Im Zuge des Fan-Interviews „Das ASB trifft“ hat Rapid-Sportchef Fredy Bickel zahlreiche Fragen der Rapid-Fans aus dem Austrian Soccer Board beantwortet. Der Schweizer sprach... Fredy Bickel: „Jeder will die Probleme auf dem Platz alleine lösen“

Im Zuge des Fan-Interviews „Das ASB trifft“ hat Rapid-Sportchef Fredy Bickel zahlreiche Fragen der Rapid-Fans aus dem Austrian Soccer Board beantwortet. Der Schweizer sprach mit uns über die aktuelle Lage, seine Zukunft, Besuch aus der Schweiz und die kleinen und größeren Schrauben, an denen beim SK Rapid noch gedreht werden muss.

Birdy90: „Die Wiener haben diese Herzlichkeit. Besser könnte man sie nicht illustrieren“ – Das stand im März in der NZZ. Denken Sie das noch immer? Oder wie würden Sie „den Wiener“ heute beschreiben?“

Fredy Bickel: „Wenn wir Züricher und Wiener vergleichen ist es so, dass ‚die von außerhalb‘ uns beide gleichsehen. Die Restschweizer sehen die Züricher so, wie die Nicht-Wiener die Wiener. Aber es gibt einen Unterschied: Dem Züricher ist es soweit egal, der lebt mit dem und sagt ‚wir lieben die anderen trotzdem‘, insbesondere die Leute aus dem Bündnerland. Und der Wiener sagt auch ‚ist uns egal, wir sind eh anders als die anderen, also müssen uns die gar nicht lieben‘. Ich könnte auch heute noch nichts Negatives über die Wiener erzählen.“

Littlefoot: „Wie läuft so eine Kontaktaufnahme vor einem Transfer ab? Angenommen man will einen bestimmten Spieler oder Trainer haben – gibt’s da ein geheimes Telefonbuch mit den Nummern aller Sportdirektoren und Spieler? Und wie beginnt man so ein Gespräch? ‚Hallo, schönes Wetter heute… ach übrigens…?‘“

Fredy Bickel: „Das ist relativ einfach. Wenn du in täglichem Kontakt mit deinen Trainern stehst, weißt du eh schon, wo etwas gemacht werden muss. Für uns sind dann in erster Linie österreichische Vereine Ansprechpartner Nummer Eins und da versuche ich einfach einen guten Kontakt aufzubauen. Als Beispiel möchte ich Altach nehmen, mit denen wir immer sehr offen reden können. Mit der Admira läuft das zum Beispiel auch sehr gut. Wenn du weißt, dass ein Spieler eine Ausstiegsklausel hat, dann rufst du den Berater an und fragst allgemein an, ob der Spieler Interesse haben könnte. Erst wenn hier das OK kommt, nimmt man mit dem Klub bzw. dem Sportchef Kontakt auf. Diesen offiziellen Weg zu gehen, ist mir immer sehr wichtig. Und wenn’s ums Ausland geht, ist es ein Vorteil, wenn man schon länger dabei ist. Irgendeinen Verbindungsmann, der direkten Kontakt zum gewünschten Spieler oder Verein hat, kennt man eigentlich immer. Das kann zum Beispiel ein ehemaliger Spieler sein.“

Silva: „Welche Gründe würden Sie generell dafür verantwortlich machen – auch wenn Sie nicht in der gesamten Zeit verantwortlich waren -, dass Rapid seit drei Jahren nicht am Leistungszenit agieren kann, sondern in einer permanenten Unruhe und Inkonstanz gefangen ist?“

Fredy Bickel: „Es gibt sicher verschiedene Gründe. Jeder Verein, der auf dem Trainersektor viele Wechsel hat und immer wieder viele Spieler abgeben muss, hat’s schwer. Wenn eine Mannschaft in einer Saison 30 Spieler einsetzt, dann kann irgendwas nicht stimmen. Du bringst keine Konstanz hinein und das war bei Rapid in den letzten Jahren immer so. Außerdem glaube ich, dass wir eine Mannschaft haben, die sich den Arsch aufreißt und viel über ihr eigenes Spiel nachdenkt, aber trotzdem musste die Mannschaft noch nie etwas alleine regeln. Früher gab es Steffen Hofmann, der immer alles abgeschottet hat. Er ging zu den Fans, zu den Journalisten, hat für die Mannschaft gesprochen. Und nachdem Steffen aufhörte, wurde der Mannschaft immer alles abgenommen. Damir Canadi hat zum Beispiel selbst die Medien gegen sich aufgehetzt, aber die Mannschaft kam trotz der schlechten Leistungen ungeschoren davon. Gegen Gogo hat dann die Masse mobilgemacht und wieder ging die Kritik an der Mannschaft vorbei. Wir haben in der Entwicklung vielleicht ein bisschen zu wenig darauf geachtet, auch im Zuge der Trainerwechsel, dass die Mannschaft sich als solche gemeinsam selbst führen kann.“

