Die Situation in Österreichs 2.Liga ist eine denkbar schwierige: Seit der Ligareform vor etwa zwei Jahren ist die zweite Spielklasse nun eine Liga, die... Ruf nach Gleichbehandlung: 2.Liga mit offenem Brief an Regierung und Liga

Die Situation in Österreichs 2.Liga ist eine denkbar schwierige: Seit der Ligareform vor etwa zwei Jahren ist die zweite Spielklasse nun eine Liga, die sowohl aus Profis, als auch aus Amateuren besteht.

Das Spielerpräsidium der 2.Liga, bestehend aus Thomas Reifeltshammer (SV Ried), Martin Grasegger (Blau-Weiß Linz) und Alexander Joppich (Wacker Innsbruck), sprechen sich dafür aus, dass auch die Zweitligisten wieder beginnen dürfen zu trainieren. Dabei heißt es in einem offenen Brief an die Bundesregierung und die Bundesliga, dass diese Forderung unabhängig von einem Wiederbeginn der Saison ist. Die Spieler sollten im Saft bleiben und dann auch die Möglichkeit haben, sich wieder auf der Plattform 2.Liga präsentieren zu können.

Thema ist dabei auch der SC Austria Lustenau, der aufgrund des potentiell anstehenden Cupfinales bereits die Erlaubnis bekam in Kleingruppen zu trainieren. Nun fordern die Vertreter der 2.Liga Gleichbehandlung. Hier der offene Brief im Originalwortlaut, wie er von der Vereinigung der Fußballer ausgeschickt wurde:

Ergeht an

die Österreichische Bundesregierung
Herrn Bundeskanzler Sebastian Kurz
Herrn Vizekanzler Werner Kogler
Herrn Gesundheitsminister Rudolf Anschober
sowie die Österreichische Fußball-Bundesliga
Herrn Vorstandsvorsitzenden Christian Ebenbauer

Sehr geehrte Bundesregierung, sehr geehrte Bundesliga!

Die Vereinigung der Fußballer (VdF) sieht sich als Stimme der Fußballer und hat damit die Anliegen und Interessen der österreichischen und in Österreich spielenden Profifußballer im Fokus. Als Präsidiumsmitglieder und Vertreter der Spieler der HPYBET 2. Liga erachten wir es daher als unsere Pflicht, zum Beschluss der Regierung betreff der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes in der höchsten Spielklasse – und anlässlich des Cupfinales auch für Zweitligist Austria Lustenau – Stellung zu beziehen. Voraussichtlich morgen Dienstag dürfen diese das Training (in Kleingruppen) wieder aufnehmen und somit auf den Platz zurückkehren.

Völlig ungewiss ist aber in diesem Zusammenhang nach wie vor die Zukunft der restlichen 15 Mannschaften in der HPYBET 2. Liga. Als Spielervertreter kritisieren wir den Umgang der Regierungsverantwortlichen mit den Profis unserer Liga und fordern die

Bundesliga auf, diese Ungleichbehandlung nicht zu akzeptieren und kommentarlos hinzunehmen. Mehr als 80 Prozent der Spieler in unserer Liga sind Berufsfußballer. Eine Umfrage unter den Spielern der Zweitligavereine hat ergeben, dass die Spieler von 13 Vereinen bereit sind, unter entsprechenden Voraussetzungen das Training wieder aufzunehmen und auch ihre Meisterschaft weiterspielen zu wollen – lediglich drei Teams waren zum Zeitpunkt der Umfrage dagegen. Aus unserer Sicht darf es seitens der Regierung und der Bundesliga für uns Profispieler im Umgang keinen Unterschied zwischen der tipico-Bundesliga und der HPYBET 2.Liga geben, daher müssen auch die gesetzten Maßnahmen dieselben sein. Den Spielern der HPYBET 2. Liga wird ansonsten die Chance genommen, ebenfalls ein ordentliches, fußballadäquates Training zu absolvieren und das ist nicht im Sinne der Chancengleichheit bzw. eine unzulässige Schlechterstellung für jeden einzelnen Spieler, welche auch sein berufliches Fortkommen stark negativ beeinflusst. Wir sehen das derzeit auch völlig unabhängig davon, ob und welche Meisterschaften der beiden Bundesligen fortgesetzt bzw. zu Ende geführt werden.

Wir plädieren allerdings ausdrücklich dafür, falls die tipico-Bundesliga fortgesetzt wird, die HPYBET 2. Liga ebenfalls fortzusetzen, weil ein Abbruch für die einzelnen Spieler weitere gravierende Nachteile hätte. Den Fußballern der HPYBET 2. Liga würde so die Plattform genommen werden, um sich zu präsentieren. Es wäre möglich, dass es erst im Spätherbst wieder Spiele geben würde – selbst das ist jedoch noch lange nicht gesichert, wenn sich die Vereine schon jetzt gegen Geisterspiele aussprechen. Zudem könnten dadurch im Sommer viele Spieler ohne Vertrag und mit einer ungewissen Zukunft sinngemäß auf der Straße und vor einem Karriereknick stehen. Die lange Zeit ohne Trainings und Spiele könnte von diesen Spielern nur sehr schwer aufgeholt werden, die Marktwerte der Betroffenen würden massiv sinken und die Arbeitslosigkeit dazu extrem ansteigen.

Es braucht unserer Meinung nach, eine einheitliche Lösung für die tipico-Bundesliga und die HPYBET 2. Liga und wir fordern auch die einzelnen Vereine der Bundesliga dazu auf, bei anstehenden Entscheidungen auch die Interessen ihrer Spieler zu berücksichtigen und

in die Zukunft zu blicken. Die Regelung, dass lediglich die Vereine der tipico-Bundesliga trainieren und spielen dürfen, ist absolut nicht im Sinne von Chancengleichheit und für die Profispieler der HPYBET 2. Liga so etwas wie ein Berufsverbot. Es darf uns nicht die Chance genommen werden, ebenfalls zu trainieren und zu spielen. Im Mittelpunkt soll der Sport stehen – natürlich erst dann, wenn es nach den Gesundheitsaspekten und wirtschaftlich möglich ist. Aber es muss auch im Sinne der Bundesliga und ihrer Wettbewerbe sein, beide Profiligen gleich zu behandeln und es beiden zu ermöglichen, die Saison fortzusetzen oder eben nicht. Nur eine Liga abzubrechen, hätte für zahlreiche Spieler der HPYBET 2. Liga massive Konsequenzen, wäre der Glaubwürdigkeit des Bundesligafußballs abträglich und würde für die Zukunft unseres Profifußballs einiges in Frage stellen.

Abschließend möchten wir nochmals daran erinnern, dass der Rechtskörper und die Organisation Bundesliga aus der tipico-Bundesliga und der HPYBET 2. Liga besteht und wir es daher als Verpflichtung der Verantwortlichen ansehen, auch im Sinne aller beteiligten Vereine und Spieler zu handeln.

Mit sportlichen Grüßen,

das Spielerpräsidium der HPYBET 2. Liga, e.h.

Martin Grasegger, Thomas Reifeltshammer, Alexander Joppich

abseits.at Redaktion