Im Spiel der 23. Runde der österreichischen Bundesliga feierte der SV Mattersburg einen späten 2:1 Erfolg gegen die Wiener Austria. Im Folgenden sollen die... Spielerbewertungen: Smail Prevljak Alleinunterhalter in Offensive

Im Spiel der 23. Runde der österreichischen Bundesliga feierte der SV Mattersburg einen späten 2:1 Erfolg gegen die Wiener Austria. Im Folgenden sollen die Spieler beider Mannschaften genauer betrachtet werden.

Notenschlüssel:
1= sehr schwach
10 = sehr stark

SV Mattersburg

Markus Kuster 5
Der Torhüter der Burgenländer verbrachte insgesamt einen ruhigen Abend und musste nur vereinzelt ins Spielgeschehen mittels einer Parade eingreifen. Einzig seine Abschläge waren nicht immer präzise und die eine oder andere Kerze war mit dabei, die für die eigene Mannschaft gefährlich wurde.

Alois Höller 8
Der Dauerläufer der Mattersburger machte über weite Strecken der Partie seine Sache sehr gut und liefere eine gute Performance ab. Gegen den Ball war er für seine Gegenspieler äußerst unangenehm und sehr giftig, bis hin zur übertriebenen Härte. Daher verzeichnete er nicht von ungefähr die beste Zweikampfquote seiner Mannschaft (73 Prozent) und hatte mit sieben Ballsicherungen, fünf klärenden Aktionen und drei erfolgreichen Tacklings auch da gute Werte vorzuweisen. Desweiteren legte er den Führungstreffer von Prevljak auf und leitete darüber hinaus mit einem tollen langen Ball auf Ertlhaler den Siegestreffer mittels Pre-Assist ein, womit er maßgeblichen Anteil am Erfolg seines Teams hatte.

Nedeljko Malic 7
Organisierte als Kapitän und Abwehrchef die Defensive seiner Mannschaft vorbildlich, wodurch er viel Stabilität in das eigene Spiel gegen den Ball brachte. In den Zweikämpfen zeigte er sich oft  kompromisslos und agierte vor allem bei den langen Bällen des Gegners sehr aufmerksam, wodurch er mit neun klärenden Aktionen einen Spitzenwert innerhalb seines Teams aufweisen konnte.

Thorsten Mahrer 4
Sammelte über die gesamte Spielzeit nur 23 Ballkontakte, wodurch man seine Leistung über weite Strecken als unauffällig titulieren kann. In der Defensive leistete sich der Innenverteidiger zwar keine großen Schnitzer, allerdings auch keine großen Ausreißer nach oben.

Michael Lercher 4
Der Außenverteidiger agierte in seinem Spiel mit dem Ball sehr fehlerhaft und hatte nach dem eine Passquote von knapp über 50 Prozent aufzuweisen, womit nahezu jeder zweite Ball beim Gegner landete. Gegen den Ball leistete er sich zwar auch keine großen Fehler, aber wenn dann wurde es meist über seine Seite gefährlich.

Jano 0
Der Stratege der Burgenländer musste bereits frühzeitig mit einer Schulterverletzung das Spielfeld verlassen und ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Mario Grgic 7
Nach dem Ausfall seines wichtigen Nebenmannes musste der Mittelfeldspieler in dessen großen Fußstapfen treten, und machte das in beeindruckender Art und Weise. Vor allem im Spiel gegen den Ball war er eine Bank, rieb sich in den Zweikämpfen für seine Mannschaft auf und stopfte viele Löcher in der Defensive. Dadurch führte er die zweitmeisten Duelle auf dem Feld (23), verzeichnete dabei elf Ballsicherungen und vor allem acht (!) erfolgreiche Tacklings, was ein absoluter Spitzenwert in dieser Partie war. Im Spiel mit dem Ball versuchte er seiner Mannschaft ebenfalls Struktur zu verleihen und sammelte die meisten Ballaktionen bei den Burgenländer (63) auch wenn seine Passquote mit 60 Prozent noch ausbaufähig ist.

Masaya Okugawa 2
Der Flügelspieler und die Leihgabe der Salzburger deutete zwar hier und da seine Gefährlichkeit durch seine Schnelligkeit an, jedoch gelang dem Japaner relativ wenig. Dies manifestiert sich auch in seiner Passquote, die mit nur 27 (!) Prozent unterirdisch war und sein fehlerhaftes Spiel offenbart.