Daniel Mandl: „Nachdem Steffen aufhörte, gab es Spieler, die unerwartet in seine Rolle schlüpften? Wenn wir jetzt von ‚etatmäßigen‘ Leadern wie Schwab, Dibon oder Sonnleitner absehen…“

Fredy Bickel: „Ich freue mich wirklich darüber, dass Murg es ganz stark versucht und auch Strebinger. Ich weiß, dass vieles noch nicht gut ist, aber ich merke trotzdem, dass sich da etwas entwickelt, auch wenn’s noch nicht dort ist, wo ich’s schon gerne hätte und es mir etwas zu lange dauert. Aber es passiert etwas mit dieser Mannschaft. Ich weiß aber auch, dass diese Worte aktuell womöglich unpassend wirken.“

zahi: „Weshalb ist Didi Kühbauer der richtige Trainer für Rapid und was sind Ihrer Meinung nach seine Stärken und Schwächen?“

Fredy Bickel: „Im Zuge der Unruhe, die aufkam, habe ich gesehen, dass die Mannschaft das alles nicht mehr auffangen kann. Dann war für mich klar, dass du nur einen Trainer holen kannst, der ein großes Renommee hat oder aber einen guten Namen hier im Klub. Einfach um möglichst schnell Ruhe reinzubringen. Dann schaust du auf deine Liste und es fallen schon mal sehr viele Namen weg. Die verfügbaren Trainer habe ich gleich nach dem Spiel gegen St.Pölten angeschrieben und Rückmeldungen erhalten. Das waren noch vier, fünf Trainer, davon zwei Ausländer. Aber es war auch klar, dass wir keine Zeit für Experimente haben und somit einen Trainer brauchen, der die Liga und die Gegner kennt. Somit war für mich klar, dass ich dem Präsidium Kühbauer vorschlagen werde, auch weil ich ihn schon im Vorfeld kennenlernte und wusste, dass er sich auf diese Aufgabe freuen und unbelastet hineingehen würde.“

Stefan Karger: „Und was sind Kühbauers Schwächen? Hat irgendetwas gegen ihn gesprochen?“

Fredy Bickel: „Jeder Mensch und jeder Trainer hat Schwächen, sicher auch Kühbauer. Es kommt immer drauf an, den richtigen Trainer zur richtigen Situation zu haben. Mit Kühbauer hat es aber erst jetzt gepasst und vorher wahrscheinlich noch nicht.“

revo: „Welche Maßnahmen sollen nach der Konsolidierung der Mannschaft unter Trainer Kühbauer folgen, um den Verein langfristig wieder im oberen Sechstel der Tabelle zu positionieren?“

Fredy Bickel: „Jeder Trainer hat andere Ansichten von Spielern und Kaderzusammenstellungen. Für mich ist wichtig, dass wir diesbezüglich eng zusammenarbeiten und ich merke, was er braucht und wie er arbeiten will. Wir werden in den nächsten paar Monaten die eine oder andere Kaderanpassung vornehmen, die Kühbauer helfen soll, seine Ideen zu verwirklichen. Zudem ist es mir wichtig, dass er seinen Staff durchleuchtet und mir mitteilt, wie er die Zusammenarbeit sieht. Diesbezüglich muss der Trainer vorneweg gehen und deshalb muss die Mannschaft und der Staff mit ihm abgestimmt werden. Er will sich zuerst ein klareres Bild machen, was ich sehr gut finde und was für ihn spricht. Kühbauers Wunschkader sollte also in den nächsten zwei Transferperioden aufgebaut werden.“

maindrop: „Sind punktuelle Verstärkungen im Winter ein Thema?“

Fredy Bickel: „Eher nein. Wir haben 27 Kaderspieler und sollten eher weniger Spieler im Kader haben als mehr. Klar erhoffen wir uns, dass wir im Frühjahr noch europäisch dabei sind, aber es ist wahrscheinlicher, dass uns im Winter jemand verlässt. Wir reden hier nicht unbedingt von Stammspielern – das kann natürlich auch passieren, aber das ist nicht vorgesehen und wir würden darauf reagieren.“

Daniel Mandl: „Heißt das, dass der Rapid-Kader abgespeckt werden *muss*, wenn man nicht europäisch überwintert?“

Fredy Bickel: „Es geht um die Spieler, die jetzt schon nicht spielen und bei einem Wegfall der Mehrfachbelastung noch weniger spielen würden. Da muss man natürlich Lösungen finden.“

zahi: „Wie stehen die Chancen, dass sie dem Verein weiterhin und längerfristig als Sportdirektor erhalten bleiben? Gibt es auch Ihrerseits eine Deadline, bis wann eine etwaige Verlängerung abgeschlossen sein sollte?“

