maric und einer mit Brian Behrendt eine Unbekannte ist, von der nicht klar ist, welche Rolle sie im Kader spielen wird. Novota, Boyd, Hofmann und Boskovic sind die anderen „Fremdarbeiter“. Der älteste Österreicher in Rapids Kader ist Mario Sonnleitner mit nur 26 Jahren. 15 von 25 Spielern im erweiterten Kader sind zwischen 17 und 22 Jahre alt. Die einzigen „Chefs“ im Team sind Steffen Hofmann (32) und Branko Boskovic (33), mit Abstrichen auch Keeper Jan Novota (29).

15 Feldspieler im Herbst – dazu ein paar Amateure

Mit Michael Schimpelsberger, Deni Alar und Dominik Starkl fallen drei Akteure noch bis zum Jahresende aus. Rapid-Trainer Zoran Barisic kann somit im Herbst lediglich auf 15 Feldspieler zurückgreifen. 12 von ihnen waren auch schon in der Vorsaison da, Dibon kam leihweise aus Salzburg, Palla und Behrendt wurden aus Leihgeschäften zurückbeordert. Aus dem Amateurteam gibt es zudem vier Spieler, mit denen im erweiterten Sinn geplant wird. Von 25 potentiell einsetzbaren Akteuren haben nur 16 zumindest 20 Spiele als Profi auf dem Buckel. Analysieren wir die Positionen nun im Einzelnen.

Tor: Novota, Königshofer, Maric

Im Tor dürfte Jan Novota die unumstrittene Nummer Eins sein. Lukas Königshofer darf gehen, so er ein interessantes Angebot bekommt. Der 17-jährige Marko Maric gilt als Megatalent, heimst auch von seinen Mitspielern großes Lob ein. Für den jungen Kroaten kommt die Aufgabe „Einserkeeper“ jedoch noch etwas zu früh.

Innenverteidigung: Sonnleitner, Pichler, Dibon, M.Hofmann, (Behrendt)

Mario Sonnleitner ist in der Innenverteidigung gesetzt, Harald Pichler muss trotz des akuten Engpasses auf der „Sechser“-Position auch als Innenverteidiger gesehen werden. Die Rolle des defensivsten Mittelfeldspielers vor der Abwehr dürfte noch eher dem umsichtigen Christopher Dibon zukommen. Eine Variante, in der alle drei Innenverteidiger quasi gestaffelt spielen, ist nicht unwahrscheinlich. Das Backup für die zentrale Defensive ist Brian Behrendt, der auf der Zentralachse praktisch alle Positionen spielen kann. Beim ebenfalls umsichtigen Deutschen ist jedoch noch völlig unklar, wie gewichtig seine Rolle in Rapids Kader sein wird. Der 21-Jährige hat noch kein einziges Bundesligaspiel in den Knochen. Dasselbe gilt für Maximilian Hofmann, der für die Innenverteidigung eine Notlösung sein kann, allerdings auch erst auf eine Bundesligaminute zurückblicken kann.

Rechte Verteidigung: Schimpelsberger, Pavelic, (Trimmel)

Michael Schimpelsberger fällt bis Ende des Jahres aus. Mit dem 22-jährigen klassischen Rechtsverteidiger ist also erst 2014 wieder zu rechnen. Ursprünglich wäre der logische Ersatz für den Ex-Holland-Legionär Christopher Trimmel, der diese Position schon öfter spielte, aber speziell in der letzten Saison deutlich abfiel und fehleranfälliger wurde. Aufdrängen konnte sich der 19-jährige Amateurspieler Mario Pavelic. Der gebürtige Eisenstädter durchlief sämtliche ÖFB-Nachwuchsauswahlen als Ergänzungsspieler, ist eher ein graziler Spieler, der körperlich noch zulegen muss. Von den komplett bundesligaunerfahrenen Spielern hat Pavelic aufgrund der vakanten Rechtsverteidigerposition wohl die besten Karten auf einen Platz in der ersten Elf.