Michael Perlak 3
Der etwas unterschätzte Mittelfeldspieler der Burgenländer konnte sein Potenzial in dieser Partie nicht wirklich auf dem Platz bringen, auch wenn er hier und da mit seiner Ballsicherheit zumindest etwas Ruhe in das Angriffsspiel brachte und in der Offensivreihe die beste Passquote seiner Kollegen aufzuweisen hatte.

Markus Pink 4
Spulte viele wichtige Kilometer für seine Mannschaft ab und rieb sich in zahlreichen Duellen auf, wodurch er die meisten Zweikämpfe auf dem Platz bestritt (24) und so vor allem im Spiel gegen den Ball einen wichtigen Beitrag zur guten Defensivleistung erbrachte. In der Offensive war er vor allem als Zielspieler für hohe Bälle durch seine Kopfballstärke gefragt und konnte da viele Bälle sichern, auch wenn ansonsten wenig Gefahr von ihm ausging und das die Kernaufgabe eines Offensivspielers sein sollte.

Smail Prevljak 9
Es wäre nicht übertrieben, wenn man den Stürmer als „Alleinunterhalter“ in der Offensive seiner Mannschaft bezeichnen würde, was er in diesem Spiel zweifellos war. Sei es durch seine guten Bewegungen, seine Stärke mit dem Rücken zum Tor oder durch seine Torgefährlichkeit, er konnte viele verschiedene Facetten in das Spiel seiner Mannschaft einbringen und so das Offensivspiel quasi im Alleingang tragen. Er gab letztlich sieben (!) Schüsse ab, wovon fünf direkt auf das Tor gingen und zwei sogar ins Tor, womit er mit seinen beiden Treffern zum Matchwinner seiner Mannschaft wurde.

 

FK Austria Wien

Patrick Pentz 7
War wie gewohnt ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft und bei den beiden Gegentreffern chancenlos. Konnte sich einige Male mit guten Paraden auszeichnen, agierte im Herauslaufen sehr aufmerksam und vor allem sein Spiel mit dem Ball war an diesem Tag auf einem Niveau, welches man in Österreich nur selten zu sehen bekommt – wodurch er eine wichtige Rolle im Spielaufbau innehatte.

Florian Klein 4
Kommt nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wirklich in Fahrt und er scheint noch Zeit zu brauchen, um auf sein gewohntes Niveau zu kommen. Defensiv agierte er zwar überwiegend tadellos, allerdings kamen von ihm Offensiv viel zu wenig Druck und spielerische Akzente.

Abdul Kadiri 4
Wenn man den jungen Ghanaer beschreiben und näher vorstellen müsste, würde es bereits ausreichen nur dieses Spiel zu zeigen, um den Innenverteidiger einzuordnen. Immer wieder wechseln sich im Spiel des Defensivspielers gute Aktionen mit katastrophalen Aussetzern ab, womit er sich seine Leistung ständig konterkariert. So agierte er speziell in der Anfangsphase vogelwild und nervös, wodurch er am Gegentor massiv beteiligt war. Dann allerdings steigerte er sich merklich und agierte überaus abgeklärt, um dann kurz nach der Halbzeit erneut einen katastrophalen Fehler zu begehen. Am Ende steht die zweitbeste Zweikampfquote (70 Prozent)  und fünf klärende Aktionen, sowie die drittmeisten Ballaktionen seines Teams auf dem Papier, jedoch auch einige kapitale Fehler und Aussetzer, die letzlich überwiegen.

Ruan Renato 6
Kehrte nach langer Verletzungspause zurück in die Startelf und zeigte von Beginn weg, warum man große Stücke auf den Brasilianer hält. Vor allem fußballerisch hob er das Aufbauspiel seiner Mannschaft auf ein höheres Niveau, nahm dieses in die Hand und verteilte die Bälle selbst unter Druck in Ruhe und äußerster Präzision, was eine Passquote von knapp 90 Prozent auch beweist. Defensiv hatte er dafür gute und weniger optimale Momente, verbuchte fünf klärende Aktionen und eine positive Zweikampfbilanz,  wobei die kleinliche Linie des Schiedsrichters einen negativen Beitrag leistete und seine robuste Spielweise dadurch unterbunden wurde. Sah beim 2:1-Gegentreffer ebenfalls nicht glücklich aus, als er Ertltahler aus den Augen verlor und ihm ein Stellungsfehler unterlief.