Fredy Bickel: „Normalerweise will ich immer 18 Monate Vorlaufzeit. Ich finde das im Zusammenhang mit der Kaderplanung wichtig. Das war hier aufgrund anderer Dinge, die dazugekommen sind, nicht möglich. Bis Winter müssen wir aber schon wissen, wie wir weitermachen, auch wegen des Vereins und der Spieler. Das kannst du einem Sportchef, der im Sommer weg ist, nicht überlassen. Ich kann mir einen Verbleib sehr gut vorstellen, ich möchte den Verein auch nicht so verlassen, wie er jetzt dasteht. So würde ich nicht gehen wollen. Aber ich bin auch der Meinung, dass ich mit mir selbst ehrlich sein muss. Ich muss mir selbst in den nächsten Wochen beantworten, ob ich den Verein so weit bringen kann, wie ich es mir wünsche und wie ich es vorhabe, oder ob etwas fehlt, um das zu schaffen. Falls etwas fehlt, würde ich mir selbst gegenüber schon so ehrlich sein, dass ich einen Strich ziehen muss.“

Elwood: „Ist eine mögliche Verlängerung auch damit verbunden, ob Michael Krammer Präsident bleibt?“

Fredy Bickel: „Es wäre für mich sehr wichtig, dass er auch bleibt, weil ich die Zusammenarbeit und den gegenseitigen Respekt und das Vertrauen schätze.“

KUSH: „Galvao war einer der wenigen Rapid-Transfers in letzter Zeit, die sofort funktionierten. Wieso werden solche Spieler ohne Not beinahe ‚verschenkt‘, obwohl Sie kurze Zeit vorher noch kampfstark meinten: Da muss man uns mit Geld erschlagen.“

Fredy Bickel: „Das muss man so sehen: Du hast einen Brasilianer, der aus relativ einfachen Verhältnissen kommt, 27 Jahre alt ist und nie wirklich großes Geld verdient hast, aber in Brasilien seine Familie ernähren muss. Dann bekommt er ein Angebot, mit dem du nie und nimmer mithalten kannst und mit dem er mehr als das Doppelte verdient, als er bei uns verdient hat. Wenn der Spieler jung ist, ist es vielleicht etwas Anderes als bei einem 27-Jährigen. Aber in so einem Fall steht für mich der Mensch im Vordergrund und die Frage ist dann ‚verbaue ich es ihm oder verbaue ich es ihm nicht‘? Es ist in der konkreten Situation dann vielleicht kurzfristig nicht ideal für den Verein, aber wenn du mit den Spielern auf diese Art und Weise umgehst, hast du auch wieder die Chance, Spieler zu bekommen, die sehen, dass der Verein offen ist, wenn sich so eine spezielle Option ergibt. Wenn ich einem 27-Jährigen finanziell nichts Ähnliches bieten kann und er die Chance hat, sich in zwei, drei Jahren komplett abzusichern, dann darf ich ihm das nicht verwehren. Sorry, da habe ich keine Mühe in der Entscheidungsfindung, weil es unfair wäre, ihm eine solche Chance zu verbauen.“

Stefan Karger: „Dazu passend: Von Mateo Barac hat man sich, insbesondere in der Spieleröffnung, mehr erwartet. Wurde Galvao auch deshalb die Wechselerlaubnis erteilt, weil Sie gedacht haben, dass sich ein gleichwertiger Nachfolger leichter finden lässt? Hätten Sie im Nachhinein etwas anders gemacht?“

Fredy Bickel: „Ich hatte Barac lange auf der Liste. Ich habe mir natürlich auch erhofft, dass er schneller in die Spur kommt. Ich bin mir auch bewusst, dass er in der Spieleröffnung nicht so stark ist, wie Galvao. Er ist aber auch hundertprozentig nicht so schlecht, wie er jetzt gemacht wird. Was ich bei ihm bemerke ist, dass er zwar ein Fels von einem Mann ist und du ihm schon alleine deshalb niemals seine große Sensibilität zutrauen würdest. In Bratislava hat er eine überragende erste Halbzeit gespielt, dann passiert ihm das Eigentor und er bricht ein. Wir glauben aber an sein Potential und müssen ihm die Zeit geben, die er benötigt. Im Nachhinein kann man immer sagen: Das hättest du dir nicht erlauben dürfen und besser einschätzen müssen. Aber ich bin vom Spieler und seinem Potential voll überzeugt und würde den Transfer jederzeit wieder so tätigen. Ich würde sogar eine Wette abschließen, dass der Verein in Zukunft noch sehr viel Freude an ihm haben wird.“

schleicha: „Was spricht dagegen, Spielern bei Vertragsgesprächen klar zu vermitteln, dass erwartet wird, dass sie mindestens (!) 24 Monate bleiben, außer es kommt ein „Betrag XY“. Wobei XY ein entsprechend hoher Betrag ist, der zum Beispiel in Wöber-Größenordnungen angesetzt wird…“