Linke Verteidigung: Palla, Schrammel, Denner

Viele Fans machen sich große Sorgen um die rechte Abwehrseite. Doch links ist die Situation um keinen Deut angenehmer. Stephan Palla spielte bei der Admira solide, aber nicht auffallend stark. Thomas Schrammel fand sich bei Rapid nach seiner Rückkehr nie zu Recht, spielte verhalten, ängstlich und unpräzise. Es ist mehr als fraglich, ob sich dies gerade in einer Saison mit nur wenigen Führungsspielern, an denen sich etwa Thomas Schrammel orientieren kann, legen wird. Entspannt kann hingegen der 22-jährige Lukas Denner in die neue Saison gehen. Auf dem Papier ist der kleine Linksverteidiger nur die Nummer Drei hinter Palla und Schrammel, aber der laufstarke Wiener hat es dabei mit Konkurrenten zu tun, die man mit beherztem Auftreten, der richtigen Einstellung und ein wenig Pfiff durchaus aus der Mannschaft spielen könnte.

Defensives Mittelfeld: Boskovic, Wydra, Behrendt, (Pichler), (Dibon)

Ein absolutes Novum in der tipp3 Bundesliga: Der SK Rapid verfügt 2013/14 über keinen echten „Sechser“. Boskovic und Wydra sind Achter, die weiteren Optionen gelernte Innenverteidiger. Auf dieser Position wird es darauf ankommen, keine zu großen Rochaden zu unternehmen, um Kommunikation und Automatismen nicht zu gefährden bzw. zu erarbeiten. In manchen Spielsituationen könnte sich die Personalsituation auf der defensivsten Mittelfeldposition sogar als Vorteil in der Fluidität erweisen. Dennoch ist die Situation im defensiven Mittelfeld mehr als nur unsicher. Boskovic und Wydra sind aus unterschiedlichen Gründen nicht kampfstark genug, um eine derartige Position „solo“ zu spielen. Der Kader erfordert in einem 4-3-3 eine Lösung mit markanter Staffelung im zentralen Mittelfeld.

Angesichts des zur Verfügung stehenden Personals braucht Rapid einen klassischen Sechser, einen Achter und einen Zehner – gegebenenfalls könnte auch eine Variante mit einem Sechser und zwei Achtern fruchten. Betrachtet man jedoch die läuferischen Möglichkeiten der möglichen defensiven Mittelfeldspieler, kommt man nicht umhin, einen der Innenverteidiger als Sechser aufzubieten. Sowohl Wydra als auch Boskovic kommen nicht schnell genug hinter den Ball und sind in dieser Konstellation für Gegenpressing auf einer tiefen Feldposition ungeeignet. Auch Hofmann, der etwas weiter vorne gesetzt sein sollte, kann die Kohlen in dieser Besetzung nur schwer aus dem Feuer holen. Neuerliches Stichwort: Schnell hinter den Ball kommen – eine Sache, die auch nicht im Naturell von Boskovic oder Wydra liegt.

Somit wäre es denkbar, dass etwa Dibon die Rolle als Sechser übernimmt und Wydra oder Boskovic als Achter aufgeboten wird. Auch Pichler ist eine Option für die Sechs, bei Behrendt muss man den Akklimatisierungsgrad an den Bundesligafußball abwarten.

Offensives Mittelfeld: Hofmann, Schaub, (Alar), (Boskovic), (Wydra)

So es möglich ist, wird Steffen Hofmann im offensiven Mittelfeld gesetzt sein. Der routinierte Deutsche konnte jedoch die letzten drei Saisonen nicht verletzungsfrei beenden und könnte natürlich auch 2013/14 wieder körperliche Probleme bekommen. Dies ist ein Szenario, mit dem immer gerechnet werden muss. Für den Fall der Fälle hat man den 18-jährigen Louis Schaub, der zuletzt seinen Vertrag bis 2015 verlängerte. Vom technisch starken Schaub erwartet man sich sehr viel und Barisic wird dem 16-fachen Bundesligaspieler mit Sicherheit noch mehr Chancen geben als in der Vorsaison. Auch ein Einsatz im Angriff oder als Rechtsaußen ist im Bereich des Möglichen.

