Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 19. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015 | Rapids Flügel- schlägt Salzburgs Zentrumsfokus

Mario Pavelic - SK Rapid WienNeben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

 

SCR Altach – SK Sturm Graz 2:0

Die letzte Runde vor der Winterpause wurde mit dem Duell der beiden Teams der Stunde eröffnet. Dabei konnte sich der SCR Altach gegen den SK Sturm Graz zuhause mit 2:0 durchsetzen und die Blackies in der Tabelle überholen. Sieht man sich die Statistiken zu diesem Spiel an, erkennt man, dass es sich um eine sehr einseitige Partie handelte – allerdings zugunsten der Gäste.

Sturm hatte 67% Ballbesitz dominierte sowohl was die Schussversuche angeht (19:7), als auch hinsichtlich der Schüssen auf das Tor (7:2). Jedoch nutzten die Steirer ihre zahlreichen Chancen nicht. Wie sich anhand der obigen Grafik ableiten lässt, kamen sie nämlich auch oft aus günstigen Positionen zum Abschluss. In der Anfangsphase bekamen sie sogar einen Elfmeter zugesprochen und konnten über 70 Minuten in Überzahl agieren. Jedoch bissen sie sich an Keeper Martin Kobras die Zähne aus. Die Altacher hingegen zeigten wieder ihre Effektivität: beide Schüsse auf das gegnerische Tor zappelten im Netz.

FK Austria Wien – SV Scholz Grödig 1:0

Die Wiener Austria feierte in der Generali Arena einen versöhnlichen Abschluss des Fußballjahres 2014. Einerseits konnte man gegen den SV Grödig mit 1:0 gewinnen, andererseits konnte man damit den Rückstand auf Platz zwei sogar auf vier Punkte verkürzen. Taktisch war dieses Spiel vor allem deshalb interessant, weil die beiden Teams am letzten Spieltag zwei verschiedene Varianten des 4-6-0 zeigten. Während bei den Grödigern diese Ordnung weitestgehend über den ganzen Herbst zu sehen war, entstand sie bei den Veilchen notgedrungen aufgrund des Ausfalls von Omer Damari.

So spielte auch am Samstag wieder Alexander Gorgon als nomineller Solostürmer, interpretierte diese Rolle aber erneut sehr frei. Der Schwerpunkt des 26-Jährigen lag vergleichsweise tief und man fand ihn oft im Zehnerraum, von wo aus er in die Tiefe nach vorne stieß. Gorgon spielte durchaus ansprechend, hatte auch die eine oder andere gute Möglichkeit, wurde aber an vorderster Front nach etwas mehr als einer Stunde von Marko Kvasina ersetzt und ging dann wieder auf den Flügel.

Der 17-Jährige, der auch den Siegestreffer erzielte, interpretierte die Stürmerrolle gänzlich anders, wie man anhand der Passschemen sehen kann. Kvasina ist bei einer Körpergröße von 1,94m phyisch bereits enorm stark und wurde in erster Linie als Wandspieler eingesetzt, leistete viele Ablagen nach hinten. War der Ball im Angriffsdrittel orientierte er sich in die Gefahrenzone, wie zum Beispiel beim 1:0.

Der Sieg der Austria war hochverdient, denn sie hatten das Spiel quasi über die volle Distanz unter Kontrolle, wie 16:6 Schüsse bzw. 6:1 Schüsse aufs Tor belegen. Der Schlüssel zu dieser Dominanz war die enorm hohe Zahl an Balleroberungen. Wie man anhand der obigen Grafik erkennen kann waren diese weniger physischer Natur sondern in erster Linie auf Ballsicherungen und abgefangene Pässe zurückzuführen.

SV Josko Ried – SC Wiener Neustadt 6:0

Die Partie zwischen der SV Ried und dem SC Wiener Neustadt war die eindeutigste am vergangenen Wochenende. Die Innviertler gewannen gegen das Tabellenschlusslicht nicht nur deutlich mit 6:0, sondern spielten es geradezu an die Wand. Am Ende standen aufseiten der Hausherren 31 zu Buche, bei den Gästen waren es lediglich acht.

Die klare Dominanz der Rieder sieht man zum Beispiel anhand der obigen Grafik, die die erfolgreichen Pässe in der gegnerischen Hälfte zeigt. Während das Team von Oliver Glasner sehr oft in die gefährlichen Zonen kam und etliche Chancen auch innerhalb des Strafraums kreieren konnte, war für die Wiener Neustädter kurz nach der Mittellinie Schluss.

Admira Wacker Mödling – Wolfsberger AC 2:1

Nach einer zehn Spiele andauernden Durststrecke, in der nur zwei Tore erzielt wurden, konnte Admira Wacker Mödling zum Ende der Herbstsaison endlich wieder gewinnen. In der Südstadt wurde der Wolfsberger AC mit 2:1. Für die Kärntner das bereits achte Spiel in Folge ohne vollen Erfolg.

Dass sie nach zuletzt zwei durchaus guten Leistungen gegen Red Bull Salzburg und Rapid Wien ausgerechnet gegen die Admira verlieren, ist allerdings nichts, was unerklärlich ist. Während man sich gegen die beiden genannten Teams auf das Spiel gegen den Ball fokussieren konnte, musste man gegen die Niederösterreicher in Ballbesitz mehr Initiative zeigen. Zu Chancen kam der WAC hauptsächlich nach Flügeldurchbrüchen, während man das gewohnt tiefe Pressing sah.

FC Red Bull Salzburg – SK Rapid Wien 1:2

Im letzten Spiel der Herbstsaison 2014/2015 gewann der SK Rapid Wien gegen Red Bull Salzburg auswärts mit 2:1. Matchwinner für die Hütteldorfer war Robert Beric, der mit seinen beiden Torschüssen jeweils traf. Damit kletterten sie wieder auf Platz vier. Taktisch interessant war dabei vor allem, welches Team seinen Plan besser durchsetzen konnte. Während die Salzburger in erster Linie durch das Zentrum gefährlichen werden wollen, haben die Grün-Weißen einen hohen Flankenfokus.

Rapid-Trainer Zoran Barisic stellten dem Salzburger Zentrumsfokus drei Sechser entgegen, was rückblickend betrachtet aufgehen sollte. Andererseits ergaben sich auf den Seiten immer wieder Überzahlsituationen zugunsten der Wiener, da bei Salzburg lediglich die beiden Außenverteidiger breit spielten. Rapid hatte hingegen neben den beiden Flügelspielern noch die Außenverteidiger, die, wie man in der obigen Grafik sieht, vertikal einen höheren Aktionsradius hatten und mit ihrer Dynamik vor allem in Umschaltmomenten immer wieder gefährlich wurden.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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