Fredy Bickel: „Alle Gespräche laufen in die Richtung, dass du nicht nur eine oder zwei Saisonen machen willst. Aber Österreich hat eine kleine Liga und wenn eine große Liga kommt, ist es schwierig Spieler zu halten. Es gibt aber auch Spieler, die kommen und klar sagen ‚ich will bei diesem Verein spielen, aber ich will ihn auch als Sprungbrett und mein Ziel ist es, dass ich nicht länger als zwei Jahre dableibe‘. Zum Beispiel Bolingoli. Damit habe ich kein Problem, im Gegenteil, denn dann liegt es am Spieler, ob er sein Ziel erreicht oder nicht.“

red pack: „Würde Rapid auf den Österreicher-Topf verzichten, wären dann die Sommertransfers gleich verlaufen? Würde ein Verzicht darauf bessere Möglichkeiten und Entwicklungen zulassen?“

Fredy Bickel: „Das ist ein Thema, wo man völlig unterschiedlicher Meinung sein kann. Ich würde nicht auf den Österreicher-Topf verzichten, würde es aber auch nicht ganz eng sehen, wenn man einmal die Legionärszahl überschreitet, wenn es die Situation nicht anders zulässt. Es geht mir dabei nicht mal so sehr um die Finanzen, sondern eher ums Gesamtbild. Eine Erkenntnis, die ich auch aus der Schweiz mitgenommen habe ist die, dass wenn du ein Klub werden willst, zu dem die national besten Spieler zuerst gehen, dann musst du auch zeigen, dass sie Möglichkeiten haben, sich weiterzuentwickeln und zu spielen, um danach den nächsten Schritt gehen zu können. Wenn du sieben, acht, neun Legionäre hast, dann wird es schwierig, einheimische Spieler zu überzeugen, dass sie zu dir wechseln. Hier geht es also vor allem ums authentische Vermitteln der Möglichkeiten für einheimische Spieler.“

DonJunior: „In welchem System kann Deni Alar Ihrer Meinung nach am besten seine Stärken ausspielen?“

Fredy Bickel: „So wie es in Graz war. Deni ist dann am stärksten, wenn er von seinem Riecher und seiner Reaktionsschnelligkeit im Strafraum profitieren kann. Das geht am besten mit einem schnellen Nebenspieler an seiner Seite. Das ist uns natürlich allen bewusst, dass er so am besten zur Geltung kommt.“

Jackson: „Auf welchen Wegen bekommen Sie positive und negative Kritik vonseiten der Fans mit? Nur im Stadion? Per E-Mail? Oder beschaffen Sie sich Meinungen auch selbst, zum Beispiel im Austrian Soccer Board oder auf Facebook?“

Fredy Bickel: „Ich habe mir in Wien angewöhnt, prinzipiell gar nichts zu lesen. Peter Klinglmüller gibt mir jeden Morgen Medienberichte durch, die ich seiner Meinung nach kennen sollte. Die lese ich dann schon, aber das ist wirklich das Einzige. Soziale Medien verfolge ich überhaupt nicht. Im Stadion bekommt man schon einiges mit und auch in der Stadt wird man angesprochen, wenn’s gerade nicht gut läuft. Es passiert dir sogar mal, dass Autos an dir vorbeifahren und eindeutige Gesten zeigen. Aber ganz verrückt sind E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und SMS. Wenn etwas nicht komplett unter der Gürtellinie ist, dann beantworte ich auch alles. Ich bin zwei, drei Wochen im Rückstand und komme nur schwer nach. Ich bekomme eine dreistellige Zahl von persönlichen E-Mails – täglich. Im Zuge des Trainerwechsels bin ich aber schon ordentlich im Hintertreffen. 500, 600 persönliche Mails warten noch auf eine Antwort…“

Jackson: „Da das Thema mittlerweile schon Geschichte ist, würde es mich interessieren, wie hoch die Kaufoption bei Joelinton tatsächlich war und wie konkret eine Rückkehr des Spielers ca. eine Woche nach Leihende war, als er sich trotz des Trainingsstarts in Hoffenheim einige Tage in Wien aufhielt.“

Fredy Bickel: „Der Millionenbetrag war zweistellig. Ich habe bis zum Schluss gesagt, dass die Chancen klein sind, aber wir haben alles versucht. Auch unsere Spieler waren super. Als er beim ersten Heimspiel in Wien war, haben mir alle Spieler geholfen und versucht ihn zu überreden. Er selbst meinte, dass er, wenn er sieht, dass er wenige Chancen auf Spiele hat, zu Rapid zurück möchte. Es wurde also wirklich alles versucht, aber die Option zu ziehen war unmöglich und Joelinton war auch in Hoffenheim in der Vorbereitung zu stark.“

McKenzie1983: „Unsere Mannschaft ist im Großen und Ganzen recht jung und ist wohl mehr auf Ausbildung der Spieler für einen Weiterverkauf ausgelegt. Erfreulicherweise konnte Sonnleitner diesen Herbst wieder aufblühen. Glauben sie, dass das Mannschaftsgefüge generell mehr alte Haudegen bzw. Stützen brauchen würde? Wie beispielsweise Liendl, der beim WAC eine Führungsrolle übernimmt? Sind solche Transfers in absehbarer Zeit möglich oder gar erforderlich?“