Je nach Anforderung können auch Boskovic, Wydra oder der langzeitverletzte Alar die Position des „Zehners“ ausfüllen. Wenn Hofmann und Schaub fit sind, erscheint dies allerdings unwahrscheinlich.

Rechtsaußen: Trimmel, Sabitzer, Bajrami, (Burgstaller), (Schaub)

Auf der rechten Offensivseite stellen sich aktuell noch einige offene Fragen. Einerseits ist noch unklar, ob Trimmel als etatmäßiger Rechtsverteidiger aufgeboten wird, oder seine bei Rapid angestammte Position als Rechtsaußen bekleiden darf. Bei Sabitzer ist unsicher, ob Barisic mit ihm als Sturmspitze oder als rechter Flügel plant. Burgstaller wäre zwar für die linke Seite vorgesehen, kann aber auch problemlos rechts spielen – ebenso wie Sabitzer auch links spielen kann. Ein ähnliches „Flexibilitätsproblem“ gibt es mit Louis Schaub.

Der junge Mazedonier Eldis Bajrami stellt das Fragezeichen auf der rechten Außenbahn dar. Der gebürtige Wiener ist trotz mazedonischer Staatsbürgerschaft Österreichern gleichgestellt und gilt daher nicht als Legionär. Bajrami ist als guter Techniker, Freistoßschütze und Schlitzohr bekannt. Weil man Sabitzer (ST), Burgstaller (LA) und Trimmel (RV) eher auf anderen Positionen erwarten darf, ist Bajrami durchaus auch schon kurzfristig eine Option für Coach Barisic.

Linksaußen: Burgstaller, Grozurek, (Starkl)

Burgstaller sollte in der momentanen Situation als Linksaußen gesetzt sein, wie er es auch schon in der Vorsaison war. Grozurek ist weiterhin nicht konstant genug, spielt körperlos und kann gute Trainingsleistungen nicht auf den Platz bringen. Starkl fällt wohl für das restliche Jahr aus. Burgstallers potentielle Zweit- bzw. Drittposition als stark in die Breite arbeitende Sturmspitze ist in Rapids 4-3-3 somit obsolet. Der 24-Jährige, der bisher 15 Pflichtspieltore für Rapid erzielte, wird am linken Flügel eine tragende Rolle spielen.

Sturm: Boyd, Alar, Starkl, (Sabitzer), (Burgstaller), (Schaub)

Mit Terrence Boyd verfügt Rapid über einen Stoßstürmer, der vor allem an technischen Basics und seinem Antizipationsspiel arbeiten muss. Die beiden anderen klassischen Spitzen, Alar und Starkl, fallen im Herbst aus. Burgstaller wird im linken Mittelfeld benötigt, eine Variante mit Schaub als Angreifer, wie er es etwa beim U19-Nationalteam spielte, ist nicht zu erwarten.

Neben Terrence Boyd hat also Marcel Sabitzer die besten Karten auf Einsätze im Angriff. Für den 19-Jährigen spricht seine Schnelligkeit, Technik und Abschlussstärke. Rapid ist mit Sabitzer als Spitze flexibler als mit dem statischeren Boyd. Allerdings darf auch nicht unterschätzt werden, dass Boyd 2012/13 seine erste Saison als Profi spielte und trotz technischer Mängel 17 Pflichtspieltore erzielte und neun vorbereitete. Natürlich muss der 22-jährige US-Amerikaner einen Schritt nach vorne machen, dieser ist ihm aber bei entsprechendem Fokus auf den Sport durchaus zuzutrauen.