Stefan Stangl 0
Musste nach etwas mehr als einer halben Stunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden, nachdem er einer der Aktivposten seiner Mannschaft war und viel Druck über seine Seite ausübte.

Tarkan Serbest 8
Der Sechser der Austria zeigte sich in diesem Spiel erneut von seiner besten Seite und lieferte eine äußerst dominante Vorstellung ab. Ob mit oder gegen den Ball drückte er der Partie seinen Stempel auf und brachte viel Stabilität in das eigene Spiel seiner Mannschaft. Mit dem Ball brachte er es auf starke 92 Ballaktionen, bei einer Passquote von knapp 89 Prozent und die meisten erfolgreichen Dribblings auf dem Feld (4), was für einen Sechser äußerst ungewöhnlich ist und für seine Qualität spricht. Auch gegen den Ball rieb er sich für seine Mannschaft auf und führte die meisten Zweikämpfe (20), stopfte aber auch viele Löcher im Zentrum und war einfach überall zu finden.

Raphael Holzhauer 6
Der Kapitän der Veilchen versuchte wie so oft dem Spiel seiner Mannschaft Struktur zu geben und nahm in vielen verschiedenen Zonen das Heft in die Hand. Agierte äußerst variabel und tauchte sowohl in tieferen, als auch höheren Zonen auf, wodurch er die meisten Ballkontakte auf dem Feld sammelte (93). Bereitete darüber hinaus die meisten Torschüsse seiner Mannschaft vor (3) und legte den einzigen Treffer durch Venuto  mustergültig auf. Einzig seine Passqualität vor allem bei langen Bällen war nicht in gewohnter Manier vorhanden, was sich auch auf seine Passquote von knapp 80 Prozent auswirkte.

Lucas Venuto 5
War zwar viel unterwegs auf dem Feld und wechselte mit Pires immer wieder die Seite, aber so richtig Durchschlagskraft und Durchbrüche auf dem Flügel konnte der Brasilianer nicht kreieren. Erzielte in seiner besten Aktion immerhin den Treffer zum Ausgleich und damit das erste Tor nach seiner langen Verletzungspause.

Dominik Prokop 2
Der U21-Nationalspieler lieferte erneut eine sehr schwache Leistung ab und bei ihm ist der hohe Druck am offensichtlichsten zu sehen, wodurch er aktuell in einem Formloch steckt. Immer wieder unterlaufen ihm ungewöhnliche technische Fehler und einfache Ballverluste, aber auch im letzten Drittel strahlt er zurzeit keinerlei Gefahr aus und setzt zu wenige Akzente auf dieser wichtigen Position, da auch sein Positionsspiel zu wünschen übrig lässt.

Felipe Pires 5
War viel unterwegs und in der Offensive einer der wenigen Lichtblicke, wodurch er zumindest etwas Gefahr in das letzte Drittel brachte.  Konnte durch seine Schnelligkeit oft nur regelwidrig gestoppt werden und wurde am öftesten auf dem Feld gefoult (5), bekam jedoch insgesamt zu wenig Unterstützung von seinen Kollegen, um noch mehr Durchschlagskraft zu entwickeln.

 Kevin Friesenbichler 1
Der Stürmer bekam zum ersten Mal in der Rückrunde die Möglichkeit wieder von Anfang an zu starten und nutze diese Chance gar nicht. Agierte sehr fahrig und äußerst unbeweglich in seinen Aktionen, wodurch er sich viele Ballverluste leistete und das Offensivspiel seiner Mannschaft oft bremste, statt es zu beflügeln. Seine desolate Passquote von knapp über 40 Prozent spricht dabei Bände.

Thomas Salamon 4
Agierte nach seiner Einwechslung zwar durchaus solide, konnte dem Offensivspiel jedoch keinen so großen Stempel wie sein Kontrahent Stangl hinterlassen, was sich sofort im Spiel bemerkbar machte. Leistete sich vor dem 2:1 einen schlimmen Fehlpass, wodurch er die Niederlage seiner Mannschaft quasi einleitete.

Ibrahim Alhassan 0
Zu kurz eingesetzt.

Christoph Monschein 0
Zu kurz eingesetzt.

Dalibor Babic, abseits.at

Dalibor Babic