Fredy Bickel: „Die Mischung muss stimmen. Klar braucht es zwei, drei routiniertere Spieler, die den Jungen aufhelfen können. Ich kann nicht wirklich sagen, ob es Sinn macht, jetzt einen weiteren Routinier zu holen. Das ist immer situationsbedingt. Es kommt auch drauf an, ob ein anderer geht. Und ob da ein Routinier stattdessen besser reinpasst. Weil Sonnleitner angesprochen wurde: Ich glaube, dass er nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für den Verein wertvoll ist. Wir sind bereits in Gesprächen mit ihm und ich denke, dass wir auch für die Zukunft eine gemeinsame Lösung finden werden.“

maindrop: „Sie haben vor der Berisha-Verpflichtung davon gesprochen, dass es wichtig sei, starke Charaktere in den Kader einzubauen. Wie passen die letzten Sommertransfers zu dieser Aussage?“

Fredy Bickel: „Das nehme ich als verständliche Kritik wahr. Es werden immer wieder mögliche Fehler aufgezeigt und ich weiß auch, dass ich welche gemacht habe. Es war insofern eine Fehleinschätzung, weil ich das Gefühl hatte, dass die Mannschaft schon so weit war, dass wir uns in Richtung fußballerische Qualität verstärken können. Im Nachhinein wäre es möglicherweise besser gewesen, weniger fußballerische Qualität, dafür aber mehr mentale Stärke zu holen. Das ist einer der Punkte, die ich natürlich auch selbst immer für mich überlege: Wie gehe ich künftig mit diesen Entscheidungen um?“

maindrop: „Marco Rose hat gesagt: ‚Wer viel läuft, hat schon einen Vorteil.‘ Warum lassen wir seit der Pacult-Ära so viel Potential im Fitnessbereich liegen?“

Fredy Bickel: „Das ist ein Vorwurf, den ich manchmal höre, der aber nicht stimmt. Wir haben alle Leistungsdaten und Zahlen und sind eine der Mannschaften in der Liga, die am meisten laufen. Beispielsweise in Hartberg: Wenn man sich da ansieht, wie viel wir gelaufen ist und wie viel Hartberg gelaufen ist… da kommst du niemals auf ein solches Resultat. Potzmann zum Beispiel war knapp 14 Kilometer unterwegs. Es kommt aber noch viel mehr auf die Handlungsschnelligkeit an. Wenn du immer ein wenig hinterherläufst, sei es einem Erfolgserlebnis, einem Rückstand oder sonst etwas, sieht es nicht so athletisch und ‚leicht‘ aus, wie es bei einer erfolgreichen Mannschaft aussieht. Unsere Probleme in diesem Bereich sind auf die Trainingssteuerung zurückzuführen und nicht auf die Fitness.“

maindrop: „Welches Motiv steckte hinter der Guillemenot-Verpflichtung? Vor allem zu diesem Zeitpunkt. Perspektivspieler sind wichtig, aber wäre es nicht klüger gewesen, ihn als klaren Rapid-II-Spieler anzukündigen? War vielleicht auch unsere sportliche Krise daran schuld, dass er derzeit noch so wenige Spielminuten bekommt?“

Fredy Bickel: „Das stimmt natürlich. Ich kannte Guillemenot aus der Schweiz und er war das größte Schweizer Stürmertalent. Und er ist auch heute noch sehr hoch angesehen. In den U-Nationalteams lassen sie ihn weiterhin nicht fallen, auch wenn die Leistungen momentan nicht stimmen. Sein Selbstvertrauen hat sicher unter der Zeit gelitten, in der er nicht spielte, schon vor Rapid. Und somit steht er vor einer dummen Situation. Er kam in eine neue Mannschaft, die selbst noch hadert und so hat er es derzeit praktisch nirgendwo leicht. Ihm kann man da keine Schuld geben. Es war vielleicht auch ein wenig naiv von mir, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass wir in der Meisterschaft so viele Probleme bekommen würden. Hätte ich das vorausgeahnt, hätte ich wohl nochmal darüber nachgedacht, ob die Verpflichtung eines Talents als dritter Stürmer das Gescheiteste ist. Aber natürlich versuchen wir ihm zu helfen und ihn zu unterstützen, aber die Situation ist für ihn schwierig. Er wusste, dass er die Nummer drei sein wird und wir haben das auch so angekündigt. Die Medien haben die Sache dann größer gemacht, weil er aus Barcelona kam und so wurde der Transfer anders gewichtet, als er eigentlich gewichtet werden sollte.“

Rapid1898: „Warum glauben Sie, dass es sich bei der aktuellen Mannschaft um eine intelligente Mannschaft handelt? Was verstehen Sie darunter?“

Fredy Bickel: „Eine intelligente Mannschaft hinterfragt alles. Wieso spielen wir jetzt so? Wieso bringen wir die Leistung nicht? Wieso sagt der Trainer jetzt das? Das ist sehr interessant, aber es wird in Situationen schwierig, in denen man in Problemen steckt. Nach dem Spiel in Villarreal sind wir bis in die frühen Morgenstunden mit dem Mannschaftsrat zusammengesessen. Da kommen einige, auch persönliche Dinge zur Sprache, wie ich sie so nicht kenne. Das hat noch keine andere Mannschaft von mir so angesprochen. Mir imponieren solche Dinge sehr, aber wenn’s mal nicht rennt, dann kann das Hinterfragen auch zum Problem werden. Da ist es manchmal besser, wenn die Spieler sagen ‚scheiss drauf, wir gehen da jetzt durch und es ist uns egal was rundherum passiert.‘“

Daniel Mandl: „Wenn Rapid eine Siegesserie mit drei, vier Siegen in Serie hat, ist es seit jeher wie das Amen im Gebet, dass wieder ein fürchterlicher Dämpfer kommt. Mit welcher Situation kann eine Mannschaft wie diese dann am besten umgehen? Mit einer richtig guten Situation scheint’s ja auch nicht wirklich zu funktionieren.“

Fredy Bickel: „Meine Antwort ist sicher hypothetisch. Ich glaube, dass sie heute mit einer positiven Serie besser umgehen könnten, weil sie aus dem Negativen der letzten Monate viel gelernt haben. Aber beweisen kann ich es noch nicht, weil wir diese Serie noch nicht hatten. Ich denke, dass sie sich mittlerweile besser einschätzen können. Momentan haben sie Mühe mit den Resultaten und den negativen Energien umzugehen. Aber ich glaube, dass im Erfolgsfall viele Dinge einfacher sein werden, als es früher war.“

Daniel Mandl: „Hat diese hypothetische Einschätzung auch mit dem Trainerwechsel zu tun? Denken Sie, dass Kühbauer die Mannschaft anders ‚nimmt‘ als Gogo, was ebendiese Selbstreflexion betrifft?“

Fredy Bickel: „Didi nimmt die Mannschaft sicher anders, als es Gogo gemacht hat. Das muss immer der aktuellen Situation angepasst sein. Didi agiert fast ein bisschen gegenteilig dazu, was die Leute in der Öffentlichkeit über ihn denken. Er ist eher ein Trainer, der Spaß und Freude vermitteln und den Druck rausnehmen will. Er versucht’s eher mit Lockerheit und Entspanntheit. Gogo war eher der Trainer, der noch mehr Druck auferlegte und immer noch mehr von seiner Mannschaft forderte.“

WorkingPoor: „Gibt es im aktuellen Kader Raucher? Wie würde der Verein reagieren, wenn er einen der Spieler beim Rauchen „erwischt“?“

Fredy Bickel: „Wir haben schon welche, aber ganz, ganz, ganz wenige Gelegenheitsraucher, die hie und da zur Zigarette greifen. Ich muss mir nicht mal Mühe geben, damit ich es nicht sehe, weil sie’s ‚sehr gut‘ machen. Das ist für die Spieler Privatsache und das halten sie auch so. Somit ist es für mich auch kein Problem. Die Spieler heute sind aber insgesamt sowieso viel bewusster. In der Vergangenheit war es so, dass die Hälfte der Mannschaft bzw. der Mannschaften im Allgemeinen geraucht hat. Das ist heute nicht mehr so.

Stefan Karger: „Spricht man da mit dem Spieler? Dass sich dies womöglich negativ auf die Leistung auswirkt?“

Fredy Bickel: „Nein. Ich würde mit ihm sprechen, wenn ich das Gefühl hätte, dass er unverschämt wird, es öffentlich macht, oder vor Spielen. Da würde ich schon einschreiten.“

derfalke35: „Könnte Beric im Winter ein Thema werden, da er ja nur mehr sechs Monate an Saint-Étienne gebunden ist und scheinbar kaum zu Einsätzen kommt?“

Fredy Bickel: „Zuletzt hat er etwas mehr gespielt. Wir hatten immer Kontakt mit ihm. Von uns aus werden wir sicher nicht mehr aktiv, weil er uns auch klar mitgeteilt hat, dass er zwar einerseits sehr gerne zurückkommen und für Rapid spielen würde, aber andererseits auch finanzielle Forderungen hat, die sich für uns nicht ausgehen.“

flanders: „Wie viele Anfragen von Spielerberatern erhalten Sie in einer Transferperiode?“