Sattelpunkt – auch finanziell

Rapid geht also mit einer enorm unerfahrenen Mannschaft in eine Europacupsaison, die auch finanziell einen Sattelpunkt für die Grün-Weißen darstellen könnte. Dass keine neuen Spieler mehr kommen, liegt nicht an den möglichen Kandidaten, sondern einzig und allein an der finanziellen Situation Rapids. So ambitioniert Barisic und sein Trainerteam bzw. Sportdirektor Schulte an ihre in höchstem Maße herausfordernden Aufgaben gingen, so sehr wurden sie von der wirtschaftlichen Führung Rapids im Stich gelassen.

Keine neuen Sponsorengelder

Die sportliche Leitung bekam nämlich vor Beginn der Bemühungen um neue (Schlüssel-)Spieler die Zusage von General Manager Werner Kuhn, dass es Sponsorengelder geben würde, die in neue Spieler investiert werden könnten. Mit dieser Zusage im Rücken gingen die sportlichen Verantwortlichen erst auf Spielersuche. Doch aus der grün-weißen Finanzspritze kam einmal mehr nur Luft. Wie schon der Kurier kürzlich feststellte, gelang Werner Kuhn seit 2008 kein Sponsorenabschluss mit Premium Partnern mehr. Auch in einem weiteren Kurier-Artikel wurde die umstrittene Personalie Werner Kuhn thematisiert.

Rapid tritt auf der Stelle, Sturm und Ried rüsten auf

Wie abseits.at bereits in der „Männer ohne Gesicht“-Reihe im November 2012 beschrieb, mangelt es der wirtschaftlichen Führung Rapids in Person Werner Kuhns (mittlerweile) am klaren Fokus für seinen Beruf. Der General Manager setzt seine Prioritäten falsch, beschwichtigt die ihm vorgeworfenen Verfehlungen in der Öffentlichkeit mit Hilfe von Managersprache und mehrmaligem Hinweisen auf die schwierige Situation am aktuellen Sponsorenmarkt. Dass Kuhn sich selbst kaum Fehler eingesteht, ist freilich nichts Neues. Gerade in der aktuellen Lage scheint die Tatsache, dass Kuhn das dringend benötigte Geld für Neuzugänge nicht lukrieren kann, äußerst paradox: Vereine wie Sturm Graz oder Ried verpflichteten zuletzt Spieler, die auch Rapid faktisch verstärken würden. Jeweils nicht nur einen, sondern gleich mehrere…

Jedwede Spurensuche aufgrund der aktuellen finanziellen Lage überflüssig

Überdenkt man nun die Rolle Kuhns im Konstrukt Rapid so logisch und rational wie möglich, kommt man zu einem klaren Schluss: Kuhn ist ein verdienstvoller Mitarbeiter für den SK Rapid Wien und niemand kann ihm seinen grundsätzlichen Einsatz absprechen. Wie es sich bereits im vergangenen Jahr abzeichnete und sich heute anhand der mageren Errungenschaften Kuhns auf Sponsorenebene unterstreichen lässt, kann Werner Kuhn, die von ihm so oft zitierte „starke Marke Rapid“ nicht mehr angemessen vermarkten bzw. verkaufen. Dies hat mannigfaltige Gründe, die jedoch angesichts der akuten Erfolglosigkeit auf kaufmännischer Ebene nicht mal analysiert werden müssen. Genau wie schlecht spielende Fußballer ist auch General Manager Werner Kuhn keine heilige Kuh, die es ob ihrer großen Verdienste in der Vergangenheit bis in alle Ewigkeit zu streicheln gilt.

