Die Wattener Mannschaft gewinnt dank unglaublich konstanter Leistungen souverän die Westliga. Das entscheidende Spiel gegen die FC Wacker Innsbruck Amateure scheint sinnbildlich für die...

Die Wattener Mannschaft gewinnt dank unglaublich konstanter Leistungen souverän die Westliga. Das entscheidende Spiel gegen die FC Wacker Innsbruck Amateure scheint sinnbildlich für die Routine der mit fast nur Tirolern bestückten Wattener Werkself.

FC Wacker Innsbruck II – WSG Wattens 0:4

„Nein, den Sekt haben wir noch nicht eingekühlt,“ verneint Robert Wazinger, Co-Trainer der WSG Wattens beim Pausenstand von 2:0 für die Wattener zur Halbzeit gegenüber einem Zuschauer. Erst der Nachsatz erklärte, dass man sehr wohl wisse, dass die Meisterschaft in der Regionalliga West zu Gunsten von Wattens entschieden sei: „aber wir in Wattens trinken lieber Bier!“, merkt Wazinger trocken an.

Das passt auch zum Spiel der Wattener: Aufgrund der vielen langfristigen Ausfälle im Offensivbereich (Samwald, Hesina, Obernosterer) fährt man die Meisterschaft eben mit anderen Stärken heim: Die souveräne Defensive – rund um Torwart Oswald (als Deutscher der einzige Legionär der Mannschaft), die Routiniers wie Ex-Bundesligaspieler Eller (SW Bregenz) und Weissbrunner, sowie dem Eigenbauspieler Steinlechner – hat nach 29 von 30 Spielen nur 14 Tore erhalten und kein einziges Spiel verloren. Ohne sturem Anrühren von Beton, wohlgemerkt. Denn Trainer Roland Kirchler legt zwar Wert auf gutes Stellungsspiel, aber auch auf einen gepflegten Spielaufbau aus der Abwehr heraus und schnelle Konterattacken bei Ballgewinn. Mehrmals im Spiel weist er bei Angriffsaktionen der Gegner die Verteidiger rufend an, die Situation ohne Foul zu bereinigen und den gewonnenen Ball rasch in die Spitze zu spielen.

Auf seine Abwehr kann er sich verlassen. Erst nach der 1:0-Führung dank eines zu Recht gegebenen, aber aus Wacker-Sicht unnötigem Elfmeter, hält es Trainer Kirchler erstmals für notwendig, aufzustehen und den Spielern Anweisungen zu geben. Denn die jungen Wacker-Fohlen wissen spielerisch an diesem Tag durchaus zu gefallen, scheitern aber spätestens am Strafraum an der souveränen Abwehr der Wattener. Die Meisterschaft hat Wattens damit zwei Runden vor Schluss mit dem deutlichen 4:0-Sieg am Nebenplatz des „Tivoli-Stadion Tirol“ gesichert.

Relegationsspiele gegen Horn

In der Relegation wartet nun der SV Horn. Man könnte den Hornern den Gefallen tun, die Stärken und Schwächen der Wattener zu offenbaren. Diesen gefallen wird es aber nicht brauchen: Denn das Tiroler Trainerteam bei Horn (Michael Streiter und Christoph Westerthaler) kennt die Wattener recht gut und wird auch erkannt haben, dass diese insbesondere über die oft Seiten-wechselnden und schnellen Flügelspieler besonders gefährlich sind (z.B. Pranter), während der ein oder andere Verteidiger als Stärke eher das Stellungsspiel in die Defensive einbringt, als die Schnelligkeit. Je nachdem, welche Spieler fit und ohne Sperre zur Verfügung stehen, wird Wattens seine Taktik ausrichten. Dass die Mannschaft die Fähigkeit besitzt, sich bei personeller Notlage auf die defensiven Grundtugenden zu besinnen, hat sie im Laufe dieser Westliga-Saison mehrfach bewiesen. Man ist schwer zu knacken und nicht zu unterschätzen – eine kompakte Mannschaft mit Killerinstikt. Überraschen könnte Wattens mit einem Einsatz der Trainer als Spieler. Das sollte aber in der Relegation kein Thema mehr sein: Man hört, die Ex-Nationalspieler Roland Kirchler und Robert Wazinger könnten zuvor beim letzten Westliga-Spiel der Saison in Wattens gegen Hard ihr Abschiedsspiel als Spieler bestreiten. Das soll aber nicht in den Vordergrund rücken. In Wattens liegt der Fokus bei Horn und der Relegation. Dann erst kann eventuell wirklich angestoßen werden, vielleicht sogar mit Sekt.

Matthias Pokorny, abseits.at

Matthias Pokorny

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