Fredy Bickel: „Für Abgänge? Erstaunlicherweise waren es vergangenen Sommer enorm viele. Für gut die Hälfte der Spieler sind Anfragen gekommen, manche sind dann ja auch tatsächlich gegangen. Wir haben bei vier Spielern wirklich gekämpft, dass sie bleiben, was nicht öffentlich wurde und was auch gut so war. Das war deswegen untypisch, weil wir letzte Saison nicht europäisch spielten. Das ist mir in der Schweiz auch nicht passiert, wenn man nicht in Europa dabei ist. Normalerweise ist es eine Vielzahl mehr, wenn die Spieler sich über den Europacup in die Auslage spielen können. Ernsthafte Anfragen werden es im Sommer vielleicht acht bis zehn gewesen sein.“

flanders: „Was war ihre längste bzw. schwierigste Verhandlung mit einem Spieler bzw. seinem Berater?“

Fredy Bickel: „Bei Rapid sicher Schobesberger. Auch Bolingoli und Ljubicic waren nicht einfach. Weil einfach andere Angebote auf dem Tisch lagen, weshalb man mehr Überzeugungsarbeit leisten musste.“

Stefan Karger: „Bei Bolingoli war die jüngste Vertragsverlängerung schwierig?“

Fredy Bickel: „Da hat mir der Spieler geholfen. Boli hat gesagt, dass er noch ein Jahr dranhängen möchte. Die Berater haben ihm davon abgeraten und gesagt, dass er lieber gleich wechseln soll. Aber Boli kann sich sehr gut einschätzen, das muss man wirklich sagen. Es kommt aber auch vor, dass man in Verhandlungen scheitert, obwohl man monatelang dafür gearbeitet hat. Zum Beispiel Renato Steffen, den ich bei den Young Boys Bern halten wollte. Aber er wollte nach Basel und das war ein monatelanger Kampf, der dann leider verlorenging.“

Daniel Mandl: „Sind solche Verhandlungen mit Spielern wie Schobesberger oder Bolingoli tatsächlich schwieriger, als die so genannten Riesentransfers? Beispielsweise Guillaume Hoarau in Bern…“

Fredy Bickel: „Hoarau war eigentlich nicht so schwierig. Das ist dann auch dem Alter geschuldet. Er sagte, dass er nicht unbedingt nach Frankreich will, um zu spielen. Aber er hat Familie in Frankreich und wollte deshalb möglichst nahe an Frankreich spielen. Dann musste er nur noch sagen, ob er für Summe X in der Schweiz spielen würde oder nicht. Wenn er mit den finanziellen Rahmenbedingungen einverstanden ist, dann findet man eine Lösung. Schwierig ist es nur, den Kontakt mit einem solchen Spieler zu bekommen und ihn soweit zu bringen, dass er sich das allgemein überlegt. Danach ist es relativ einfach. Bei jüngeren Spielern, die im Schaufenster stehen und bereits gute Angebote aus besseren Ligen haben, ist die Überzeugungsarbeit für ein oder zwei weitere Jahre in Österreich oder der Schweiz zu bleiben, sehr viel schwieriger.“

Cosa_Nostra: „Kritisch betrachtet: Wie zufrieden sind Sie selbst mit Ihrer Arbeit bei Rapid? Welche Dinge hätten besser gelingen können? Auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (perfekt) – wie würden Sie sich selbst bewerten?“

Fredy Bickel: „Ich glaube, ich würde mir eine sechs oder sieben geben. Ich bin mit vielen Themen sehr zufrieden und gewisse Dinge sind mir sicher nicht gelungen. An diesen Dingen muss ich weiterarbeiten. Ein Beispiel vom Anfang meiner Zeit in Wien: Ich habe sehr lange an Damir Canadi festgehalten, weil er kein schlechter Trainer ist. Es hat aber nicht gepasst und man will nicht kommen und sofort den Trainer entlassen. In meinen ersten vier, fünf Monaten habe ich sehr viel – zu viel – Zeit investiert, nur um dieses ohnehin schwieriges Verhältnis zu kitten. Das war im Nachhinein sicher ein Fehler. Ich schätze Damir, aber ich habe damals unnötig Zeit für andere Dinge verloren, die im Nachhinein wichtiger gewesen wären. Im vergangenen Sommer gab es auch zwei, drei Dinge, die ich zuvor schon angedeutet habe. Ich habe die Mannschaft vielleicht schon etwas überschätzt und die Situation etwas zu naiv gesehen. Klar wusste ich, dass es nicht einfach wird und, dass wir in der Meisterschaft sicher auch Rückschläge erleben werden, aber mit derart heftigen Rückschlägen habe ich nicht gerechnet. Zu den Spielern stehe ich und ich würde alle sofort wieder holen. Durch die Falscheinschätzung der Situation nehme ich aber natürlich einen Teil auf mich – das stört mich unheimlich! Was mich auch stört ist, dass ich die Mannschaft noch nicht so weit gebracht habe, dass sie früher gemeinsam auf Rückschläge reagieren kann und die Rückschläge somit weniger werden. Ich habe es auf verschiedene Arten versucht: Hart, böse, laut, leise… und trotzdem kommen die Rückschläge immer wieder. Und da frage ich mich schon manchmal: Was muss ich noch tun, damit sie ihr Potential richtig erkennen und auch welche schöne Geschichten sie als Mannschaft schreiben könnten, wenn sie das ‚Wir‘ in den Vordergrund stellen würden? Der Wille ist wirklich da, aber am falschen Ort. Jeder will die Probleme auf dem Platz alleine lösen – und das hilft uns überhaupt nicht, weil die Spieler es zusammen lösen müssen. Dann sind Spieler in einer schlechten Partie überall anzutreffen, aber niemals auf ihrer eigenen Position, weil sie selbst etwas bewegen wollen und das nicht im Kollektiv machen.“