Vergangenes ist vergangen, es zählt die aktuelle Situation

Ein falscher Zugang zur Managerproblematik stellt das Hinweisen auf längst vergangene Verfehlungen dar. Der beste Grund für einen Tapetenwechsel auf Managerebene wäre die momentane Lage, unter der speziell Schulte und Barisic, aber auch die unerfahrene Elf auf dem Platz leiden. Der scheidende Rapid-Präsident Edlinger wird Werner Kuhn auch nicht im Rahmen einer seiner letzten Amtshandlungen beurlauben – das entspricht nicht dem Stil Edlingers. Obwohl sich Rapid auf Sponsorenebene zurückentwickelt und finanziell aus dem letzten Loch pfeift, bekommt man in Gesprächen mit so genannten Kennern des SK Rapid auf die Frage nach einer potentiellen Kuhn-Ablöse stets dieselbe, kuriose Antwort…

Es gibt viele Fußballer – und viele Manager…

„Na wer sois’n mochn?“ – die klassische Antwort, im gefährlich kurzsichtigen Stil. Jeder einzelne Posten beim SK Rapid kann neu besetzt werden, indem man den jeweiligen Posten ausschreibt. Wie es eben in Unternehmen üblich ist. Wenn ein Fußballer den Fokus auf den Sport verliert, wird er durch einen anderen Fußballer ersetzt (aktuelle Beispiele: Gerson und Prager). Dasselbe gilt für Spieler, die ihren Zenit überschritten und dem Klub keinen konkreten Mehrwert mehr bieten (Kulovits, Heikkinen, Katzer). Auf unternehmerischer Ebene ist das bei international erfolgreichen Fußballklubs nicht anders…

Die Augen weit offen

Die Transferzeit hat noch nicht mal begonnen, die Übertrittszeit startet am 1.Juli. Rapid hätte theoretisch noch bis Ende August Zeit Verstärkungen zu verpflichten. Selbst wenn noch kurzfristig Geld zur Verfügung stünde, wäre das aber kein leichtes Unterfangen. Die guten Fußballer warten natürlich nicht auf ein lange ersehntes Rapid-Angebot, sondern fanden größtenteils bereits einen anderen Klub. Somit heißt es für Rapid „bitte warten“ und sportlich das Beste aus der Situation zu machen. Und nach dem Abgang von Präsident Edlinger? Noch steht in den Sternen, wer der neue starke Mann bei Rapid wird und in welcher konkreten Struktur er diese Rolle einnehmen wird. Werner Kuhn steht auch über die Ära Edlinger hinaus zur Verfügung – und hält die Augen nach einem Präsidentschaftskandidaten offen, der/die das zu schätzen weiß…

Support? Notwendig!

Wie reagieren die Fans auf die von Helmut Schulte insgesamt gut und professionell kommunizierte (in der Zeit vor Schulte, hätte man wohl nicht derart klar und doch vorsichtig subtil nach außen getragen, wie es wirklich um den Verein steht) grün-weiße Bankrotterklärung? Die Reaktionen aus den Fanforen werden wir in den nächsten Tagen zusammentragen – allgemein herrscht jedoch Fassungslosigkeit ob der schwierigen, hausgemachten Situation. Die Frage nach Fan-Support in der neuen Saison wird eine Gratwanderung. Einerseits setzten die Fans 2012/13 eine Duftmarke mit gezieltem Kontrasupport gegen einige Vereinsmitarbeiter. Diese Duftmarke wird der Block auch zu Beginn der neuen Spielzeit nicht verfliegen lassen. Andererseits ist Unterstützung für eine radikal ausgemistete und nun äußerst junge, unerfahrene Mannschaft mehr als nur lebensnotwendig. Denn auch wenn bei Rapid auf Managerebene Dinge passieren, die tausende Fans, die sich im „normalen“ Arbeitsleben befinden, fassungslos ihrer eigenen Situation gegenüberstellen: Die Teenager, die Zoran Barisic ab Juli aufs Feld schicken wird, um Rapid zumindest wieder „sympathisch“ zu machen, können nichts dafür, dass im metaphorischen Wald immer mehr Bäume aus dem Boden sprießen und sich der wirtschaftliche Hauptverantwortliche hoffnungslos verirrte.

Richtigstellung (26.6., 14:58 Uhr): Offenbar gilt Eldis Bajrami auf Profiebene doch als Legionär.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen