Nach dem deutlichen 4:1 im ersten Aufeinandertreffen tritt Red Bull Salzburg diesmal auswärts zum Lokalderby bei Aufsteiger Grödig an. Analog zum Abschneiden von Rapid... Vor dem Salzburg-Derby: Red Bull Salzburg gegen die Aufsteiger

Red Bull Salzburg (Logo, Wappen)Nach dem deutlichen 4:1 im ersten Aufeinandertreffen tritt Red Bull Salzburg diesmal auswärts zum Lokalderby bei Aufsteiger Grödig an. Analog zum Abschneiden von Rapid und Austria Wien sowie Sturm Graz werfen wir wieder einen Blick auf die Bilanz des Ligakrösus gegen die Bundesliga-Aufsteiger, diesmal aufgrund der Übernahme durch den Getränkekonzern erst seit der Saison 2005/2006. Das erste Abschneiden gegen Grödig fließt aus Gründen der Vergleichbarkeit wie bei Sturm Graz in die Statistik noch nicht ein. Wir fragen uns unter anderem wieder: Wie heim- und auswärtsstark ist man gegen den Neuling? Wie viele Punkte wurden im Durchschnitt geholt, wie lautet das Torverhältnis? Gegen wen blieb man ungeschlagen, gegen wen sieglos?

Gesamtbilanz am Stärksten

In 32 Partien gegen die Neulinge in der österreichischen Bundesliga holte Red Bull Salzburg im Schnitt starke 7,8 Punkte; im Vergleich zur Bilanz der Wiener Klubs und von Sturm Graz ein teils deutliches Plus. Die Salzburger zeigen in den meisten untersuchten Kategorien die besten Werte. Sie erzielen mit fast neun Toren die meisten Treffer, haben mit +3,9 das beste Torverhältnis und auch die beste Heimbilanz. Mit genau fünf Gegentoren je Saison ist man hier etwas schlechter als die Wiener Klubs, auch die Auswärtsbilanz ist etwas schlechter als jene der Wiener Austria. Weiters ist die Siegquote mit 56% ebenfalls besser als jene der anderen Mannschaften.

Salzburg kann als einzige Mannschaft gegen jeden Aufsteiger mindestens zwei Siege landen, dreimal blieb man ungeschlagen: letzte Saison gegen den WAC, 2009/10 gegen Wr. Neustadt und 2006/07 gegen Altach. Aber auch RBS schaffte bis dato nicht, das Kunststück von Rapid zu wiederholen, nämlich in vier Spielen gegen einen Aufsteiger vier Siege einzufahren. Die meisten Punkte, nämlich zehn, holte man gegen die Kärntner und die Vorarlberger, das Minimum von sieben Zählern gegen den LASK, Kapfenberg, Innsbruck und die Admira liest sich beinahe wie das Maximum von anderen Mannschaften. Gegen den WAC wurden mit 13 Toren auch die Meisten erzielt, gegen Altach setzte es als Minimum nur einen Gegentreffer. Die wenigsten Tore schoss man 2005/06 gegen Ried mit nur sechs Treffern, gegen Kapfenberg 2008/09 gab es als Höchstwert gleich neun Gegentore. Die Mozartstädter haben im Gegensatz zu den anderen beleuchteten Teams auch immer ein positives Torverhältnis gegen die Aufsteiger, am besten gegen den WAC mit +9, am schlechtesten gegen Ried mit +1.

Heim- vs. Auswärtsbilanz – daheim eine Macht

Mit durchschnittlich 4,8 Heimpunkten je Saison überbietet man die anderen Teams deutlich. Nur Kapfenberg beim 5:2 und Innsbruck beim 3:2 konnten drei Punkte aus Wals-Siezenheim entführen, Altach und Wr. Neustadt holten jeweils ein 1:1. Dass Salzburg auswärts anfälliger für überraschende Niederlagen ist, ist bekannt, die Auswärtsbilanz zeigt auch mit genau drei Punkten je Saison ein schlechteres Ergebnis als Austria Wien. Zwar setzte es nur in Linz, in der Südstadt und zweimal in Ried Niederlagen, Salzburg spielt aber in der Fremde zu oft Unentschieden, wie die Gesamtbilanz von je sechs Siegen und Remis bei vier Niederlagen zeigt.

Daheim konnte man viermal das Punktemaximum holen, zwei weitere Male blieb man ohne Niederlage, kein einziges Mal ohne Sieg. In der Fremde blieb man 2005/06 in Ried das einzige Mal ohne Punkte, man verlor 0:3 und 1:2. Gegen den LASK und die Admira gab es nicht nur weitere Auswärtsniederlagen, gegen diese Aufsteiger konnte man auch keinen Sieg in der Fremde holen. Das Punktemaximum konnte nur in Altach geholt werden, hier zeigen sich deutliche Unterschiede zu Rapid und Austria.

Fazit

Red Bull Salzburg dominiert die Aufsteiger deutlich mehr als die anderen betrachteten Klubs aus Wien und Graz. Vor allem die Heimstärke ist beeindruckend, wie Grödig bereits in dieser Saison zur Kenntnis nehmen musste. Punkte aus Salzburg mitzunehmen ist für jede Mannschaft schwierig, für den Aufsteiger ganz besonders. Hier offenbaren sich die Schwächen der anderen Teams, die daheim zu oft patzen, Salzburg erlaubt sich diese Aussetzer nicht oder kaum. Wenn, dann kann man RBS auswärts ein Schnippchen schlagen, angesichts des offensiven Spielstils der Grödiger ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass der kleine Lokalrivale der sechste Aufsteiger ist, der dem vierfachen Meister eine Niederlage zufügen kann.

Christian Ditz, abseits.at

Christian Ditz