Daniel Mandl: „Sehen Sie das als Ihre Aufgabe? Ist das nicht viel mehr Aufgabe des Trainers oder der Mannschaft selbst?“

Fredy Bickel: „Klar ist das eine Aufgabe der Mannschaft. Aber wenn man sieht, dass eine Mannschaft Probleme mit der Situation hat, dann muss auch ich Hebel ansetzen und helfen.“

Daniel Mandl: „Denken Sie, dass diese mentalen Blockaden Dinge sind, wo es eines Tages mal ‚klick‘ machen und sich dann der Schalter umlegen kann? Oder ist das eher ein langwieriger Prozess?“

Fredy Bickel: „Ich habe am Sonntag vor dem Admira-Spiel zu Michael Krammer gesagt, dass wir gewinnen werden. Wir werden kein berauschendes Spiel machen, aber nach dem Gespräch am Donnerstag und der Reaktion der Mannschaft am Freitag und Samstag hast du gemerkt, dass sie jetzt wirklich wissen, dass es nur zusammen geht. Ich denke, dass ich unser Potential mittlerweile gut einschätzen kann. Meister werden wir nicht werden, aber wir haben sicher das Potential für die Top-3. Wir konnten es nur nicht abrufen. Ich weiß aber, dass wir sehr viel Luft nach oben haben und so wie ich die Spieler kenne, denke ich, dass es tatsächlich ein Schalter ist, der umgelegt werden muss. Wenn es ‚klick‘ macht, werden wir in einen guten Lauf kommen.

Ofenbacher: „Welche Punkte müssten erreicht werden, damit Sie am Ende Ihrer Zeit bei Rapid zufrieden und positiv zurückblicken können?“

Fredy Bickel: „Ich will nie von irgendwo weggehen, ohne einen Titel. Es ist natürlich auch gut, wenn man einen Kader gut aufgestellt hat, der einen Wert für den Verein hat und geholfen hat, den Verein einen Schritt weiterzubringen. Aber persönlich möchtest du einfach immer überall Titel gewinnen!“

spektrum89: „Was ist Fredy Bickels Lieblingsausdruck auf Wienerisch?“

Fredy Bickel: „Am meisten konfrontiert werden ich mit ‚raunzen‘. Aber ob’s mein Lieblingsausdruck ist, sei mal dahingestellt.“

spektrum89: „Gibt es etwas, was am Leben in Wien so richtig nervt? In welchen Momenten vermisst Fredy Bickel seine Heimat?“

Fredy Bickel: „Es ist mir zwar absolut bewusst, dass derzeit niemand zufrieden sein kann. Aber was wirklich hart ist, ist das Ausmaß an negativer Stimmung. Das ist echt schwer zu ertragen. Wenn du jeden Tag überall mit Negativem konfrontiert wirst – und das ist seit Monaten so – arbeitest du nicht besser und hast weniger Freude an allem. So wird es sicher auch der Mannschaft manchmal gehen, was keine Ausredensuche für die Spieler sein soll. Das ist wirklich extrem. Und die Leute, mit denen ich darüber spreche sagen dann immer: ‚Ja, das stimmt, aber wenn’s gut läuft, ist die Euphorie bei Rapid dafür umso schöner‘ – mein Problem ist, dass ich das bis jetzt nicht kenne…“

Daniel Mandl: „Und was vermisst Fredy Bickel an seiner Heimat abseits des Fußballs und des Rundherums?“

Fredy Bickel: „Schon Umfeld und Familie. Es ist mir wichtig, dass ich meine Vertrauten und meine Familie um mich habe. Die habe ich hier zwar nicht, aber sie machen es mir unheimlich einfach. Ich habe fast bei jedem Heimspiel Besuch aus der Schweiz und die, die ich vermisse, kommen regelmäßig nach Wien. Sogar die Capos der Young Boys haben mich letztens besucht. Die waren in Glasgow dabei, beim Heimspiel gegen Villarreal sind wieder vier dabei. Sie spielen einen Tag zuvor auswärts in Valencia und haben Flüge um 25€ von Valencia nach Wien gefunden, also fliegen sie gleich am nächsten Morgen zu unserem Spiel gegen Villarreal. Das finde ich schon sehr schön.“

Das Interview mit Fragen der Fans aus dem Austrian Soccer Board führten Daniel Mandl und Stefan Karger.

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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