Nacer Barazite verließ das Trainingslager der Austria in der Türkei, um mit dem französischen Zweitligisten AS Monaco zu verhandeln. Die Violetten suchen derweil bereits... Ein Goalgetter am Absprung: Barazite verlässt die Austria!

Nacer Barazite verließ das Trainingslager der Austria in der Türkei, um mit dem französischen Zweitligisten AS Monaco zu verhandeln. Die Violetten suchen derweil bereits nach Ersatz für den 21-Jährigen. Nicht das einzige Indiz dafür, dass der Wechsel bereits fix ist. Abseits.at auf Spurensuche.

Indiz 1: Der Abflug

Normalerweise bereiten sich die österreichischen Bundesligisten im Jänner auf die Rückrunde vor. Zumeist geschieht dies mithilfe eines Trainingslagers im sonnigen Süden. Die Austria verschlägt es heuer nach Antalya. Während seine Teamkollegen unter der türkischen Sonne schwitzten, saß Nacer Barazite aber schon im Flugzeug in Richtung Frankreich. Nicht wegen einer Verletzung, sondern weil der 21-Jährige zuvor um die Erlaubnis gebeten hatte, mit dem AS Monaco über einen Wechsel zu verhandeln. Der französische Traditionsverein stand 2004 sogar im Finale der Champions League – wer jedoch jetzt denkt, Barazite ginge zu einem Stammgast in der Königsklasse, der irrt. Monaco ist seit dem Abstieg im letzten Jahr sowohl finanziell, als auch sportlich schwer angeschlagen und rangiert derzeit als 18. nur an vorletzter Stelle in der zweiten französischen Leistungsstufe. Der Wechsel des Niederländers ist zwar noch nicht als offiziell fix bestätigt worden, die Tatsache, dass die Austria Barazite aus dem Trainingslager abreisen ließ, spricht aber bereits Bände. Nach 19 Toren in 33 Pflichtspielen wurde Monaco, das sich mittlerweile im Besitz des russischen Milliardärs Dmitri Rybolowlew befindet, auf Barazite aufmerksam. „Wir kommen mit dem Angebot von Monaco finanziell einfach nicht mit“, stöhnt Thomas Parits, Austrias Generalmanager. Dabei müsste das die Austria gar nicht. Barazite hat noch einen gültigen Vertrag bis 2013. Bei einem Verkauf in dieser Transferperiode würde den Violetten aber eine beträchtliche Ablösesumme für Barazite winken. Der Haken: man würde auch den gefährlichsten Offensivmann mit einem Schlag verlieren.

Indiz 2: Die Nachfolgersuche

Auch dass die Austria bereits fleißig nach einem Nachfolger für den U-21-Teamspieler der Niederlande sucht, sickerte bereits aus Antalya durch. Ganz oben auf der Wunschliste steht immer noch Dare Vrsic von Olympia Ljubljana, mit dem der FK Austria Wien bereits in der Qualifikation zur Europa League Bekanntschaft machen durfte. Der dortige Manager, der ehemalige Spielmacher der Austria Milenko Acimovic, verlangt für den slowenischen Teamspieler allerdings knapp zwei Millionen Euro. Bei einem Barazite-Abgang wäre Geld für Vrsic da, die Frage ist nur, ob man so den Abgang von Barazite wirklich kompensieren kann. Das Problem der Nachfolge würde sich gar nicht erst stellen, wenn die Austria das Angebot aus Frankreich ablehnen würde. Dies scheint aber höchst unwahrscheinlich. Da man Barazite bereits die Erlaubnis für den Flug nach Monaco erteilte, kann davon ausgegangen werden, dass sich die Veilchen über die Ablöse bereits mit den Monegassen einig sind. In Österreich wird die Austria jedenfalls nicht fündig werden. Neben einem Barazite-Ersatz sucht man außerdem nach der Verletzung von Pascal Grünwald noch nach einem Tormann. Zuletzt brachten diverse Medien Raphael Wolf vom Kapfenberger SV mit den Violetten in Verbindung.

Indiz 3: Das Medienecho

Der niederländische „Telegraaf“ vermeldet den Wechsel bereits als fix, auch diverse französische Medien sprechen nur noch von Details, die geklärt werden müssen. Barazite soll in Monaco einen Vierjahresvertrag unterschreiben. Auch österreichische Tageszeitungen zogen bereits nach und berichten schon über Barazites Wechsel nach Frankreich. Was genau der Antrieb für den jungen Stürmer für diesen Wechsel ist? Finanziell ist das Angebot der Monegassen um ein Vielfaches besser als jenes der Austria, rein sportlich sieht es dagegen eher düster aus. Da Monaco aktuell bereits 18 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze der Ligue 2 aufweist, erscheint ein Aufstieg in diesem Jahr als illusorisch. Das bedeutet, dass Barazite mindestens zweieinhalb Jahre nicht international spielen wird. Selbst dieser Zeitrahmen ist optimistisch, geht er doch von einem Aufstieg in der nächsten Saison aus. Prominente Mitspieler findet der Goalgetter aber trotzdem vor. Ludovic Giuly und die beiden Ex-Austrianer Rabiu Afolabi und Thorstein Helstad sammeln ebenfalls für die Monegassen Punkte. Auch in der Vergangenheit waren hier klingende Namen beheimatet. In der Klubgeschichte findet sich Fußballprominenz von Henry bis Trezeguet, von Saviola bis Vieri. Die glanzvollen Zeiten sind jedoch lange vorbei. Man darf gespannt sein, ob der Klub mit Barazite seinen zweiten Frühling erlebt. Die Austria verdient zwar mit dem Transfer gutes Geld, ist aber gleichzeitig gezwungen, am Transfermarkt selbst aktiv zu werden. Es wird schwer, wieder einen Mann zu finden, der ein derart günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen kann.

Die Konkurrenz hält sich bedeckt

Außerhalb von Favoriten tut sich in Österreich nicht allzu viel am Transfermarkt. Die Falken aus Kapfenberg wollen mit Babangida und Nathan Junior (abseits.at berichtete bereits vor Wochen über das Interesse) die Mission Klassenerhalt erfüllen, Sanel Kuljic steht derzeit im Training am Prüfstand. Der ehemalige Nationalspieler bestritt seit mehr als einem Jahr kein Pflichtspiel mehr, Thomas von Heesen spricht dem Salzburger trotzdem große Qualitäten zu. Bei Rapid wird versucht, Saurer und Salihi anzubringen, derzeit finden sich aber noch keine Vereine, die den beiden Spielern finanzielle Angebote machen, die den Verträgen bei Rapid nahe kommen. Salzburg wartet im Trainingslager sehnsüchtig auf die Ankunft des neuen Stürmerstars Jonathan Soriano, mit Christopher Dibon wird über einen Vertrag ab Sommer 2012 verhandelt. Doch auch Rapid möchte den Admira-Abwehrchef holen! Bei Sturm geistert der Name Niklas Hoheneder durch die Grazer Hallen, allein das Kleingeld für den Innenverteidiger scheint nicht vorhanden zu sein.

Archimedes, abseits.at

Archimedes

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