Im Vorfeld der beiden Halbfinalpartien im ÖFB-Cup zwischen Horn und Red Bull Salzburg sowie St. Pölten und Sturm Graz werfen wir einen Blick auf... Statistisch betrachtet: Alles rund ums ÖFB-Cup-Halbfinale

ÖFBIm Vorfeld der beiden Halbfinalpartien im ÖFB-Cup zwischen Horn und Red Bull Salzburg sowie St. Pölten und Sturm Graz werfen wir einen Blick auf die Halbfinal- und Finalpartien der letzten 20 Jahre. Erst zum zweiten Mal in diesem Zeitraum besteht die Möglichkeit eines bundesländerinternen Finalspiels, das bisher Einzige lieferten sich die beiden Wiener Großklubs Austria und Rapid, die sich 2005 mit dem besseren Ende für die Veilchen im Happel-Stadion gegenüberstanden. Wir stellen uns in diesem Zusammenhang unter anderem folgende Fragen: Aus welchen Ligen stammen die Teilnehmer des „Final Four“? Welche Mannschaften, welche Bundesländer waren besonders häufig vertreten? Wer war besonders erfolgreich, wer scheiterte zumeist? Welchen Effekt hat der Heimvorteil im Halbfinale?

Gesamtverteilung nach Bundesländern und Ligen

Alle neun Bundesländer stellten im Betrachtungszeitraum nicht nur bereits mindestens einen Verein im Halbfinale, sondern derer sogar mindestens einen im Finale. Von den 80 Halbfinalisten stammten inklusive der heurigen Partien 23% aus der Steiermark, 21% aus Wien und 20% aus Oberösterreich. Am Ende der Tabellen rangieren Tirol und Vorarlberg, die mit den Innsbruckern und Austria Lustenau zwei Finalisten stellten. Die meisten verschiedenen Klubs aus einem Bundesland im Halbfinale stellen die Steiermark und Oberösterreich mit je fünf Klubs, gefolgt von Wien und Niederösterreich mit je vier Mannschaften.

Die meisten Halbfinalisten nach der Höhe der Spielklasse stellte erwartungsgemäß die Bundesliga mit 78%. Angesichts des starken Leistungsgefälles in Österreich ist dieser Wert aber sehr niedrig. Zu 16% stammen die Halbfinalisten aus der ersten Division, zu immerhin 5% aus den Regionalligen und ein einziges Mal sogar aus der Landesliga – Pasching holte 2013 unter anderem mit Siegen gegen Rapid, Red Bull Salzburg und die Wiener Austria im Finale sensationell den Titel. Die Bundesligisten stellten in den vergangenen 20 Jahren zwar jedes Mal mindestens die Hälfte der Halbfinalisten, aber nur sechsmal alle Vier (zuletzt 2010 mit Sturm Graz, Wr. Neustadt, Ried und Kärnten).

Mit je sieben Siegen teilen sich Wien (sechsmal Austria, einmal Rapid) und die Steiermark (viermal Sturm, dreimal GAK) die Bundesländerwertung, Oberösterreich (zweimal Ried, einmal Pasching) folgt mit drei Titeln, Kärnten und Salzburg waren je einmal erfolgreich. Auch bei den Finalverlierern sind die Hauptstädter mit vier Mannschaften und die Steirer (drei Finalisten) die Führenden der Rangliste. Auch Nieder- und Oberösterreich stellen je drei Finalverlierer, das Burgenland scheiterte mit Mattersburg zweimal in Folge an der Austria, die restlichen Bundesländer je einmal.

Zum 13. Mal zwei Klubs aus einem Bundesland

Ob die Zahl 13 den beiden Klubs aus Niederösterreich Unglück bringt, wird sich weisen. Zum 13. Mal jedenfalls haben zwei Vereine in derselben Saison und aus demselben Bundesland die Möglichkeit, ins Finale vorzudringen. Spitzenreiter sind hier die Steiermark und Oberösterreich, denen dies bereits jeweils viermal gelungen ist. GAK und Sturm Graz zierten je dreimal das Halbfinale, 1995 spielten Leoben und Hartberg gegen Salzburg und Rapid. Aus Oberösterreich zogen in den 90er Jahren zweimal der LASK und Ried zeitgleich ins Halbfinale ein, die Rieder schafften dies auch noch zweimal gemeinsam mit Pasching 2006 und 2013.

Nur zweimal kamen Wiener Klubs zeitgleich in die Vorschlussrunde, die beiden großen Klubs Rapid und Austria sogar nur einmal im Jahr 2005, als sie dann auch das Finale bestritten. 2009 spielten die Austria und die Austria Amateure gegen die Admira und Wr. Neustadt, dies war das einzige Mal, dass die vier Halbfinalisten aus nur zwei Bundesländern stammten. Komplettiert wird die Liste durch das Bundesland Salzburg, wo 2007 Salzburg und die eigenen Amateure gegen die Austria und Mattersburg jeweils daheim scheiterten.

Heimvorteil kein Faktor, Auswärtsmacht Austria Wien

In 38 Halbfinalspielen seit der Saison 1993/94 setzte sich nur 17 Mal (45%) das Heimteam durch, 21 Mal (55%) gewann das Gästeteam. Seit der Saison 2006/07 siegte sogar nur zweimal ein Heimteam, beide Male war dies Ried (2010/11 auf dem Weg zum Titel und 2011/12). Besonders gefürchtet auf fremden Plätzen ist der Cupspezialist und Rekordsieger, die Wiener Austria. Auf dem Weg zu sechs Cuptiteln standen die Wiener zehnmal im Halbfinale und zogen mit sechs Auswärtssiegen und zwei Heimsiegen gleich achtmal ins Finale ein. Ein weiterer Cupspezialist ist Sturm Graz: vier Cupsiege und zwei Finalniederlagen bei acht Antritten im Halbfinale sind ebenfalls eine sehr gute Bilanz. Die Grazer gewannen allerdings nur zwei Halbfinalspiele auswärts und vier daheim, profitierten also stärker von einer vorteilhaften Auslosung als etwa die Austria. Ried (zwei Cupsiege, eine Finalniederlage bei acht Halbfinalpartien) und der GAK (drei Cupsiege bei sechs Halbfinalpartien) sind die weiteren Mannschaften mit mehr als einem Titel, die Erfolgsbilanz ist aber jeweils deutlich schlechter als bei den beiden oben genannten Teams. Trotz derer 14 Titel kein ausgewiesener Cupspezialist ist auf der anderen Seite Rapid Wien: die Hütteldorfer zierten in den letzten 20 Jahren nur fünfmal ein Halbfinale, holten 1995 gegen den Zweitligisten Leoben den Titel und verloren 2005 das Finale gegen die Wiener Austria.

Christian Ditz, abseits.at

Christian Ditz

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